2013/03/31

Inspiration Und Interpretation...


Heute zum Ostersonntag besteht meine einzige Beschäftigung darin vor dem Fernseher zu liegen und mehr oder weniger gute Filme zu schauen, dann vielleicht noch ein bisschen lesen und nebenher auch noch bisschen im Netz umherstreifen. Natürlich habe ich mich auch wieder zu Style.com verlaufen und dort bin ich wieder an der Dries van Noten Kollektion für den aktuellen Sommer hängengeblieben. Die vielen Camouflagemuster habe ich noch immer nicht satt.
Doch für ein Laufstegoutfit von Dries van Noten, wie es in den kleinen Bildchen zu sehen ist, muss man ungefähr zwischen 1.500 und 2.00 Euro rechnen, adaptieren lässt sich der Look für 512 Euro. Und was am Ende dabei herauskommt ist gar keine schlechte Alternative, schon gar kein Notnagel. 
Immerhin drei der fünf Teile habe ich im Kleiderschrank, Sandalen und Pullover stehen noch immer auf dem Einkaufszettel. Doch statt diesem Outfit trage ich heute Jogginghose und Pulli, für das Sofa ist das genau das richtige. 

Weekday Collection, 160 Euro
Cos, 59 Euro
Cos, 59 Euro
Carhartt, 99 Euro
Romain Kremer für Camper, 135

Bilder bei Style.com und den Websites der jeweiligen Hersteller gefunden

2013/03/28

American Gigolo - Richard Kern Für Vice Magazin...


Bei Carhartt habe ich mir gestern seit langen mal wieder ein Vice Magazin mitgenommen und bin darin auf eine Strecke von Richard Kern gestoßen. Es ist ein nettes Wiedersehen mit Julian Kaye, und die Strecke macht Lust mal wieder den Film anzuschauen. 



Ich Mach Nen Teppich Draus...


Wenn ich irgendwann an den Punkt gekommen bin, dass die ganze Flickerei meiner Lieblingsjeans nicht mehr funktioniert und mehr Loch als Hose da ist, dann mache ich einfach einen Teppich draus. Nudie Jeans macht es jetzt vor, warum also nicht ein gutes Beispiel dran nehmen. 


2013/03/27

Zurück Und Nach Vorn...


Vorn gut zehn Jahren habe ich bereits Salvatore Ferragamo pour homme besessen. Als ich neulich in Berlin einen Duft von Serge Lutens probierte, erinnerte mich eine Freundin an diesen. Nun habe ich ihn mir bestellt und mich aufs neue in diesen Duft verliebt. Vor allem ist es die Feigennote, die aber durch Leder-, Sandel- und Zedernholznoten mehr tiefe und Ausstrahlung bekommt, die mir so gut gefällt. 

2013/03/26

Im Mustermixer....


Ehrlich gesagt tun sich doch die EndverbraucherInnen mit Mustermixen ziemlich schwer. Bei spannenden Farbkombinationen stoßen die meisten schon an ihre Grenzen, erst recht es aber darum geht grafisches, abstraktes oder blumiges zu mischen. Trotz alledem geben die Magazine immer wieder Möglichkeiten vor und zeigen welche spannenden Looks entstehen können. Und gerade in der aktuellen Mode sind Muster überall zu finden. 
Horst Diekgerdes hat für die amerikanische Ausgabe der Elle nun Carola Remer inszeniert. Teile von Prada, Proenza Schouler und Louis Vuitton wurden gekonnt zusammengewürfelt und zu tollen tragbaren Looks zusammengestellt. 


2013/03/25

The Business Of Fast Fashion...


Schon vor zwei Wochen habe ich den Link zugeschickt bekommen, hatte aber dann nicht die Zeit mir das Video anzusehen und es irgendwie auch wieder vergessen. Nun will ich aber mal posten, weil es gut aufzeigt wie Fast Fashion funktioniert und warum man sich dem eigentlich entgegenstellen sollte.
Aber es gibt da noch einige sehenswerte Videos mehr bei Online MBA, die sich unter anderem mit Apple, mit schlechten Chefs oder Geldwäsche beschäftigen. Vielen Dank für den interessanten Link Amy.


Salafisten, Neonazis, Modeblogger...


Bei Spiegel TV kriegt jeder seine warhol'schen fünf Minuten, das konnten auch gestern Abend wieder die geschätzten dreizehn Zuschauern feststellen, als sie nach Ice Age irgendwas die Fernbedienung nicht mehr aus der Sofaritze zu fischen vermochten und so zwangsläufig auch weiterhin mit RTL konfrontiert wurden. Zwischen Bonner Salafisten und Güstrower Neonazibrühe fanden auch noch ein paar der bedeutendsten deutschen Modeblogger der Nation ein Plätzchen. 
Anna Frost (Fashionpuppe und Agenturchefin!!!) durfte zeigen, wie toll es sich in H&M posieren lässt und Kathrin Bierling (Modepilot) wurde bei Etro und Tod's hinter die Kulissen, aber auch in die Frontrow begleitet. Doch wie nah am Puls der Zeit der Beitrag wirklich war, konnte man bei den Herren von Dandy Diary sehen, da würde nämlich der inzwischen schon reichlich angestaubte 'Fashionporn' aus der Kramkisten geholt und als super schick und voll neu präsentiert. 
Das ziemlich krude Sendekonzept von Spiegel TV, lässt also immer Platz für Überraschungen. Und am Ende weiß man dann wieder warum man sonntags (und auch sonst immer) lieber nicht RTL schaut. Vor allem aber ist nicht immer klar, was ein Beitrag eigentlich ausdrücken will. Die Modeblogger waren ein unwichtiges Thema, mehr inhaltsloser Pausenfüller, aber beim Salafisten-Beitrag verwischte das Redaktionsteam irgendwie die Grenzen zwischen objektiver Berichterstattung mit Stimmungsmache und Übereinenkammschererei. Genauso wie nun wahrscheinlich alle Zuschauer denken, dass ganz Güstrow mit brauner Soße übergossen ist. Oder haben die Redakteure in dem Fall sogar recht?


