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2015/10/30

Ostzeit In Wiesbaden...

Wiesbaden hat Geschichte, aber keinen Platz wo diese dargestellt wird. Wiesbaden liegt zu nah an Frankfurt, trotz Landeshauptstadt ist die Mainmetropole reicher an Räumen zur Präsentation von Kultur und Kunst. Wiesbaden hat einen versteckten Ort, der als Schaufenster zwischen Seitengassen liegt und so nicht wahrgenommen wird. Klingt problematisch, ist es auch!
Nach drei Jahren zog es mich heute zum ersten Mal an diesen Ort, der sonst nicht auf meinem Radar ist. Ostzeit heißt eine Ausstellung, die die FotografInnen zeigt, die mittlerweile als Ostkreuz einen Namen haben und ein gleichen Atemzug mit Magnum genannt werden dürften: Sibylle Bergemann, Ute Mahler, Harald Hauswald, Werner Mahler und der Arno-Fischer-Schüler Maurice Weiß.
DDR-Alltag im solide westdeutschen Wiesbaden. Verstehen eigentlich Menschen, die nicht den Osten erlebt haben Bilderserien wie etwa Bergemanns P2-Serie, die Wohnzimmer mit Durchreiche im Plattenbau zeigen? Für mich war es wirklich eine kleine Zeitreise, meine Tante und mein Onkel lebten tatsächlich in genau diesem Wohnungstyp mit genau dieser Durchreiche zur Küchenzelle. Oder ordentlich vor der Konsum-Filiale angestellte Kinderwagen, unabgeschlossen samt Kind?
Bis zum 06. Dezember läuft die Ausstellung, ich werde sicherlich nochmals reingehen. 



2015/04/23

Magazine...

Im Park auf einer Decke liegend, die Sonne genießend und einen lactosefreien Fairtradekaffee schlürfend kann nur noch komplettiert werden durch die Lektüre dieser beiden Magazine. Scala Regia und Fairy Tale sind eigentlich zu schade um der Sonne ausgesetzt zu werden, doch unschlagbar in ihrer Art!

In beiden Fällen sieht man, dass mit viel Liebe gegen das immer Gleiche angearbeitet wird. Egal ob es sich nun wie im Falle von Scala Regia um Camp in all seinen Facetten handelt oder aber ein Pop gehuldigt wird, der seine Wurzel sichtbar in den 1990-er Jahren hat. Mir gefällts!

2014/04/21

Immer Drauf - Neue Anzüglichkeiten Von Terry Richardson ...


Models gibts wie Sand am Meer, die meisten machen mal was und sind dann wieder weg. Um auf die Cover oder auf die Modeseiten internationaler Magazine zu kommen müssen sich die Mädchen schon etwas anstrengen, oder aber einfach herausragend sein. Und eine in der Vogue, noch dazu in der amerikanischen, bekommen dann auch wieder die, die von internationalen Chefgöttinnen eine temporären Heiligenschein verliehen bekommen.
Emma Appleton versucht sich nun einen Namen zu machen in dem sie einfach mal einen Weg geht, der zwar noch keine Magazinseiten garantiert, aber zumindest ihren Namen schlagartig bekannt macht: Sie veröffentlichte bei Twitter, dass Terry Richardson ihr ein eindeutig sexuelles Angebot gemacht hat, dessen bereitwillige Annahme ihr Bilder in der Vogue (welches Land auch immer) garantierten. Natürlich hat es Appleton nicht angenommen, sie zeigte den Fotografen auch nicht wegen sexueller Belästigung an, sondern sie ging an die Öffentlichkeit. Nun schreiben einige darüber, sogar die Abendzeitung München, und das Model wird augenblicklich berühmt, quasi eine Osterüberrachung.
Oh man, wie oft muss man solche Nachrichten noch lesen? Entweder es schreitet endlich mal der Gesetzgeber ein und geht gegen Terry Richardsons sexuelle Anzüglichkeiten vor oder die immer gleichen Tiraden hören endlich mal auf. Es nervt mich, dass immer wieder die gleichen Vorwürfe aufpoppen und Futter bieten. Es müssen sich doch Beweise finden lassen, wenn wirklich etwas an Richardsons offensiver Art dran ist.
Und warum ist der Twitter-Account von Emma Appleton plötzlich gelöscht?

Bildquelle

2014/01/17

Bücher: Draw Blood For Proof Von Mario Sorrenti...


