2013/05/22

Museum Wiesbaden - 7.000qm Kunst Und Natur...


Insgesamt 20 Jahre dauerte der Umbau des Wiesbadener Museum, am 08. Mai wurde nun der letzte Teil fertiggestellt und wiedereröffnet. Auf 7.000qm wurde eine Ausstellungsfläche geschaffen, die von religiöser Kunst des Mittelalters bis zu zeitgenössischer Kunst einen guten Überblick verschafft, den umgänglichen Beuys einen ganzen Raum widmet, viel Platz für Sonderausstellungen bietet und letztendlich eben sogar noch einen naturwissenschaftliche Sammlung so präsentiert, dass man auch als Erwachsener noch was lernen kann. 
Die Wiesbadener Museumslandschaft ist recht übersichtlich, neben dem Museum gibt es noch ein Kunsthaus und ein zwei Kunstvereine. Die Nachbarschaft zu Frankfurt und die dortige Museumslandschaft lassen das Wiesbadener Museum eher wie ein Prestigeobjekt für die Landeshauptstadt erscheinen. Die Besucherzahlen werden kaum so hoch sein, dass sich der Betrieb tatsächlich finanziell rechnet. Doch vielleicht gibt genau diese Tatsache dem Museum die Freiheit eben nicht konform zu sein, sondern einfach mal zu zeigen was man mag und wie man es mag. 
Das Wiesbadener Museum ist ein Haus in dem man sich treiben lassen kann, wo selbst Videokunst nicht in Kämmerchen abgeschoben wird, sondern ganze Säle füllen darf. 









2013/05/21

Zurück Auf Los...

Im Header gab es eine kleine Änderung, da steht nun nur noch 'Diary'. Was das zu bedeuten hat? Es geht zurück auf Los, zurück zum Ausgangspunkt meines Bloggerdaseins. Statt also irgendwas halbes zu sein, irgendeine Schublade zu bedienen, nehme ich mir lieber den Druck und blogge in erster Linie wieder nur für mich selbst. 
Ich hatte in den letzten Wochen das Blog eher als Last empfunden, hatte das Gefühl etwas schreiben zu müssen nur um neuen Inhalt abzuliefern. Herausgekommen sind viele halbherzige Sachen. Doch ganz ehrlich, das braucht doch wirklich keiner! 

Neues Von The National - Trouble Will Find Me...


Ich habe in das vorgestern erschienene Album vor dem Kauf nicht einmal reinhören müssen, es war klar, dass die Band aus Brooklyn wieder einen Nerv treffen würde. Und richtig, spätestens als ich zum ersten Mal 'Pink Rabbits' hörte war es um mich geschehen. 
Ich kann nicht beschreiben was den Zauber dieser Musik für mich ausmacht, ich bin auch kein Musikkritiker, der in vielem etwas hört und bei den besten Sachen das Neue darin zu beschrieben vermag. Bei The National ist es vielleicht die Tiefe in der Musik, die Erkenntnis und die damit einhergehende Traurigkeit. Es ist Musik zur Nacht, zum nicht einschlafen können und sich in Gedankengebilde verlieren. 

Marni Zum Sitzen...


Auf der Mailänder Möbelmesse präsentierte sich auch Marni, ein Label das eigentlich auf Mode spezialisiert ist und deren Produkten immer etwas artifizielles inne wohnt. Die in leuchtenden Farben bespannten Sitzmöbel erinnern an die Leichtigkeit Italiens in den frühen 1960-er Jahren, an Gio Ponti und Gelati. Vor allem aber unterstützt Consuelo Castiglioni aber mit den Möbeln unter anderem ein Hilfsprojekt welchen kolumbianischen Ex-Häftlingen die Möglichkeit bietet sich wieder in den Arbeitsalltag einzugliedern und eben nicht wieder kriminell werden zu müssen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 



Mehr über Marni Anticamera 

2013/05/20

Rheinromantik Im Museum Wiesbaden...


Vermehrt entdeckten im 19. Jahrhundert Maler und Dichter, aber auch Naturforscher das Rheintal und hielten seine Schönheit in ihren Werken fest. Noch bis Juni widmet das Wiesbadener Museum der Rheinromantik eine Sonderausstellung. 
Die Sammlung des Museum Wiesbaden geht zurück auf einen privaten Sammler, Johann Isaac Gerning. Dieser vereinte Kunstwerke, Altertümer und Naturexponate, wie zum Beispiel die noch komplett erhaltene Schmetterlingssammlung, die den Grundstock für eben jene enzyklopädische Sammlung bildet aus der die Rheinromantik-Ausstellung hervorgeht.







