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2015/10/30

Ostzeit In Wiesbaden...

Wiesbaden hat Geschichte, aber keinen Platz wo diese dargestellt wird. Wiesbaden liegt zu nah an Frankfurt, trotz Landeshauptstadt ist die Mainmetropole reicher an Räumen zur Präsentation von Kultur und Kunst. Wiesbaden hat einen versteckten Ort, der als Schaufenster zwischen Seitengassen liegt und so nicht wahrgenommen wird. Klingt problematisch, ist es auch!
Nach drei Jahren zog es mich heute zum ersten Mal an diesen Ort, der sonst nicht auf meinem Radar ist. Ostzeit heißt eine Ausstellung, die die FotografInnen zeigt, die mittlerweile als Ostkreuz einen Namen haben und ein gleichen Atemzug mit Magnum genannt werden dürften: Sibylle Bergemann, Ute Mahler, Harald Hauswald, Werner Mahler und der Arno-Fischer-Schüler Maurice Weiß.
DDR-Alltag im solide westdeutschen Wiesbaden. Verstehen eigentlich Menschen, die nicht den Osten erlebt haben Bilderserien wie etwa Bergemanns P2-Serie, die Wohnzimmer mit Durchreiche im Plattenbau zeigen? Für mich war es wirklich eine kleine Zeitreise, meine Tante und mein Onkel lebten tatsächlich in genau diesem Wohnungstyp mit genau dieser Durchreiche zur Küchenzelle. Oder ordentlich vor der Konsum-Filiale angestellte Kinderwagen, unabgeschlossen samt Kind?
Bis zum 06. Dezember läuft die Ausstellung, ich werde sicherlich nochmals reingehen. 



2015/10/29

Tschüß...

Kasperlhaft rannte Alexander Wang den Laufsteg entlang, nachdem er seine letzte und als Frechheit zu bezeichnende Kollektion für Balenciaga über den Laufsteg geschickt hat. Er geht und hinterlässt einen Haufen weißer Klamotten, die der Marke nicht wirklich gut tun werden. 35 weiße Stinkefinger eines Designers, der anscheinend erleichtert ist nicht mehr die Last eines so großen Erbes tragen zu müssen und sich nun wieder seiner eigenen Streetwearlinie widmen kann. Das kann er auch besser.
Ohne Winken und ohne Tränen verabschiedete sich am kommenden Donnerstag dann Raf Simons von Dior. Seine letzte Kollektion war nicht ganz so großartig wie vielleicht vorherige, aber solide und sicherlich Umsatz generierend. Mit seinem Abgang hat keiner gerechnet, wahrscheinlich wurde die Nachricht deshalb auch erst am späten Abend nach Börsenschluss verkündet und sinkende Aktienkurse für LVMH so vermieden. Man respektiert sich, heißt es von beiden Seiten, und wünscht sich alles Gute für die Zukunft. Unter der Hand wird vom massiven Druck gesprochen, den Simons nicht mehr bereit war standzuhlaten, und von zu wenig Einfluss für den Designer, was er ebenfalls nicht zu akzeptieren bereit war. Simons wird nun wieder seine eigene Marke stärker in den Fokus nehmen.
Gestern Abend kam schließlich noch die Nachricht, dass Alber Elbaz Lanvin verlässt und sich bereits am Dienstag von seinem Team verabschiedete. Damit war wohl am wenigsten zu rechnen, schließlich hat Elbaz die Marke in den vergangenen 14 Jahren gestärkt und aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Allerdings ist es Elbaz nicht gelungen eine It-Bag zu lancieren und auch in den sozialen Netzwerken findet die Marke selten statt. Die Konkurrenz schreit lauter und die taiwanesischen Eigentümer möchten nun ebenfalls etwas mehr aufdrehen, was den eher stillen Elbaz jedoch nicht zu entsprechen scheint. Konzequenterweise geht er.
Bei Balenciaga ist nun schon die Nachfolge geregelt, Vetements' Designer Gemna Gvasalia tritt die Nachfolge an. Die Überraschung wird nun sein wer für Dior und Lanvin in die erste Reihe tritt. Spekuliert wird natürlich viel, aber aktuell werden ja gerne unbekannte Namen herangezogen, weshalb wahrscheinlich mit denen zu rechnen ist, die keiner auf dem Schirm hat. Aber ist es überhaupt möglich solche Modehäuser allein führen zu können? Oder sind die Designer bzw. Kreativdirektoren nur Sperrspitzen, die alles Lob bekommen solange es gut läuft und dann zum Bauernopfer werden um die Investoren und Anteilseigner ruhigzustellen?
Es wird viel darüber geschrieben, dass kein kreativer Mensch ein Pensum von sechs bis acht Kollektionen im Jahr meistern kann. Es werden verwässerte Visionen, teils wenig ausgreift und schnell hingeschustert. Das Fehlen übergreifender Trends und der damit einhergehende modische Eintopf resultiert daraus, dass im Takt von zwei Monaten neue Zitate aufgerufen werden, aber kein Raum für Neues bleibt. Alte Marken wie Dior, Lanvin und Balenciaga waren in ihrer Zeit prägend, lassen aber im Heute den Neuen keinen Raum, weil sie ihnen die Kreativenköpfe rauben, sie auslaugen und am Ende wieder ausspucken. Oft gebrandmarkt als Versager, weil es ihren nicht gelang ein altes Erbe mit neuem Leben zu erfüllen. 
Designteams ohne Namen und Gesicht, ohne eigene Identität und beeinflusst von Zahlen; Konsumenten- und zielgruppenorientiertes Design ist meiner Meinung nach die Lösung für große Marken, denen eigentlich kein einzelner Mensch gewachsen ist. Ich bin gegen das Verbrennen immer neuer Namen, weil es den Marken nicht gut tut. Es muss am Ende einer Show niemand vors Publikum treten und sich verbeugen, die Mode sollte der Star einer Show sein und wenn sie gut ist, ist egal wer dahinter steckt. Im Grunde ist doch eh allen klar, dass Kollektionen großer Häuser von Teams erstellt werden und Fachleute für Hosen, Blusen, Mäntel, Strick, Taschen, etc. zusammen einen Look erarbeiten. Es wird im aktuellen Diskurs zu sehr über die Designerpersönlichen geredet, statt über die Mode selbst. 
Ich bin jetzt schon gelangweilt von all den Artikeln darüber warum Elbaz ging, ganz zu schweigen von News über Raf, Alexander, Peter, Nicholas, etc. Ich bin für Kontinuität, für gute Produkte von starken Marken. Ich will Produkte die gut gemacht sind und genau deshalb Bestseller sind, gerne mit positvem Markenimage. Aktuell können das am besten die Frauen: Clare Wright Keller bei Chloé macht starke Kollektionen und die Marke hat jede Saison starke, eigenständige Accessoires; Céline's Phoebe Philo bringt Modernität und Weiblichkeit perfekt zusammen; Stella McCartney steht für Glaubwürdigkeit in der Mode... Und Miuccia Prada ist eh die Königin der Mode.

