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2013/06/23

Wirkliche Raritäten - Vintage Mode Von Alaia Bis YSL...


Dass Mode Sammlerherzen hören schlagen lassen kann ist ein alter Hut, und auch, dass Modeausstellungen zu den Publikumslieblingen zahlreicher Museen geworden sind. Kein Wunder also, dass Designgalerien das Potenzial von Hermès-Taschen und Chanel-Kostümen erkannt haben und diese neben Eames-Stühlen und Ponti-Leuchten präsentieren und verkaufen. 
1stdibs.com bündelt all die Schätze, die in Designgalerien weltweit angeboten werden und macht es den Sammlern und Designliebhabern einfach ihren Leidenschaften zu frönen. Doch gerade in Bezug auf Mode ist die Seite noch viel mehr, sie ist ein wahres Museum in dem man online durch die Modegeschichte wandeln kann. Und mit ein bisschen Budget kann man sogar Kleider aus dem frühen 20. Jahrhundert erwerben, die anderswo in säurefreien Kartons lagern und selten ans Tageslicht kommen. 
Neben der Badehose von Pucci, die tatsächlich zu meinen Favoriten gehört, habe ich noch vier weitere Schätze herausgesucht, die alle einzigartig sind und einen guten Querschnitt durch das Repertoire der Website geben. 

Samtmantel von Mariano Fortuny
Yves Saint Laurent
Rick Owens 
Mary McFadden (mehr dazu hier)

2011/04/12

Antique & Vintage Jewellery In Berlin...


Am vergangenen Samstag, bei meinem kleinen Ausflug nach Mitte habe ich einen mir bis dahin unbekannten Laden auf der Linienstraße entdeckt. Vintage Jewellery, edel präsentierte Preziosen aus den vergangenen drei Jahrhunderten werden seit November in dem schön gestalteten Laden gehandelt.
Zuerst blieb ich nur kurz vorm Schaufenster, entschied mich dann reinzugehen und mich umzuschauen. Recht schnell entdeckte ich Vitrinen mit Schmuck aus Jet und kam darüber mit dem Inhaber Oliver Rheinfrank ins Gespräch.
Noch am selben Nachmittag schrieb ich eine Email mit ein paar Fragen an Herrn Rheinfrank. Hier nun das kleine Interview:

Herr Rheinfrank, seit wann sammeln Sie Vintage Schmuck?
Seit 6 Jahren sammele und handle ich mit Schmuck und seit November 2010 habe ich meinen Laden in der Linienstraße. Ich bin total begeistert vom England des 19. Jahrhunderts, da sich in der damaligen Schmuckproduktion, wie nirgendwo sonst, gesellschaftliche Entwicklungen, Entdeckungen und Erfindungen so unmittelbar auf Formgebung und Material ausgewirkt haben. Viele Formen die in England damals in Mode waren, kamen erst sehr viel später auf dem europäischen Festland an. England war, meiner Meinung nach, in diesem Bereich die erste Design-Nation.

Wie kam es zu dieser Leidenschaft?
Ich startete als Einkäufer und Abteilungsleiter für ein Modehaus in München und habe dann als Stylist für Film und Fernsehen und Modeproduktionen gearbeitet. Während dieser Zeit als Freelancer studierte ich einige Semester Kunstgeschichte und habe dann festgestellt, dass meine Interessen alle in antikem Schmuck zusammenführen lassen.

Ich habe bei Ihnen wunderschöne Stücke aus Jet entdeckt. Was ist das besondere an diesen Teilen?
Jet verkörpert diese Avantgarde sehr schön. Vieles wirkt wie Teile aus dem Art Deco obwohl der Jet-Schmuck tatsächlich bereits Mitte des 19.Jahrhunderts seinen Hype erlebte. Das Material an sich ist schon erstaunlich: ein unscheinbares Stück Holzkohle verwandelt sich nach Pressen, Schnitzen und Polieren in ein umwerfendes Schmuckstück, welches mit heutiger Mode kombiniert absolut zeitgemäß ist.