Schwer ist das Buch, fast 6 Kilo hatte meine arme Nachbarin zu heben als ich dort das hinterlegte abholte, und ziemlich groß. Als Coffeetable Book ist es ungeeignet, mit vier Beinen drunter wärs selbst ein Beistelltischchen. Der bei Steidldangin erschienene Fotoband 'Draw Blood For Proof' von Mario Sorrenti hat aber viel mehr zu bieten als Gewicht und Größe, er ist eine große Collage, die auf einzigartige Weise das Werk des in New York lebenden und für so ziemlich jedes Magazin der Welt tätige Fotografen zeigt und die ganz eigene Ästhetik des Fotografen vorstellt. 
Private Schnappschüsse neben Ikonen der Modefotografie sind versammelt und man kann bei jedem durchblättern viel neues entdecken. Bilder der Familie Sorrenti's, teils Polaroids, stehen denen von Kate Moss gegenüber. Viel nackte Haut, also Brüste und Penisse, gehört zum Oeuvre jedes zeitgenössischen Fotografen, natürlich auch zu dem von Sorrenti. Das Buch reiht sich somit gut ein zwischen McGinley, Bourdin, van Lamsweerde und all die anderen, die ich schon im Regal stehen habe. 





Wie nicht anders zu erwarten ist nicht nur der Inhalt des Buches aller erster Güte, sondern auch die Aufmachung. Selten werden heute noch Bücher in Leinen gebunden und auch das schwere, dicke Papier macht Freude beim anfassen. Herr Steidl weiß, wie man Bücher machen muss um nicht nur dem Betrachter Freude zu bereiten, sondern auch die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen. 


2013/12/03

Oliver Demont / Walter Pfeiffer: Männer kaufen...


Mein Bücherregal ist ziemlich gut gefüllt und trotzdem sticht ein Titel wohl mehr raus als andere. Seit ein paar Wochen steht 'Männer kaufen', ein mit Fotografien von Walter Pfeiffer bebildertes Buch über Stricher, Escorts und deren Kunden in Zürich nun in meinem Regal und erregt das Interesse von Gästen und Besuchern. Es wird dann rausgenommen und muss unweigerlich auch erklärt werden, weil der Titel wohl einen anstössigen Beiklang zu haben scheint. Warum eigentlich?
Zugegeben, ein bisschen provokant ist der Titel ja schon. Wieviele Bücher gibt es schon auf dem Markt, die sich mit männlicher Prostitution auseinandersetzen? Und weiterhin überrascht das Buch, weil es eben weniger von drogensüchtigen Bahnhofsstrichern handelt, sondern eben eher von Escorts, deren Kunden Banker sind oder aber die Art Basel besuchen. Die Jungs verdienen um die 200 SF die Stunde und finden ihre Kundschaft hauptsächlich via Gayromeo. Die meisten kamen durch Zufall drauf, dass sie mit ihren Körpern Geld verdienen können und sich am Zürichsee wohl auch ein entsprechender Kundenstamm aufbauen lässt. 


Viele Geschichten reihen sich aneinander, die Bilder dienen nur zur Untermalung, stellen aber nicht die dar, um die es inhaltlich geht. Für mich waren auch die Bilder wichtiger, da Bücher mit den Arbeiten Pfeiffers recht schwer zu finden und schnell vergriffen sind. (Leider sind es auch meine beiden Pfeiffer-Fotografien, die es immer ein bisschen versteckt werden, weil Michael sie so überhaupt nicht leiden kann.)
Auf der Frankfurter Buchmesse gibt es immer eine Ecke, in der man sich die schönsten Bücher anschauen kann. Im letzten Jahr lag da zum Beispiel Steidl's 'Little Black Jacket' rum, doch diesmal gab es weniger spannende Titel. Und dann gibt es noch eine etwas weiter hinten liegende Ecken, in der all die Bücher zu finden sind, die knapp an einem solchen Prädikat vorbei geschwappt sind. Unter anderem gehört auch 'Männer kaufen' dazu und als alter Walter Pfeiffer Fan war der Textinhalt weniger wichtig als die Bilder. Ich habe es dann bestellt, ein bisschen reingelesen und es dann zwischen den anderen Fotobücher platziert, von wo es nun seine Anziehungskraft ausübt.

'Männer kaufen' von Oliver Demont, erschienen bei Salis

Nachtrag vom 22.01.2014: Die Bilder im Buch stellen tatsächlich die dar, um die es auch inhaltlich geht. Vielen Dank an Oliver Demont für die nette Email.

2013/08/30

Neue Polaroids...


Ich besitze nun endlich wieder eine Polaroidkamera, das ist dann Anlauf Nummer Drei und hoffentlich hoffentlich steht dieser unter einem besseren Stern als die beiden vorher. Der erste Film ist nun fast leer, und klar ist, dass es auch der letzte in Schwarzweiß war. Polaroid lebt halt doch von der Farbe. 
Die erste Resultate, und alle folgenden, gibt es dann immer hier zu sehen. 

2013/07/13

Tom Bianchi Fotografiert Charlie by MZ...


