2015/08/26

Mit Ansage...

Ich war schnell genug um zu bemerken, dass es das Sweatshirt von Lacoste mit dem prägnanten Aufdruck immerhin noch einmal in der richtigen Größe im Onlineshop zu kaufen gibt. Es landete im Warenkorb, des Preises wegen gab es beim Bezahlvorgang noch einen tiefen Atemzug und nun warte ich sehnsüchtig auf seine Ankunft. Der Herbst wird mit einer prägnanten Botschaft daherkommen.
Für jemanden der sich in den vergangenen 33 Jahren damit abgefunden hat, die leicht affektierten zwei Silben sein eigen zu nennen, ist dies nun ein gewaltiger Schritt.

Nachtrag 29.08.: Paket kam an, Inhalt war leider enttäuschend. Für den Preis sieht das Teil in echt ganz schön billig aus.

Bildquelle: Lacoste

2015/08/18

A Change Is Gonna Come...

Neulich bei Prada hatte ich fast einen kleinen Zusammenbruch im Store. Dramatisch habe ich mich in die Straußenledercouch gerollt, soweit das bei dem kantigen Ding möglich ist, und darüber siniert, dass ein Leben ohne Prada möglich aber sinnlos ist. Der Grund waren diese beiden neuen Schuhmodelle, die sich ausgesprochen gut an meinen Füssen machen würden, aber mangels Tragemöglichkeiten aktuell doch nur im Regal verkümmern würden. Das hätten sie nicht verdient!

Man (in dem Fall Ich) sollte sein Leben nach der Kleidung ausrichten, die man gerne tragen möchte und äussere Umstände bedingungslos unterordnen. Alltagsfreuden, dazu gehören in der Tat auch Schuhe, erleichtern das Leben und sind als positiv beeinflussende Rahmenbedingungen unabdingbar. Mich würden diese Schuhe ungemein positiv beeinflussen!



Quelle: Prada

2015/07/14

Couture Und Ihre Freunde...

Nicht viele Marken leisten sich den Luxus einer Couture Kollektion, schließlich sind es strenge Richtlinien die es zu erfüllen gilt und ein Kostenfaktor der durch geldbringende Nebenmärkte abgedeckt werden muss. Seiner Zielgruppe muss man sich da schon sicher sein. Kein Wunder also, dass bei den meisten Schauen ganz gut sichtbar ist an wen sie adressiert sind. Armani und Elie Saab haben ganz klar Ölprinzesinnen im Auge, Versace richtet sich an amazonenhafte Kundinnen mit Wohnsitz in Beverly Hills und italienische Fernsehgesichter und bei Dior und Chanel stehen sie eh alle Schlange, weil der Name Prestige und das Setting Entertainment verspricht. Doch wer kauft eigentlich bei Jean Paul Gaultier ein?
Zum ersten Mal seit langem habe ich mir eine Schau des Designers in voller Länge angeschaut, natürlich am Bildschirm und leider nicht live, und war am Ende überrascht darüber, wie präzise seine Mode nicht nur seinen eigenen Stil repräsentiert, sondern gleichzeitig den Markenkern, das Französische in der Haute Couture und ihre Verankerung mit dem Jetzt ineinander verwebt und damit Gaultiers Recht Teil des elitären Kreises zu sein untermauert. 
Natürlich ist Heritage immer Thema. Manche Marken bauen darauf und nehmen es als Grundlage ihres Schaffen oder aber die immer gleichen Themen werden Saison für Saison wieder präsentiert und als entschuldigend werden dann die mehr als positiven Abverkäufe angeführt. Auf Gaultier trifft beides nicht zu, ohne seine Megaseller-Parfums gäbe es die Mode längst nicht mehr und seine modischen Innovationen sind immer stark an den Zeitgeist gebunden gewesen und kaum dazu geeignet immer wieder neu auf den Laufsteg geschickt zu werden. Ihm bleibt also nichts anderes übrig als Saison für Saison neu auszuloten was Gaultier sein soll.  

