2014/04/14

Buchtipp: Dries Van Noten...


Noch vier Tage bis Ostern und noch kein passendes Geschenk für die Modeaffinen unter den Familienmitgliedern gefunden? Zur gerade in Paris stattfindenden Retrospektive hat der belgische Verlag Lannoo nun einen wirklich wunderschönen Band herausgebracht, der das Werk des grandiosen Modedesigners Dries van Noten würdigt. Egal ob man sich vordergründig für das Design van Notens interessiert oder sich einfach gerne schön gestalteten Büchern widmet, dieses Buch lässt das Herz jedes Bücherfans höher schlagen und gehört in jede Mode- und Kunstbibliothek. 



In die Ideenwelt des Designers einzutauchen wird einem durch den prächtigen Bildband erleichtert. Man lernt ihn und seine Historie umfassend in der Einleitung kennen, erkennt immer wieder die Querverweise zu historischer Kleidung und Uniformen, zu Handwerk, Material und natürlich zu Kunst im Mittelteil und kann zum Abschluss noch einmal alle Kollektionen Revue passieren lassen, einzig um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Dries van Noten Kleider macht, die nichts von ihrer Relevanz verlieren und tatsächlich zeitlos sind. 
Mode ist das nicht, weil es einfach nicht modisch im Sinne von jetzt und hier ist. Es sind Bekleidungen,  die einen Charakter unterstreichen und den wechselt man schließlich auch nicht zweimal im Jahr, oder?



Den Autoren des Buches gelingt es umfassend einen Überblick über ein wirklich großes Werk zu geben und aufzuzeigen, was die DNA der Marke Dries van Noten ist und wie diese untrennbar mit der Person Dries van Noten verknüpft ist. Es wird auch nicht zwischen Männer- und Frauenmode getrennt, zumindest nicht auf den Seiten des Buches. Alles ist eine Einheit. 


Der Band liegt gerade auf meinem Schreibtisch, ist eh viel zu Schade um im Regal zu verschwinden. Natürlich ist es kein Schnäppchen, aber definitiv schon jetzt eines des schönsten Modebücher des Jahres. Darin zu blättern ist wie eine Reise in ein kreatives Universum dessen Grenzen man gar nicht absehen kann und wo hinter jeder Buchseite sich ein neues Spektakel auftut. 

2014/04/13

Art Cologne 2014...


Nach Köln ist's nicht weit. Von Wiesbaden aus schafft man es in zwei Stunden, eigentlich sogar noch schneller, was es zu einem idealen Sonntagsausflugsziel werden lässt. Heute lockte die Kunst – besser am letzten Tag zur Art Cologne als gar nicht. Natürlich ist es der Tag an dem sich das 'gemeine Volk' durch die Hallen schiebt, alle wichtigen Leute, die im Auftrag kaufenden Kuratoren und die ganz für sich kaufenden Sammler, haben gleich an den ersten zwei Tagen Interesse bekundet und abgegrast. Schließlich ist man schon seit Mittwoch da und man kauft auch lieber ohne die Vielen im Rücken. 
Das Rheinland ist Sammlermetropole Nummer eins in Deutschland. Auch wenn viele der aus Deutschland kommenden Galerien entweder in der Hauptstadt angesiedelt sind, oder zumindest Dependancen dort unterhalten, wird die Art Cologne immer stärker und wichtiger. Das haben natürlich auch die Großen, Internationalen verstanden und wollen auch ihr Stück von Kuchen abhaben. Aber sind Sammler nicht allgemein sehr reisefreudig und planen das Jahr nach den Messen in London, Paris, Basel, New York und eben auch Köln? 



Wichtig ist es da Profil zu zeigen und einen eigenen Schwerpunkt zu entwickeln; das zu filtrieren, was das Besondere ist. So richtig gelungen ist in diesem Jahr meiner Meinung nach nicht Köln besonders zu machen und die Messe einzigartig erscheinen zu lassen. Natürlich gab es besonderes zu entdecken, aber auch viele sichere Nummern, die zwar gewinnträchtig weil etabliert sind, aber nicht vom Hocker hauen. Paul McCarthy's Figur eines sich an einem Fass betätigenden Mannes zum Beispiel wurde so sehr durch die Presse gejagt, dass die Arbeit in der Realität nur noch verlieren kann. Und weitere Beispiele lassen sich spielend finden. Was ist das Neue? Was ist das besondere?


