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2025/04/10

Kurze Nacht...

Wiesbadens Kunstnacht neu erleben – Jetzt das Aftermovie ansehen!

Die Kurze Nacht der Museen und Galerien Wiesbaden 2025 war ein voller Erfolg: Tausende Besucher flanierten durch offene Ateliers, erlebten faszinierende Ausstellungen und genossen die einzigartige Atmosphäre zwischen Kunst, Musik und Nachtleben.

Du konntest nicht dabei sein – oder willst die Highlights nochmal erleben?Dann sieh dir jetzt das offizielle Aftermovie auf YouTube an! Tauche ein in magische Momente, entdecke spannende Künstler*innen und lass dich von der kulturellen Vielfalt Wiesbadens begeistern.

>> Jetzt auf YouTube: Kurze Nacht Wiesbaden 2025 – das Event-Video!

Verpasse nicht die besten Szenen dieser unvergesslichen Nacht. Erlebe, wie Wiesbaden bei Nacht zum kreativen Hotspot wurde.

Klicke jetzt, like das Video und teile die Erinnerung!

2025/04/01

Fashion Buyer's Alltag: Paris Fashion Week Pre-Fall 2025


 Anfang Januar war ich bereits für vier Tag in Paris. Während der Männerschauen ist gleichzeitig auch Orderzeit für die Pre-Fall Damen Kollektionen. Eindrücke der Reise gibt es hier

2025/03/20

Fashion Buyer's Alltag: Bisschen Arbeit, viel Kunst

 

Zugegeben, der Titel des Videos klingt etwas reißerisch. Cyprien Gaillard's 'Frankfurt Schacht' ist aber genau da, ein Pissoir. Und sogar ein ziemlich schönes! Eines für alle! Mehr dazu und was ich sonst in Frankfurt gemacht habe... hier geht's zum ganzen Video

2023/11/13

Mannheim, Kunsthalle...


 45 Minuten, länger fährt man nicht von Wiesbaden nach Mannheim. Trotzdem waren wir erst zum zweiten Mal dort, und zum zweiten Mal wegen der Kunsthalle. Hat es sich gelohnt? Definitiv! 

Hoover Hager Lassnig wird als Sonderausstellung gerade beworben. Noch bis Februar kann man das Werk dreier Künstlerinnen entdecken, die mir nicht nur unbekannt waren, sondern sich auch als Überraschung entpuppten. Aber auch die Werke der klassischen Moderne, die Ausstellungen zur Neuen Sachlichkeit und zum Portrait waren sehr gut gemacht. (Die kleinen Striche mit dem Portrait Rembrandt's erinnerten mich daran, dass ich mir eben kein Teil aus der Sonderkollektion von JW Anderson gekauft haben. Mist.)

Kunsthalle Mannheim

2021/12/21

Wie's in Rom weiterging

Wir haben in Rom einen Schatz gefunden, den wir nun nicht mehr so schnell loslassen wollten. Nichts materielles, einen Wissenschatz. Bereiechernd und wertvoll. 

Frau Dr, Susanne Hohwieler begleitete uns also nicht nur durch die vatikanischen Museen, sondern wurde von uns für zwei weitere Touren angeheuert. Nach etwas hin und her, auch das Wetter kam als Faktor hinzu, entschieden wir uns für 'Barocke Lebenswelten' und für einen Rundgang durch die Villa Borghese.

Der Barock ist unverkennbar mit Rom verbunden, die Kirchenbauten und Paläste mit all ihrem Überschwang und ließen diese Kunstrichtung zu unermessliche Höhen steigen. Natürlich ist die Ranaissance der Schlüssel und der Ausgangspunkt in Kunst und Wissenschaft, der Barock bringt aber erst die Schnörkel ins Spiel und boten den Päpsten die notwendigen Stilmittel um die Selbstüberhöhung im Namen Gottes zu feiern. Die Päpste übten sich in Demut und ließen in ihren Namen Nepoten für Glanz und Pomp sorgen. Darauf will ich aber gar nicht eingehen, das ist bei Wikipedia unter 'Der Nepotismus am Heiligen Stuhl' ganz gut beschrieben. 

Innozenz X., von ihm gibt das berühmte Bild von Velázquez, an welchem sich später auch nich Francis Bacon abgearbeitet hat, pflegte den Nepotismus wie seine Vorgänger und Nachfolger. Den Palast der Familie mit illustrer Ahnenreihe, auch heute noch bewohnt von Nachfahren, besuchten wir und tauchten ein jene Welt als Schein und Sein. 