2015/02/01

Kunstmesse Frankfurt...

Ganz hinten in der Halle 1.2 hatte sich die größte, schönste und sicherlich am wenigsten erreichbare Arbeit versteckt: ein Werk von Anselm Reyle, mitgebracht von der Münchner Galerie Kronsbein. Ansonsten gab es ein Bild von Daniel Richter, gefangen in einem wahnsinnig hässlichen Rahmen, die Life-Ball-Skandal-Plakate von David Lachapelle, viel asiatische Kunst und vor allem reichlich Vertreter des Sekundärmarktes. Die erste Kunstmesse Frankfurt war überschaubar, etwas unkoordiniert und wurde von den deutschen Galerien ganz augenscheinlich weitgehend ignoriert, von den internationalen Namen ganz zu schweigen. 
Schade eigentlich, schließlich ist das Rhein-Main-Gebiet nicht gerade die ärmste Gegend Deutschlands und die Örtchen im Dreieck Frankfurt, Wiesbaden und Mainz können durchaus mit dem ein oder anderen Sammlerhaushalt aufwarten. Doch Köln ist nicht weit, Basel ebensowenig, und Karlsruhe gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. Braucht es da überhaupt eine weitere Messe für Kunst?
"Das wichtigste an der Messe ist, dass sie stattfindet.", so Jean-Christoph Ammann, eines der Mitglieder des prominent besetzten Messe-Beirates. Und eigentlich ist es eine Pflicht für das ansässigen, kunstinteressierten Publikum nun die Messe zu besuchen. Zeitverschwendung ist es keine, eher eine Möglichkeit den Kunststandort Frankfurt zu stärken. Auch wenn bislang von einem wirklichen Messekonzept noch gar keine Rede sein kann, bestehen Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenen Identität.
Der Kunsthandel erkannte bereits Chancen und nutzte die Messe als Plattform um Werke zu zeigen und Objekte zu präsentieren. Wer eine Botero-Plastik suchte, wurde genauso fündig wie Liebhaber von Goya-Grafiken, und die obligatorischen Warhols waren natürlich auch dabei. Selbst Oldtimern, historischen Möbeln und Kunsthandwerk wurde Raum gegeben. Für das nächste Jahr wünsche ich mir dann noch ein bisschen mehr junge Kunst, aufregendes Zeitgenössisches....

2014/10/30

Wer Bitte Braucht Ein Neues Poiret?