Hin und wieder scheiterte er natürlich an diesem Vorhaben, doch diesmal ganz und gar nicht. Inspiriert von der Tracht der Bigouden, einer Region in der Bretagne, brachte er die Historie Frankreichs auf den Laufsteg und kombinierte sie mit den ikonischen Streifen und einer ganzen Mannschaft kecker Seefahrerinnen. Bestickte Jacken, Röcke mit kreisrunden Schürzen und Holzclogs sind alles andere als unverkäuflich, obwohl die Kundin ihr Geld wohl eher in eines der gerüschten Abendkleider investieren wird. Die zylindischen Hauben, teils aus Haar geflochten, waren natürlich für die Show und sind doch signifikant um den Look entschlüsseln zu können.
Bei Gaultier ist Camp immer ein Faktor, das Augenzwinkern, dass auch den Models bei der Präsentation abverlangt wurde, einigen Mädchen jedoch sichtlich schwer fiel. Sie sind es gewohnt steif zu marschieren oder dämlich winkend Dessous vorzuführen, Allure und Esprit in Posen übersetzen können nur noch wenige wie es scheint. Als Anna Cleveland zum Schluss über den Laufsteg tanzte versprühte dies noch einmal den Geist einer vergangenen Zeit. Sie hat nicht nur den Look ihrer Mutter geerbt, sondern auch das Gefühl ein Kleid mit Leben zu erfüllen. 
Eindeutig war Gaultier mein Highlight bei den Couture Schauen, auch wenn er vom Chanel'schen Casino und der römischen Serenade bei Valentino überstrahlt wird.

Bilder via The Cut und Style.com

2015/06/26

Meinung In Der Mode...

Es ist doch eigentlich sehr nett von dem Model, dass ja wohl Muse von Rick Owens ist, darum bitte Angela Merkel nicht zu töten. Nun wird dieses etwas vehuschte Wesen, nach Aktion dann auch ohne Musenstatus, von allen Seiten und angeblich sogar ganz handgreiflich von Herrn Owens selbst angegriffen. Dabei ist endlich mal eines dieser Zauberwesen auf die Idee gekommen die nicht unerheblichen Möglichkeiten des Laufstegs zu nutzen, bisher kamen die Aktivsten (und Flitzer) ja immer nur aus dem Publikum. 
Doch was ist nun eigentlich die Botschaft hinter der auf ein Fähnchen Stoff gekritzelten Nachricht? Ist vielleicht sogar schon das Material auf dem sie daherkommt, also eine weiße Fahne des Ergebens Teil der Nachricht?
Trotz aller Dementis von Rick Owens wäre es nun auch nicht verwunderlich, wenn die Aktion von ihm käme. Er schäute sich schließlich auch nicht Penisse auf dem Laufsteg zu offenbaren. Unter anderem auch den des die Botschaft tragenden Models. Vielleicht war es nun die Rache für die 'unfreiwillige' Entblösung? 
Die Mode, falls wir uns darauf einigen die von Rick Owens gezeigten Kleider als solche zu bezeichnen, hat nun wieder einmal die Chance in den Feuilletons zu erscheinen und vielleicht sogar ein wenig im Politikteil. Aufmerksamkeit für ein belächeltes Medium, dem nun wieder einmal das zuteil wird, was der Kunst fraglos zugestanden wird und sogar von ihr erwartet wird. 
Und was gab es sonst noch auf dem Laufsteg zu sehen? Nicht was man nicht schon kennt. 

Bildquelle: Style.com

2015/06/24

Follow...

Instagram ist das Medium der Mode, bekannt soweit, und der modischer Selbstdarstellung, auch klar. Geraden wenn irgendwo der Fashionzirkus seine Zelte aufgeschlagen poppen überschlägt sich das Medium und selten schaffe ich es wirklich alle Bilder der von mir gefolgten Protagonisten anzusehen. Mein aktueller Favorit, und ganz augenscheinlich auch der vieler Anderer ist Simone Marchetti. Als Journalist in Sachen Mode unterwegs und dabei so gut angezogen wie kein Zweiter in der Arena erfreut mich jeder seiner Looks. Und die meisten hätte ich genau so auch gerne im Schrank hängen.

P.s.: Natürlich bin ich auch bei Instagram. Follow Me!

2015/06/23

I Love Gucci...