Eine Galerie, die sich um einen Innenhof legt mit Terrakottafließen an Boden. Rom ist heiß Sommer, die Böden boten Kühle. Durch die abgedunkelten Fenster, strahlten sie elektrischen Ersatzkerzen um so mehr und man konnte sich gut hineinversetzen in jenes Gefühl, welches den Besucher vor mehr als 300 Jahren vermittelt werden sollte. Selbst die Plastikschonbezüge über den Polstern kann man schnell vergessen. Jedes Bild an der Wand ist jedes Bild ein Kunstwerk, allerdings hängen dann da noch der schon erwähnte Velázquez  und eine halbe handvoll Caravaggios... Man verliert schnell den Blick fürs Detail, ist überwältigt und satt im besten Sinne des Wortes. 

Was bedeutet ein Vermögen, dass man nicht veräussern darf? Milliarden an der Wand und ein immaterielles Erbe in jeder Fuge, das Damokles-Schwert des Verfalls immer über den Köpfen schwebend. Wir wunderten uns Anfangs über verschlissene Vorhänge, die man ja auch als Charme abtun kann. Die Unterhaltskosten für einen solchen Palast lassen sich aber gar nicht ermessen, wodurch dann eine Öffnung nach aussen folgerichtig ist. Heute werden die Räume nicht nur durch Touristen wie uns durchstreift, sie werden auch gerne von Banken und Versicherungen angemietet. Der Barock hat nichts an Anziehungskraft verloren und bietet auch im 21. Jahrhundert noch eine Bühne zur Selbsterhöhung. 
 
 
Auch die Villa Borghese, Ziel unserer zweiten Tour mit Susanne (Wir waren da schon beim Du.), diente zur Darstellung päpstlichen Ruhmes durch seine Nepoten. Diese Villa war nie Wohnraum, sie war ein Festsaal für die Kunst und wieder waren es Caravaggios denen wir Aufmerksamkeit schenkten, der rote Faden unserer Romreise. Aber auch Plastiken von Bernini, wie der im Bild zu sehenden Verwandlung der Daphne nach Ovid. Faszinierend mit welcher Leichtigkeit die Figur schwebt, wie jedes Detail leicht wird. Apollo's Locken, das Tuch um seine Hüften, alles möchte man Anfassen um sich zu versichern, dass es doch aus dem harten Stein gemeiselt ist. 

In jedem Raum wurden zwei oder drei Werke herausgriffen und etwas tiefer betrachtet, nur um dafür 100 andere zu ignorieren. Wir waren nach drei Stunden auch körperlich fertig. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, auch nach nahezu drei Wochen habe ich noch nicht alles verarbeitet. Ich schaue die Bilder an kann die Eindrücke dieser doch nur sechs Tage noch nicht zusammenbringen. Das wird wohl auch noch etwas dauern. 

Fest steht, dass ein weiterer Besuch in Rom Pflicht ist und auch die ein oder andere Tour mit Susanne geplant ist. Die Münze in den Trevi Brunnen zu werfen war gar nicht nötig, Rom begeistert an allen Ecken und Enden. 

2021/12/11

Rom als ungeplante Bildungsreise

Nun liegt die Rom-Reise schon wieder etwas über eine Woche zurück und die ganzen Eindrücke sind noch immer nicht verarbeitet. Was als kleine Reise mit ein paar Museen geplant war, hat sich zu einem Highlight entwickelt, dass in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur der gelungenem Überrraschungsbesuch lieber Freundinnen bereicherte die Tage auf unbeschreibliche Art und Weise, sondern auch die glückliche Fügung eine tolle Frau kennenlernen zu dürfen, die uns zum staunen brachte. Hier nun der kurze Abriss der Reise.

Nach unserem abgesagten Sizilien-Trip galt es die Flüge umzubuchen, so kam uns Rom in den Sinn und die Woche rund um meinen Geburtstag schien ideal. Statt Hotel haben wir uns auch für eine Wohnung entschieden, auch um auf eventuelle Reisebeschränkungen oder Reklementierungen besser reagieren zu können. Die Wohnung lag im Herzen der Stadt, zwischen Spanischer Treppe und Fontana di Trevi. Ein Supermarkt war nebenan, ein Restaurant gab es im Erdgeschoss - besser ging es also gar nicht. Die Wohnung hatte zwei Schlafzimmer, zwei Bäder und auch das Sofa konnte man zum schlafen nutzen. Es war Platz für sechs, allerdings war es für vier Leute bequemer und ideal für uns zwei. Von vornherein geplant war, dass eine Freundin zu uns stösst. Erfreulicherweise hatte die aber noch drei weitere im Gepäck... Sie hatten ebenfalls  eine Wohnung gleich um die Ecke, bei uns war dann für die kommenden Tage die Frühstückslocation und der Ausgangspunkt für Erkundungen.