Zu den wichtigsten Nachrichten der Mode in dieser Woche dürfte zweifellos gehören, dass das Haus Paul Poiret einen neuen Eigentümer sucht und damit wohl gleichzeitig die nächste Wiederbelebung eines großen Namen der Mode ins Haus steht. Die britische Finanzcompany Savigny Partners, Eigentümer an den Namensrechten, gab bekannt, dass die Firma zum Verkauf steht. Sicherlich hatten die Herren Arnault (LVMH) und Pinault (Kering) gleich nervöse Zuckungen, schließlich sind beide Firmen wohl die Hauptadressaten für solche und ähnliche Pressemitteilungen.
Doch lohnt es sich wirklich ein Haus wieder aufleben zu lassen, dass 75 Jahre lang von der Bildfläche verschwunden war und nur Modekennern noch ein Begriff war? Natürlich gehörte Paul Poiret zu den großen Innovatoren und Befreiern der Frauenmode, zu den Wegbereitern der modernen Kleidung frei von eng geschnürten Miedern und überlangen Schleppen. Er war auch der Erfinder von Modeevents, erkannte als erster die Marktchancen von Designerparfums und Accessoires für Kunden, die sich vielleicht kein Kleid leisten konnten und trotzdem ein Stück Poiret besitzen wollten. Und trotzdem geriet das vor dem ersten Weltkrieg gefeierte Modehaus nach dem Krieg in eine finanzielle Schieflage aus der es sich nicht mehr erholte und Poiret, einst König der Couture, musste mit ansehen wie die Mode plötzlich von energischen Frauen wie Madame Vionnet, Madame Lanvin und natürlich Mademoiselle Chanel dominiert wurde.
Ein Haus Poiret braucht die Mode nicht. Aus Respekt vor einem übermächtigen Erbe wäre wenig Neues davon zu erwarten. Selbst in der Couture wäre kein Platz mehr für Ballet Russes und Humpelröcke, Mode ist schließlich ein Geschäft und wird nicht mehr auf Rennbahnen oder Seinekänen präsentiert. Poiret sollte Mythos und Inspiration bleiben, die einstige Rolle als glänzender Vorreiter der Mode des 20. Jahrhunderts sollte nicht durch triviale Geschäftsinteressen und Marketingmethoden des 21. Jahrhunderts geschmälert werden, da diese das Haus nicht mehr an die Spitzen bringen.
Übrigens gab es auch aus anderen Häusern News und Poiret ist auch nicht einzige Wiederbelebung. Courreges hat unter neuen Eigentümern schon eine neue Boutique eröffnet und wird wohl wieder von sich hören machen, Harvey Weinstein will Charles James wieder aufleben lassen und auch von Mainbocher's reanimierung habe ich irgendwo gelesen...

2014/10/21

Oscar De La Renta Ist Tot....

Oscar de la Renta wollte mit seiner Mode niemanden verstören, nicht durch Untragbarkeiten von sich reden machen oder durch große Inszenierungen Blicke erhaschen. Er sah sich selbst am ehesten als Verschönerer, vielleicht sogar als Frauenversteher. Eleganz war seine Devise. 
In den vergangegen 50 Jahren hat sich der Designer, der in der Dominikanischen Republik geboren wurde und dessen Freude an Farben und Schönheit da begründet liegt, nicht nur zum einflussreichsten Modemacher Amerikas hochgearbeitet, sondern auch einen Stil geprägt, der Leinwanddiven, Präsidentengattinnen und 'Lady's who lunch' gleichermassen in Verzückung versetzte. Jackie, Nancy, Barbara, Hillary und Michelle wussten und wissen, dass in einem Kleid von Oscar de la Renta Fehltritte fast ausgeschlossen sind. 
Oscar de la Renta verstarb gestern im Alter von 82 an einem Krebsleiden.

Bildquelle: Style.com

2014/09/08

GQ-Style Nr. 26...

Zum Frühstück gab es schon am Donnerstag gleich die neue Ausgabe der GQ-Style, die kam da neu raus und ihr erscheinen ist immer ein wenig wie Weihnachten. Mittlerweile weiger wegen des guten Heftes, eher weils zu einer Gewohnheit geworden ist sie möglichst gleich am Erscheinungstag zu kaufen. Nun sollte dieser Post dann auch noch vor dem Wochenende online gehen, aber der Besuch meiner Eltern und eine halb durchgemachte Nacht in Frankfurt kamen dazwischen. Also dann heute. 
Manchmal ist es aber auch gar nicht schlecht zweimal ein Heft in die Hand zu nehmen, es auch nochmals durch andere Augen zu sehen, schließlich fallen nur so die Defizite auf, die vor lauter Vorfreude und leichter Euphorie übersehen worden wären.
Augenscheinlich ist, dass es dem Heft schon seit ein paar Ausgaben nicht mehr um die blosse Wiedergabe dessen geht, was die Marken für die laufende Saison vorschlagen. Das kennen die interessierten Konsumenten eh schon aus dem Netz, aus dem Angebot realer und virtueller Shops oder von den Leibern mehr oder weniger prominenter Persönlichkeiten. Auch die GQ-Style muss sich mehr um das kümmern, was hintern den Marken passiert und auch die ans Licht bringen, die gerade eine Marke für den Bruchteil eines Jahrzehnts beeinzuflussen vermögen. Eine Prada-Strecke kommt dann eben Fassbinder auch nicht aus, in diesem Fall darf sich sogar die Fassbinder-Protagonistin und Prada'sche Brecht-Rezitatorin Barbara Sukowa zu Wort melden und sich zu ihrer Mode äussern. Auch bei Saint Laurent geht es nur indirekt um die Mode, statt derer wird werden die Looks zwar in einer Strecke mit Versatzstücken zwar zitiert, aber von Slimane selbst werden die Fotos gezeigt, die sein 'Männer'bild beeinflussen. 
Insgesamt muss man leider feststellen, dass vor allem die Marken sichtbar gemacht werden, die auch viel Werbefläche kaufen. Polo Ralph Lauren über mehrere Seiten hingweg, in einer amerikanischen Highschool fotografiert, dargebracht, ist dann auch wirklich der Tiefpunkt kommerzieller Modeeditorials. Das müsste eigentlich als gekaufter Content deklariert werden. Natürlich fallen dann auch Marken und Kollektionen hinten über, die zu den besten der Saison gehören. Valentino zum Beispiel habe ich gar nicht entdecken können, oder Stefano Pilati's Ermenegildo Zegna. 
Trotz dieser Kritik bietet die GQ-Style ihren Lesern Mode und Informationen zu und über die Marken, so dass es sich auf jeden Fall lohnt dieses Heft zu kaufen, zu lesen und später zu den vorangegangenen Heften ins Regal zu stellen. 