Die Badehosen und Bikinis von Matthew Zink (Vordergrund) sind zwar mit um die 200 Euro keine Schnäppchen, verkaufen sich aber trotzdem wie geschnitten Brot. Anscheinend hat es der 32-jährige geschafft eine der immer rarer werdenden Marktlücken aufzutun und ein Produkt kreiert, dass Gaygemeinde genauso anspricht wie Rihanna und andere Stars. 
Fire Island ist nun der Schauplatz für den aktuellen Lookbookshot mit Tom Bianchi. Dieser hat mit seinem hier bereits vorgestellten Buch eindrucksvoll das Leben auf der dem Festland vorgelagerten Insel geschildert. Die Schwimmsachen von Matthew Zink werden also in lebensnahen Umgebungen gezeigt, an schönen Körpern. Model ist übrigens der mit beeindruckenden Buchmuskeln ausgestattete Ben Smalls, Bianchis Lebensgefährte. 


2013/07/07

Tom Bianchi - Fire Island Pines...


Während Tom Bianchi unter der Woche als Anwalt in einer New Yorker Kanzlei arbeitete verbrachte er wie viele andere die Wochenenden auf Long Island, besser gesagt auf der vorgelagerten Insel Fire Island. Ständiger Begleiter war bei diesen Ausflügen seine Polaroid SX-70, mit der er Anfangs noch Muscheln fotografierte, sich aber schnell reizvolleren Sujets zuwandte und seinen Freundeskreis ablichtete. 
Mitte der 1970-er steckte die Gay Liberation Bewegung noch in den Kinderschuhen. Gerade einmal ein paar Jahre war der Stonewall-Aufstand her, bei dem sich Schwule gegen Willkür durch die Polizei widersetzten, doch offen schwul zu leben und gleichzeitig in einem konservativen Umfeld anerkannt zu werden war noch nicht denkbar. Fire Island hingegen funktionierte nach seinen eigenen Regeln. 
Seit dem späten 19. Jahrhundert haben sich kleine und teils sehr elitäre Ferienorte auf Fire Island herausgebildet, die alle einen eigenen Charakter haben und einen eigenen Mikrokosmos bilden. Da gibt es Orte für die WSAP's (White Anglo-Saxon Protestant) und welche, die besondern von jüdischen Familien bevorzugt werden; die hippen Schwulen (Henryk M. Broder, Spiegel Online, 2003) zieht es eher nach Chery Crove und die eher konservativen, reichen nach Pines. Die Insel wurde zum Ferienparadies, in dem man seine Sexualität nicht hat verleugnen müssen. 
Bevor Aids die Menschen in die raue Wirklichkeit zurückholte war ein Pines ein Arkadien. Schöne Menschen tummelten sich an den Pools und genossen ein leichtes Leben fern des Alltags. Für den Hobbyfotografen Bianchi war es ein idealer Nährboden sich auszuprobieren und ein Werk zu schaffen, das in leuchtenden Farben von der Leichtigkeit des Seins erzählt. Die Polaroid war dafür ein ideales Spielzeug, weil sie es erlaubte schnell agieren zu können und zu dem die Resultate gleich aufzeigte. So entstanden unzählige Bilder und Bianchi wurde nach IBM zum zweitgrößten Kunden von Polaroidfilmen.
Schnell interessierte sich Poalroid für den Mann, der so einen enormen Verbrauch hatte und man war beeindruckt von seinem Bildern. Buchprojekte wurden konzipiert und scheiterten letztendlich an der Verbohrtheit der Marketingabteilungen, die für ein solches 'Spartensujet' keinen Markt sahen und vielleicht auch Angst hatten im konservativen Amerika ein schwules Thema zu veröffentlichen. 2013 sieht es hingegen ganz anders aus, mittlerweile ist die Homoehe allgegenwärtiges Thema und das einst innovative Polaroidsystem ein Relikt aus einer analogen Zeit. Tom Bianchi's Bilder zeigen also in zweierlei Hinsicht ein Stück Geschichte, die einer Technik genauso wie die einer Gesellschaft. 




Bei Damiani erschien nun ein Band mit den Fotografien von Tom Bianchi. 'Fire Island Pines' zeigt zwischen 1975 und 1983 entstandenen Bilder in grandiose guter Qualität. Die einzelnen Fotografieren stehen direkt hochglänzend auf dem matten Untergrund. Zu dem ist jedes Buch von Bianchi handsigniert und allein deshalb ein kleines, sehr feines Kunstwerk. Zu dem gibt es eine Edition im Schuber mit einem signierten Print.