Im Gegensatz zu meiner eigentlichen Angewohnheit Reisen durchzuplanen, habe ich mich diesmal für treiben lassen entschieden. Rom bietet einfach zu viel und an jeder Ecke gibt es spannendes zu sehen. Kirchen natürlich in erster Linie, aber auch wunderschöne Plätze und Architektur. Es gab Pflichtpunkte, die wir auch abgearbeitet haben. Das Koloseum haben wir bei einem Abendspaziergang umrundet, das Pantheon haben wir bestaunt und im Peterdom waren wir. Natürlich sind diese Bauwerke alle erstaunlich, beeindruckend und nachwirkend. Aber sie wurden einfach durch weitere Erreignisse in den Schatten gestellt. 

Einzig geplante und vorgebuchte Aktivität war der Besuch in den Vatikanischen Museen, nicht zuletzt wegen der sixtinischen Kapelle. Beim Buchen der Tickest wurden auch die verschiedenen Führungen angezeigt, auf das Wort VIP bin ich dann sofort angesprungen und wußte, das auch nichts anderes in Frage kommt. Die Eckdaten: Einzelführung vor Öffnung der Museen, individuelle Gruppe, Sprache der Wahl, Frühstück im Garten. Ok, das war es genau mein Ding. Weniger wegen des Frühstücks, welches am Ende auch besser war als gedacht, sondern wegen der Aussicht einen Guide nur für uns zu haben. Ich hab die Tickets also gebucht, aufstocken vo 3 auf 6 war auch möglich, und die Vorfreude war groß. 

 

7:30 Uhr, Treffpunkt in der Museumshalle... Wir kamen zwar verschlafen an, ich bin mir aber sicher, dass wir schnell ziemlich wach wurden als wir das leere Treppenhaus hinaufstiegen und die leeren Säle betraten. Das Sonnenlicht schien durch die Fenster und erleuchtete die Karten im Kartensaal, die Skulpturen zeigten sich uns von ihrer schönesten Seite und die Tapeserien entfalteten ihre Pracht. Konnte das noch gsteigert werden? 

Ja! Nur wir vor Raffael's 'Schule von Athen' in der Stanza della Segnatura. Es gibt Kunstwerke, die jeder schon einmal gesehen hat, die in Büchern, egal ob Geschichte oder Kunst oder Philosophie, abgebildet und zitiert werden und die letztendlich auf Postkarten landen. Das ist definitiv eines davon. Es war beeindruckend, wunderschön. Und bereichernd!

 

Aber auch das hat sich noch steigern lassen. Natürlich gehört das Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle zum Pflichtprogramm, es macht aber einen Unterschied ob man fast allein in der Kapelle steht oder zusammen mit vielen vielen anderen. In unserem Fall waren es circa 20 Leute, was in Anbetracht der Raumgröße quasi nichts ist. Ja, ich habe auch kurz mit den Tränen kämpfen müssen. Die Berührung von Gott und Adam wurde kitschig verklärt, ist aber tatsächlich sehr ergreifend. Die Schönheit der Farben, das geniale in Michelangelos Komposition haben mich kurz mit dem Gedanken spielen lassen einfach ein bisschen zu weinen. 

Es ist schwer diese Eindrücke in Worte zu fassen, weil sie im Nachhinein bereits wieder unreal erscheinen. 

Es kommt aber ein weiterer Faktor hinzu, der dieses Erlebnis so unglaublich wertvoll macht. Ganz abgesehen davon, dass ich diese Momente mit wirklich wichtigen Menschen habe teilen können, trug unserer Führerin dazu bei, durch ihr Wissen und die Kunst dieses zu vermitteln, die Bilder und Zeit ihres entstehens lebendig werden zu lassen. Als promovierte Historikerin und einen weiteren Doktortitel in Philosophie führte sie uns nicht nur lapidar durch die Sammlungen, die konnte die Sachen vor allem im Kontext ihrer Zeit erklären. 

Ich werde wohl einen weiteren Post zu diesem Thema verfassen müssen, schließlich begleitete und bereicherte uns Susanne noch an zwei weiteren Tage. Mehr dazu bald...

