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2021/12/21

Wie's in Rom weiterging

Wir haben in Rom einen Schatz gefunden, den wir nun nicht mehr so schnell loslassen wollten. Nichts materielles, einen Wissenschatz. Bereiechernd und wertvoll. 

Frau Dr, Susanne Hohwieler begleitete uns also nicht nur durch die vatikanischen Museen, sondern wurde von uns für zwei weitere Touren angeheuert. Nach etwas hin und her, auch das Wetter kam als Faktor hinzu, entschieden wir uns für 'Barocke Lebenswelten' und für einen Rundgang durch die Villa Borghese.

Der Barock ist unverkennbar mit Rom verbunden, die Kirchenbauten und Paläste mit all ihrem Überschwang und ließen diese Kunstrichtung zu unermessliche Höhen steigen. Natürlich ist die Ranaissance der Schlüssel und der Ausgangspunkt in Kunst und Wissenschaft, der Barock bringt aber erst die Schnörkel ins Spiel und boten den Päpsten die notwendigen Stilmittel um die Selbstüberhöhung im Namen Gottes zu feiern. Die Päpste übten sich in Demut und ließen in ihren Namen Nepoten für Glanz und Pomp sorgen. Darauf will ich aber gar nicht eingehen, das ist bei Wikipedia unter 'Der Nepotismus am Heiligen Stuhl' ganz gut beschrieben. 

Innozenz X., von ihm gibt das berühmte Bild von Velázquez, an welchem sich später auch nich Francis Bacon abgearbeitet hat, pflegte den Nepotismus wie seine Vorgänger und Nachfolger. Den Palast der Familie mit illustrer Ahnenreihe, auch heute noch bewohnt von Nachfahren, besuchten wir und tauchten ein jene Welt als Schein und Sein. 


Eine Galerie, die sich um einen Innenhof legt mit Terrakottafließen an Boden. Rom ist heiß Sommer, die Böden boten Kühle. Durch die abgedunkelten Fenster, strahlten sie elektrischen Ersatzkerzen um so mehr und man konnte sich gut hineinversetzen in jenes Gefühl, welches den Besucher vor mehr als 300 Jahren vermittelt werden sollte. Selbst die Plastikschonbezüge über den Polstern kann man schnell vergessen. Jedes Bild an der Wand ist jedes Bild ein Kunstwerk, allerdings hängen dann da noch der schon erwähnte Velázquez  und eine halbe handvoll Caravaggios... Man verliert schnell den Blick fürs Detail, ist überwältigt und satt im besten Sinne des Wortes. 

Was bedeutet ein Vermögen, dass man nicht veräussern darf? Milliarden an der Wand und ein immaterielles Erbe in jeder Fuge, das Damokles-Schwert des Verfalls immer über den Köpfen schwebend. Wir wunderten uns Anfangs über verschlissene Vorhänge, die man ja auch als Charme abtun kann. Die Unterhaltskosten für einen solchen Palast lassen sich aber gar nicht ermessen, wodurch dann eine Öffnung nach aussen folgerichtig ist. Heute werden die Räume nicht nur durch Touristen wie uns durchstreift, sie werden auch gerne von Banken und Versicherungen angemietet. Der Barock hat nichts an Anziehungskraft verloren und bietet auch im 21. Jahrhundert noch eine Bühne zur Selbsterhöhung. 
 
 
Auch die Villa Borghese, Ziel unserer zweiten Tour mit Susanne (Wir waren da schon beim Du.), diente zur Darstellung päpstlichen Ruhmes durch seine Nepoten. Diese Villa war nie Wohnraum, sie war ein Festsaal für die Kunst und wieder waren es Caravaggios denen wir Aufmerksamkeit schenkten, der rote Faden unserer Romreise. Aber auch Plastiken von Bernini, wie der im Bild zu sehenden Verwandlung der Daphne nach Ovid. Faszinierend mit welcher Leichtigkeit die Figur schwebt, wie jedes Detail leicht wird. Apollo's Locken, das Tuch um seine Hüften, alles möchte man Anfassen um sich zu versichern, dass es doch aus dem harten Stein gemeiselt ist. 

In jedem Raum wurden zwei oder drei Werke herausgriffen und etwas tiefer betrachtet, nur um dafür 100 andere zu ignorieren. Wir waren nach drei Stunden auch körperlich fertig. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, auch nach nahezu drei Wochen habe ich noch nicht alles verarbeitet. Ich schaue die Bilder an kann die Eindrücke dieser doch nur sechs Tage noch nicht zusammenbringen. Das wird wohl auch noch etwas dauern. 

Fest steht, dass ein weiterer Besuch in Rom Pflicht ist und auch die ein oder andere Tour mit Susanne geplant ist. Die Münze in den Trevi Brunnen zu werfen war gar nicht nötig, Rom begeistert an allen Ecken und Enden. 

2015/02/05

Prachtboulevard: Ringstraße, Wien...

