2012/02/03

Kleine Pause...

Gestern war ich den ganzen Tag unterwegs, weshalb ich leider nicht geschafft habe mir Themen für den heutigen Tag zu überlegen und Posts dazu zu schreiben. Und jetzt rennt auch schon wieder die Zeit, ich bin zum Sport verabredet. Aber ganz ohne irgendwas will ich den Tag nicht einleiten, deshalb verweise ich mal auf die Ausstellungsseite vom Netzwerke Mode Textil e.V.
Es lohnt sich da ein bisschen zu kramen, viele spannende Ausstellungen laufen gerade und vielleicht ist ja ein spannender Wochenendtip dabei. Mein Favorit wäre übrigens Düsseldorf, da dreht sich im NRW-Forum alles um Fotografie. Und in Hamburg läuft eine Ausstellung über Alexander McQueen.

2012/02/02

Mode In Der Malerei Des 19. Jahrhunderts...


Friederike von Mecklenburg-Strelitz kam 1778 in Hannover zur Welt, elf Jahre später erschütterte die französische Revolution Europa und sicherlich waren auch die in Darmstadt aufwachsenden mecklenburgischen Prinzessinnen in Aufruhr. Durch die exzellente Erziehung durch ihre Großmutter waren die Prinzessinnen ideale Kandidatinnen für die preußischen Prinzen; nicht nur dass Friedrike mit nur 15 Jahren den Prinzen Friedrich Ludwig heiratete, ihre Schwester Luise heiratete am gleichen Tag Friedrich Wilhelm und wurde Kronprinzessin von Preußen. Später wurde Friederike Königin, sie war in dritter Ehe mit Ernst August I. verheiratet. Beide Prinzessinnen wurden als junge Frauen von Johann Gottfried Schadow in der legendären Prinzessinnengruppe verewigt und stehen bis heute als Marmorplastik in der Alten Nationalgalerie in Berlin.
Auch Johann Heinrich Wilhelm Tischbein malte die Prinzessin Friederike in der typischen Kleidung des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Die Kleidung ist schon die des Empire, die hohe Taille und die leichten Stoffe zeugen davon, während die Haare noch an die späte Marie Antoinette erinnern. Was die Kleider aber noch über die Portraitierte verraten und in welchen anderen Bildern es noch viel über die Kleidung zu erfahren gibt, kann man heute Abend bei einem Vortrag in der Alten Nationalgalerie lernen. 

Ort: Alte Nationalgalerie (Kasse)
Zeit: 19:00 Uhr
Kosten: 3,00 €

2012/02/01

Zum Tode Von Mike Kelley...


850 Euro kostet ein Stück Seife in Form einer Frau versehen mit einer Kordel. Mike Kelley schuf diese Edition, sie ist auf 100 Stück limitiert, für Texte zur Kunst 2007. Nun ist der Künstler in Los Angeles gestorben und wer 850 Euro übrig hat sollte noch schnell zuschlagen und sich eine recht preisgünstige Arbeit des Künstlers sichern. Die Preise werden in den nächsten Wochen sicherlich deutlich in die Höhe gehen.
1954 wurde Mike Kelley in Detroit geboren. Recht schnell zog es ihn an die Westküste, wo er am California Institute of the Arts unter anderem bei John Baldesari studierte. 1993 wurde ihn dann die ersten umfangreiche Retrospektive gewidmet, bereits vorher gestaltete er ein Albumcover für Sonic Youth und war auf der Documenta vertreten. Immer wieder beschäftigte er sich in seinen Werken mit Genderfragen, mit Kriminalität und Perversion. Aber auch Bezüge zu Geschichte und Philosophie lassen sicher herstellen, genauso wie politische Fragestellungen. Die eingesetzten Techniken reichen von Assemblage bis hin zu Videokunst und zeigen wie facettenreich der Künstler Mike Kelley war.
Zum ersten Mal begegnete ich seinen Werken bewußt im Museum Brandhorst. Ich war fasziniert von den Glaszylindern in denen es brodelte und blubberte. Nun hat sich Mike Kelley das Leben genommen und hinterlässt eine große Lücke in der Kunstwelt.