2015/10/30

Ostzeit In Wiesbaden...

Wiesbaden hat Geschichte, aber keinen Platz wo diese dargestellt wird. Wiesbaden liegt zu nah an Frankfurt, trotz Landeshauptstadt ist die Mainmetropole reicher an Räumen zur Präsentation von Kultur und Kunst. Wiesbaden hat einen versteckten Ort, der als Schaufenster zwischen Seitengassen liegt und so nicht wahrgenommen wird. Klingt problematisch, ist es auch!
Nach drei Jahren zog es mich heute zum ersten Mal an diesen Ort, der sonst nicht auf meinem Radar ist. Ostzeit heißt eine Ausstellung, die die FotografInnen zeigt, die mittlerweile als Ostkreuz einen Namen haben und ein gleichen Atemzug mit Magnum genannt werden dürften: Sibylle Bergemann, Ute Mahler, Harald Hauswald, Werner Mahler und der Arno-Fischer-Schüler Maurice Weiß.
DDR-Alltag im solide westdeutschen Wiesbaden. Verstehen eigentlich Menschen, die nicht den Osten erlebt haben Bilderserien wie etwa Bergemanns P2-Serie, die Wohnzimmer mit Durchreiche im Plattenbau zeigen? Für mich war es wirklich eine kleine Zeitreise, meine Tante und mein Onkel lebten tatsächlich in genau diesem Wohnungstyp mit genau dieser Durchreiche zur Küchenzelle. Oder ordentlich vor der Konsum-Filiale angestellte Kinderwagen, unabgeschlossen samt Kind?
Bis zum 06. Dezember läuft die Ausstellung, ich werde sicherlich nochmals reingehen. 



2015/04/23

Magazine...

Im Park auf einer Decke liegend, die Sonne genießend und einen lactosefreien Fairtradekaffee schlürfend kann nur noch komplettiert werden durch die Lektüre dieser beiden Magazine. Scala Regia und Fairy Tale sind eigentlich zu schade um der Sonne ausgesetzt zu werden, doch unschlagbar in ihrer Art!

In beiden Fällen sieht man, dass mit viel Liebe gegen das immer Gleiche angearbeitet wird. Egal ob es sich nun wie im Falle von Scala Regia um Camp in all seinen Facetten handelt oder aber ein Pop gehuldigt wird, der seine Wurzel sichtbar in den 1990-er Jahren hat. Mir gefällts!

2015/03/18

Louisiana Zeigt Peter Doig...

Noch gut drei Wochen dann eröffnet das Louisiana Museum in Kopenhagen eine Ausstellung, die sich dem Werk des Malers Peter Doig widmet. Wer also nicht bereits jetzt die Möglichkeit hat sich in der Foundation Beyerler in die großformatigen Werke hineinfallen zu lassen, hat die Chance dies in Kopenhagen zu tun. Bis 16. August läuft die Ausstellung. 
Peter Doig, gebürtig Schotte und jetzt in der Karibik lebend, gehört zu den Malerstars der Stunde ist ein Garant für gute Auktionserlöse. Erst im vergangenen Jahr wurde eines seiner Werke für knapp 16 Millionen Dollar versteigert. Damien Hirst ist zwar ungeschlagen unter den britischen Zeitgenössischen, aber Doig arbeitet sich konstand nach oben.
Doch Preise sind kein Garant für Qualität und Güte eines Werkes (siehe Jeff Koons). Peter Doig nimmt den Betrachter mit in seine realistisch angelegten Landschaften, mit in seine Traumwelten – Geschichten mit ungewissem Ausgang.  
Der Junge auf dem Eis (Blotter, 1993), das Bild das auch das Cover des Katalogs ziert, ist nur ein Beispiel von vielen. Wer nun nicht gleich einen Flug nach Kopenhagen buchen möchte, kann sich bei Hatje Cantz erschienenen Katalog zu Gemüte führen. 

Peter Doig

2014, 176 Seiten, 115 Abb. 
28 x 31cm
ISBN 978-3-7757-3868-2
Preis: 49,80 €

Vielen Dank an Hatje Cantz für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

2015/02/01

Kunstmesse Frankfurt...

