2014/10/21

Oscar De La Renta Ist Tot....

Oscar de la Renta wollte mit seiner Mode niemanden verstören, nicht durch Untragbarkeiten von sich reden machen oder durch große Inszenierungen Blicke erhaschen. Er sah sich selbst am ehesten als Verschönerer, vielleicht sogar als Frauenversteher. Eleganz war seine Devise. 
In den vergangegen 50 Jahren hat sich der Designer, der in der Dominikanischen Republik geboren wurde und dessen Freude an Farben und Schönheit da begründet liegt, nicht nur zum einflussreichsten Modemacher Amerikas hochgearbeitet, sondern auch einen Stil geprägt, der Leinwanddiven, Präsidentengattinnen und 'Lady's who lunch' gleichermassen in Verzückung versetzte. Jackie, Nancy, Barbara, Hillary und Michelle wussten und wissen, dass in einem Kleid von Oscar de la Renta Fehltritte fast ausgeschlossen sind. 
Oscar de la Renta verstarb gestern im Alter von 82 an einem Krebsleiden.

Bildquelle: Style.com

2014/10/07

Weinprobe...

Ich bin kein Kenner, aber doch ein Fan guter Weine. Ich mag Grauburgunder und Zweigelt, kann mit Riesling nichts anfangen und entscheide im Laden oft danach ob mir das Etikett zusagt. Hier im Blog ging es noch nie um Wein, aber es ist immer irgendwann das erste Mal. 
Anfang September erreichte mich eine Email vom Neusiedlersee. Aufgrund der Namensgleichheit sind die Schallers vom gleichnamigen Weingut wohl auf mich aufmerksam geworden und haben gefragt, ob ich nicht Lust auf eine kleine Weinprobe hätte. Bevor ich zusagte, habe ich mir erst einmal die Seite angeschaut und war gleich Feuer und Flamme. Nicht nur die Überzahl an Weinen aus der Zweigelt-Rebe hat micht für Schallers eingenommen, auch die wirklich schön gestalteten Flaschen überzeugten und ein paar Tage später kam eine Kiste mit Kostproben. 
Ich habe mich nun gegen eine klassische Verkostung entschieden, also nicht alle Weine auf einmal aufgemacht und einem vergleichenden Blick unterzogen, stattdessen wird jede Flasche einzeln genossen und aktuell kitzelt das fruchtig kräftige Aroma des Patfalu meinen Gaumen. Sein Aroma aus Kirschen und dunklen Beeren erinnert an Sommer und lässt den Tag gut ausklingen. Der Wein adelt sogar ein Leberwurstbrot.
Ich erfreue mich sehr an meinem kleinen Vorrat an Schaller vom See Weinen. Und dank eines Onlineshops ist der Einkaufszettel im Kopf auch schon fertig und die Bestellung zumindest gedanklich schon abgeschickt. Nun kann ich leider den Genuss nicht teilen, nur den Geschmack mit Worten zu beschreiben versuchen. Aber nachfolgend der Link zur Website, die einen guten Überblick verschafft und Lust auf Weine vom Neusiedlersee macht.

www.schallervomsee.at

2014/10/06

Wien...

Ein paar Tage Urlaub im Herbst sind perfekt für Städtetripps, dieses Jahr war Wien das auserkorene Ziel. Sechs Tage sind zu zwar zu kurz um alle Facetten einer Stadt kennenzulernen und zu erkunden, aber immerhin lang genug für ausgibige Museumsbesuche, eine große Anzahl an Kaffeehäusern mit verlockenden Leckereien und den ein oder anderen Drink in diversen Bars.Wir haben genossen und geschlemmt, es gab viel fürs Auge und den Magen. Hier ein paar ganz persönliche Highlights und Tipps.
Man kann Wien auf den Spuren der Habsburger erkunden, schließlich haben sie die Stadt und ihren Geist geprägt, oder aber Design und Kunst Leitfaden nehmen. Wir haben versucht beides zu vermischen und waren natürlich in der Hofburg und in Schönbrunn, aber genauso im Museum für Angewandte Kunst, wo das Helmut Lang Archiv untergebracht ist. Zusammengerechnet haben wir in den knapp sechs Tagen in zwölf Museen besucht und waren auch in der Wiener Staatsoper.
Wirklich großartig ist auch das Hofmobiliendepot, wo einem nicht nur die kaiserlichen Wohnsituationen nahegebracht werden, sondern auch die Modernität des Biedermeier. Den Kuratoren ist es gelungen eine spannende Ausstellung zu gestalten, die den Betrachter für sich einzunehmen vermag. Man kann Stunden zwischen Barocksesseln, Standspiegel und Nachttöpfen verbringen und entdeckt kreative Lösungen für Alltagsprobleme genauso wie skurile Zeitgeister, die nicht grundlos ihre Epoche nicht zu überstehen vermochten. 
Unweigerlich stößt man dann auch auf die Granden der Architektur und des Designs. Loos, Hoffmann, Wager und die Wiener Werkstätten sind allenhalben unausweichlich und nach dem Museum kann man in ihren Designs gleich noch Kleider kaufen und Drinks nehmen. Aber dazu später mehr.