"Bei prosaischen Gelegenheiten setzte der Ring jedoch ein ganz anderes Gesicht auf. Wenn meine Mutter mich zum Einkaufen in die Innere Stadt mitnahm, überquerten wir die breite Allee recht hastig. Die große Weite, die aufgeblähten Silhouetten reduzierten uns zu Zwergen. Die monumentalen Gesten, die uns umgaben, beflügelten die Seele nicht; sie warfen einschüchternde Schatten." Frederic Morton, aufgewachsen und hineingewaschen in ein Wien zwischen Kaiserreich und Republik, beschreibt in einem seiner Essays, wie die Ringstraße immer Teil seiner Wienwahrnehmung war.
Die große Schneiße, die ab den 1860-er Jahren an Stelle der alten Stadtmauer geplant wurde und zu einem Prachtboulevard umgebaut wurde, trennte die Inneren Stadt mit ihren Gassen und Barockfassaden von den Wohnbezirken, die sich im Zuge zunehmender Industralisierung entwickelten und Wien zu einer Metropole werden liesen. Die Ringstrasse wurde zum Symbol der Gründerzeit, war Flaniermeile und Theaterbühne für die Gesellschaft der K.u.K.Monarchie; war eine Sonntagsstrasse für ein wachsendes, bürgerliches Selbstbewußtsein. Größer, schöner und für Riesen gemacht.
Kaiser Franz-Josef I. veranlasste 1857 die Stadtmauer zu schlefen und die Befestigungsgräben zuzuschütten. Das neue Areal wurde ausgeschrieben und in Parzellen auch an private Investoren verkauft um die geplanten Repräsentationsbauten, die heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens gehören zu finanzieren. Mitglieder des Kaiserhauses und der hoffähigen, adligen Familien sollte an der Ringstrasse Grundstücke erwerben um als Beispiel voranzugehen und den Baugrund auch für ein aufstrebendes Bürgertum interessant zu machen. Doch nur wenige Erzherzöge und Adlige liesen Palais errichten, zumeist hatten sie bereits ererbte Stadtresidenzen in der Inneren Stadt oder aber wie zum Beispiel die Familien Schwarzenberg und Hohenlohe-Schillingsfürst großzügige Palais mit weitläufigen Parks, die attraktiver und repräsentativer waren als ein Haus an der Ringstrasse hat sein können. Zu dem verfügten nur wenige Familien über ausreichend Kapital, da ihr Vermögen an weitreichenden Länderreien in den Kronländer gebunden war.
Die Ringstrasse entwickelte sich zur Spielwiese der Zweiten Gesellschaft Wiens, des Geldadels. Zwar konnten durchaus Titel wie Ritter, Freiherr oder Baron vorgewiesen werden, die zur Hoffähigkeit notwendigen 16 hochadligen Vorfahren fehlten jedoch um in den Kreis der Ersten Gesellschaft aufgenommen zu werden. Man baute als Legetimation und um die Standesdünkel zu vertuschen. Wenn man schon nicht bei Hofe eingeladen wurde, so war man doch zumindest Teil der Ringstrassengesellschaft und selbst der Kaiser konnte nicht umhin die neue Gesellschaftsordnung wahrzunehmen.
Eine Welt im Kleinen stellte so mancher Wohnpalast dar, waren Mietskasernen mit Schaufassaden. Unter einem Dach konnten sich elegante Ladenlokale, reiche Bankiers, hoher Adel, Beamte, Künstler und Arbeiter zusammenfinden, ohne das ihre Welten sich überschnitten. Verschiedene Stiegenhäuser sorgten für Trennung und trotzdem wirkte allein die Adresse 'Ringstrasse' erhebend, selbst wenn man nur ein Mansardenzimmer sein Eigen nennen konnte. 
1865 wurde im Beisein des Kaiserpaares die Ringstrasse feierlich eröffnet, auch wenn bis dahin nur wenig wirklich bebaut war und weitestgehend noch brachliegende Baulöcher klafften. Die Pracht war schon zu erahnen in den Folgejahren wuchs die Stadt auch in die Höhe. Nun feiert die Wiener Ringstrasse ihren 150. Geburtstag und neben zahlreichen Ausstellung in Wien widmet Hatje Cantz dem Prachtboulevard einen würdigen Bildband.

Die Wiener Ringstraße

2014. 264 Seiten, 280 Abb.
30,30 x 32,60 cm

ISBN 978-3-7757-3772-2
Preis: 58€

Vielen Dank an Hatje Cantz für das Rezensionsexemplar.

2014/01/29

Zwischen Orient Und Okzident - Autoban...