Ganz hinten in der Halle 1.2 hatte sich die größte, schönste und sicherlich am wenigsten erreichbare Arbeit versteckt: ein Werk von Anselm Reyle, mitgebracht von der Münchner Galerie Kronsbein. Ansonsten gab es ein Bild von Daniel Richter, gefangen in einem wahnsinnig hässlichen Rahmen, die Life-Ball-Skandal-Plakate von David Lachapelle, viel asiatische Kunst und vor allem reichlich Vertreter des Sekundärmarktes. Die erste Kunstmesse Frankfurt war überschaubar, etwas unkoordiniert und wurde von den deutschen Galerien ganz augenscheinlich weitgehend ignoriert, von den internationalen Namen ganz zu schweigen. 
Schade eigentlich, schließlich ist das Rhein-Main-Gebiet nicht gerade die ärmste Gegend Deutschlands und die Örtchen im Dreieck Frankfurt, Wiesbaden und Mainz können durchaus mit dem ein oder anderen Sammlerhaushalt aufwarten. Doch Köln ist nicht weit, Basel ebensowenig, und Karlsruhe gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. Braucht es da überhaupt eine weitere Messe für Kunst?
"Das wichtigste an der Messe ist, dass sie stattfindet.", so Jean-Christoph Ammann, eines der Mitglieder des prominent besetzten Messe-Beirates. Und eigentlich ist es eine Pflicht für das ansässigen, kunstinteressierten Publikum nun die Messe zu besuchen. Zeitverschwendung ist es keine, eher eine Möglichkeit den Kunststandort Frankfurt zu stärken. Auch wenn bislang von einem wirklichen Messekonzept noch gar keine Rede sein kann, bestehen Möglichkeiten zur Entwicklung einer eigenen Identität.
Der Kunsthandel erkannte bereits Chancen und nutzte die Messe als Plattform um Werke zu zeigen und Objekte zu präsentieren. Wer eine Botero-Plastik suchte, wurde genauso fündig wie Liebhaber von Goya-Grafiken, und die obligatorischen Warhols waren natürlich auch dabei. Selbst Oldtimern, historischen Möbeln und Kunsthandwerk wurde Raum gegeben. Für das nächste Jahr wünsche ich mir dann noch ein bisschen mehr junge Kunst, aufregendes Zeitgenössisches....

2014/09/18

Kunst Verkaufen...

Die Wiesbadener Galerienszene ist wirklich überschaubar. Während man sich andernorts, damit meine ich natürlich Berlin, mit einer Bierflasche in der Hand an so ziemlich jeden Donnerstag und Freitag von Vernisage zu Vernisage hangeln kann, mangelt es hier schon mal grundsätzlich an Freibier und natürlich an den vielen Eröffnungen. Doch anders als in Berlin finden sich bei den Wiesbadener Eröffnungen weniger kunstfreudige Nichtkäufer, die um des Dabeiseins wegen kommen, sondern die Besucher sehen immer aus, als kämen sie als potenzielle Käufer in Betracht.
Vielleicht reifte die Idee Kunstgalerien Rentabilität hin zu untersuchen in Magnus Resch beim Beobachten der Berliner Kunstszene. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit in durchaus trüben Gefilden kam er nicht nur zu dem Schluss, dass viele Galerien einfach keinen Gewinn machen, sondern fasste seine Erkenntnisse und die dazugehörigen Lösungsvorschläge in einem Buch mit dem Titel 'Managment von Kunstgalerien' zusammen. 
Galerien sehen sich ungern als Läden, die ein Produkt an den Mann bringen wollen und denen es natürlich darum geht Umsatz zu generieren. Lieber ist den GaleristInnen das Bild des Kunstvermittlers und Vertreters der Künstlern, der dann manchmal eben auch verkauft. Aber genau daraus resultiert nach Ansicht des Autors die Tatsache, das viele Galerien kaum bis gar keinen Umsatz generieren. Auf 130 Seiten fast Magnus Resch das Dilema zusammen und bringt die fehlenden Managementstrukturen auf den Punkt. Gleichzeitig liefert das Buch auch Lösungen, die, anhand von drei Fallstudien nachgewiesen, auch zu messbaren Erfolgen führen und den Gewinn steigern. 
Schaut man sich die Galeristen an, die wirklich erfolgreich am Markt sind und damit neidische Blicke von Kollegen ernten, sind es doch die, deren Charisma und Erfolgswille positive mit Verkäufereigenschaften und Managmentqualitäten einhergehen. Man muss nur mit offenen Augen an einem beliebigen Wochentag von Galerie zu Galerie gehen um die einen von den anderen unterscheiden zu können. In manchen Läden sind die Counter wahre Festungen, hinter denen es sich gut verstecken und abwarten lässt, bis der 'Stöhrenfried' endlich wieder die heiligen Hallen verlassen hat.
Galeristen, den seienden und den werdenden, wird dieses Buch ans Herz gelegt. Und sei es nur um sich Gedanken über die Personalstruktur und -auswahl zu machen. Doch es bietet auch weitere hilfreiche Tipps mit Aussicht auf Erfolg. Die Stunden der Lektüre sind zumindest keine Zeitverschwendung!