2014/09/03

Dead Becomes Her - Trauerkleidung Im Museum...

Zum ersten Mal nach seit sieben Jahren gibt es im Metropolitan Museum in New York neben der großen Modeausstellung im Sommer auch eine zweite im Herbst. 'Dead Becomes Her: A Century Of Mourning Attire' widmet sich weder einer glamourösen Thema noch einem großen Designer, es geht im Trauerkleidung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. (Denjenigen, die das Blog schon länger verfolgen, düfte das Thema bekannt vorkommen. Vor gut drei Jahren gab es mal einen Post zum Thema Trauerkleidung.)

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier

2014/06/21

Fracking? Nein Danke!



Kommende Woche soll still und leise ein Gesetz verabschiedet werden, welches in Deutschland über kurz oder lang Fracking ermöglichen soll. Durch das Einbringen eines Chemie-Wasser-Sand-Gemischs in Gesteinsschichten sollen diese erweicht werden und die Förderung von Erdgas ermöglichen. Welche Folgen dies für die Umwelt und das Trinkwasser haben wird, ist noch nicht absehbar und scheint die Bundesregierung, allen voran Siegmar Gabriel und seine SPD, auch nicht sonderlich zu interessieren.
Man kann online eine Petition gegen Fracking unterzeichnen. Hiermit lege ich jeden nahe sich zu informieren und sich gegen Fracking einzusetzen. Es kann nicht sein, dass wir die Atomkraft noch nicht hinter uns haben und uns schon der nächste Scheiß aufgedrückt wird!


2014/04/21

Immer Drauf - Neue Anzüglichkeiten Von Terry Richardson ...


Models gibts wie Sand am Meer, die meisten machen mal was und sind dann wieder weg. Um auf die Cover oder auf die Modeseiten internationaler Magazine zu kommen müssen sich die Mädchen schon etwas anstrengen, oder aber einfach herausragend sein. Und eine in der Vogue, noch dazu in der amerikanischen, bekommen dann auch wieder die, die von internationalen Chefgöttinnen eine temporären Heiligenschein verliehen bekommen.
Emma Appleton versucht sich nun einen Namen zu machen in dem sie einfach mal einen Weg geht, der zwar noch keine Magazinseiten garantiert, aber zumindest ihren Namen schlagartig bekannt macht: Sie veröffentlichte bei Twitter, dass Terry Richardson ihr ein eindeutig sexuelles Angebot gemacht hat, dessen bereitwillige Annahme ihr Bilder in der Vogue (welches Land auch immer) garantierten. Natürlich hat es Appleton nicht angenommen, sie zeigte den Fotografen auch nicht wegen sexueller Belästigung an, sondern sie ging an die Öffentlichkeit. Nun schreiben einige darüber, sogar die Abendzeitung München, und das Model wird augenblicklich berühmt, quasi eine Osterüberrachung.
Oh man, wie oft muss man solche Nachrichten noch lesen? Entweder es schreitet endlich mal der Gesetzgeber ein und geht gegen Terry Richardsons sexuelle Anzüglichkeiten vor oder die immer gleichen Tiraden hören endlich mal auf. Es nervt mich, dass immer wieder die gleichen Vorwürfe aufpoppen und Futter bieten. Es müssen sich doch Beweise finden lassen, wenn wirklich etwas an Richardsons offensiver Art dran ist.
Und warum ist der Twitter-Account von Emma Appleton plötzlich gelöscht?

Bildquelle

2014/04/14

Buchtipp: Dries Van Noten...


Noch vier Tage bis Ostern und noch kein passendes Geschenk für die Modeaffinen unter den Familienmitgliedern gefunden? Zur gerade in Paris stattfindenden Retrospektive hat der belgische Verlag Lannoo nun einen wirklich wunderschönen Band herausgebracht, der das Werk des grandiosen Modedesigners Dries van Noten würdigt. Egal ob man sich vordergründig für das Design van Notens interessiert oder sich einfach gerne schön gestalteten Büchern widmet, dieses Buch lässt das Herz jedes Bücherfans höher schlagen und gehört in jede Mode- und Kunstbibliothek. 



In die Ideenwelt des Designers einzutauchen wird einem durch den prächtigen Bildband erleichtert. Man lernt ihn und seine Historie umfassend in der Einleitung kennen, erkennt immer wieder die Querverweise zu historischer Kleidung und Uniformen, zu Handwerk, Material und natürlich zu Kunst im Mittelteil und kann zum Abschluss noch einmal alle Kollektionen Revue passieren lassen, einzig um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Dries van Noten Kleider macht, die nichts von ihrer Relevanz verlieren und tatsächlich zeitlos sind. 
Mode ist das nicht, weil es einfach nicht modisch im Sinne von jetzt und hier ist. Es sind Bekleidungen,  die einen Charakter unterstreichen und den wechselt man schließlich auch nicht zweimal im Jahr, oder?