KK Vs. Eva - Das Perfekte Model...


Mit Nudelauflauf, Bier und Chips saßen gestern Abend drei Jungs vorm Fernseher um sich die erste Folge von 'Das perfekte Model' anzuschauen. 130 Minuten dauerte der Spaß, was stellenweise kaum bis gar nicht zu ertragen war. Das war alles so furchtbar nett, so kuschelig. Igghhh! Der Nudelauflauf war auch nett und wird genauso wenig in Erinnerung bleiben, wie diese Sendung. 
Vor gut zwei Monaten kam mal Post von der zuständigen PR-Abteilung von Vox, da wurde eine Art Modellmappe geschickt, die dann im Inneren alle Informationen zur Sendung enthielt. Ich habe es mir durchgelesen und mich sogar auf dieses neue Format gefreut. Zuerst natürlich, weil Karolina Kurkova am Start ist. Und natürlich weil alles viel realistischer klang, viel mehr nach echtem Business. 
Wie das alles international so abläuft, das weiß zumindest KK ziemlich genau. Ihre Karriere kann sich sehen lassen, die hat wirklich alles gemacht und erreicht, die Kommerzkacke genauso wie die Haute Couture. Vielleicht gerade deshalb frage ich mich, warum man die Mädchen auf einen Haufen legt und ein dümmliches Mottogruppenbild macht, statt sie einfach einzeln zu shooten und dann zu schauen, was jede Einzelne so drauf hat? Lag Karolina Kurkova jemals auf so einem Haufen? Hmm, ein Haufen Victoria's Secret Engel wäre natürlich was anderes!
Bei Eva Padberg wurde immer wieder die Internationalität erwähnt, zu oft um glaubwürdig zu sein. Nach eigenen Angaben hat auch sie alles gemacht, was man so als Model machen kann. Realitätsverschiebung könnte man das wohl nennen. Aber nett ist die Eva aus dem beschaulichen Thüringen ja schon, dagegen kann man nichts sagen. Insgesamt hatte sie eher eine Moderatorenrolle inne und immer zwischen den 'Models' und dem Model vermittelt. Karolina ist die Queen, Eva der Präzeptor. 
Es waren wirklich quälend lange Minuten, mit nur wenigen Glanzlichtern. Aber wenigstens hatten wir alle unsere kleinen Freuden: ich fand Karolinas Chanel Kette toll, ein anderer ihre ziemlich knackigen Lederhosen. 130 Minuten nur Karolina, das wäre mal ein tolles Sendeformat! Für die nächste Woche kam auch schon die Pressemitteilung, das gibts dann nicht nur Unterwäsche zu sehen, sondern auch die ersten C-Promis die keiner kennt und die sich trotzdem in die Sendung verlaufen dürfen.
Viel lustiger ist übrigens eine andere VOX-Sendung, die 'Shopping Queen'. Zuerst hatte ich ja Befürchtungen, doch die ersten drei Folgen waren mehr als unterhaltsam. Und Guido Maria Kretschmar ist durchaus lustig und viel bissiger als gedacht.


In/Compatible - Transmediale 2012 Im HKW...


Zum 25. Mal wurde gestern Abend im Haus der Kulturen der Welt die Transmediale als Festival für Video- und Medienkunst eröffnet. Das Auditorium war gut gefüllt und in den Ausstellungsräumen gab es viele spannende Positionen zu bestaunen, bei denen immer die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema im Vordergrund stand. Bis zum 05. Februar geht das Spektakel. 







2012/01/31

Modepilot - Im Neuen Gewand...