Magnus Resch ist Autor, Dozent und Gründer der Plattform Larry's List, einer Datenbank mit Kunstsammlern. Das Buch 'Management von Kunstgalerien' ist erscheinen bei transcript und kostet 24,99 €.

Das Buch wurde vom Verlag freundlicherweise zur Rezension zur Verfügung gestellt.

2014/04/13

Art Cologne 2014...


Nach Köln ist's nicht weit. Von Wiesbaden aus schafft man es in zwei Stunden, eigentlich sogar noch schneller, was es zu einem idealen Sonntagsausflugsziel werden lässt. Heute lockte die Kunst – besser am letzten Tag zur Art Cologne als gar nicht. Natürlich ist es der Tag an dem sich das 'gemeine Volk' durch die Hallen schiebt, alle wichtigen Leute, die im Auftrag kaufenden Kuratoren und die ganz für sich kaufenden Sammler, haben gleich an den ersten zwei Tagen Interesse bekundet und abgegrast. Schließlich ist man schon seit Mittwoch da und man kauft auch lieber ohne die Vielen im Rücken. 
Das Rheinland ist Sammlermetropole Nummer eins in Deutschland. Auch wenn viele der aus Deutschland kommenden Galerien entweder in der Hauptstadt angesiedelt sind, oder zumindest Dependancen dort unterhalten, wird die Art Cologne immer stärker und wichtiger. Das haben natürlich auch die Großen, Internationalen verstanden und wollen auch ihr Stück von Kuchen abhaben. Aber sind Sammler nicht allgemein sehr reisefreudig und planen das Jahr nach den Messen in London, Paris, Basel, New York und eben auch Köln? 



Wichtig ist es da Profil zu zeigen und einen eigenen Schwerpunkt zu entwickeln; das zu filtrieren, was das Besondere ist. So richtig gelungen ist in diesem Jahr meiner Meinung nach nicht Köln besonders zu machen und die Messe einzigartig erscheinen zu lassen. Natürlich gab es besonderes zu entdecken, aber auch viele sichere Nummern, die zwar gewinnträchtig weil etabliert sind, aber nicht vom Hocker hauen. Paul McCarthy's Figur eines sich an einem Fass betätigenden Mannes zum Beispiel wurde so sehr durch die Presse gejagt, dass die Arbeit in der Realität nur noch verlieren kann. Und weitere Beispiele lassen sich spielend finden. Was ist das Neue? Was ist das besondere?


Ein weiteres Werk an dem kein Journalist vorbei zu kommen schien war von Franz Marc. Nicht nur war es mit knapp 10 Millionen Euro die teuerste angebotene Arbeit auf der Messe, es diente auch dazu das 50-jährige Bestehen der Münchner Galerie Thomas zu feiern. Natürlich ist es ein freudiges Jubiläum, aber allein die Gestaltung des Standes mit all der Spießigkeit eines großbürgerlichen Wohnzimmers hat uns in die Flucht geschlagen. (Die 50 aus verwelkenden Rosen hätte manch junger Galerist durchaus als zeitgenössisch verkaufen können.) Nicht anderes erging es uns mit den Nachbarkojen, die das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts unter die Leute zu bringen versuchten. Was wichtig ist das Jetzt, die aufregenden Sichtweisen, die Künstler heute antreibt. Franz Marc und Co. sind im Museum nett, muss aber nicht auf einer Messe hängen. Das tut beiden Seiten nicht gut. 


Natürlich haben uns auch viele Arbeiten gefallen, einige würden sogar einen Platz bei uns finden, wenn sie nicht den finanziellen Rahmen sprengen würden. Hier mal drei von vielen:

Liam Gillick, Kerlin Gallery
Kirsten Everding, 1301PE
Melora Kuhn, Eigen+Art
Köln lohnt sich, das ist mein uneingeschränktes Fazit. Egal ob Laie, interessierter Dilletant oder Fachmann auf dem Gebiet des Kunsthandels. Die Art Cologne ist es wert besucht zu werden und Hamburg, Berlin oder München sind nicht soweit entfernt, als das sich ein Besuch nicht ohne nennenswerten Aufwand einrichten lässt. 