Essen ist ein Kulturgut in Wien, an erster Stelle stehen natürlich die ganzen wunderbaren Süßspeißen und Torten, das Gulasch und Wiener Schnitzel. Michael hat sich auch einmal zu Kalbsbeuschel hinreißen lassen, ohne allerdings zu wissen was dies genau beinhaltet. Ich habe gleich geahnt, das es nichts gutes sein kann und war froh nicht einmal probiert zu haben.
Zu den Läden, die wirklich empfehlen kann gehört die Kaffeehäuser Central, Ritter und Prückel. Letzteres haben wir leider erst am Abreisetag entdeckt, sonst wären wohl öfter eingekehrt. Während das Central sehr klassisch und ein wenig touristisch ist, weist das Ritter eine überzeugende wienerische Schnodderichkeit auf. Gar nicht zu empfehlen ist das Café Mozart bei der Albertina, dorthin trieb uns auch nur der anhaltende Regen. 
Perfekt um den Abend ausklingen zu lassen ist die von Adolf Loss gestaltete American Bar. Hier zeigt sich die Meisterschaft seiner Ästhetik und wir waren hingerissen von der Eleganz des kleinen Raumes aus Marmor, Holz und Spiegeln. Die durchscheinende Wand aus Onyx über der Türfront gehört sicher zu schönsten, was in je in einer Bar gesehen haben. Auch die Drinks sind gut, einzig vor billigen blonden Frauen sollte man sich in Acht nehmen. 
Gut den Abend ausklingen lassen kann man auch in der Bar vom Imperial und der Bar vom Sacher. Beides eher klassische Hotelbars, aber doch unterschiedlich und charmant. 

Wenn neben den recht kostspieligen Museumsbesuchen noch etwas Geld zu shoppen übrig bleibt, dann ist Wien ein guter Platz um es unter Leute zu bringen. Zum Beispiel könnte man sich passgenaue Tischwäsche in der Schwäbischen Jungfrau anfertigen lassen, bei Lobmeyer Glasbonbonieren kaufen und bei Knize in Loos'scher Raumgestaltung einen Morgenmantel aus Kaschmir für den Preis von zwei Monatsmieten erwerben. In keiner anderen Stadt haben ich soviele Traditionsgeschäfte gesehen, die verlockende Unnützlichkeiten feil bieten und mein Herz höher schlagen lassen. 
Auch zeitgemässes findet man. Park bietet in der Mondscheingasse auf zwei Etagen Mode von Acne, Margiela, van Noten und anderen Designer. Amici hingegen hat Highfashion von Burberry, Valentino, Givenchy, etc. Auch das Outlet von Amici ist einen Besuch wert, vor allem weil das Personal wirklich freundlich und hilfsbereit ist. Im Gegensatz zum Hauptladen für Herren.
Ich kann wieder nur sagen, dass Wien tatsächlich zu meinen Lieblingsstädten gehört und ich ganz sicher bin, dass es nicht mein letzter Besuch in der Donaumetropole war! Mehr von meinen Eindrücken gibts auf meinem Account bei Instagram.

2014/09/26

Bücher Im September...