Einen der sicherlich schönsten Buchläden Deutschlands gibt es in Köln, bei Walter König findet man die beste und umfangreichste Auswahl an Mode-, Kunst- und Designbüchern. Kein Wunder also, dass ich genau dort auf den bei Gestalten erschienenen Band über das in Istanbul gegründete und beheimatete Architektur- und Designbüro Autoban entdeckte. 
2003 gründeten Seyhan Özdemir und Sefer Çaglar zusammen Autoban (Der Name steht für Geschwindigkeit und verbindet das türkische Wort Otoban mit Kraftwerks Hit von 1974. Auch das Markensignet zeugt von dieser Verbindung.) und stehen seitdem für modernes Design, das spielend europäische und osmanische Einflüsse zu verbinden versteht und zurecht mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet wurde. Bauhaus, Eames, Art Deco und Skandinavisches stehen der Formenvielfalt des Orients mit seinen Mustern, Strukturen und Materialien gegenüber. 
Doch was zuerst wie ein Wiederspruch erscheinen mag, fügt sich harmonisch zusammen und lässt warme Interieurs entstehen. Es ist nicht verwunderlich die Ideen der Designer vor allem in öffentlichen Raum wieder zu finden. Hotels, Bars und Restaurants wurden in der Vergangenheit ebenso gestaltet, wie Loungebereiche von Fluggesellschaften und die Geschäfte von Modeunternehmen. Osmanische Ornamente werden dabei für die Gestaltung der Wände verwendet während die Möblierung im Bereich des klassisch modernen Design anzusiedeln ist. 
Für ihre Interieurs verwenden Özdemir und Çaglan sowohl Stücke anderer Designer, wie auch aus ihrer eigenen Kollektion, die vom portugiesischen Hersteller De La Espada produziert wird. Die Schönheit und die haptische Sinnlichkeit des Designs und der verwendeten Materialien begeisterte mich bereits 2011, da habe ich Autoban zum ersten Mal entdeckt. 

Opera Palas © by Autoban
Wenn ich schon weder eine Lampe oder ein Möbelstück von Autoban besitze, so kann ich zumindest in ihren Designs und Interieurs schwelgen. Das Buch von Gestalten liefert einen ganz wunderbaren Einblick in die Welt von Autoban, liefert aber gleichzeitig noch viel mehr wissenswertes über eine lange Designtradition an deren Ende eben Autoban steht. 
Orient und Okzident beeinflussten sich über die letzten Jahrhunderte hinweg und vor allem das 18. und 19. Jahrhundert schwelgten geradezu in einer Fülle gegenseitiger Einflüsse. Europäische Herrscher verfielen einer Orientmanie, die unter anderem in der türkischen Kammer im Dresdner Schloss sehen kann und osmanische Sultane statteten ihre Paläste mit Möbeln des Rokoko aus. Auch der Zauber und das Mysterium das von den geheimen Abenteuern im Harem des Sultans ausging, war ein beliebtes Sujet in der Kunst. Für die Monografie wurde das Thema in einem Essay aufgearbeitet und macht das Buch auch was die Texte betrifft spannend. 

Möbeldesigns von Autoban
Natürlich ist auch die Gestaltung des Buches wichtig und diesbezüglich wurde ganze Arbeit geleistet. Inhaltlich gliedert sich der Band in einen Textteil am Anfang, Bildern von Interieurs im Mittelteil und Pläne und Skizzen, sowie ein Überblick über das Produktportfolio, am Ende. Das unterschiedliche Arten von Papier für die verschiedenen 'Kapitel' verwendet wurden, macht die Qualität auch noch spürbar. 

2013/06/28

Casa Come Me...


Wenn ich schon keine Fernbedienung zur Hand habe, so schalte ich bei Fernsehwerbung zumindest in soweit ab, dass mich das Gezeigte nicht tangiert. Waschmittel, Haarspray und all der andere Kram finde ich reichlich uninteressant und gut übersehbar. Manchmal aber fesselt dann ein Spot doch, schafft es meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und lässt mich sogar danach noch nicht los. Gestern Abend war genau das der Fall als ich zum ersten Mal den Spot für das Zegna Parfüm 'Uomo' gesehen habe.
Es war nun weniger der Flakon der mich so fesselte, auch nicht das Männermodel. Ich habe nur diese unheimlich schöne Freitreppe gesehen die der Mann hinauf stiegt und war sofort ganz angetan von diesem Haus. Glücklicherweise waren die Macher der Spots so nett und haben in einer kleinen Zeile am unteren Bildrand geschrieben, dass es sich um die Casa Malaparte handelt, das machte dann die Recherche mehr als einfach. 
Die Italiener haben gerade in den 1940-er Jahren auf dem Gebiet der Architektur meisterliches vollbracht, man denke nur allein an Gio Ponti. Vielfach waren es futuristische Ideen, deren einziges Manko ein etwas zu starker Hang zum Faschismus war. Auch Curzio Malaparte ist davon nicht freizusprechen, wenngleich er kruz vor seinem Tod noch eine 180 Grad Wendung machte und als katholischer Kommunist starb. 
Zusammen mit den Architekten Adalberto Libera baute er dieses Haus zwischen 1938 und 1940 auf einen Felsen unweit von Capri. Von der über allem thronenden Dachterrasse aus hat man tatsächlichen einen der schönsten Blicke auf den Golf von Neapel. Noch spektakulärer ist aber die Treppe.


Bildquelle: Karl Lagerfeld, Casa Malaparte, Steidl Verlag

2013/05/31

Gold Coast Mansions - Sommerhäuser der Gatsby Ära...