2014/04/06

Kurze Nacht II - Kunst In Wiesbaden...


Zum zweiten Mal war ich in Wiesbaden unterwegs bei der Kurzen Nacht, bei der Museen und Galerien bis Mitternacht offen sind und gezeigt wird, was die hiesige Kunstszene zu bieten hat. Der schöne Frühlingstag machte auch den Abend mild, was viele Leute raus lockte und für reges Begängnis sorgte.
Das gezeigte war vielschichtig, es reichte von internationalen Künstlern bis hin zu solchen, die sich eher nebenher der Kunst widmen. Alles hat seine Berechtigung, auch wenn ich bei einigen Arbeiten doch recht schnell das Weite gesucht habe. Und eigentlich hat mich nichts so berührt, dass ich es hätte mit nach Hause nehmen wollen. 
Was aber bleibt ist die Erinnerung an eine schöne Nacht, die auch zu spannenden Orten in der Stadt führte. Unter anderem war das leerstehende Alte Landgericht mit seinem Zellentrakt im Keller zum Ausstellungsraum umfunktioniert worden. 

Galerie Hafemann 
projekt 48 
projekt 48
projekt 48
Galerie Cornelisen
Nassauischer Kunstverein
Nassauischer Kunstverein
Museum Wiesbaden

2014/03/04

Bettina Pousttchi 'Verkleidet' Wolfsburg...


2.150 qm groß wird die Arbeit von Bettina Pousttchi sein, die letztendlich den Nordflügel des Wolfsburger Schlosses ein anderes Gesicht geben wird. In Berlin hat sie schon die vor ein paar Jahren der auf dem Areal des Stadtschlosses stehenden Temporären Kunsthalle das Gesicht des Palasts der Republick verliehen und die Schirn in Frankfurt bekam Fachwerk, wie man es auf dem nahe gelegenen Römer findet. Nun ist Wolfsburg an der Reihe, wo die Künstlerin in diesem Jahr auch die Preisträgerin des hoch dotierten Wolfsburger Kunstpreises ist. 

Mehr dazu hier

2014/02/20

Horizont Jawlensky Im Museum Wiesbaden...


Alexej von Jawlensky habe ich als Maler erst in Wiesbaden kennengelernt. Seine Serie abstrakter Köpfe, die durchaus als expressionistische Ikonen gelten können, blieben mir bei meinem ersten Besuch im hiesigen Museum in Erinnerung. Nun widmet das Museum dem aus Russland stammenden und 1941 in Wiesbaden verstorbenen und auf dem hiesigen russisch-orthodoxen Friedhof begraben eine Ausstellung, die sein Werk in die Kunstgeschichte einordnet. Neben Weggefährten wie Marianne von Werefkin, Wassily Kandinsky und seinem Lehrer Ilja Repin sind auch Werke von Vincent van Gogh, Paul Cézannes, Edvard Munch und vielen anderen Künstlern zu sehen.
Horizont Jawlensky zeigt auf, wie die künstlerische Entwicklung geprägt wird durch Weggefährten, Freunde und Vorbilder. Aber es ist auch zu sehen, wie sich der Künstler eben aus genau jenen Fängen wieder befreien muss, um den eigene Stil weiterzuentwickeln. Der 15 Räume umfassende Rundgang ist nach Themen und künstlerischen Etappen gegliedert. Es geht über München und den Blauen Reiter weiter zum pointillistischen Stil Seurat's und Signac's bis hin zu kubistischer Lichtmalerei, wie sie in den Bildern Robert Delaunays zu finden ist. 
Die Vielschichtigkeit in der Arbeit findet sich bei wenigen Künstlern, meist bleiben sie einem Stil und einem Ausdruck treu, sind Impressionisten, Expressionisten, Kubisten. Von Jawlensky war alles, teils gleichzeitig oder auch nacheinander. Es ist schwer ihn einzuordnen, oder auch nur festzustellen ob er nur Impulse aufnahm oder selbst welche setzte. Kunstgeschichte hat er erst mit seinen Serien geschrieben, zu denen auch jene abstrakten Köpfe gehören und die nun in der Ausstellung gar nicht zu sehen sind. Vielleicht weil es dafür dann keine Referenzen mehr gibt und eben kein anderer Künstler etwas ähnliches gemacht hat. 
Zu sehen ist Horizont Jawlensky noch bis zum 01. Juni 2014 im Museum Wiesbaden 


Alexey von Jawlensky, Hyazinthe länglich
Leo Putz, Bildnis Gusti Bennat II
Franz von Lenbach, Bildnis Marion
Gabriele Münter, Promenade
Ferdinand Hodler, Frauenbildnis
Marianne von Werefkin, Badehaus
Robert Delaunay, Die Fenster über der Stadt

2014/01/31

Aussen Hui, Innen Momix Botanica...