Zum ersten Mal erschienen ist D.V. 1984, knapp fünf Jahre vor Diana Vreelands Tod. Die legendäre Chefredakteurin der Vogue, Designerin und eben auch Erfinderin der Modeausstellung als Publikumsmagnet, hatte genug Zeit ihr Leben zu rekapitulieren und so zu formen, dass Wahrheit und Illusion nicht mehr von einander zu trennen sind.
Nun habe ich schon Allure gelesen und kann inhaltlich keinen großen Unterschied feststellen, trotzdem sind beide Titel unterhaltsam und man kann sich gut den Sonntag damit vertreiben. 
Betty Halbreich ist ebenfalls Mitte 80 und nach ihrer neuerlichen Berühmtheit durch den Dokumentarfilm 'Scatter My Ashes at Bergdorf's' wurde es Zeit für eine Biographie. Die sicherlich weltälteste Personal Shopperin kann auf ein spannendes Leben zurückblicken und hat viel zu erzählen. Der Hauptteil ihres Leben spielte sich in New York's feinsten Gegenden ab, sie lebt und arbeitet an der Fifth Avenue und von Bergdorf Goodman zu ihrem 8-Zimmer-Appartment ist es nur ein Katzensprung. 
Unterstützung fand Betty Halbreich in der Journalistin Rebecca Paley, die auch für die NY Times schreibt. Die Sprache ist schon sehr geschliffen und die Sätzen sehr ausformuliert. Manchmal verliert man bei den vielen Nebensätzen auch ein bisschen den Faden. Trotzdem kann man sich gut in diesem Buch verlieren und auch etwas daraus für das tägliche Leben mitnehmen – I'll Drink to That!
Den 'Atlas eines ängstlichen Mannes' entdeckte ich an der Kasse der Buchhandlung meines Vertrauens. Christoph Ramsmayer ist eine wunderschöne Geschichtensammlung gelungen, die den Leser einmal um die Welt führt. Man trifft einen am Nordpol Bälle abschlagenden Golfer, einen Schiffer in Kambodscha und Tschechien einen Mann, der einen alten jüdischen Friedhof vor der Vergessenheit rettet... 

2014/09/18

Kunst Verkaufen...

Die Wiesbadener Galerienszene ist wirklich überschaubar. Während man sich andernorts, damit meine ich natürlich Berlin, mit einer Bierflasche in der Hand an so ziemlich jeden Donnerstag und Freitag von Vernisage zu Vernisage hangeln kann, mangelt es hier schon mal grundsätzlich an Freibier und natürlich an den vielen Eröffnungen. Doch anders als in Berlin finden sich bei den Wiesbadener Eröffnungen weniger kunstfreudige Nichtkäufer, die um des Dabeiseins wegen kommen, sondern die Besucher sehen immer aus, als kämen sie als potenzielle Käufer in Betracht.
Vielleicht reifte die Idee Kunstgalerien Rentabilität hin zu untersuchen in Magnus Resch beim Beobachten der Berliner Kunstszene. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit in durchaus trüben Gefilden kam er nicht nur zu dem Schluss, dass viele Galerien einfach keinen Gewinn machen, sondern fasste seine Erkenntnisse und die dazugehörigen Lösungsvorschläge in einem Buch mit dem Titel 'Managment von Kunstgalerien' zusammen. 
Galerien sehen sich ungern als Läden, die ein Produkt an den Mann bringen wollen und denen es natürlich darum geht Umsatz zu generieren. Lieber ist den GaleristInnen das Bild des Kunstvermittlers und Vertreters der Künstlern, der dann manchmal eben auch verkauft. Aber genau daraus resultiert nach Ansicht des Autors die Tatsache, das viele Galerien kaum bis gar keinen Umsatz generieren. Auf 130 Seiten fast Magnus Resch das Dilema zusammen und bringt die fehlenden Managementstrukturen auf den Punkt. Gleichzeitig liefert das Buch auch Lösungen, die, anhand von drei Fallstudien nachgewiesen, auch zu messbaren Erfolgen führen und den Gewinn steigern. 
Schaut man sich die Galeristen an, die wirklich erfolgreich am Markt sind und damit neidische Blicke von Kollegen ernten, sind es doch die, deren Charisma und Erfolgswille positive mit Verkäufereigenschaften und Managmentqualitäten einhergehen. Man muss nur mit offenen Augen an einem beliebigen Wochentag von Galerie zu Galerie gehen um die einen von den anderen unterscheiden zu können. In manchen Läden sind die Counter wahre Festungen, hinter denen es sich gut verstecken und abwarten lässt, bis der 'Stöhrenfried' endlich wieder die heiligen Hallen verlassen hat.
Galeristen, den seienden und den werdenden, wird dieses Buch ans Herz gelegt. Und sei es nur um sich Gedanken über die Personalstruktur und -auswahl zu machen. Doch es bietet auch weitere hilfreiche Tipps mit Aussicht auf Erfolg. Die Stunden der Lektüre sind zumindest keine Zeitverschwendung!

Magnus Resch ist Autor, Dozent und Gründer der Plattform Larry's List, einer Datenbank mit Kunstsammlern. Das Buch 'Management von Kunstgalerien' ist erscheinen bei transcript und kostet 24,99 €.

Das Buch wurde vom Verlag freundlicherweise zur Rezension zur Verfügung gestellt.