2013/05/19

Kino: The Great Gatsby...


Überraschend ist nun nicht, dass es sich bei Baz Luhrmann's Neuverfilmung von F. Scott Fitzgerald's 'The Great Gatsby' um ein bildgewaltiges Werk handelt. Der Film ist groß angelegt und soll das Highlight des Kinojahres 2013 sein. Teils ist es gelungen und in manchen Passagen geht es dem Film wie den drei vorangegangenen Verfilmungen, der Schein überragt das Sein. 
Am Donnerstag war der offizielle Kinostart, nachdem der Film letzte Woche seine Europapremiere in Cannes bei den Filmfestspielen feierte. Es war somit unumgänglich schnellstmöglich ein Kino auszumachen in dem dieser läuft. Nach einem Nachmittag im Museum und Kaffee und Kuchen besuchten wir die Spätnachmittagsvorstellung und liessen uns ein auf ein Erlebnis in 3D. Bislang habe ich nur Actionfilme in dieser Technik gesehen und konnte mir auch nicht wirklich vorstellen, dass es bei dem Film funktionieren würde. 
Mit der 3D-Brille auf der Nase ging sie also los die Story vom Aufsteiger Jay Gatsby (Leonardo Dicaprio), dessen einziges Ziel es ist seine alte Liebe Daisy (Carey Mulligan) zu beeindrucken und zurückzugewinnen. Nick Carrayway, der diesmal von Tobey Maquire gespielt wird, erzählt die Geschichte seiner Freundschaft zu Gatsby diesmal nicht einfach so heraus, sondern seinem Psychiater, der ihm rät sie aufzuschreiben. Im Laufe der Geschichte beginnen die Buchstaben umherzuschwirren und Carraway wird immer mehr zum Alter Ego von Fitzgerald und zum Autor der Geschichte. Er ist Beobachter und Zaungast, der dem bunten Treiben beiwohnt und trotzdem nicht teilnimmt. 


Das unschuldig jungenhafte Gesicht Maquire's passt gut zu dieser Rolle, man nimmt ihm die Unfähigkeit ab aktiv die Geschichte beeinflussen zu können. Seine Passivität steht wiederum Gatsby gegenüber, der immer bestrebt ist seinen Erfolg sichtbar zu machen und getrieben von seiner Idee von Liebe Luftschlösser Wirklichkeit werden lässt. Zu diesen Illusionen gehören die Party's zu denen niemand eine Einladung erhält und wegen denen sich ganz New York auf den Weg nach Long Island macht, und die Feuerwerke, die man von der anderen Seite des Wassers eigentlich sehen müsste. Doch Daisy in ihrem Palast aus rotem Backstein und in eine Welt alten Geldes hineinverheiratet sieht nichts und weiß auch nichts davon, dass der ganze Budenzauber nur ihretwegen stattfindet. 
Luhrmann's Phantasie wurde beflügelt und von der Bildwerdung dieser Dekadenz wäre wohl sogar Fitzgerald selbst beeindruckt. Die Pailletten flirren mit dem Schmuck der Damen um die Wette und die Champagnerperlen kann der Kinobesucher sogar auf der Zunge kribbeln spüren. (Dank Productplacement ist auch klar welche Marke am besten zum Gatsby-Feeling passt.) 
Jede Gatsby-Verfilmung ist schicker und schwungvoller als die vorangegangene und nach diesem wird es wohl kein Filmemacher mehr wagen sich des Stoffes anzunehmen. Zumindest so lange nicht bis es eine neuen Technik gibt, die den Zuschauer noch mehr ins Geschehen hineinzieht. 