2013/03/24

Kino: Hitchcock...


Neben all den Umtriebigkeiten während meines Berlinaufenthaltes blieb auch noch ein bisschen Zeit für Kino. Der Oz-Film stand zwar zur Debatte, aber letztendlich war dann 'Hitchcock' im Cinema Paris reizvoller. Unterhaltsam ist der Film rund um die Entstehungsgeschichte von Psycho, gut besetzt sind die Rollen und gut gemacht das Set und die Kostüme. Auch wenn es nicht gerade mein Filmhighlight des Jahres war, so doch auf jeden Fall nette Unterhaltung. 


2013/03/23

Vanitas - Rosenthal X Versace...


Die Versace-Kollektion von Rosenthal war in den letzten Jahren nicht gerade ein Inbegriff schlichter Eleganz, eher das Gegenteil war der Fall. Viel Gold und barockes Dekor, dazu noch das über allem prangende Medusenhaupt, liessen einem nicht selten die Nackenhaare zu Berge stehen und sofort die Flucht ergreifen sobald man diese Teile erblickte. 
Natürlich kann man all das immer noch kaufen, ein Zeichen dafür, dass es noch Liebhaber zu geben scheint. Aber es gibt jetzt auch Produkte in der Linie, die durchaus Begehrlichkeiten zu wecken vermögen. Mit Vanitas wurde eine Serie geschaffen, die das Design der gleichnamigen Taschenlinie in Porzellan überträgt. 
Neben Tellern, die ganz in Ordnung sind, aber nicht wirklich umhauen, stechen vorallem zwei kleine Deckelvasen heraus. All Paar gestellt sind es wunderschöne Objekte weit jenseits von Kitsch und Plunder. Fast einen Monaten arbeiten die Modelleure von Rosenthal an einem dieser Stücke, arbeiten das reliefartige Dekor von Hand heraus. Mit 199 bzw. 249 Euro sind es quasi kleine Kunstwerke zum Schnäppchenpreis. 


2013/03/22

Auf Und Davon...


Zu den immer wiederkehrenden Leitthemen der deutschen AD gehört Italien. Nicht nur in der Mode schaut man gerne nach, was jenseits der Alpen passiert, auch bei Möbeln und Interiordesign ist man dort ganz vorn mit dabei. Die Designs von Gio Ponti gehören zum besten, was das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat und ganz allgemein scheint die Italiensehnsucht, die nach Goethe spätestens in den Wirtschaftswunderjahren zu germanischen Aufläufen in den Sommermonaten führten, noch immer nicht wirklich abgeklungen zu sein. 
Aktuell liegt eine Ausgabe am Kiosk, die uns nicht nur Giorgio Armanis Yacht vorstellt, sondern auch in ein ausgebautes Dachgeschoß am Canal Grande, ein Stadthaus in Genua und eine Villa am Comer See entführt. Klein kann die AD natürlich nicht, alles an diesen Domizilen strahlt Luxus und einen leichten Hang zur Größe aus. Die Reiseaccessoires, die um heiße Fahrgestelle herum drapiert wurden, zeigen dann auch gleich auf, dass man seine alten abgewetzten Reisekoffer stillvoll zu ersetzten hat, bevor man sich als Gast ins Land der luxuriösen Eleganz begeben darf. 
Nun kann man nur davon träumen eine der vorgestellten Wohnungen mal betreten zu dürfen, geschweige dem eine Nacht dort zu verbringen. Aber Italien wäre nicht Italien, wenn es dort nicht auch die ein oder andere Ferienunterkunft gäbe. Das Paco Dei Principi in Sorrent mit seinem von Ponti gestalteten Interior ist wahrscheinlich vielen ein Begriff, aber es gibt auch kleine feine Domizile, in denen man gut ein bisschen länger verweilen kann. Eines davon, mit gerade einmal zwei Zimmern ausgestattet, befindet sich auf Capri...

Bildquelle und Informationen hier

2013/03/21

Geschichtsaufarbeitung Im Fernsehen...