Ein weiteres Werk an dem kein Journalist vorbei zu kommen schien war von Franz Marc. Nicht nur war es mit knapp 10 Millionen Euro die teuerste angebotene Arbeit auf der Messe, es diente auch dazu das 50-jährige Bestehen der Münchner Galerie Thomas zu feiern. Natürlich ist es ein freudiges Jubiläum, aber allein die Gestaltung des Standes mit all der Spießigkeit eines großbürgerlichen Wohnzimmers hat uns in die Flucht geschlagen. (Die 50 aus verwelkenden Rosen hätte manch junger Galerist durchaus als zeitgenössisch verkaufen können.) Nicht anderes erging es uns mit den Nachbarkojen, die das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts unter die Leute zu bringen versuchten. Was wichtig ist das Jetzt, die aufregenden Sichtweisen, die Künstler heute antreibt. Franz Marc und Co. sind im Museum nett, muss aber nicht auf einer Messe hängen. Das tut beiden Seiten nicht gut. 


Natürlich haben uns auch viele Arbeiten gefallen, einige würden sogar einen Platz bei uns finden, wenn sie nicht den finanziellen Rahmen sprengen würden. Hier mal drei von vielen:

Liam Gillick, Kerlin Gallery
Kirsten Everding, 1301PE
Melora Kuhn, Eigen+Art
Köln lohnt sich, das ist mein uneingeschränktes Fazit. Egal ob Laie, interessierter Dilletant oder Fachmann auf dem Gebiet des Kunsthandels. Die Art Cologne ist es wert besucht zu werden und Hamburg, Berlin oder München sind nicht soweit entfernt, als das sich ein Besuch nicht ohne nennenswerten Aufwand einrichten lässt. 

Alexander Wang X H&M...


Alexander Wang ist es also für den im kommenden Herbst die treuen H&M Kunden Schlange werden stehen dürfen. Bei Balenciaga ist er schon untergekommen, nun landet er auch den Coup, der seinen Namen auch auf dem Massenmarkt bekannt machen wird. 
Was zu erwarten sein wird? T-Shirt's, T-Shirts, T-Shirts...

Mehr bei Fashionista

2014/04/06

Kurze Nacht II - Kunst In Wiesbaden...


Zum zweiten Mal war ich in Wiesbaden unterwegs bei der Kurzen Nacht, bei der Museen und Galerien bis Mitternacht offen sind und gezeigt wird, was die hiesige Kunstszene zu bieten hat. Der schöne Frühlingstag machte auch den Abend mild, was viele Leute raus lockte und für reges Begängnis sorgte.
Das gezeigte war vielschichtig, es reichte von internationalen Künstlern bis hin zu solchen, die sich eher nebenher der Kunst widmen. Alles hat seine Berechtigung, auch wenn ich bei einigen Arbeiten doch recht schnell das Weite gesucht habe. Und eigentlich hat mich nichts so berührt, dass ich es hätte mit nach Hause nehmen wollen. 
Was aber bleibt ist die Erinnerung an eine schöne Nacht, die auch zu spannenden Orten in der Stadt führte. Unter anderem war das leerstehende Alte Landgericht mit seinem Zellentrakt im Keller zum Ausstellungsraum umfunktioniert worden. 

Galerie Hafemann 
projekt 48 
projekt 48
projekt 48
Galerie Cornelisen
Nassauischer Kunstverein
Nassauischer Kunstverein
Museum Wiesbaden

2014/04/03

Aussen Pfui, Innen Hui...


Der Flakon ist ein Alptraum, den muss man eigentlich ganz weit hinten in einer Schublade verstecken und darf in keinesfalls zeigen. Problem ist nur, dass der Inhalt einfach so wunderbar nach Frühling und nahendem Sommer riecht, dass es schwer ist davon abzulassen.
2006 kreierte Olivier Cresp, von ihm stammen auch ein paar Klassiker für Dior, Nina Ricci, Kenzo, Cerruti und Penhaligon's, Just Cavalli Blue. Ich bekam es damals von einer Freundin geschenkt, die zu der Zeit bei einem in Berlin ansässigen Magazin ein Praktikum machte und es als Duftsample mit nach Hause hat nehmen können. Niemand in der Redaktion wollte den hässlichen Flakon und auch wir machen uns lustig über den blau schimmernden Glas-Plastik-Hybriden mit dem unvermeidlichen Zebramuster ganz à la Roberto Cavalli. Verblüffend war allerdings auch, dass ich niemals vorher und nie danach so oft auf einen Duft angesprochen wurde. 
Die alte Flasche von damals hat spätestens den Umzug nach Wiesbaden nicht überstanden, sofern sie nicht schon vorher in den Müll geflogen ist. Ganz sicher lag sie ziemlich weit aufgebraucht vergessen in einer Schublade, neben meinen anderen Düften in schönen Flaschen konnte ich sie schlecht ertragen. Nun, produziert wird Just Cavalli Blue längst nicht mehr, habe ich einen Onlineshop gefunden, der noch einen Vorrat hatte und natürlich konnte nicht widerstehen. 
Der Geruch ist noch immer der Gleiche, der Flakon leider zwangsläufig auch... Wird auch die Wirkung wieder die Gleiche sein?