Den Autoren des Buches gelingt es umfassend einen Überblick über ein wirklich großes Werk zu geben und aufzuzeigen, was die DNA der Marke Dries van Noten ist und wie diese untrennbar mit der Person Dries van Noten verknüpft ist. Es wird auch nicht zwischen Männer- und Frauenmode getrennt, zumindest nicht auf den Seiten des Buches. Alles ist eine Einheit. 


Der Band liegt gerade auf meinem Schreibtisch, ist eh viel zu Schade um im Regal zu verschwinden. Natürlich ist es kein Schnäppchen, aber definitiv schon jetzt eines des schönsten Modebücher des Jahres. Darin zu blättern ist wie eine Reise in ein kreatives Universum dessen Grenzen man gar nicht absehen kann und wo hinter jeder Buchseite sich ein neues Spektakel auftut. 

2014/02/27

Neu Am Kiosk: GQ Style...


Langsam wird das Regalfach voll, in dem die GQ Style untergebracht ist. Doch das ist kein Grund nachher nicht gleich zum Zeitschriftenladen zu gehen und mir die neue Ausgabe zu holen. Vielleicht fange ich jetzt auch an mir wieder Haare wachsen zu lassen...
Nein, definitiv ist will ich keine langen Haare, und blonde Spitzen schon gar nicht. Natürlich kommen auch die GQ-Style Autoren an den Haaren von Jared Leto nicht vorbei und sie sind sicherlich auch gespannt wie seine Haare dann heute bei den Oscar's zusammengeschlungen, hochgefummelt oder wellig onduliert sind. Doch wenn er eins von dem Coverfoto lernen kann, dann ist es dass zu gemacht ziemlich unsexy aussieht, auch wenn sich noch so viel Mühe bei dem Look gegeben wurde.
Gleich nach dem Text über Hollywoods neuen Lieblingsgrunger geht es langhaarig weiter und 14 Seiten lang kann man sich anschauen, wie viel besser dann eben ungemacht aussieht. Das durch sanftes Wasser wandelte Modell trägt dann nicht nur das ganze große Thema des Summer, große abstrakte Muster und Hawaiimotive, sondern auch die essentiellen Teile von Prada. Ich höre unweigerlich Wagner's Wallkürenritt und sehe dabei Kubrick's Hubschrauber vor meinem inneren Auge. Schön sind die Sachen, klar, aber man muss sie nicht in jeder Strecke sehen. Gucci und Saint Laurent sind auch  oft vertreten, aber nicht so erkennbar.
Zu den wirklich Begehren weckenden Teilen im Heft gehören aber nicht die stark gefeaterten Teile, sondern ganz andere und unerwartete. Zum Beispiel sind da Hosen von Michael Kors, sie selbst mittels Herstellernachweis nirgendwo zu finden sind. Abgesehen davon, dass Kellan Lutz sehr adorable darin aussieht, ist auch der Schnitt einfach sehr neu wirkend. Bundfaltenhosen mit ausgestelltem Beim und hoch in der Taille getragen sind irgendwie altes Hollywood und durchaus auch in der Jetztzeit gut einsetzbar.
Und dann ist da noch eine ganze Strecke voll mit Einteilern, die die Sommergarderobe perfekt vervollständigen. Wie gut einen modeaffinen Freund zu haben, der ein solches Teil im Schrank hat.


Bei einem Magazin wie GQ-Style sollte man eher von einem Befriedigungsauftrag als von einem Bildungsauftrag sprechen. Dem jedenfalls kommt das Heft wieder einmal nach, wenngleich es nicht die Euphorie früherer Ausgaben auszulösen vermag.

2014/02/09

Ball Des Sports 2014...


Zum zweiten Mal in meiner Zeit in Wiesbaden fand fast vor meiner Haustür der Ball des Sports statt, der zu Gunsten der Deutschen Sporthilfe zum 44. Mal Sport und Wirtschaft zusammenbrachte. Wieviele der knapp 2.000 Gäste die rund 1.000 Euro für die Eintrittskarte selbst bezahlt haben, weiß ich nicht. Aber sicherlich haben so einige den Unkostenbeitrag gerne gezahlt um mit OlympiasiegernInnen und WeltmeisternInnen zu dinieren. Es geht auch tatsächlich um den guten Zweck, schließlich unterstützt die Deutsche Sporthilfe letztendlich SportlerInnen darin Träume von Olympia zu realisieren. 
Kein Wunder also, dass die Demonstranten auf der gegenüber liegenden Straßenseite überhört wurden, obwohl dies eigentlich kaum möglich war. Auf den Plakaten ging es hauptsächlich um die Zustände in Russland und das vermeintliche Wegsehen in Bezug auf anhaltende Menschenrechtsverletzungen. In der HR-Abendschau wurde natürlich auch das angesprochen und die Initiatoren des Balls, allem voran der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Sporthilfe Dr. Michael Ilgner, betonte, dass man auch Herrn Hitzlsperger eingeladen hat, er aber nicht hat kommen können. Was für ein Statement ist das denn bitte gewesen Herr Ilgner. Bei Fussballerinnen ist Homosexualität viel weniger ein Tabu. Steffi Jones, ehemalige Fussballnationalspielerin und offen lesbisch, kam mit ihrer Ehefrau. 