Im Januar beglückte uns das ZDF mit der Adlon-Romanze, im Februar hielt die ARD mit dem Reichstagsbrand dagegen und nun, im März gipfelte alles im Dreiteiler 'Unsere Mütter, unsere Väter'. Drei Abende lang hatte das geneigte Publikum Zeit sich mit den fünf Freunden durch den Zweiten Weltkrieg zu kämpfen, selten mit ihnen zu lachen und oft mit ihnen zu leiden. Vielleicht zum ersten Mal griff man in einer Fernsehproduktion ein Thema auf, dass man bislang lieber gerne umschiffte, nämlich die anfängliche noch bis in die ersten Kriegsjahre hinein andauernde Verblendung der Deutschen, die Schuld der Wehrmacht und die Frage danach, wie es sich nach dem Krieg damit eigentlich weiterleben lassen kann. 
Die Menschen, die die Kriegsjahre miterlebt haben und Fragen nach Schuld und Verantwortung beantworten können, die vielleicht die Erlebnisse auch ganz weit im Innersten vergraben haben, werden immer weniger und bald ist diese Generation selbst Geschichte. Meine eigenen Großeltern sind schon mindestens zehn Jahre tot und die sichtbarste Teilnahme am Krieg war eine in Russland abgefrorene Daumenkuppe meines Urgroßvaters. Doch während das Thema Gefangenschaft teils noch angesprochen wurde, kam der Krieg selbst nie zur Sprache. Und für Fragen war ich entweder zu jung oder aber man stellte sie lieber einfach nicht um vielleicht auch ein Idyll aufrechterhalten zu können.
Gerne möchte man in der Verblendung leben, dass die eigenen Vorfahren nichts wußten und keine Schuld auf sich geladen haben. Krieg bedeutet aber nun einmal kämpfen und es waren eben nicht nur die anderen, die ein Gewehr in die Hand hielten und es auch abfeuerten. Und es gilt auch sich einzugestehen, dass viele Gräueltaten aus einer angelernten Überzeugung heraus geschahen, aus dem Gefühl heraus mehr zu sein als das Gegenüber. 
Mit dem Dreiteiler ist es gelungen mal ein realistischeres Bild vom Krieg zu zeichnen. Auch die sonst immer gerne benutzen romantischen Rahmenhandlungen fielen glücklicherweise kurz aus. Die sehr guten Quoten sprechen für eine gelungene Umsetzung und Aufarbeitung eines gerne verschwiegenen Themas. Wer also 'Unsere Mütter, unsere Väter' noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen. In der ZDF Mediathek gibt es alle drei Teile zu sehen. 


Dries Van Noten Par Frederic Malle...


"Das Parfum soll die Mode von Dries van Noten in einen Duft übersetzen.", nach diesem Satz hatte die Verkäuferin ehrlich gesagt schon verloren. Möchte nicht jede Modemarke, die eine Parfum herausbringt ihre Mode dadurch in einen Duft übersetzen!? Ist das nicht eine Floskel, die man mit jeder beliebigen Marke vervollständigen kann?
Doch ganz so einfach habe ich es mir dann auch nicht gemacht und den Duft für ein paar Stunden auf der Haut getragen. Insgesamt konnte mich aber die Mischung aus Sandelholz, Jasmin, Muskatnuss und ein paar anderen Essenzen, denen dann noch das unumgängliche Moschus beigesetzt wird, nicht überzeugen. Ich mag schwere Düfte mit orientalischer Note, aber insgesamt ist dieser etwas zu lasch ausgefallen, ein bisschen zu gefällig für meinen Geschmack. 
Ich habe einen anderen Duft entdeckt, von einem anderen großen Meister schöner Düfte. Welcher das ist wird irgendwann verraten, noch aber bin ich schwer am überlegen ob ich bald mein eigen nenne.


Ähnlichkeiten: Geoffrey Beene Vs. Céline...


Fashionista überraschte mich heute morgen Frühstückstisch mit einer kleinen Offenbarung, die aber eigentlich nun wirklich nicht grossartig überrascht: Phoebe Philo hat sich Inspiration für ihre grandiose Kollektion geholt. Leider aber ist sie etwas zu sehr übers Ziel hinaus geschossen und hat statt zu zitieren einfach mal etwas plump kopiert. Na Bravo, nun ist ausgerechnet das stärkste Teil der Kollektion kein echtes Stück Céline sondern ein aufgewärmter Geoffrey Beene. 
Aus dem Hause Céline gibt es noch kein Statement dazu, man hält sich bedeckt und wird wohl in den zuständigen Marketing- und PR-Abteilungen gerade hektisch Schlachtpläne aushecken, die diesen Fleck auf der ansonsten bislang makellosen weißen Weste der Marke schnell zu verschwinden bringen sollen. Die Stiftung, die das Erbe des 2004 verstorbenen Beene verwaltet hingegen ist nicht wirklich verwundert, der Einfluss Beene's auf nachfolgende Designer ist für sie nicht verwunderlich.
Spannender ist eher eine andere Komponenten, nämlich die die Tatsache, dass die Pariser Modewelt eigentlich über die vergangenen hundert Jahre hinweg die Kreativität für sich verbuchen wollte und wenn einer kopierte, dann doch wohl höchstens die Amerikaner. Nun ist es mal umgekehrt und vielleicht wird der Name Geoffrey Beene dadurch mal wieder ein bisschen Glanz abbekommen, der diesem grossartigen Designer eigentlich zuzugestehen ist.
Man könnte es sich bei Céline einfach machen und einfach eine zusätzliches Etikett einnähen: 

Céline Loves Geoffrey Beene
2004/2013

Bildquelle: Fashionista

2013/03/20

A.P.C. In Der Fasanenstraße...