Long Islands Gold Coats war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein beschauliches Fleckchen Erde mit langen Stränden und Blick auf den Long Island Sund. Von Manhattan aus war es Dank einer günstigen Eisenbahnverbindung nur ein Katzensprung, kein Wunder also das es zur bevorzugten Gegend für die nicht allzu kleinen Sommerhäuser der Vanderbilt's, Woolworth's, Morgan's und vieler anderer Familien avancierte. Und als F. Scott Fitzgerald in den 1920-er Jahren 'The Great Gatsby' schrieb fand er genau da den Stoff für seinen großen Roman. 
Vorbild für Gatsby's riesige Villa war das von Alva Belmont in Sands Point erbaute Beacon Tower's. Das steht mittlerweile nicht mehr, war aber mit seiner fast an ein Dornröschenschloß erinnernden Silhouette perfekt um dem 'neureichen' Gatsby zu beherbergen. Die umtriebige Bauherrin war in erster Ehe mit William Kissam Vamderbilt verheiratet und bekam nach der Scheidung 1895 um die zehn Millionen Dollar und ein paar Immobilien zugesprochen.
Nicht nur eine Vorliebe für das Bauen hatte die spätere Mrs. Belmont, auch Partys und Bälle waren eine ihrer Leidenschaften. 1.000 Gäste konnte sie problemlos bewirten, doch vor allem war ihr Ziel in die Riege 'Four Hundred' aufzusteigen, zu welchen die angesehensten und reichsten Familien der Ostküste gehörten. Durch einen geschickten Schachzug schaffte es Alva Vanderbilt Caroline Astor, die Anführerin der 'Four Hundred'-Gang, zu einem Maskenball in neues New Yorker Domizil zu bewegen und sicherte damit den Vanderbilts Teil der New Yorker Upper Class zu sein.
Bereits während in ihrer ersten Ehe hatte Alva ein reges Interesse an Architektur und war massgeblich am Bau des New Yorker Stadthauses im Stil der französischen Renaissance beteiligt. Auch Beacon Towers orientiert sich an diesem Baustil und nahm sich das Hotel de Ville in Normandy zum Vorbild.

Die Goldküste zwischen Manhattan und Hemstead Harpor
Es war allgemein sehr beliebt wild durch die unterschiedlichen Stile hindurch zu bauen oder gar ganze Schlösser aus Europa zu importieren und sie Stein für Stein an der Goldküste wieder aufzubauen. Größer und schöner bauen als die Nachbarn war der Motor der die Bauwut zwischen 1900 und 1920 antrieb, jedes Haus sollte mehr Luxus bieten und eben auch eine exquisitere Ausstattung. Gotische Bibliotheken, Barocke Empfangshallen, Salons im Stil des Rokoko und antike Schwimmbäder wurden zu eklektischen Kompositionen zusammengefügt, die nach heutigem Geschmack einfach wie ein krudes Wirrwarr erscheinen. 
Liest man Beschreibungen über die Ausstattung diese Häuser wundert es einen irgendwann eher, wenn eines mal nicht über eine Tennishalle, einen vier Meter hohen Kaminaufsatz oder ein Esszimmer mit Platz für 200 Personen verfügte. Und eine eigens eingebaute Orgel mit 74 Registern gehörte eh zum guten Ton. Und dennoch verfügten manche Häuser über ein Quäntchen mehr an Extravaganz. Pembroke zum Beispiel hatte nicht nur Ausmasse wie die Titanic, sondern verfügte auch über einen Pool der in einen Wintergarten mit Wassenfall und tropischen Pflanzen eingebettet war und an dessen Decke ein lichtspendender Globus von Tiffany hing und Gertrude Vanderbilt Whitney hatte ein eigenes Atelierhaus um ihren künstlerischen Ambitionen nachgehen zu können. 
In erster Linie dienten die Paläste mit illustren Namen wie 'Winfield', 'Broad Hollow' oder 'Meudon' der Repräsentation und als Kulisse für illustre Party's und Sommerfeste. Ganze Heerscharen von Gärtnern sorgten dafür, dass nicht nur die Rasen und Hecken immer fein gestutzt wurden, sondern auch das die Räume der Häuser täglich mit frischen Blumen bestückt wurden, das Silber wurde in begehbaren Tresorkammern  verwahrt und durfte nur vom Chefbutler persönlich geputzt werden und natürlich waren auch Handwerker angestellt, die sich permanent um den perfekten Zustand des Hauses kümmerten. Die Häuser hatten nicht selten mehr als hundert Zimmer, zuzüglich Gäste-, Pool- und Teehäuser die sich auf den Anwesen verteilten, es gab als immer genug zu tun um die Pracht zu erhalten und die Gäste bei den zahlreichen Festen zu beeindrucken. Selbst während der Prohibition zwischen 1919 und 1933 floss der Alkohol in strömen.