2014/09/08

GQ-Style Nr. 26...

Zum Frühstück gab es schon am Donnerstag gleich die neue Ausgabe der GQ-Style, die kam da neu raus und ihr erscheinen ist immer ein wenig wie Weihnachten. Mittlerweile weiger wegen des guten Heftes, eher weils zu einer Gewohnheit geworden ist sie möglichst gleich am Erscheinungstag zu kaufen. Nun sollte dieser Post dann auch noch vor dem Wochenende online gehen, aber der Besuch meiner Eltern und eine halb durchgemachte Nacht in Frankfurt kamen dazwischen. Also dann heute. 
Manchmal ist es aber auch gar nicht schlecht zweimal ein Heft in die Hand zu nehmen, es auch nochmals durch andere Augen zu sehen, schließlich fallen nur so die Defizite auf, die vor lauter Vorfreude und leichter Euphorie übersehen worden wären.
Augenscheinlich ist, dass es dem Heft schon seit ein paar Ausgaben nicht mehr um die blosse Wiedergabe dessen geht, was die Marken für die laufende Saison vorschlagen. Das kennen die interessierten Konsumenten eh schon aus dem Netz, aus dem Angebot realer und virtueller Shops oder von den Leibern mehr oder weniger prominenter Persönlichkeiten. Auch die GQ-Style muss sich mehr um das kümmern, was hintern den Marken passiert und auch die ans Licht bringen, die gerade eine Marke für den Bruchteil eines Jahrzehnts beeinzuflussen vermögen. Eine Prada-Strecke kommt dann eben Fassbinder auch nicht aus, in diesem Fall darf sich sogar die Fassbinder-Protagonistin und Prada'sche Brecht-Rezitatorin Barbara Sukowa zu Wort melden und sich zu ihrer Mode äussern. Auch bei Saint Laurent geht es nur indirekt um die Mode, statt derer wird werden die Looks zwar in einer Strecke mit Versatzstücken zwar zitiert, aber von Slimane selbst werden die Fotos gezeigt, die sein 'Männer'bild beeinflussen. 
Insgesamt muss man leider feststellen, dass vor allem die Marken sichtbar gemacht werden, die auch viel Werbefläche kaufen. Polo Ralph Lauren über mehrere Seiten hingweg, in einer amerikanischen Highschool fotografiert, dargebracht, ist dann auch wirklich der Tiefpunkt kommerzieller Modeeditorials. Das müsste eigentlich als gekaufter Content deklariert werden. Natürlich fallen dann auch Marken und Kollektionen hinten über, die zu den besten der Saison gehören. Valentino zum Beispiel habe ich gar nicht entdecken können, oder Stefano Pilati's Ermenegildo Zegna. 
Trotz dieser Kritik bietet die GQ-Style ihren Lesern Mode und Informationen zu und über die Marken, so dass es sich auf jeden Fall lohnt dieses Heft zu kaufen, zu lesen und später zu den vorangegangenen Heften ins Regal zu stellen. 



2014/09/03

Dead Becomes Her - Trauerkleidung Im Museum...

Zum ersten Mal nach seit sieben Jahren gibt es im Metropolitan Museum in New York neben der großen Modeausstellung im Sommer auch eine zweite im Herbst. 'Dead Becomes Her: A Century Of Mourning Attire' widmet sich weder einer glamourösen Thema noch einem großen Designer, es geht im Trauerkleidung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. (Denjenigen, die das Blog schon länger verfolgen, düfte das Thema bekannt vorkommen. Vor gut drei Jahren gab es mal einen Post zum Thema Trauerkleidung.)

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier

Das Ende Des Sommers...

Das Licht ist schon ein anderes. Zwar streift die Sonne die noch grünen Baumkronen noch, doch ist sie lange nicht mehr so stark wie noch vor einem Monat. Auf den Gehwegen liegen schon die ersten Blätter, deren Kraft nicht mehr ausreichte um sich am Baum zu halten. Vor allem aber riecht es anders. Grund genug um mich auch selbst dem Jahreswechsel anzupassen und einen neuen Duft zu einem Teil meiner selbst zu machen.
In Oyedo kann man noch den Sommer erahnen. Zitrusnoten, vor allem der Duft dickfleischiger, leicht säuerlicher Mandarinen, fangen einen ein, vergehen aber immer mehr und wandeln sich. Thymian übernimmt die Herrschaft, ebenso der Duft feuchter Laubwälder. Oyedo ist so unentschlossen, wie die Tage zwischen den Jahreszeiten. Genau das richtige also!