Direkt neben dem Literaturhauscafé in der Fasanenstraße gibt es nun einen A.P.C. Store. Seit wann der geöffnet hat weiß nicht, aber ein Besuch dort lohnt sich auf alle Fälle. Zum einen natürlich wegen der Klamotte, die ja bekannt gut gemacht ist, vor allem aber wegen des Storedesigns!

Der Ku'Damm Lebt...


Immer mehr entwickelt sich das einst unansehnliche Eckchen am Ku'damm zwischen Bleibtreu- und Schlüterstraße. Endlich ist das Haus Cumberland so ziemlich fertig, beherbergt Läden die einen Besuch lohnen und nun auch mit dem 'Grosz' ein Kaffeehaus, das dieses Prädikat verdient. 
Mit dem 'Grosz' eröffnet nun im Westen Berlins quasi eine Filiale des Borchardt, das ja insgeheim als Kantine Berlins gilt und mir selbst die Kinderversion des Wiener Schnitzels noch zu viel war. Das Ambiente ist ausgesucht, und sieht schon jetzt so aus als könnte es ganz gut altern. Roland Mary is es gelungen ein Haus zu schaffen, dem man eher selten anmerkt, dass es quasi gerade erst aus dem nichts erschaffen wurde. Auf feinem Meissner Porzellan bekommt man Kuchen aus der hauseigenen Patisserie serviert, die ebenfalls den Charme der guten alten Zeit versprühen und einige der neuen Gäste erwecken den Anschein Teil der Einrichtung zu sein. 
Vom Touristenladen ist das 'Grosz' weit entfernt, dafür gibt es ja andere Läden, eher wird es wohl ziemlich schnell eine Stammgemeinde finden und damit vielleicht auch wieder die Tradition der Berliner Kaffeehauskultur ein Stückchen reicher machen. Vielleicht finden ja auch die Grosz' und Lasker-Schüler's unserer Generation ihren Weg dorthin. 



2013/03/19

Verliebt, Verlobt...


Ereignisreich waren die vergangenen Tage in Berlin. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit einem Ring am Finger nach Wiesbaden zurückkehren würde. Und doch ist es so. Am Freitag gegen siebzehn Uhr, in Zimmer 212 des Savoy Hotel wurde mir in aller Form und tatsächlich mit allem was dazu gehört ein Antrag gemacht, den ich ohne den geringsten Zweifel und doch durch eine mittelgroße Verwirrtheit bedingt erst nach ein paar Minuten zu bejahen in der Lage war. 
Auch der weitere Verlauf des Abends war überraschend. Es war geplant nett Essen zu gehen, im Lieblings-Lokal am Lieblingsplatz mal wieder gut gemachtes Essen serviert zu bekommen. Doch stattdessen wartete schon ein Teil unserer Freunde um mit uns anzustoßen. Sie waren natürlich eingeweiht und ich noch mehr überrascht. Der Abend war unglaublich schön und wird mir immer in Erinnerung bleiben. So ging dann das Wochenende auch weiter. Wir waren viel unterwegs, haben die Läden durchstöbert und uns zwischendurch immer wieder mit Freunden getroffen. 
Heute dann ging es erstmal zurück nach Wiesbaden, allerdings erstmal nur für mich. Michael ist noch bis Ende der Woche dort, dann ist sein Projekt erstmal abgeschlossen. Auch als wir uns vor einem Jahr kennenlernten war er eines Projektes wegen für sechs Wochen in Berlin. Wir verbrachten dann fünf Wochen miteinander ohne jedoch zu wissen ob wir uns danach wieder sehen werden, schließlich ist es eine mittelgroße Distanz zwischen Köln/Wiesbaden und Berlin. Doch irgendwie war es recht einfach und Michael hat regelmässig die sechs Stunden Fahrt auf sich genommen. Im Herbst dann trafen wir die Entscheidung zusammenzuziehen, Berlin und Köln aufzugeben und zu schauen wie das Zusammenleben in Wiesbaden funktionieren würde.
Nun bin ich seit drei Monaten hier, ich habe schnell einen Job gefunden und die Wohnung ist mehr als bewohnenswert. Nur der Frühling wird noch erwartet, schließlich bietet die Umgebung viel reizvolles, was entdeckt werden will; die Räder warten darauf endlich mal wieder an die Luft zu kommen und am Rhein waren wir auch noch nicht. An Bekanntschaften hapert es noch etwas, aber auch das wird hoffentlich noch. 
Und jetzt geht es eh erstmal um uns beide. Auf Verlobung wird nun aber nicht gleich eine Hochzeit folgen, wir wollen uns eher für uns beide bekennen. Es geht um Verbundenheit und den Wunsch zusammen zu sein und für den anderen einzustehen. Es soll nicht die Adaption einer tradierten Vorstellung von Ehe sein, einzig und allein um die Liebe zwischen uns geht es. Und die Ringe sind das nach aussen hin sichtbare Zeichen dafür.  

2013/03/14

2013/03/13

It's Fashion...