2014/03/31

Perfekt...


Lieblingsthema in jedem Sommer sind Hochzeiten. Irgendjemand heiratet immer und zwangsläufig kommt das Thema auf den Tisch. Dann unterhält man sich ein bisschen und merkt schnell, dass man geschmacklich einfach nicht die gleiche Sprache spricht. Von den Bräuten mal ganz abgesehen, wollen auch alle Gäste den perfekten Traumhochzeitmoment erleben und suchen sich meist Kleider aus, die bestenfalls ein Schulterzucken hervorrufen, aber auch mal einen leichten Brechreiz verursachen. Selten aber passen sie zum allein durch Location und Jahreszeit vorgegebenen Thema der Hochzeit. Sich bei einer Gartenhochzeit in Pfennigabsätze zu quetschen und dann damit den Rasen zu beackern ist genauso daneben wie Pailettenträume auf der Burgruine. 
Glück ist es die gleiche Sprache zu sprechen. Das in meinen Augen perfekte Outfits für weibliche Hochzeitsgäste für den abendlichen Hochzeitsball ist die griechisch anmutende Robe von Lanvin in violett. Richtig großartig dazu finde ich jadegrüne Accessoires, weil sie das lila brechen und etwas weniger steif aussehen lassen. Und gerade weil das Kleid sehr hochwertig ist, müssen die Teile da auch mithalten können. Insgesamt sind die knapp 4.000 Euro für den Look gut angelegt!

Tory Burch
Roberto Cavalli 
Fendi
Alle Teile von mytheresa.com

2014/03/26

Bücher Im März...


Zwei Bücher im Monat, mindestens. Das war Vorsatz für das neue Jahr und im März hat es sich ganz gut angelassen, da waren es sogar drei. Immer gegen Monatsende wird dann hier zu sehen sein, was Bettlektüre oder Fernsehersatz war und es wird zu lesen geben, ob es sich gelohnt hat. 
Gaito Gasdanow wurde in der FAZ als Wiederentdeckung eines großen Literaten gefeiert und es wurde sogar der Vergleich mit Joseph Roth nicht gescheut. 'Ein Abend bei Claire' war aber bei weitem nicht so bildhaft geschrieben und seelenvoll wie Roth's 'Kapuzinergruft' oder so anrührend wie 'Hiob'. Die FAZ war etwas vorschnell, aber ein nettes Buch war es trotzdem. 


Martin Sutter's 'Der letzte Weynfeldt' hat Michael zum Geburtstag geschenkt bekommen und weil nichts anderes zur Hand war, habe ich reingelesen. Gefesselt war ich von der Geschichte und am Ende sogar etwas traurig, dass es fertig gelesen war. 


'Bel-Ami', der schöne Freund, von Guy de Maupassant sprach mich an, weil man für das Cover Boldini ausgesucht hat und ich auf dessen Bilder stehe. Und ich mag die Belle Epoque. Erstaunlich ist, wie gut sich die Geschichte lesen lässt und wie spannend es doch ist den Aufstieg dieses intriganten Burschens mitzuverfolgen. 

Bücher im Januar und Februar:
Martin Schuster 'Wodurch Bilder wirken – Psychologie der Kunst'
Hipster – Eine transatlantische Diskussion

2014/03/17

Weimar...


Weimar ist ein verschlafenes Städtchen, das wie kaum ein anderes über drei Jahrhunderte hinweg die deutsche Geschichte, die deutsche Kultur und die deutsche Identität prägte. Weimar steht für Sternstunden in Kunst und Literatur, hier wurde der Versuch unternommen einen demokratischen Staat zu begründen und gleichzeitig fanden die giftigen Samen der Nationalsozialisten früher als in vielen anderen Städten fruchtbaren Boden. Bei zwei zur Verfügung stehenden Tagen muss man sich entscheiden, was man machen und anschauen möchte. Wir entschieden uns für Goethe. 

Goethehaus
Christianezimmer
Goethes Bibliothek
Goethes Schlaf- und Sterbezimmer
Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm
Fürstengruft