Spitzen! Blumenmuster! Gestreifte Biedermeiertapeten! Und natürlich das opligatorische Doppel-G! Alessandro Michele, den Namen weiß ich mittlerweile fehlerfrei zu schreiben, geht den Weg weiter, den er schon in seiner in seiner ersten Schau eingeschlagen hat. Es wird weiter entgendert (Kann man das so sagen?) und die Kleiderkammer entrümpelt, herauskommt ein Mann, der in dieser Saison noch mehr an Kontur gewinnt und wohl die Zukunft sein wird. Feminisn und Mut zur Weichheit, ein ganzer Kerl muss man sein um das tragen zu können.
Neben J.W.Anderson geht Herr Michele den Weg geschlechterübergreifender Identitäten am konsequenteesten, ohne aber gleich die Geschlechter auflösen zu wollen, wie es ja zum Beispiel bei Rick Owens gelegentlich der Fall ist. Michele fügt Männlichkeit einfach die ein oder andere Facette hinzu und plädiert für einen spielerischen Umgang mit Farbe, Mustern und Silhouetten. 
Augenscheinlich ist schon der Seventies-Vibe, allein der erste Look mit dem Logo-Mantel erinnert irgendwie an Jackie Kennedy auf der Fifth Avenue und sieht unverholen reich aus. Klotzen statt kleckern, ein bisschen Tom Ford schwebt eben doch auch in dieser Kollektion mit und wird sich wohl nie wieder aus der Marken-DNA herauslösen lassen. 
Und was von dem ganzen Zeug ist so toll, dass ich es unbedingt haben will? Die ledernen Shopper mit der großen Prädung haben eindeutig das Zeug zur nächsten It-Bag!

Bildquelle: Style.com

2015/06/22

Scott Barnhill Macht Versace...

Wir sind es gewöhnt hin und wieder mal ein bekanntes weibliches Model, dass für ein paar Jahre von der Bildfläche verschwunden war, wieder auf einem Laufsteg zu sehen. Dann wird schnell von einem Comeback gesprochen und schon ein paar Momente später ist alles wieder vergessen. Bei Männermodels kommt dies selterer vor, da merkt man sich die Namen erst gar nicht und bis auf ein paar wenige Ausnahmen sind sie Kleiderständer, austauschbar und nicht die Mühe wert sich den Namen zu merken. 
Es gibt aber wie gesagt ein paar Ausnahmen gibt, in den späten 1990-er Jahren war eine davon Scott Barhill. Der hat alles gemacht, war in Kampagnen präsent und auf Laufstegen. Modesendungen im Fernsehen, sowas gab es damals sogar, haben ihn sogar begleitet und er zeigte dann ein Bild seines Girlfriends Gisele B.
Nun war Scott Barnhill wieder einmal auf einem Laufsteg zu sehen, er eröffnete die Versace Show. Ein Comeback vielleicht?

Bildquelle: Style.com

I Want...

Was bei Prada nicht Neu ist, ist, dass man alles schon einmal gesehen zu haben glaubt. Die herunterrutschten Schulter? Frühling 2009. Die Palette an Farben? Herbst 2013. Riesige Pailetten? Hernst 2011 ... Und so könnte das Spiel weitergehen. Neu ist da nichts, doch begehren weckt alles! 
Bei kaum einem anderen Label sind wir, die Kunden und die Kritiker, nachsichtiger, verzeihen und lieben genau jenes im ersten Augenblick Bekannte. Heimeliges Wohlsein, weil Muiccia Prada dem Anschein nach suggeriert, dass wir alles schon hätten, uns also nicht erst an das Neue gewöhnen müssen. Gleichzeitig sieht man das der Bestand alt gegen die Kreationen vom Laufsteg aussieht und Neuerwerb unumgänglich wird. Der Lauf der Mode eben, nur irgendwie perfider.

Die Manie neuerdings die Resortkollektion der Damen mit den Herren zusammen zu zeigen wirkt bei Prada dahingehend etwas verstörend, dass man schnell vergessen kann was die Herren am Leib tragen und nur noch auf die Kleider starrt. Allein der silbern glänzende Mantel lies einiges was danach kam vergessen, weil man von seiner schieren Präsenz noch lange gefangen war. Bei der Winterkollektion, die nun in die Läden kommt ging es soweit, dass von den Männerklamotten nur eigentlich Nylon und Schwarz hängenblieb, jedoch keine einizige Silhouette. 
Diesmal hat Frau Prada auch den Männern einen Hauch Allure beigemischt, teils sogar ein wenig zuviel in Anbetracht der Kürze der Shorts. Deutsche Kunden werden aber ohnehin nicht das Glück haben sie in den Stores zu sehen, Runway ist da ja meist wenig präsent. Doch auf die Pullover mit den Raketen hoffe ich ebenso, wie auf die kurzen Bloussons...

Bildquelle: Style.com