Mode im Fernsehen? Selten! Interessante Mode im Fernsehen? Kaum der Rede wert! Doch nun hat sich eins plus, der irgendwas-Sender von der ARD, den ich natürlich nicht bekomme und deshalb wieder vor dem Rechner sitzend schauen muss, sich des Themas angenommen und bringt alle zwei Wochen die neue Modensendung 'It's fashion'. 
Konzipiert, redaktionell bearbeitet und moderiert wird die Sendung von Jessica Weiß. Die war früher mal bei Les Mads, dann hat sie irgendwas für Interview gemacht und seit einen halben Jahr hat sie wieder ein Blog, dass sich Journelles nennt. Nun hat sie es in Fernsehen geschafft, sogar ins öffentlich rechtliche. 'It's fashion' ist tatsächlich auch ein bisschen ein Blog in Bewegung. Schnell Bildfolgen zu unterhaltsamen Themen, dazwischen ein oder zwei Interviews. 
Wer nun die erste Folge verpasst hat, kann sie hier komplett sehen und dann selbst entscheiden ob die Lücke 'Mode im Fernsehen' endlich auf spannende Art und Weise geschlossen wird. Ich zumindest werde wieder einschalten, besser gesagt hinklicken.

Screenshot via eins plus

2013/03/12

Valentino, Camouflage For Spring...


Valentino zeigt auch in seiner Kampagne für den Sommer Camouflage auf die luxuriöseste Art und Weise. Nach dazu trägt Clement Chabernaud die Klamotten, was diese noch etwas begehrenswerter macht als sie ohnehin schon sind. 


Via Selectism

2013/03/11

Wiesbadens Neuer...


Schade, ich bin nicht lange genug Wiesbadener um schon zur Wahl gehen zu dürfen. Dabei ist eine Bürgermeisterwahl doch ein guter Einstieg in die rege Teilnahme an der Kommunalpolitik, gerade wenn man neu zugezogen ist. Nun ist es nicht zu ändern gewesen, aber immerhin habe ich mitgefiebert und am Ende hat der gewonnen der am sympathischsten von den Plakaten lächelte: Sven Gerich von der SPD.
Wiesbaden ist ein konservatives Städtchen, aber anscheinend haben die Hiesigen genug von 16 Jahren CDU Herrschaft und vor allem von der den Wahlplakaten abzulesenden Selbstherrlichkeit Helmut Müllers (rein subjektive Meinung meinerseits). Doch bei 34% Wahlbeteiligung und einem Ergebnis von 51 zu 49 Prozent für Sven Gerich kann man nun auch nicht von einem haushohen Sieg sprechen, sondern eher vom Glück ein paar mehr Wähler mobilisieren zu können. 
Lag es am Alter, am schwul sein oder letztendlich an den besseren Argumenten? Vielleicht an dem Quäntchen mehr Bodenhaftung die Gerich noch inne zu wohnen scheint? Zumindest haben Herrn Müller auch seine orangefarbenen Luftballons nicht helfen können, die er noch schnell auf dem Wiesbadener Plätzen (und natürlich vor der ESWE-Zentrale, deren Aufsichtsratsvorsitzender Müller neben Posten beim Sparkassen-Giroverband und der Nassauischen Sparkasse ist) verteilte. 


Nach sieben Jahren als ein von einem Schwulen regierter Berliner bin ich nun ein von einem Schwulen regierter Wiesbadener. Und das ist auch gut so, um mal eine altbekannte Floskel zum Besten zu geben. Auch wenn Berlin sich von einer Misere in die nächste manövriert, kann man der Stadt doch zumindest weder Langweile noch Spiessigkeit nachsagen. Vielleicht gelingt es ja Herrn Gerich finanzielle Weitsichtigkeit, soziale Belange und internationalen Glamourgeist, Schwule haben ja angeblich immer Stil und Geschmack, zu verbinden. 
Ich wage zu bezweifeln, dass auf dem Bowling Green vor dem Kurhaus bald ein Zelt stehen wird und vier Tage lang Modenschauen stattfinden. Aber vielleicht gibt es neben ausreichend Kitaplätzen und dem zu schaffenden Wohnraum auch noch Kapazitäten für ein bisschen Kunst und Kultur, denn auch daran besteht Bedarf. Wiesbaden hat das Zeug dazu konservative Beschaulichkeit mit dem Flair einer modernen Landeshauptstadt zu verbinden, mal sehen was Sven Gerich daraus macht. 

Bilder von hier und hier

Wunschtagesoutfit...


Es gab hier lange kein Wunschtagesoutfit, keine Idee eine Idealfunds im Kleiderschrank. Doch heute ist es endlich mal wieder soweit und ich habe ein rund um die Lederjacke von Undercover Jun Takahashi ein Outfit zusammengestellt, das so ziemlich meine aktuelle Tageslaune widerspiegelt. Laut sein, auf eine aggressive Art und Weise...

Saint Laurent via Luisaviaroma.com 
Givenchy via Mr. Porter

Pierre Balmain via Luisaviaroma.com
Acne via Mr. Porter

2013/03/10

Suuns - 2020...