Doch auch wenn sich schon vieles am Computer animieren lässt, richtige Sets und gute Kostüme werden auch weiterhin unumgänglich sein um einen Film zum Leben zu erwecken. Catherine Martin, zuständig für die komplette Ausstattung und die Kostüme, hat wieder alles gegeben und ist auf einen guten Weg erneut bei den Oscar's zu glänzen. Statt an den Originalschauplätzen, der 'Gold Küste' von Long Island mit ihren Anwesen und Residenzen aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert zu drehen, wurden alle Sets in der Heimat von Luhrmann und Martin nachgebaut, in Australien.
Atemberaubend müssen die Kulissen gewesen sein, 14 Wochen haben die Handwerker an den 42 verschiedenen Sets gebaut. Die Autowerkstatt der Wilson's wurde genauso detailreich umgesetzt, wie Nick Carraway's Cottage im Stil der Arts&Craft-Bewegung und natürlich das an Disney's Cinderella-Castle erinnerte Haus von Gatsby in seiner Neorenaissance-Ästhetik und den Art-Deco-Details. 
Herausragend ist das Schlafzimmer mit der umlaufenden Galerie, deren einziger Sinn zu sein scheint die Überzahl an Hemden zu beherbergen und diese dann von dieser herab umherfliegen zu lassen. Ein Ozeandampfer kommt einem in den Sinn, die legendäre 'Normandie' mit ihrem Interior von Roger-Henri Expert zum Beispiel. 
Und dann sind da natürlich noch die unzähligen Kostüme, die das ganze erst rund machen. Ein Revival der 20.-er Jahre bei Kostümpartys wird dieser Film nachsichziehen, doch an die Kleider im Film wird wenig heranreichen können. In den Medien kaum zu übersehen war die Mitarbeit von Miuccia Prada, die sowohl Prada als auch Miu Miu unterzubringen wußte. Catherine Martin benutzte bei Probeaufnahmen Kleider dieser beiden Labels und als Miuccia Prada davon erfahren hat, war sie mehr als begeistert und gleich mit im Boot. Solche dienen beiden Seiten, lassen sich auch im Nachhinein gut vermarkten. Aktuell kann man in den Stores in New York und Tokyo die Kostüme und die vorangegangenen Entwürfe sehen. 


Der Film ist sehenswert, keine Frage, doch nicht uneingeschränkt gut. Hier ein paar Punkte dafür, und ein paar dagegen:
Pro: Der 3D-Effekt macht die Massenszenen unheimlich lebendig und zieht einen hinein ins Geschehen. Luhrmann erschafft eine Welt die geradezu flirrend ist und zusammen mit Catherine Martin's Sets ein Bild einer Epoche zeichnet, in die man sich augenblicklich hineinwünscht. Die Kostüme sind wunderschön und durch die Zusammenarbeit mit Prada sind es eben nicht nur Kostüme, sondern sie sind auch modisch relevant. Jordan Baker aka Elizabeth Debicki ist neben Nick Carraway wieder meine Lieblingsfigur im Film, das war auch schon in der Verfilmung mit Robert Redfort so. Die Musik ist wirklich toll, Jay-Z hat einen guten Soundtrack zusammengemischt. 
Contra: Oft nervt das 3D, weil es die Ebenen flach erscheinen lässt und wie Pappkulissen hintereinander aufreiht. Carey Mulligan tritt die Nachfolge von Mia Farrow an, sie ist immerhin nicht ganz so belanglos und blass. Das vermeintliche Märchenschloss kann es nicht mit dem eleganten Anwesen aufnehmen, welches 1974 Schauplatz der Party's war. Auch Baz Luhrmann ist es nicht gelungen die Romanvorlage so zu adaptieren, dass die Geschichte selbst spannend erzählt wird. Er versucht diesen Mangel durch Bilder wettzumachen, was am Ende nur teilweise funktioniert. Er schafft es nicht den Zauber bei mir zu entfachen, wie es die Verfilmung von 1974 von Jack Clayton tut. 

Bildquelle: Filmplakat, Hollywoodreporter (Bild 2), AD (Bild 3) und Prada (Bild 4)

2013/05/15

Grace Of Monaco X Nicole Kidman...


Manchmal geht es gar nicht darum ein Gesicht eins zu eins zu kopieren, eher geht es darum die Aura einer Person einzufangen und deren Allure oder eben die Idee des Publikums von dieser Person dazustellen. 
Nicole Kidman sieht nicht aus wie Grace Kelly, die spätere Fürstin von Monaco, und spielt diese trotzdem. Nun hat The Hollywood Reporter es erste Bilder.

Lektion Des Tages...


Waschanleitungen haben tatsächlich einen Sinn, erst gestern Abend habe ich dies schmerzlich erfahren müssen. Nach einer 'Behandlung' im Wäschetrockner ist mein neues Lieblings-T-Shirt ein bisschen kleiner geworden. 
Fazit: Waschanleitungen beachten! 

2013/05/14

Angelina Jolie: Die Angst In Ihr...