Es waren aber noch ein paar mehr Persönlichkeiten angereist, die neben dem (leider immernoch) hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier über den roten Teppich flanierten. Britta Heidemann, Franziska van Almsick und die ehemalige Hochspringerin Ulrike Meyfarth waren gekommen, Fabian Hambüchen und Matthias Steiner auch. Die Bundesregierung wurde vertreten durch Thomas de Maizière und Veronica Ferres lässt natürlich auch diesen roten Teppich nicht aus, das ausgschamte Luder. 
Nach einem dreigängigen Menü galt es nur noch den Auftritt von PUR zu ertragen und dann durften sie alle wieder nach Hause. Mit einem Reinerlös von 750.000 Euro kann man den Ball als Erfolg verbuchen. 
Es war übrigens der letzte Ball in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen, denn die werden noch in diesem Sommer abgerissen und machen einem Neubau platz. Trotzdem wird der Ball auch in den kommenden Jahren in Wiesbaden stattfinden, das gab Oberbürgermeister Sven Gerich gestern Abend bekannt. Der war nicht nur zusammen mit seinem Ehemann Ballgast, sondern stattete auch den gut 25 Demonstranten einen Besuch ab. 


2014/02/07

Doodle Des Tages...


Wer sich heute schon einmal zu Google verirrt hat, dem wird der heutige Doodle aufgefallen sein, das ein politisches Statement ist und damit eine Besonderheit in Google's Doodle Universum darstellt. Ganz bewusst wurde für den heutigen Tag die Regenbogenflagge, das offizielle Zeichen LGBT- Community, mit Sport zusammengebracht. Das ist eine wirklich gute Sache und ein gelungenes Zeichen gegen die Russland gängige Diskriminierung von Minderheiten zum Auftakt der olympischen Spiele!

Recycling: Warum Sotschi So Viel mit Olympia 1936 Gemeinsam Hat...


Gestern starteten inoffiziell die XXII. Olympischen Spiele in Sotschi, noch bevor alle Athleten fein säuberlich sortiert in ein nach aussen hin fertig wirkendes Stadion einmarschiert sind, haben die Eiskunstläufer schon einmal ihre Runden drehen dürfen. Naja, ist Eiskunstlaufen nicht auch ziemlich nach dem Camp-Geschmack? Und warum ist ausgerechnet ein Eiskunstläufer Putin's Lieblingssportler?
Nach den Protesten im letzten Herbst ist wieder Ruhe eingekehrt und auch wenn noch immer Homosexuelle und andere Minderheiten tyrannisiert werden, wurde doch schnell wieder auf Sport umgeschaltet; Coke und Visa machen weiter Umsatz und Putin sonnt sich weiter in Selbstherrlichkeit.
Nachfolgenden Text habe ich schon im August veröffentlich, es lohnt sich aber ihn noch mal hervorzuholen, einfach der Aktualität halber...

Neulich erstaunte mich ein Kommentar unter dem von Silke Burmester bei Spiegel Online veröffentlichten Artikel über die Homophobie in Russland doch sehr. Meinte der Kommentator doch, dass die Anti-Gay-Gesetze in Russland eine innerpolitische Angelegenheit seien und aussenstehende nicht das Recht hätten darüber zu urteilen oder diese zu bemängeln. Klar, wir alle sind ziemlich gut darin die Augen zuzumachen oder einfach in eine andere Richtung zu schauen, wenn es unangenehm wird. Und stünden nicht die olympischen Spiele kurz bevor, wäre doch auch alles super. Bei der bevorstehenden Leichtathletik WM in Moskau, die in wenigen Tagen über die Bühne gehen wird funktioniert dies doch auch ganz wunderbar. Oder schon mal jemand von einem Boykott selbiger gehört?
Auch das IOC schaut weg, Wirtschaftsfaktor und Geldmaschine Olympia und all dieser Kram sind wichtiger als eine kleine Minderheit, die doch einfach mal ihren Mund halten soll und dann doch eigentlich ganz beschaulich leben könnte. Geht doch schließlich nur um ein paar Schwule und Lesben, anders wärs wenns Juden wären. Ach nein, dass war ja vor 77 Jahren. Und im Grunde hat auch damals das Wegschauen der Aussenstehenden wunderbar funktioniert. Für ein paar Wochen wurden in Deutschland einfach ein paar Plakate und Schilder von den Straßen entfernt und der ein oder andere deutsche Viertel- teils sogar Halbjude hat sogar mitspielen dürfen. Und die von ausserhalb hat man eh reingelassen, nach zwei Wochen sind die schon selbst wieder gefahren. Danach gings dann richtig ab und erst als das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen war hat man reagiert. Nein, eigentlich doch erst als es ans eigene Territorium ging und Hitler begann Krieg zu spielen schritt man ein. Und die Rettung der überschaubaren Anzahl von Überlebenden Juden war ein positives Nebenprodukt, welches am Ende die Möglichkeit bot die Täter vor Gericht zu bringen. 
Nun plant Putin und seine Mannschaft sicherlich nicht das eigene Land zu vergrößern, ist ja eh schon weit und größtenteils leer. Es gibt also keinen Grund sich auf den Schlips getreten zu fühlen und Streit will ja auch keiner haben. Die Schwulen hierzulande sind ja ganz nett und haben alle so einen guten Geschmack. Und die Lesben? Ja, in Pornos schaut man denen gerne mal zu... Aber bitte, um die in Russland und all den anderen Ländern mit ähnlichen Gesetzen will sich nun wirklich nicht noch kümmern müssen. Und warum Olympia boykottieren, ist doch im Fernsehen so nett anzuschauen wie die da die Pisten herunter fegen. 
Wir leben in einer Welt, in der man sich die Drohnen im Spielzeugladen kaufen kann um zu schauen ob des Nachbarsgarten auch säuberlich gemäht ist. Unsere Emails, und alle Kontobewegungen sowieso, werden überwacht, schließlich weiß man ja nie. Hinter jeder Hecke wird ein Terrorist vermutet, und verdächtig ist grundsätzlich eh jeder. Wenn es aber um die wirklich grundlegenden Rechte unserer Mitmenschen geht, hierzulande oder anderswo, haben wir unseren Großeltern und Urgroßeltern doch mehr gemein als uns lieb sein sollte.
Weitere Artikel zu diesem Thema hier und hier. Vor allem bei der TAZ sind es die Kommentare die erschrecken und davon zeugen, dass es durchaus auch hier Befürworter ähnlicher Gesetze geben könnte.

