2010/10/24

Irfé - Zaristischer Glanz Aus Paris...


Es galt in den 1920-er Jahren als schick ein Pariser Couturehaus zu betreten und dort von einer Prinzessin oder Großfürstin bedient zu werden. Nach der russischen Revolution, nach nervenaufreibenden Fluchten in Todesangst, waren diese gezwungen zum ersten Mal ihren Lebensunterhalt selbst verdienen zu müssen und standen Schlange um als Verkäuferin oder Modell (was damals in keinster Weise so angesehen war wie heute) eine Anstellung zu finden. Die Modehäuser, auch Chanel war ganz vorne mit dabei, erkannten diesen Schatz. Es waren grazile Gestalten mit bester Erziehung und vornehmen Auftreten, die die Eleganz der Mode der Zeit nicht besser verkörpern hätten können.
Es ranken sich viele Mythen um diese Exilanten, die meisten jedoch erwartete ein im Vergleich zum früheren Reichtum ihrer 'Heimat' erbärmliches Leben. Und doch war es sicherlich besser als von den Sowjets erschossen zu werden, so wie es der Zarenfamilie 1917 ergangen ist.


Kein Mythos hingegen ist, dass es einigen gelang zumindest Teile ihres Vermögens außer Landes zu bringen. Die Edelsteine und Perlen wurden in der Kleindung und in den hochgesteckten Haaren versteckt. Manche aßen sie sogar und hatten danach einiges zu putzen.
Unter diesen Schmugglern waren auch Fürst Felix Yusupov und seine Frau Irina, eine Nichte des Zaren. Die Yusupovs galten als die reichste Familie im Zarenreich und als Irina Felix 1914 heiratete, flackerte noch einmal der Glanz von 300 Jahren Romanowdynastie auf. Prinzessin Irina trug zu diesem Anlass ein von Cartier entworfenes Diadem aus Bergkristallen und einem 3,66 Karat schweren Diamanten in der Mitte. Es gilt seit 1925 als verschollen nachdem es den Sowjets in die Hände fiel.
Fürst Felix half Rasputin zu beseitigen, er gilt sogar als einer der Drahtzieher. Belegt ist das allerdings nicht, auch wenn Felix nicht unbeteiligt am Entstehen dieses Mythos war. Die Flucht ist hingegen genauer dukomentiert. Nachdem Schmuck und zwei Rembrandt's noch schnell beiseite gepackt werden konnten und der Rest der Juwelen unter der Treppe des Palastes versteckt war, ging es über die Krim gen Malta und weiter über Italien und Paris nach London. Und schließlich 1920 wieder zurück nach Paris, wo sie schnell gesellschaftlicher Mittelpunkt der Russen im Exil wurden.


Der Glamour der das Paar umgab wird sie schließlich auf die Idee gebracht haben ihr eigenes Couturehaus zu eröffnen – Irfé
Erlesener Geschmack war beiden von Geburt an in die Wiege gelegt, Fürst Felix war der kreative Kopf und Irina das Gesicht der Marke. Es ist die vielleicht erste Celebrity Brand; sie nutzten ihren Namen und ihre Geschichte um eine Marke zu lancieren.
Einzig der Fakt, dass beide nie wirklich gelernt hatten mit Geld haushalten zu müssen wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis. 1929 schloss Irfé seine Pforten und lag 80 Jahre in einem Dornröschenschlaf.
Im vergangene Jahr wurde das Label wachgeküsst. Olga Sorokina ist die neue Besitzerin und Stylistin von Irfé. Es wird spannend sein zu beobachten wie sich die Marke entwickelt. Wer sich die Teile aus nächster Nähe anschauen möchte, wird im Departmentstore Q206, bei Maendler in München, Apropos in Köln u.v.a. Retailern fündig.





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