Old Westbury Gardens 
Der schwarze Freitag 1929 führte auch zum Ende des goldenen Zeitalters an der Goldküste. Die Zeit der Partys war vorbei und sofern nicht alles Geld verloren war zogen sich die Besitzer der Anwesen in doch eher kleinere Häuser zurück. Stück für Stück verfielen viele, wurden geplündert oder durch Vandalismus beschädigt. Nur noch wenige Gebäude zeugen von der einstigen Pracht, wie zum Beispiel 'Old Westbury Gardens'. Der Londoner Architekt George Crawley baute das Haus 1906 für John S. Phipps und seine Frau. Ehemals angefüllt mit Möbeln im georgianischen Stil und Werken von Raeburn, Reynolds, Gainsborough und Singer Sargent ist das Haus und der es umgebende Park heute ein Museum und auch eine beliebte Kulisse für Film und Fernsehen. Auch bei Luhrmanns Gatsby-Verfilmung diente es als Vorlage für das Haus von Daisy und Tim Buchanan, wenngleich Luhrmann eine Replik in Australien errichten lies.
Weniger Glück hatte indessen das ehemals prächtige Anwesen von W.C.Bird oder 'Viking's Cove', welches einst Schauplatz illustrer Parties war und nach mehreren tragischen Begebenheiten mehr und mehr dem Verfall preisgegeben wurde. Auch dem einst prächtigen 'Winfield' kann ein solches Schicksal bevorstehen, wenn nicht mehr zum Schutz des Hauses getan wird. 1916 errichtete F.C.Woolworth das Gebäude auf den Grundmauern seiner kurz zuvor abgebrannten Villa und allein das Treppenhaus im Foyer kostete zu dieser Zeit 2 Millionen Dollar. Woolworth selbst hatte ein Faible für Napoleon und stattete sein Schlafzimmer im Stil des französischen Empire aus, dazu gab es Räume im chinesischen Stil, natürlich auch ein gotisches Arbeitszimmer und Gästezimmer, von denen jedes einer anderen Epoche gewidmet wurde und an dessen Tür der Gast auch gleich lesen konnte in welchem Stil er zu nächtigen hatte.
Doch auch einen Geist soll Woolworths Schloss beherbergen, den seiner Tochter Edna. Aus unerfüllter Liebe nahm sich diese im Plaza Hotel das Leben und eine Legende besagt, dass in dieser Nacht ein Blitz das Wappen der Familie über dem Kamin in der Halle an genau der Stelle sprengte, wo sich das Relief von Edna befindet. Edna Woolworth Hutton war auch die Mutter von Barbara Hutton, die mit sieben Jahren ein Vermögen erbte und selbst eine tragische Biografie vorweisen konnte. 

Winfield
Das marmorne Treppenhaus in Winfield
Vor allem die Legenden und Mythen sind es die den Reiz an den Menschen und ihren Häusern in einer wilden Ära ausmachen. F. Scott Fitzgeralds 'The Great Gatsby' schildert diese Zeit in reichen Bildern, gibt aber wahrscheinlich nur einen kleinen Einblick dessen wieder, was es wirklich zu erleben gab. Die ganze Pracht ist aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Wie spannend muss es doch gewesen sein diese Zeit miterlebt zu haben oder zumindest die Möglichkeit gehabt zu haben Häuser noch besichtigen zu können, die mittlerweile abgerissen sind.
Monica Randall hatte Glück, schon als Kind durchstreifte sie die Anwesen und konnte auf verlassenen Dachböden Kisten mit vergilbten Vorhängen und Koffer mit durchtanzten Schuhen entdecken, die von schnellen Aufbrüchen ohne Rückkehr zeugen. Sie nimmt uns im von ihr herausgegebenen Bildband mit auf Spurensuche. 


2013/05/28

Zaha Hadid X Neil Barrett...


Zaha Hadid kann alles designen, eine Skisprungschanze genauso wie eine Feuerwache. Einen Shop zu gestalten ist für sie ein leichtes, das macht sie wahrscheinlich mal schnell in der Mittagspause. Und weil sie eben so gut ist hat nun Neil Barrett Frau Hadid verpflichtet für ihn ein Shop-in-Shop-System zu gestalten, das zum ersten Mal in Seoul angewandt und präsentiert wird. 
Herausragend und eindeutig Hadis's Handschrift tragend sind die gekurvten Linien und die aus einem Guss erscheinenden Präsentationsflächen. Vielleicht sind sie etwas weniger organisch als bei vielen anderen Entwürfen der Architektin, aber das hat wohl auch mit dem ästhetischen Vorstellungen Neil Barrett's zu tun. Dieser ist ein Fan scharfer Schnitte und klarer Linien, ebenso von Nichtfarben. 
Das Design der Verkaufsflächen ist ein gelungenes Beispiel dafür wie Mode und Architektur symbiotisch verschmelzen können, wenn sich zwei finden, die die gleiche Sprache sprechen. 


2012/09/30

Kolumba, Köln...