Die Modepilotinnen haben sich umgezogen und alles erstrahlt nun in einem neuen Gewand. Was sofort auffällt ist die neue Übersichtlichkeit, welche die Navigation auf der Seite vereinfacht. Man kann nun leichter die Archive durchstöbern und findet spannende Posts, die sonst schon in den Weiten des Internets verschwunden wären. Katrin Bierling, die sich hinter Modejournalistin verbirgt, sagt, dass es nach viereinhalb Jahren einfach Zeit für eine Veränderung wurde. Das Resultat kann sich sehen lassen!
Modepilot ist nicht ohne Grund einer der besten deutschen Modeblogs, wenn nicht sogar der Beste. Nun passt auch endlich das Design zu den Inhalten. 

Jack Pierson Für Bottega Veneta...


Jack Pierson hatte die Fotografie schon aufgegeben, er wollte keine Jungs mehr ablichten und keine sexuellen Phantasien, die unerfüllten wie die erfüllten, mehr schüren. Dabei war es genau das, was ihn berühmt machte. Seine Arbeiten, so beschreibt es zumindest Monopol in einem Artikel von 2009, liegen im Spannungsfeld von Nan Goldin's Heroin-Elegien, der sexuell aufgeladenen Modestrecken von Bruce Weber und den Schwarz-Weiß-Akten von Peter Hujar. "Jack Pierson ist Chronist unerfüllter Sehnsüchte."
Bei Bottega Veneta ist es schon Tradition die Kampagnen von Fotografen machen zu lassen, die eher selten Mode ablichten und deshalb den Bildern einen künstlerischen Aspekt hinzugeben, den man bei klassischen Modefotografen manchmal vermisst. Nimmt man den Markenschriftzug weg, bleibt hier immer noch ein spannendes Foto. Das oben zu sehende Bild würde sich, natürlich ohne Schriftzug, auch gut neben meinen Walter Pfeiffer Fotos im Flur machen. Jack Pierson löst nun Robert Polidori ab, der die Herbstkampagne geschossen hat.
Leider ist nicht die ganze Kampagne so stark wie oben zu sehendes Foto. Einige Bilder wirken fast beliebig, lassen aber dafür andere um so mehr herausstechen. Die ganze Strecke hat LesMads.

Paris Men HW-2012: Junya Watanabe...


Im Zeichen der Arbeit steht die Kollektion von Junya Watanabe. Schon für den Sommer war Gartenarbeit das große Thema, nun geht es in den Wald. Die Kleidung ist wie gemacht zum Holzfällen, allerdings werden die Kleider wohl kaum mit Wald in Berührung kommen. Ganz zu schweigen davon, dass sie kaum auch nur einen Tropfen Harz abbekommen werden. 
Schön sind die Sachen, reich an schönen Details. Das macht allgemein die Kollektionen Watanabes aus. Die Materialien, Jeans zu Leder und die verschiedensten Tweeds, sind wunderbar zusammengestellt und machen jedes einzelne Teil besonders und schön. 




Bilder von Style.com

2012/01/30

Neue Klamotten Von Homecore...


Die neuen Looks für den Sommer von Homecore sind vielversprechend und machen Lust auf den Sommer. 


SAG Awards - Best Dressed...


Wieder wurde eine Hürde auf dem Weg zu den Oscar's genommen, gestern wurden in Los Angeles die Screen Actors Guild Awards verliehen und wieder war es ein Schaulaufen wunderschöner Kleider. Doch statt mit meinen Favoritinnen zu starten, geht es erstmal mit zwei Looks los, die ich nicht ganz so umwerfend fand. 
Wahrscheinlich sparen sich aber Meryl Streep und Michelle Williams ihre Reserven auf, weil es ja noch Steigerungsmöglichkeiten geben muss. Beide sind als beste weibliche Hauptdarstellerin nominiert, da braucht ein Kleid welches perfekt mit der goldenen Statue harmoniert. Meryl Streep  erschien in einer Westwood-Robe, die irgendwie nach altem Vorhang aussah. Allerdings schafft es Streep mit viel Ausstrahlung gegen den Fummel anzustrahlen. Das rote Valentino-Kleid für das sich Michelle Williams entschieden hat, hätte noch etwas mehr Glamour vertragen können. 