Bei Euronews gibt es übrigens viele schöne Twitter-Bilder und -Posts, die Journalisten von ihren wirklich wunderschönen Behausungen machen. Da wäre man gerne Gast in Sotschi!

2014/01/31

Aussen Hui, Innen Momix Botanica...


Die Alte Oper in Frankfurt ist schon ein Erlebnis, zumindest dann, wenn man sich nicht im Vorfeld mal angeschaut hat, was einen erwartet. Es war mehr als ein kleiner Schock, als wir das den Charme der 70-er aus jeder Pore atmende Treppenhaus vom Parkhaus her erklommen hatten und im Zuschauerraum sofort in unsere Schulzeit zurückversetzt wurden. Die Alte Oper ist mehr eine zu groß gewordene Schulaula und verzaubert nicht mal mit Chic, wie es die Deutsche Oper in Berlin oder die Kölner Oper vermag. Selbst der Friedrichstadtpalast hat mehr Esprit. Kein Wunder also, dass das Publikum nicht bereit ist sich etwas Mühe beim Outfit zu geben und es teils nicht einmal für notwendig hält das Handy auszuschalten. 
Doch wir waren ja nicht vordergründig wegen des Ambientes oder unserer Sitznachbarn dort, sondern wegen der amerikanischen Tanzkompanie Momix und deren Show Botanica. Sobald das Licht ausging, konnte man die Umgebung schnell hinter sich lassen und eine wirklich ausserordentliche Performance in mehreren Akten erleben. Modern Dance wurde mit Akrobatik und viel Budenzauber gemischt, dessen einzige Schwachstelle der nicht wirklich erkennbare roten Faden war. Aber wir wurden wirklich mitgerissen von der Musik und waren beeindruckt vom tänzerischen Können und den Bildern, die auf die Bühne gezaubert wurden. 
München, Stuttgart, Baden Baden und ein weitere deutsche Städte stehen noch auf dem Tourneeplan, es lohnt sich wirklich sich die Show anzusehen! 

2014/01/27

Looking...


Ich hänge in letzter Zeit doch wieder an Serien fest. Da ist natürlich das großartige Downton Abbey, neuerdings mag ich House of Cards und auch Girls finde ich ganz großartig. Nun kommt noch Looking hinzu, eine neue Serie von HBO, die drei recht unterschiedliche Männer auf ihrer Suche nach dem Richtigen zeigt. San Francisco, und das ist fast schon das einzige Klischee an der Serie, bildet den Hintergrund für die Alltäglichkeiten zwischen Freundschaft, Jobs, Liebe und Sex. 
Die erste Folge habe ich gesehen und kann es nun kaum erwarten weiter zu schauen. Allerdings heißt es auch wieder von Woche zu Woche ausharren zu müssen, voll Spannung und Vorfreude. 

2014/01/24

Sektentum Bei H&M...


Fährt man die Otto-Suhr-Allee entlang kann man den Glasbau in dem Scientology beheimatet ist gar nicht übersehen. Es ist ein kleines Missionierungszentrum, in dem jeden Tag 'Tag der offenen Tür' ist. Da Kirchen und Sekten längst an Reiz und Anziehungskraft verloren haben und Fastfood- und Fastfashionketten die neuen Religionszentren sind, hat nun H&M im Epizentrum der Pseudohippness (Hackesche Höfe) eine 'Kirche' aufgemacht, in der sich die Jünger missionieren lassen können. Was da genau abgeht und wann man da Matthias Schweighöfer treffen ist bei Lesmads nachzulesen...
Aber mal ehrlich, ist es das, was die Welt braucht? 

2014/01/22

Bla Bla Bla...