Es ist schon wieder fast zwei Monate her, dass ich Köln war. Ich habe jetzt die Speicherkarte meiner Kamera leer machen wollen und dabei entdeckte noch die Bilder vom und aus dem Kolumba Museum, die ich bislang noch gar nicht hier gezeigt habe. 
Peter Zumthor, Poet und Purist zugleich, hat dieses Museum, das nicht nur auf den Fundamenten einer alten Kirche steht, sondern diese auch mit in die Architektur einbezogen, erdacht und einen der schönsten Kunsträume Deutschlands geschaffen. Alles an diesem Bau strahlt Ruhe aus und die fast meditative Stille überträgt sich auch auf den Besucher. Das äussere Bild prägen Beton und Stein, innen werden große Räume intimen Nischen gegenübergestellt; holzgetäfelte Räume, Vorhänge aus transparenten, bemalten Seiden und raumhohe Fenster, die das Außen und das Innen verschmelzen lassen, stehen großen Galerieräumen und fensterlosen, hohen Zellen gegenüber. 









2012/08/21

Traumhaus Zum Kaufen: Die Villa Lysis Auf Capri...


Mit der feinen Pariser Gesellschaft ging ein bisschen die Fantasie durch als sie von den 'Schwarzen Messen' des jungen Baron Jacques d'Adelswärt-Fersen hörte. Seine Homosexualität allein wäre im Fin de Siecle, noch dazu im dekadenten Paris, kein Problem gewesen, doch darüber, dass der Baron auch immer wieder 15 und 16-jährige in seinen Kreis lud konnte und wollte man nicht hinwegsehen. Es kam also zum Skandal, der 23-jährige Baron wurde vor Gericht gestellt und kam für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Einzig der Einfluss von Freunden, die im übrigen auch immer wieder Gäste dieser angeblichen Messen waren, verhinderte schlimmeres. 
Nicht nur seine Rechte als Bürger verlor von Fersen, auch seine trotz seiner Homosexualität geschmiedeten Heiratspläne scheiterten. Galt er vor dem Bekanntwerden seines dekadenten Lebensstils  als strahlende Partie, war es im danach nicht mehr möglich ein nur halbwegs ehrbares Fräulein zu finden um dessen Hand er anzuhalten wagen konnte. Baron von Fersen – den Zusatz 'von Fersen' gab er sich selbst, die Familie d'Adelswärt war mit jenem schwedischen Grafen entfernt verwand, dem eine Affäre mit Marie Antoinette nachgesagt wurde – verlies also Paris und übersiedelte nach Capri, wo er sich ein solides Häuschen errichtete: Villa Lysis. 


'Amori et dolori sacrum' steht über den Eingang der im Jugendstil erbauten Villa. Hoch auf einem Hügel gelegen bietet sie, 'der Liebe und dem Kummer geweiht', einen unvergleichlichen Blick auf den Golf von Neapel. Bereits 2.000 Jahre von Baron von Fersen errichtete Kaiser Tiberius seine Villa Jovis; glaubt man den Quellen so war auch dieser nicht uninteressiert an jungen Männern. Und auch nach von Fersen Tod im Jahre 1923 kamen immer wieder Besucher auf die Insel, die dort nicht unbedingt nur nach malerischen Sonnenuntergängen und blauen Grotten suchten, sondern auch nach durchaus körperlichem.  
Doch was bei den meisten eher eine Spekulation ist, hat bei von Fersen immerhin einen Namen: Nino Cesarini. 15 Jahre war dieser alt, als er ihn Rom kennenlernte und mit nach Capri nahm. Der ehemalige wurde erst sein Liebhaber und später eine Art Zeremonienmeister bei den Opiumgelagen, für die in der Villa Lysis extra ein Rauchsalon im chinesischen Stil eingerichtet wurde. Nino Cesarini stand auch immer wieder Modell für die antikisierten, viel zu schwülstigen Posen. Das Medium der Fotografie und Streben nach antiker Anmut liessen so unzählige Pin-Up-Bildchen entstehen, bei denen man lange nach dem künstlerischen Wert suchen muss. 


Kokain und Champagner – Baron Jacques d'Adelwärt-Fersen entschied sich 1923 stillvoll aus dem Leben zu scheiden. Nino Cesarini erbte das Haus, konnte es aber kaum erwarten von der Insel wegzukommen. Käufer waren schnell gefunden, die Schwester des Barons war nun Besitzerin der Villa. Doch auch sie behielt die Villa nicht. Sie verkaufte sie weiter und langsam fiel das Haus in einen Dornröschenschlaf. 
Um 2000 entschied sich die Verwaltung von Capri die Villa zu restaurieren und sie für Besucher zu öffnen. Geschichten, wie die des französchen Adeligen, der die Villa Lysis als Tempel seines dekadenten Lebensstils errichtete lassen sich ausgezeichnet vermarkten und laden vielleicht auch zum Träumen ein. Es müssen nun keine Träume von Knaben sein, wie sie von Fersen und Tiberius bevorzugten, auch rauschende Feste mit schön gekleideten Menschen lassen sich in dieser Kulisse zusammenspinnen. 


Wer nun 8 Millionen auf dem Konto rumliegen hat, kann diese Träume sogar wahr werden lassen: Die Villa Lysis steht zum Verkauf. Mit einer Wohnfläche von 400 Quadratmetern und einem Grundstück von 20.000 ist dieses kleine Häuschen ein schönes Feriendomizil. Und für den noch nicht vorhandenen Pool findet sich auf dem kleinen Gelände vielleicht auch noch ein Eckchen. 