Unglaublich elegant sind die Kleider von Zoe Zaldana und Julie Bowen. Das lila Kleid ist von Temperley London und steht in der Tradition großer Hollywood-Diven der 1930-er Jahre. Besonders schön sind die Schulterspangen von Martin Katz. Zaldana trägt GivenchyCouture, das Kleid kommt frisch aus Paris und war da noch letzte Woche auf dem Laufsteg zu sehen. 

Bilder via Style.com

Klimt Und Die Mode...


Wien war das Zentrum des Kunsthandwerks und die Wiener Secession wurde in Opposition zum tonangebenden Wiener Künstlerhaus gegründet. Der Secessionsbau von Joseph Maria Olbrich ist noch heute das Sinnbild des Wiener Jugendstils, genauso wie der Werke von Gustav Klimt. Seine Bilder sind nicht nur reine Malerei, sondern stehen dem Kunsthandwerk und der Dekoration nahe. Besonders an den schmückenden Wandmalereien wird dies erkennbar, aber auch auf den mit Ornamenten und Mustern versehenen Portraits der Emilie Flöge, von Adele Bloch-Bauer und natürlich bei Klimts berühmtesten Werk 'Der Kuss'. 
Was um 1900 revolutionär war, verkam in den letzten Jahren zum Kitsch. Wenn Gustav Klimt im Juli seinen 150 Geburtstag feiert und allein in Wien unzähligen Ausstellungen sein Schaffen ehren, wird dies vielleicht auch zu einer Neubetrachtung von Klimts Werk führen. Und auch der modische Aspekt wird nicht zu kurz kommen, denn Klimt hat sich als bildender Künstler auch mit Mode beschäftigt. Auf Fotografien sieht man ihn oft in bodenlangen Kitteln, die der Reformbewegung zuzuschreiben sind. Für den Couture-Salon der Schwestern Flöge entwarf er Muster, die die formlosen Kleider zu Kunstwerken machten. 
Einer der letzten Sätze der von Gustav Klimt überliefert ist lautet: "Emilie soll kommen". Emilie Flöge war nicht nur ein fester Bestandteil der Wiener Boheme und wurde seit 1891 immer wieder von Klimt portraitiert, sie war auch über Jahre hinweg seine Geliebte und Vertraute. 1904 eröffnete sie nach einer Schneiderlehre einen Couture-Salon, zusammen mit ihren beiden Schwestern Pauline und Helene. Sie war Muse und Modeikone, und Reformerin. 


Es war keineswegs ungewöhnlich, dass sich Künstler und Architekten mit Mode auseinandersetzen. Gerade die der Secession angehörenden Künstler beschäftigten sich allumfassend mit den Bedürfnissen des Lebens und arbeiteten eng zusammen. Eines der Meisterwerke der Zeit war sicherlich die Villa Stoclet in Brüssel. Josef Hoffmann schuf den architektonischen Rahmen und Gustav Klimt fertigte dafür den berühmten Stoclet-Fries für das Speisezimmer der Villa. Gleichzeitig designte Hoffmann auch die Räume für Emilie Flögers Modesalon und entwarf sogar selbst Kleider, wie das schwarzgrundige Reformkleid mit weißen Relief-Applikationen. 
Die Reformkleider waren ein Gegenentwurf zur vorherrschenden, durch das Korsett bestimmten Mode. Die Kleider fielen lose am Körper herunter und sollten die Frau befreien. Gleichzeitig war es eine intellektuelle Mode, die nicht weniger elitär war, als andere Modeerscheinungen der Zeit. Es waren Hauskleider für wohlhabende Frauen, und wenige Männer. 