Sie haben sich für Mitte als Standort für ihr Geschäft entschieden. Was reizt sie an dem Standort?
Mitte ist der internationalste Bezirk von Berlin und hier kann ich meine Auswahl einem breiten und kunstinteressiertem Publikum vorstellen.


Ich kann jeden empfehlen Antique & Vintage Jewellery auf der Linienstraße (Nr. 44, gleich neben Kaviar Gauche) zu besuchen und einen Blick auf den wunderschönen Schmuck zu werfen. Meine Favoriten neben dem Schmuck aus Jet und Vulcanit sind Jugendstil-Ketten aus geschnitztem Horn und ein kleines Diadem aus geschliffenem Edelstahl.

2011/02/07

Gucci, Ten Years Ago...


Heute ist es mal wieder an der Zeit einen kleinen Schatz aus meinem noch immer nur bruchteilhaft aufgearbeiteten Archiv zu bergen und vorzustellen: Gucci, FS-2001. Tom Ford lieferte in dieser Saison die für mich beste Gucci-Kollektion aller Zeiten ab. Sie war sehr visionär und modern.
Inspiriert war die Kollektion von zwei Ikonen, Marilyn Monroe und Edie Sedgewick. Die eine, Marilyn, war massgeblich für die Silhouette verantwortlich. Die Korsagen in den Kleidern formten die Figur und machten die Kollektion kurvig. Sedgewick, eines von Warhol's Factory Girls, erscheint im ersten Augenblick völlig konträr. Ihre eher androgyne Erscheinung macht den Look modern und eben nicht nur zu einer Kopie von Marilny's Sexyness. Ford findet selbst die richtigen Worte: "This girl is very strong, very tough. She can take care of herself... She's a new, modern Version of Marilyn. A Marilyn for 2001."


Schwarz und Weiß dominierten die Kollektion, Purple und Kobaltblau lockerten die Looks auf. Dominierend waren aber die transparent erscheinenden Looks, bei denen schwarzer Tüll mit Seide in Nudetönen unterlegt wurde. Die Nähte erscheinen noch grafischer durch diesen Effekt. Satin und Leder bildeten den Kontrast zu diesen transparent wirkenden Optiken. Die Jacken hatten einen starke, definierte Schulter und strahlten durch die 'Härte' des Satins Maskulinität aus. Die Hosen verlaufen gerade und schmal, hatten in dieser Saison eben nicht den Gucci-typischen Bootcut den man noch heute in fast jeder Kollektion findet.
Der wichtigste Teil des Outfits war aber die Korsage bzw. der BH. Ford formte eine kleine spitze Brust, jeder Look wurde drum herum designt. Es waren aber keine 50-er Jahre BH's, die Modelle bei Gucci waren viel architektonischer. Die Kollektion schien wie gemacht für Kate Moss und ihre Brüste, das Anzeigenmotiv zeigt dies ganz vortrefflich. Gar nicht funktioniert haben die Teile bei großbrüstigen Damen. Ich habe noch immer Bild vor Augen, dass ich einmal im Fernsehen gesehen habe: Eine Dame mit mindestens D-Cups zwängte sich in eine solche Korsage. Die Einbuchtungen die eigentlich unter der Brust sitzen sollten, saßen überall nur nicht wo sie hingehörten.

Für die Kampagne standen damals die schon erwähnte Kate Moss und Eleonora Bosé vor der Kamera. Und auch da kam wieder Marilyn ins Spiel, die Bilder von Bert Stern dienten Inez van Lamsweerde und Vinoodh Matadin als Vorlage.
Jedes Label schafft in seiner Geschichte Kollektionen die in Erinnerung bleiben und solche, die weniger bahnbrechend sind. Diese Gucci-Kollektion ist im nachhinein betrachtet herausragend, modern und richtungsweisend. Das nachfolgende Video zeigt wie gelungen die Kollektion ist, Tom Ford selbst beschreibt Inspiration und Umsetzung.


Bilder von hier, Videomitschnitt von CNN