Bilder von hier, hier, hier und hier

2012/08/03

Cinema Paradiso...


Das Wasser in der Nai Pi Lae Lagune ist noch immer zart aquamarinblau, und auch die beiden Felsen stehen noch einträchtig bei einander. Nur Ole Scheeren beeindruckendes Kino ist inzwischen wieder abgebaut wurden und steht nun in Venedig als Teil der Architektur Biennale. 

Mehr bei Architizer

2012/07/16

Traum(reihen)haus...


18 Jahre Landleben haben mir gereicht, ich bin viel mehr Stadtmensch und liebe alles urbane. Trotzdem finde ich die Vorstellung eine Hauses sehr ansprechend und ich eigentlich wäre ich auch der ideale Kandidat für eines der Townhouses, wie sie zum Beispiel in Berlin Mitte, unweit des Gendarmenmarktes stehen. Einzig die dortigen Architekturvorstellungen der meisten Hausbesitzer dort finde ich abschreckend; zu viel Pseudohistorismus und zu wenig gute, moderne Architektur. 
Wie mein persönliches Traumhaus aussehen könnte, habe ich bei Archtizer entdeckt. In Landskrona, Westschweden, haben Elding Oscarson ein sich über mehrere Ebenen erstreckendes Einfamilienhaus umgesetzt, das meine Vorstellungen mehr als nahe kommt. Die Offenheit des Hauses wirkt luftig und hell, vor allem die alle Ebenen verbindende Treppe trägt zu dem Eindruck bei. 
Besonders ist auch das separat im Hinterhof befindliche Büro; Arbeiten und Wohnen wird so auf eine schöne Art und Weise getrennt. Wobei man den kleinen Gartenraum sicherlich auch anders nutzen könnte, mir würde sicherlich was einfallen. Gerade wenn zwei Leute zusammenleben sind kleine Fluchtorte ganz praktisch. 
Ich träume mich nun noch ein bisschen in dieses Haus hinein, finde aber gleichzeitig meine eigene Wohnung auch gar nicht so schlecht. 





2011/10/23

Wenn...


Mal abgesehen davon, dass es sich beim nachfolgenden Satz um eine rein hypothetische Annahme handelt, würde ich mal folgendes in den Raum stellen: Wenn ich meinen Körper in ein Möbelstück transformieren könnte, würde ich für mich das Armchair/Bookshelf von Peter Wiggelsworth wählen. 
Ich liebe Kombinationsmöbel, Dinge die nicht nur einem Zweck dienen, sondern mehrere Möglichkeiten beinhalten; das Zusammenspiel von verschiedenen Funktionen sichtbar machen. Ruhen und das Verstauen von Büchern steht im Vordergrund; gleichzeitig ist es ein Möbel, das augenscheinlich eine klerikale Strenge in sich birgt und zur Bildung auffordert. Man setzt sich, kommt zur Ruhe und wird inspiriert sich mit den in ihm versteckten Werken auseinanderzusetzen. 
Das Möbel passt sich an, nimmt sich zurück und ist trotzdem sichtbar. Es ist nicht gefällig, und will es auch gar nicht sein. Es schmückt sich nicht, und hat genau deshalb Charakter. Bequem ist es auch nicht, gaukelt auch nicht vor es zu sein. Es ist wie es ist, klar und deutlich. 


Ich würde mir von Peter Zumthor ein Haus bauen lassen, in dessen Mitte dieses Möbel seinen Platz bekommt. Aus Stein und Beton gebaut,würde es in einer unwirtlichen Landschaft; mit dicken Mauern nach aussen und einem Atrium im Inneren. Alle Fenster wären zum Innenhof hin gerichtet, die Welt bliebe aussen vor. An den Wänden hingen Arbeiten von Laurenz Berges, Fotografien die eine fast mystische Stille darstellen und auf eine komplexe Art und Weise mit Einsamkeit umgehen.
Den Innenhof könnte ich auch nutzen um einen Neurosengarten anzulegen, und sicherlich müsste ich nicht lange warten, bis ich mir eine handfeste Depression eingefangen hätte in diesem selbsterschaffenen, weltfernen Kloster.

Bilder von hier und hier

2011/09/30

Poesie...


Julia aka Scissorella hat heute einen ganz wunderbaren Kommentar zum Post über 'Gattaca' hinterlassen. Dieser enthielt auch den Link zu nachfolgendem Video. Bitte anschauen, es zeigt wie wunderschön und poetisch Architektur ist!

The Third & The Seventh from Alex Roman on Vimeo.


Das Bild oben zeigt die Bibliothek der Exeter Academy von Louis I. Kahn.

2011/06/27

Weltkulturerbe...


Als Schlüsselwerk der Moderne gilt Walter Gropius' Fabrikhalle, die er für die Fagus-Werke in Alfeld an der Leine im Jahre 1911 realisierte. Eine lichtdurchlässige Aussenhaut aus Glas bildete einen Kontrast zu vorherigen Fabrikhallen. Am vergangenen Wochenende wurde dieses Baudenkmale von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.