Kein anderer Designer kommt wohl der Idee des Reformkleides so nahe, wie Rick Owens in seiner aktuellen Kollektion. Die Ambition hinter seinen Kleidern ist allerdings wohl eine andere, als man sie vor 110 Jahren in die Kleider implizierte. Statt der Befreiung des Körpers geht es in gewisser Hinsicht um Beschränkung. Einzig das Verswischen von Geschlechtergrenzen ist beiden gleich. 

Bild von Gustav Klimt und Emilie Flöge in Reformkleidern, Reformkleid von Josef Hoffmann (Sammlung Österreichisches Museum für Angewandte Kunst), Rick Owens Men's Twisted Gown

2012/01/29

Bilder Die Geschichten Erzählen...


42 Seiten mit unzähligen Ordnern, die wiederum Unmengen an Bildern enthalten, findet man, wenn man die Flickr Seite von Nick DeWolf anschaut. Ein schier unendlicher Schatz mit vielen inspirierenden Fotos tut sich auf. 
Nick DeWolf war nicht nur Wissenschaftler und Erfinder, sondern eben auch Fotograf. Er dokumentierte das Alltagsleben in Amerika Mitte des 20. Jahrhunderts genauso, wie seine Europareisen, die ihn auf die Akropolis und in die Mailänder Scala führten. 

Wunschtagesoutfit...


Wie lässt sich wohl die Verbindung zwischen dem Headerbild und den nachfolgenden Outfit-Teilen herstellen, ist doch das eine ganz auf Bordeaux ausgelegt und die nachfolgenden Klamotten sind Blau? Und der junge Mann trägt auch einen Caban über dem Jacket, während ich einen Macintosh-Mantel zur Strickjacke zeige? Tja, ich habe mir die Freiheit genommen mich zwar von dem Look inspirieren zu lassen, ihn aber nach meinem Geschmack umzuinterpretieren. Ich trage nunmal viel lieber Blau, und den Frühling ist auch der leichte Mantel viel besser geeignet. 
Ausgangspunkt des Looks war aber die Hose von Burberry Prosum. Deren Muster gibt die Richtung vor und dazu passen in meinen Augen schlichtere Basics, um sie ein bisschen herunterzubrechen und sie nicht ganz wie ein Statement erscheinen zu lassen. Den Cardigan habe ich vorgestern schon einmal gezeigt, hier wird er nun in ein Outfit intergriert. Zu guter letzt noch dic Schuhe, die sind einfach nur unglaublich schön. 
Über den Preis des ganzen Outfits lohnt es sich mal wieder zu schweigen, wobei vier der fünf Teile Klassiker sind und über Jahre getragen werden können. 

Band of Outsiders
Maison Martin Margiela
Paul Smith
Burberry Prorsum
Jimmy Choo
Headerbild von Guerreisms, Kleidung von Mr. Porter

2012/01/28

Karla Kolumna, Die Französische Version...


Inès de la Fressange hat sich während der Couture-Schauen in den vergangenen Tagen unter die Fotografen gemischt und das Treiben (für wen auch immer) mit der Kamera festgehalten. In Cordjacket und mit Schiebermütze war sie trotzdem ein Genuss fürs Auge. Eine schöne Frau kann eben nichts entstellen!



Bilder von Style.com

Neu Am Kiosk: Interview...