Man könnte fast glauben, dass es sich um ein Script für ein neues Hollywood-Drama handelt, wenn man die heutigen Schlagzeilen liest: Angelina Jolie hat die beide Brüste amputieren lassen aus Angst vor Brustkrebs. Wäre heute der erste April, es wäre ein ein gelungener und mehr als geschmackloser Aprilscherz, aber heute ist der 14. Mai.
Ihre Geschichte und die sich über drei Monate hinziehende Prozedur kann man heute auch online in der New York Times nachlesen. Da beschreibt Angelina Jolie nicht nur den Verlauf der Operation selbst, sondern auch was sie zu dem Schritt bewogen hat. Ihre Mutter ist im Alter von 56 Jahren an Brustkrebs  gestorben und nach Tests stellten Ärzte fest, dass auch bei Jolie eine Möglichkeit von 85% besteht an daran zu erkranken. Das Vorhandensein des BRCA1-Gens wurde bei ihr nachgewiesen und nach Tests kam eben nicht nur das erhöhte Brustkrebsrisiko zum Vorschein, sondern auch auf eine erhöhte Gefahr von Eierstockkrebs. (Auch diese Operation ist nicht ausgeschlossen.) Wie tief muss die Angst in ihr verwurzelt sein um einen solch drastischen Schritt überhaupt in Erwägung zu ziehen, geschweige denn ihn auszuführen? 
In Deutschland erkranken jährlich circa 55.000 Frauen an Brustkrebs, andere Statistiken sprechen von 70.000. (Auch als Mann ist man nicht vor dieser Krebsart gefeit, wenngleich die Krankheit deutlich seltener auftritt.) Durch bessere Aufklärung und bessere Möglichkeiten der Früherkennung sind die Heilungschancen in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen. Trotzdem ist die Krankheit ein drastischer Einschnitt, mit dem sich nicht nur die oder der Erkrankte auseinanderzusetzen hat sondern auch die Familie. Gerade weil die Krankheit erblich sein kann, schwingt die Angst davor in die nächsten Generationen hinein*. 
Doch muss das bedeuten, dass man Angelina Jolie nun als Vorreiterin betrachten sollte und sie von nun an als Beispiel zu gelten hat? Ich ganz persönlich finde ihr Verhalten paranoid. Sie nimmt erkrankten Frauen die Hoffnung auf Heilung und implantiert gesunden Frauen die Angst selbst zu erkranken, sofern sie sich nicht das Brustgewebe entfernen lassen. Natürlich obliegt es jedem selbst welche Strapazen er auf sich nimmt, doch sollte nun vermieden werden Angelina Jolie dafür auf ein Podest zu heben und sie nachzuahmen. Doch genau das könnte nun passieren. 
Stattdessen sollte die Erkennung des BRCA1-Gens im Körper doch lieber dazu führen, dass die Gefährdeten regelmässig getestet werden und somit die Bildung von Tumoren möglichst früh erkannt und diese entfernt werden. Das Gesundheitswesen sollte gerade was die Krebsvorsorge betrifft besser ausgebaut werden und Vorsorgeuntersuchungen nicht auf bestimmte Altergruppen beschränken. Gleichzeitig sollte jeder Mensch auch auf sich achten und Risikofaktoren ausschließen. Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe e.V. unterstützen, informieren und leisten Aufklärung. Krebs ist noch immer ein Thema, dass viele Fragen offen lässt und weiter erforscht werden muss. Nur so lässt er sich vielleicht irgendwann wirksam bekämpfen. 
Natürlich ist dann trotzdem der Angstfaktor noch im Spiel, doch ich glaube der hat sich auch bei Angelina Jolie nicht mit der Brust entfernen lassen!

*Meine Großmutter ist im Alter von 38 Jahren an Brustkrebs gestorben und es ist meine größte Angst, dass die Krankheit bei meiner Mutter ebenfalls auftritt. 

2013/05/13

Im Neuen Gewand: Wunderkind Boutiquen In München Und Auf Sylt...


Irgendwas ist schon anders an diesen Klamotten von Wunderkind, irgendwie wohnt ihnen ein Zauber inne, der beim anziehen auf die Trägerin überspringt und diese in zarte Schwingungen versetzt. Macht man einer 'normalen' Frau ein Kompliment, sagen wir mal weil ihr ein Prada Kleid besonders gut steht, bekommt man ein höfliches Danke zurück und dann ist das ganze auch schon kein Thema mehr. Macht man hingegen einer Frau ein Kompliment, die ein Teil von Wunderkind trägt ist man sofort in einem Gespräch gefangen. Euphorisch sprudeln dann die Worte aus ihnen heraus und die Augen beginnen zu leuchten. 
Nach einer Durststrecke haben nun diese Damen endlich wieder die Möglichkeit die Droge Wunderkind aufzusaugen. Auch wenn die Standorte München und Sylt nicht neu sind, gibt es dort trotzdem zwei neue Boutiquen, die das durchaus neu erweckte Selbstbewußtsein der Marke widerspiegeln. 

Bildquelle: Wunderkind