Die Alte Oper in Frankfurt ist schon ein Erlebnis, zumindest dann, wenn man sich nicht im Vorfeld mal angeschaut hat, was einen erwartet. Es war mehr als ein kleiner Schock, als wir das den Charme der 70-er aus jeder Pore atmende Treppenhaus vom Parkhaus her erklommen hatten und im Zuschauerraum sofort in unsere Schulzeit zurückversetzt wurden. Die Alte Oper ist mehr eine zu groß gewordene Schulaula und verzaubert nicht mal mit Chic, wie es die Deutsche Oper in Berlin oder die Kölner Oper vermag. Selbst der Friedrichstadtpalast hat mehr Esprit. Kein Wunder also, dass das Publikum nicht bereit ist sich etwas Mühe beim Outfit zu geben und es teils nicht einmal für notwendig hält das Handy auszuschalten. 
Doch wir waren ja nicht vordergründig wegen des Ambientes oder unserer Sitznachbarn dort, sondern wegen der amerikanischen Tanzkompanie Momix und deren Show Botanica. Sobald das Licht ausging, konnte man die Umgebung schnell hinter sich lassen und eine wirklich ausserordentliche Performance in mehreren Akten erleben. Modern Dance wurde mit Akrobatik und viel Budenzauber gemischt, dessen einzige Schwachstelle der nicht wirklich erkennbare roten Faden war. Aber wir wurden wirklich mitgerissen von der Musik und waren beeindruckt vom tänzerischen Können und den Bildern, die auf die Bühne gezaubert wurden. 
München, Stuttgart, Baden Baden und ein weitere deutsche Städte stehen noch auf dem Tourneeplan, es lohnt sich wirklich sich die Show anzusehen! 

2014/01/06

Werkverzeichnis: Frachter Von Robert Seidel...


Der Vorteil von Buchhandlungen ist dann eben doch, dass sie einfach schneller sind als jeder Onlineversand je sein könnte. Bereits am nächsten Tag kann man in Händen halten, was einem noch für Wochen, wenn nicht sogar Jahre Freude bereiten wird. Heute ging es mir so als ich pünktlich zur Ladenöffnung um halb zehn vor der Buchhandlung stand und wenige Minuten später das unter dem Namen Frachter erschienene Werkverzeichnis von Robert Seidel in Händen halten konnte. An der Wand mein Bild, in Händen das Buch – ein perfekter Abend!


2013/12/29

Sven Kroner In Der Kunsthalle Darmstadt...


Zugegeben, es war keine Einzelausstellung, in deren Rahmen gerade die Bilder von Sven Kroner in der Kunsthalle Darmstadt gezeigt werden, seine Arbeiten waren aber der Grund dort hinzufahren. Nun sitzen wir wieder Zuhause, schauen Tatort und Michael sucht ganz dringend nach Gründen (und einem Sponsor), weil die Bilder zwar unbezahlbar sind, aber sehr gut in unsere Wohnung bzw. in unsere kleine Sammlung passen würden. 
Einsame Schiffe durchkreuzen leere Flusslandschaften, fahren durch ewiges Eis oder stranden einfach so im Niemandsland. Es ist immer eine große Leere in seinen Bilder, fast romantisch und oft ein bisschen wie beim großen Romantiker Casper David Friedrich. Nur ein Bild zeigte Menschen, die schauten entrückt in die Ferne. 
Dem ersten Anschein nach sind die Bilder sehr verständlich, die meisten zumindest, die Fragen kommen ersten beim zweiten, genaueren Blick darauf auf. Warum sind die Landschaften eigentlich immer überschwemmt, oder gerade wieder am abfließen, quasi während oder nach der Katastrophe? Ist es die Elbe, die Oder oder irgend ein überschwemmter Landstrich in Asien? 
"Haltlose Gründe" ist der Titel der Ausstellung, die noch bis Mitte Februar läuft. Neben Sven Kroner sind noch Bilder von Emmanuel Bornstein und Miriam Vlaming zu sehen.