Gucci und Wunderkind haben wenig gemeinsam. Die Frauenbilder beider Marken sind diametral entgegengesetzt, und doch gibt es eine Gemeinsamkeit: auf beiden Schauen lief '2020' von Suuns. Die Models liefen im Takt der harten E-Gitarrenriffs, der nur unterbrochen wird durch die unterkühlte* Stimme des Sängers Ben Shemie. Immer wieder wiederholt er die gleichen Zeilen, immer wieder werden die gleichen Akkorde runtergespielt; man muss 2020 nur einmal hören und wird den Song schwerlich wieder aus dem Kopf bekommen. 
Anfang März erschien das zweite Album der kanadischen Band, welches mit 'Images de Futur gleich im Titel ankündigt worum es gehen soll, nämlich Zukunftsvisionen, die gar nicht unbedingt so leuchtend daherkommen. Garantiert treffen Suuns den Geschmack all jener, die nicht nur handgemachter Musik etwas abgewinnen können, sondern auch eine Vorliebe für krautige Indierockjungs haben. 

*Visions

Einkaufsliste...


Die Vorfreude steigt von Minute zu Minute, am Donnerstagmorgen um 6:35 Uhr geht der Flieger nach Berlin. Nach drei Monaten geht es für ein verlängertes Wochenende endlich mal wieder in die alte Heimat zurück, endlich mal wieder gewohnte Wege gehen und die alten Freunde treffen. Und endlich mal wieder all die Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Nase haben, die halt leider in Wiesbaden zumeist fehlen.
Natürlich habe ich mich etwas vorbereitet und eine kleine Liste mit Läden gemacht, die unbedingt aufzusuchen sind. Im Vorfeld habe ich auch schon die entsprechenden Onlineshops durchforstet und mir ein paar Sachen angeschaut, die ich gerne im Kleiderschrank hätte. Das Baseballshirt von Sandro zum Beispiel hätte ich gerne als Begleiter durch den Sommer.

Nachtrag: Das Hemd ist in echt wirklich eine Enttäuschung. Es ist ein unverschämter Preis dafür, dass es sich wirklich um eine fiese Kunstfassermischung mit schlecht gemachten Nähten handelt. 

2013/03/09

Heimarbeit...


Nur falls sich jemand fragt auf welch superchice und glamouröse Art und Weise ich meinen Samstagabend verbringe: ich repariere heute mal ganz auf Nachhaltigkeit bedacht ein paar Sachen...

Ausgezeichnet...


Hedi Slimane spaltet mit gerade mit seiner neuen Kollektion die Modewelt. Es gibt kein dazwischen, entweder wird die Kollektion für Saint Laurent als grandios empfunden oder aber als grauenhaft. Ich persönlich gehöre zu letzterer Gruppe, doch das habe ich schon hinreichend kundgetan. 
Was mich aber eigentlich noch mehr stört ist die Tatsache, dass Slimane mit der Brechstange über die Marke hergegangen ist und auch vor dem Logo nicht halt gemacht hat. Doch auch da scheiden sich die Geister, wie man nun an der durch Wallpaper* vergebenen Auszeichnung für das beste Re-Branding sehen kann. Die Rückbesinnung auf die Anfänge der Marke, Yves Saint Laurents legendäre Rive Gauche Boutique in den 1960-er Jahren, wird sogar als respektvoller Umgang mit dem Meister selbst bewertet. Slimane knüpft laut Wallpaper* nicht an das jetzt an, sondern der Neuanfang soll nicht nur Stefano Pilati und Tom Ford vergessen machen, sondern Yves Saint Laurent nach 1970 gleich mit?
Doch abgesehen von den ganzen Zusammenhängen, den Egos und Befindlichkeiten, ist das reine Logo und sämtliche Verpackungen und Werbematerialien sehr gelungen. Die Schachtel, die Etiketten und die der ganze unnütze Kleinkram ist schöner als die Kleider selbst. 

2013/03/07

'Fenster Zum Sommer' Auf Arte...


Ich weiß nicht wer gestern Abend 'Fenster zum Sommer' auf Arte gesehen hat, ich zumindest bin noch immer ganz angetan von diesem Film. Wer den Film nicht gesehen hat und nach einer Alternative zu Germany's Next Topmodel sucht, kann ihn sich hier (noch einmal) anschauen. Es lohnt sich, deutsches Kino kann jenseits von Til Schweiger richtig gut sein!

2013/03/06

Kaufen Oder Lassen...


Schon seit Tagen laufe ich mehrmals täglich an den in einem Schaufenster in der Nachbarschaft ausgestellten New Balance Turnschuhen herum, konnte mich aber noch nicht dazu hinreißen lassen sie mal anzuprobieren, sie zu kaufen demzufolge auch nicht. Es ist einfach die Frage ob ich sie a) brauche und ob sie b) wirklich gut sind und zu mir passen. Ich werde wohl noch ein bisschen darüber nachdenken... 

A Message For You...


Die Einflüsse die Guy Bourdin auf die Modewelt hatte sind nachweisbar, auch wenn Bourdin immer etwas im Schatten seines bekannteren Kollegen Helmut Newton gestanden hatte. Noch heute lassen sich Designer von Bourdins Frauenbild inspirieren, und manchmal imitieren Fotografen auch gleich seine Arbeiten. Wie inspirierend seine Bilder sind zeigt das im Steidl Verlag erschienene Buch 'A Message for you' by Guy Bourdin. Bereits 2006 erschien das zweibändige Werk welches sich zum einen den Arbeiten selbst widmet, aber auch die Arbeitsweise beleuchtet. Nun gibt es einen Reprint in dem beide Bücher zusammengefasst sind. 
Gestern Abend konnte ich mein druckfrisches Exemplar aus dem Karton holen und habe mich den Fotografien Bourdins hingegeben. Seine verspielten Bilder zeugen einerseits von einer ungeheuren Leichtigkeit, aber auch von einer keineswegs versteckten Sexualität. Das passte gut zu Pizza und ein bisschen netter Musik, war nett durchzublättern nach einem langen Arbeitstag. Und natürlich fügt sich das Buch auch gut ein in meine kleine Sammlung von Fotografiebänden. 