Kein Weltkulturerbe, aber nicht weniger interessant ist die 1909 von Peter Behrens für AEG erbaute Turbinen-Halle. Die damals sehr modernen Baumaterialien Eisen, Glas und Beton ließen eine 'Kathedrale der Arbeit' entstehen.
Nach Alfeld an der Leine kommt man wahrscheinlich nicht so schnell, doch das Berliner Bauhaus Archiv widmet dem Bau gerade eine Fotoausstellung. Und auch die Montagehalle von Behrens erreicht man leicht, einfach mit dem Bus M27 bis Haltestelle Reuchlinstraße fahren.

2011/06/15

Ratlosigkeit...


Fährt man momentan vom Alexanderplatz die Linden zum Brandenburger hoch, kommt man am Schloßplatz vorbei. Auch wenn von einem Schloß weit und breit nichts zu sehen ist, könnte man meinen Berlin's erstes Atomkraftwerk vor sich zu sehen. Man hatte es ja sehr eilig den Palast der Republik wegzureißen, doch nun zimmert man eine temporäre Scheußlichkeit nach der nächsten dahin, wo eigentlich Berlins 'gute Stube' sein sollte. Also was bitte steht da für ein hässliches Ding?

2011/06/01

In Klausur Gehen...


Momentan gibt es keinen schöneren Gedanken als den, den Sommer irgendwo ganz abgeschieden von der Zivilisation zu verbringen und meinen Gedanken nachzuhängen. Nur ein paar gute Bücher und das Notebook dabei zu haben (aber ohne Internetverbindung), dazu Stfte und Papier. Einfach sehen was wird, wenn nichts dabei rauskommt, wäre das dann auch nicht tragisch.
Ein idealer Ort dabei kam mir gerade zwischen die Finger, bzw. eine ideale Architektur. Das Haus liegt in Woodside / California, ist umgeben von Wiesen und Bäumen und sogar ein Fluss schlängelt sich daran vorbei. Da würde ich gerne den August verbringen!




Via Architizer

2011/04/25

Ausflug Ins Neue Museum Berlin...


Ich war gestern ein bisschen mit dem Rad unterwegs. Zuerst (mal wieder) im Hamburger Bahnhof, ich habe mir nochmals Richard Long's Werke anschauen wollen. Danach habe ich einen kurzen Stopp an einem Eisladen eigelegt und sehr leckeres Marzipan-Mohn-Eis gegessen, und schließlich landete ich recht zufällig am Neuen Museum.
Es war der ideal Tag mal reinzugehen, vor allem, weil die meisten Leute sich für draußen sein entschieden und so nur eine überschaubare Zahl an Besucher das Museum bevölkerte. Beeindruckend ist natürlich das Treppenhaus welches von David Chipperfield wenig gastlich und warm empfangend gestaltet wurde, eher als würde man ins Innere einer Pyramide oder eines Tempels schreiten. Das ist aber gar nicht negativ gemeint, es flösst einfach Respekt vor der zu sehenden Kunst ein und hält vielleicht auch die Besucher dazu an mal nicht die Flip-Flop-Lässigkeit rauszukehren.


Interessanter als das Ausgestellte selbst fand ich die Art der Präsentation. Das heißt nun nicht dass ich die Nofretete nicht beeindruckend und wirklich wunderschön finde, sondern dass die die Schaukästen und deren Konzeption spannender waren als ein Blechtopf aus der Eisenzeit. Moderne Museumspädagogik schafft es die Dinge greifbarer zu machen, den Besucher mitzunehmen. Besonders auffällig wird dies, wenn man im roten Saal die alte Form musealer Darstellung mit der modernen ein paar Räume weiter vergleicht.



Wirklich zu lachen hat mich diese junge Dame gebracht. Während die meisten Sicherheitsmitarbeiter an versteinerter Miene den dem Artefakten in nichts nachstehen, hat sie Ironie und Witz mit zur Arbeit gebracht. Und sie war auch sehr freundlich und hat sich bereitwillig fotografieren lassen.

2010/12/28

Traumhaus...


Das ist einer dieser 'Wenn ich im Lotto gewinne, kaufe ich mir..."-Posts. Wenn ich also im Lotto gewinne, kaufe ich mir dieses Haus in Markneukirchen, Oberer Markt XY.
Diese Immobilie stammt aus der Zeit als Markneukirchen die reichste Stadt Sachsens war und sogar ein eigenes amerikanisches Konsulat hatte. Reich geworden sind die Bürger durch den Musikinstrumentenbau und sicherlich noch mehr mit durch den Handel damit. Es gibt einige Bauten die von dieser Pracht zeugen, allein wenn man mal Gymnasium Markneukirchen bei Google sucht, wird man staunen was da für ein Kasten hingesetzt wurde.
Mein Traum ist ein Bürgerhaus mit riesigem Innenhof um den sich Seitenflügel und ein Hinterhaus gruppieren. Was ich daraus machen würde verrate ich erst wenn sich entweder der Lottogewinn einstellt oder mir jemand diesen Traum finanziert.