Ja, lange haben wir gewartet und nun ist sie endlich da, die deutsche Ausgabe von Andy Warhol's Kultmagazin Interview. Seit Tagen, eher Wochen und Monaten, hat die deutsche Medienlandschaft auf nichts anderes gewartet und allein das Impressum liest sich wie das Who is Who der deutsche Magazinaristokratie. Angefangen bei Bernd Runge und Anja Schwing, die beide für Condé Nast tätig waren; genauso wie Klaus Stockhausen, der bei Interview für die Mode zuständig ist. Dann haben wir Jörg Harlan Rohleder und Adriano Sack, sie teilen sich die Position des Executive Editors. Und zum Schluss ist da noch ein anderer Joerg, nämlich Joerg Koch. Mit 032c hat er in den letzten Jahren die Qualitätsstandards im Printbereich nach oben geschraubt und ist damit die beste Wahl für den Posten des Editor in Chief. 
Während bei Facebook gestern Abend zu lesen war, dass an manchen Bahnhofs- und Flughafenzeitungsläden das Magazin nicht zu bekommen war, habe ich bei Rewe in Moabit mehr Glück gehabt. Da lag ein sehr ambitionierter Stapel, wobei die Zielgruppe da wohl seltener vorbeikommen dürfte. Aber hoffen wir mal das Beste! Zuhause habe ich mich dann mit dem Heft aufs Sofa gesetzt und reingelesen, nicht ohne vorher Lana del Rey nochmals tief in die Augen zu schauen und kurz die gut platzierte Hummel zu bemerken. Wenn beim Aufspritzen was schief geht, kann man mit nem Insekt ausgleichen. 
Ich habe mal durchgeblättert, aber nicht wirklich Muse gefunden den 264 Seiten die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Zeitschriften lesen passt gut zu einem Sonntag, morgen also der zweite Anlauf!

Nachtrag: Die Lobeshymnen überschlagen sich und viele drehen durch vor lauter Verzückung. Haben die vielleicht ein anderes Magazin am Kiosk vorgefunden? Oder wollen einfach ganz viele gerne Teil dieser papiergewordenen Verlautbarung sein und schauen vielleicht deshalb lieber einfach nicht ganz so genau hin? Ich jedenfalls bin etwas enttäuscht von diesem Blatt, sehe darin nichts revolutionäres. Allein das Format nervt, vom billig fluddeligen Papier ganz zu schweigen. Die Unterhaltung zwischen Kim Gordin und Chloe Sevigny war ja nett gemeint, als beide aber nach zwei vollgestopften Seiten blubbern immer noch nicht auf den Punkt kamen, hatte die Nase voll und nur noch kurz die Bilder angeschaut. Und wen interessiert eine Unterhaltung zwischen Vladimir Kaminer und Palina Rojinski? Oh man, das waren echt nicht nur verschwendete sechs Euro, sondern auch wertvolle Minuten Lebenszeit. Ich habe mir echt mehr davon versprochen!
Es gibt auch eine Website, auf der man 50 Leuten je drei Minuten lang beim Nichtstun zuschauen darf. Wer also nach dem blättern im Magazin noch nicht zutiefst gelangweilt ist, wird spätestens hier dann kapitulieren.

Galerie Nord Zeigt 'On Moons, Maps And Butterflies'...


Manchmal habe ich das Gefühl, dass dann, wenn die gezeigte Kunst ins triviale abzurutschen droht versucht wird, ihr einen besonders tiefen Sinn zu geben, in dem die Erklärungstexte besonders gekünstelt formuliert werden. "Im dialogischen Zusammenspiel entfalten die Arbeiten von Ebba Matz und Katrin von Maltzahn ein visuelles Feld, in dem Form und Material auf unterschiedlichen Ebenen Spannungen erzeugen. Momente bildlicher Narration greifen ineinander, semantische Ebenen verschieben sich und werfen Fragen nach Deutung, Umdeutung und Erklärbarkeit immer wieder neu auf."
Gestern Abend wurde in der Galerie Nord auf der Turmstraße, das ist quasi im Moabiter Kunst-Niemandsland, eine Gemeinschaftsausstellung der beiden oben genannten Künstlerinnen eröffnet. Während sich die eine, Katrin von Maltzahn, mit Formen und Muster auf der Leinwand beschäftigt, zeigte Edda Matz von der Decke hängende Zinnfiguren. Es geht beiden um Muster und Strukturen, die zumindest im Falle der Zinnfiguren aus dem Chaos heraus in Form gebracht wurden.