Alle im Band versammelten Bilder stammen aus dem späten 1970-er Jahren. Das Buch ist weniger eine Werksübersicht als die Betrachtung einer kurzen Moments in der Arbeit Bourdins Der Stil der Bilder ist daher auch recht einheitlich, es ist vielleicht auch eine Hommage an die Discoära. Die Frauen in den Bildern, eigentlich handelt es sich fast ausschließlich um das Model Nicole Meyer, die zwischen 1973 und 1980 den Status der Muse inne hatte, haben eine entspannte Verspieltheit. Sie sind keine Powerfrauen wie bei Newton, eher das Girlie in Hotpants, das manchmal die Femme Fatale gibt. Auch Make-up und Haare spielen eine wichtige Rolle in den Bildern. Viel Rouge und Lidschatten betonen das Gesicht, dass von Locken eingerahmt wird. 
Sein Stil wird noch heute gerne aufgegriffen, die Looks der Models dienen Designern und Stylisten als Inspiration, seine Bildern Fotografen. Davis Lachapelle, Mert Alas und Marcus Piggott, Mario Testino manchmal und viele andere zitieren immer wieder die Bourdins Stil, für dessen Bilder auch leuchtende Farben kennzeichnend waren. Madonna hat sich sogar vor Gericht mit dem Erben von Guy Bourdin auseinandersetzen müssen, ihr Video zu Hollywood war wohl eher kopiert. 

Erschienen bei Steidl

2013/03/05

Jim Naughton 'Conflict And Costume'...


Zu den wohl dunkelsten Momenten des 20. Jahrhunderts gehörte die Niederschlagung des Herero-Aufstandes durch die deutschen Kolonialherren 1904. Geschätzt um die 80.000 Menschen verloren damals ihr Leben, fast das gesamte Volk der Herero wurde ausgelöscht. Bis heute versucht die deutsche Bundesregierung ein direktes Schuldbekenntnis zu vermeiden um eventuell entstehende Entschädigungszahlungen zu vermeiden. Immerhin wurden wurden zumindest von der Berliner Charité die Schädel, die damals zu Forschungszwecken nach Berlin gebracht wurden, zurückgegeben um sie standesgemäss beizusetzen. 
Die Nachfahren der verbliebenen Herero leben heute als Hirten in Namibia, Angola und Botswana. Besonders bemerkenswert ist ihre Kleidung, die noch immer ihre Geschichte erkennen lässt. Während die langen Kleider der Frauen an die viktorianische Epoche erinnert, zeigt die männliche Tracht Anleihen an Uniformen der Kolonialbesatzung. Herausragend sind aber vor allem die Hüte der Frauen, die sich mit ihrer Hörnerform tatsächlich auf die Tradition als Hirten bezieht. 
In London zeigt nun der Fotograf Jim Naughton die Pracht dieser Kostüme und auch den Stolz der Menschen die sie tragen. 

Mehr Infos hier

Paris Woman HW-2013: Wunderkind...


Highlights der Wunderkind Kollektion sind wieder die Kleider mit den zarten Bieseneinsätzen. Sie ziehen sich seit Gründung der Marke durch die Kollektionen durch und werden in jede jede Kollektion variantenreich eingebracht. Auch wenn es nun keine Kollektion ist die sich unbedingt durch innovative Neuerungen auszeichnet, lassen die Kleider ihre Trägerin zumindest ein Stück weit schöner aussehen. 

Mehr hier

2013/03/04

Paris Woman HW-2013: Saint Laurent Paris...


Mir war bislang noch gar nicht klar, dass Hedi Slimane nicht nur das Logo und den Namen bei Saint Laurent geändert hat, sondern auch das Kundenprofil. Saint Laurent Paris sieht seine neue Zielgruppe scheinbar bei rebellischen, anorektischen Teenagern. Doch kommen die, die Slimane gerne in seinen Kleidern sehen möchte überhaupt als Kundin in Frage und wollen die Damen, die es sich leisten können Saint Laurent zu kaufen, aussehen wie Schlampen auf Crack? 
Inspiration schien sich Hedi Slimane bei seiner eben gezeigten Kollektion beim Grunge geholt zu haben, im Grunde sehen alle Kleider aus als entstammten sie dem Kleiderschrank von Courtney Love. Karohemden werden da schon mal zu Abendjäckchen umfunktioniert und über den sehr kleinen Kleidchen getragen; zum Ledermini gibt es das Chiffonblüschen. 
Aber Spass bei Seite, dieser Look sieht bei Frauen jenseits der 19 ziemlich albern aus. 

Hintergrund von hier, mehr von der Kollektion hier

Paris Woman HW-2013: Céline...