Erfolgreich konnte ich mich ein paar Tage lang gegen das bei Facebook kursierende Video von der Reime schwingenden Julia Engelmann erwehren. Sonntagabend kam denn Michael um die Ecke und hielt mir das Video unter die Nase und vorbei war's. Ok, ich hab es dann angeschaut und für einen kurzen Moment konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich es als großartig, als defühlsduseligen Scheiß oder einfach als neutral uninteressant abtun sollte. Doch mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich schon im darüber Nachdenken es wieder vergessen haben werde. 
Die Zeit hat sich mal des Videos von der Poetry-Slammerin angenommen, es damit kurz auf meinem Radar aufblitzen lassen, und es mal ein bisschen analysiert. Letztendlich kommt es auch nur als Kitsch davon von einer Studentin, die zwar Freiheit propagiert selbst aber in der Trettmühle aus Bachelorstudeingang und Praktikum gefangen ist. Hohles Gerede mehr oder weniger, ein bisschen verreimt, von einer, die selbst zwischen Studium, Kindern und gut geplanter Altersvorsorge schon als Leben bezeichnet, wenn sie sich einmal im Jahr für ein paar Stunden in den pseudoangesagten Berliner Club rumtreibt. Braucht keiner, tut kurzfristig und schon gar nicht langfristig irgendjemand was bedeuten. 
In Anbetracht kurzer Aufmerksamkeitsspannen, meiner eigenen inbegriffen, kommt sicherlich bald der nächste Dschungel daher und fesselt unser Interesse. Oder Julia Engelmann zieht dort ein und hat dann später was zu erzählen, ist es doch der perfekte Ort für Internetirrlichter oder Kurzeitsoapsternchen. Frau Engelmann war/ist immerhin beides mehr oder weniger, und das ist doch schließlich alles was zählt!?


2014/01/19

IMM - Internationale Möbelmesse Köln...


Sonne über Köln, nichts anders war zu erwarten, da machte es Spass einen kleinen Spaziergang zu machen und statt die Bahn zu nehmen zu Fuss zur Messe zu laufen. Vorbei am Vorhängeschlossmassaker auf der Hohenzollernbrücke ging es auf die andere Rheinseite zur Messe und glücklicherweise waren nur wenige 'Frühaufsteher' unter den Messebesuchern, so dass es anfangs sogar noch nett und übersichtlich zuging in den Hallen. Das änderte sich später, da hatte ich meine kleine Ständeliste aber schon abgearbeitet und fast wieder auf dem Heimweg.


Die IMM war meine erste große Möbelmesse, abgesehen von der Qubique 2011 war ich noch auf keiner bislang. Halle 3 war nicht nur erste die Anlaufstelle, sondern dort versammelten sich auch die für mich spannendsten Aussteller. Bocci, Vitra, Muuto, Gubi und viele andere sind dort versammelt und zeigen ihre Sortimente, die fast ausschließlich aus Highlights zu bestehen scheinen. Die Displays waren schön gestaltet und inspirierent, nicht schwer, wenn vom Wandhaken bis zur Sitzgruppe alles angeboten wird. Oder doch?
Ich war nicht vorbereitet, hatte auch keinen Hallenplan, treibenlassen und schauen war die Devise. Unterwegs entdeckte ich die Fliesen von Patricia Urquiola für Mutina und konnte mich nicht entscheiden, wie ich ich diese nun finde. Schön auf jeden Fall, praktisch nicht immer. Auch die Halle mit den jungen und angehenden Designer war ein Erlebnis und ist spannend, was davon den Weg in die Kollektionen führender Hersteller findet. 


In einer anderen Halle fanden sich all die Hersteller, die großformatig in den guten und besseren Wohnraumzeitschriften immer im ersten Drittel werben und auch in den Editorials viel vertreten sind. Doch die riesigen Sofalandschaften, Schranksysteme und Esskonstellationen wirkten kühl bis unfreundlich, undekoriert und dadurch auch weniger ansprechend, was das Gewicht der Möbel vervielfachte. Während ich von Minotti, Ligne Roset und der Standgestaltung weiterer Hersteller mehr als enttäuscht war, blieb einzig von COR ein positiver Eindruck hängen. 
Schlimmer waren nur die Alpträume bei Bretz und ledernen Fernsehsesselungetüme einiger deutscher Hersteller. Es ging dann nochmals zurück zu e15, wo eine kleine, in einem Sideboard versteckte Hausbar mein Herz erwärmte, und das nicht nur weil der richtige Gin darin stand. 

Ray & Charles Eames bei Vitra
Jan Kath
COR
e15

2014/01/16

Lee Miller Im Bade...


Ja, die erste Ausgabe der Harper's Bazaar, also der ersten ganz offiziellen deutschen Ausgabe davon, hat es in sich. Nicht nur das Angelika Taschen, die Erfinderin des vor Luxus strotzenden Coffeetablebooks im hinteren Teil des Hefts Hotels vorstellen darf und damit nun die Frau zur Chefin hat, die eigentlich beim Verlag Taschen Frau Taschen's Nachfolge antreten sollte um die Lifestylekohlen aus dem Feuer zu holen und schon nach knapp zwei Jahren und ohne sichtbare Erfolge das Handtuch zu Gunsten des Burda'schen Titels warf, im Wellnessteil haben die Redakteure zu recherchieren verpasst und zeigen die amerikanische Fotografin Lee Miller in Hitler's Badewanne sitzend nebst Wellnesstipps und Beautyprodukten. Naja, nach einer Fotoreportage im zerbombten Deutschland und dem nervenaufreibenden Besuch im Konzentrationslager Dachau tut ein Bad wahre Wunder...

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