Marc Jacobs hat vor ein paar Jahren Taschen gemacht, die zwar sehr luxuriös in Leder geflochten waren, aber eigentlich Nachbildungen dieser riesigen Tragetaschen vom Türkenmark waren. Phoebe Philo geht nun noch einen Schritt weiter und bringt Jacken, Röcke und Mantel auf den Laufsteg, die genau in dieser Art und Weise geflochten sind. Fraglos ist das wirkungsvoll, doch die wirklichen Highlights der Kollektion sind die Kleider aus grauem und beigen Wollstoff, deren Ärmel vorn geknotet sind. Insgesamt ist das in meinen Augen die bislang beste Kollektion von Phoebe Philo für Céline. 

Mehr davon hier

Karl Lagerfeld Zeichnen Mit ARTE...


Pünktlich zur Pariser Fashion Week war auch bei ARTE Mode wieder ein großes Thema. Doch im Grunde gab es wenig Neues zu sehen, nur wieder die schon bekannten Sendungen 'Vor der Show...'. Aber immerhin konnte man sich ganz nett unterhalten. Eines der wirklichen Highlights war Karl Lagerfeld, der sich durch sein Leben gezeichnet hat. Sein Strich ist dabei genauso flink wie seine Zunge und es entstanden Zeichnungen von seinen Häusern, seiner Familie und seinen Musen. 
Und da Karl nun so schön gezeichnet hat, kann sich der geneigte Besucher nun auch selbst versuchen und mittels eines mehr oder weniger praktikablen Tools selbst Hand an Karlchen legen. Ich habe das heute morgen zwischen zwei Rosinenbrötchenhälften auch gemacht, oben ist mein Resultat zu sehen. Und natürlich hoffe ich auch zu gewinnen, aber dafür muss man für mich abstimmen. Hier gehts direkt zu meinem Bild auf der ARTE-Seite.

2013/03/03

Im Städel Museum...


Was mir in Wiesbaden fehlt ist die Kunst, die mir Berlin ja eigentlich auf Schritt und Tritt begegnete, nun aber leider nicht mehr so einfach für der Haustür zu finden ist. Klar gibt es hier ein tolles Museum und auch ein paar Galerien mit spannenden Positionen, aber das alles hat man schnell gesehen und um Vielfalt zu erleben muss dann eben einfach nach Frankfurt fahren. Doch da ist in gut ner halben Stunde zu bewerkstelligen und schon zum zweiten Mal haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Sonne, die gestern noch fast den ganzen Nachmittag hinweg schien und somit auch viel Lust auf den Frühling machte, hatte uns zwar heute ein wenig im Stich gelassen, trotzdem genossen wir einen kleinen Spaziergang am Main entlang in Frankfurt. Eigentliches Ziel des Ausflugs war aber das Städel Museum. 
Im Städel findet sich alles versammelt, was die Kunst zwischen dem 13. Jahrhundert und der Gegenwart aufzubieten hat. Christliche Altarbilder sind genauso zu sehen wie Werke von Beuys, Rauch oder Baselitz. Unser Rundgang führte uns zunächst in vielbeachtete Untergeschoß, der erst vor gut einem Jahr eröffnet wurde und nun die Kunst nach 1945 beherbergt. Hinunter über eine Terrazzo-Treppe die aussieht als hätte Frank Lloyd sich von den ägyptischen Baumeistern für eine neues Metropolis inspirieren lassen, welche dann unter der Bullaugendecke von Schneider + Schumancher mündet. 
Wenig Freiraum für das Auge bietet sich dem Besucher, wenig Möglichkeit mal zur Ruhe zu kommen und somit auch kein Raum die einzelnen Werke wirken zu lassen. Wir waren schlicht überfordert von der Bilderflut, die den Anschein erweckt, dass einfach so viel wie Möglich gezeigt werden sollte. Zwar gibt es eine Ordnung, die einem immer wieder durch Texttafeln vermittelt wird, aber gelungen ist die Zusammenwürfelei der Bilder in meinen Augen nicht wirklich. Bei einem Neubau dieses Umfangs hätten sich auch Möglichkeiten zur besseren Darstellungen der Sammlungen geboten, of hätte es schon gereicht einfach nicht alles zu zeigen, was man so hat. Gleichzeitig sind die neuen Räumlichkeiten auch ein Beweis für die Synergien die entstehen, wenn private Sammler sich in öffentliche einbringen. 
Über die gewaltige Treppe ging es zurück in die oberen Stockwerke und begannen uns zyklisch durch die Sammlung zu forsten, von der Gotik bis hin zum Expressionismus. Besonders hängenblieben bin ich an einer Neuerwerbung des Museums, einem Interior von Vilhelm Hammershoi. Seine Bilder faszinieren mich, seit ich den Maler vor ein paar Monaten für mich entdeckte. Nun habe ich zum ersten Mal eines seine Gemälde in natura gesehen und bin noch mehr angetan. 
Aktuell findet im Städel auch eine Sonderschau unter dem Titel 'Schönheit und Revolution' statt. Die Kunst des Klassizismus, ihre Wurzeln in der Antike und die Vorreiterrolle für das 19. Jahrhundert werden betrachtet und mit Werken von Jean Louis David und Bertel Thorvaldsen belegt. Mit unserer Aufmerksamkeit war es da schon nicht mehr so gut gestellt, weshalb wir sie vielleicht ein bisschen zu unrecht um im Schnelldurchlauf anschauten. Uns war einfach nur noch nach Kaffee und ein bisschen spazieren gehen.