Nachtrag: Fire Island Pines hat auch heute nichts von seiner Allure und Anziehungskraft verloren, gleichzeitig haben aber auch findige Geschäftsleute dies erkannt und so kann es einem schon passieren, dass man plötzlich den vielleicht teuersten Snickers der westlichen Hemisphäre über den Ladentisch wandern sieht. Out-Autor Andrew Belonsky hat einen sehr lesenswerten Artikel darüber geschrieben. 

2013/04/12

Self-Portraits By John Arsenault...


Die Kunst sich selbst in Szene zu setzen erlebt ja auch dank Facebook, Twitter und Instagram in den letzten Jahren eine wahre Renaissance. Ganz zu schweigen von den ganzen Blogs, die ebenfalls in diese Kategorie fallen. Scheinbar waren die Menschen selten verliebter in das eigene Ich als heutzutage. Und sie selten sind sie so sorglos mit dem Bild umgegangen, dass sie nach aussen darstellen.
Der Fotograf John Arsenault hat aus dieser Selbstdarstellung seine Kunst gemacht und inszeniert immer wieder selbst. Seine Bilder spiegeln die Gesellschaft in der wir leben wieder und halten ihr auch einen Spiegel vor. 



2013/04/10

Luxuriöses Spielzeug - Leica M Monochrome...


7.000 Euro für eine Kamera, die nur Schwarzweiß fotografieren kann und bei der man die Schärfe sogar selbst einstellen muss. Das ist mutig, und gleichzeitig grandios. Leica beweist mal wieder Mut und Innovationsgeist, vor allem aber ein immenses Gefühl für Stil. 
Mit der M Monochrome bringt der Kamerahersteller einen Apparat auf den Markt, der auf so ziemlich jeden Firlefanz verzichtet, sogar auf die Farbe. Zu Gute kommt dies der Bildqualität und somit auch der ästhetischen Aussage der Bilder. Schnelles Geknipse ist für Besitzer des Schätzchen wohl weniger eine Option, da überlegt man sich jedes Bild ein bisschen genauer. 
Spiegel.de hat die Kamera unter die Lupe genommen, ihre Vorzüge beleuchtet. Aber natürlich gibt es auch ein bisschen was zu bemängeln. So ist die Leica M Monochrome nicht die schnellste, wenn es darum geht die Bilder abzuspeichern und auch auch das Display ist zu klein und zu schlecht. Insgesamt tut dies der Kamera aber kaum einen Abbruch und wird von den zukünftigen Besitzern in Kauf genommen. Die Vorzüge in ästhetischer Hinsicht überwiegen einfach. 

2013/03/06

A Message For You...


Die Einflüsse die Guy Bourdin auf die Modewelt hatte sind nachweisbar, auch wenn Bourdin immer etwas im Schatten seines bekannteren Kollegen Helmut Newton gestanden hatte. Noch heute lassen sich Designer von Bourdins Frauenbild inspirieren, und manchmal imitieren Fotografen auch gleich seine Arbeiten. Wie inspirierend seine Bilder sind zeigt das im Steidl Verlag erschienene Buch 'A Message for you' by Guy Bourdin. Bereits 2006 erschien das zweibändige Werk welches sich zum einen den Arbeiten selbst widmet, aber auch die Arbeitsweise beleuchtet. Nun gibt es einen Reprint in dem beide Bücher zusammengefasst sind. 
Gestern Abend konnte ich mein druckfrisches Exemplar aus dem Karton holen und habe mich den Fotografien Bourdins hingegeben. Seine verspielten Bilder zeugen einerseits von einer ungeheuren Leichtigkeit, aber auch von einer keineswegs versteckten Sexualität. Das passte gut zu Pizza und ein bisschen netter Musik, war nett durchzublättern nach einem langen Arbeitstag. Und natürlich fügt sich das Buch auch gut ein in meine kleine Sammlung von Fotografiebänden. 



Alle im Band versammelten Bilder stammen aus dem späten 1970-er Jahren. Das Buch ist weniger eine Werksübersicht als die Betrachtung einer kurzen Moments in der Arbeit Bourdins Der Stil der Bilder ist daher auch recht einheitlich, es ist vielleicht auch eine Hommage an die Discoära. Die Frauen in den Bildern, eigentlich handelt es sich fast ausschließlich um das Model Nicole Meyer, die zwischen 1973 und 1980 den Status der Muse inne hatte, haben eine entspannte Verspieltheit. Sie sind keine Powerfrauen wie bei Newton, eher das Girlie in Hotpants, das manchmal die Femme Fatale gibt. Auch Make-up und Haare spielen eine wichtige Rolle in den Bildern. Viel Rouge und Lidschatten betonen das Gesicht, dass von Locken eingerahmt wird. 
Sein Stil wird noch heute gerne aufgegriffen, die Looks der Models dienen Designern und Stylisten als Inspiration, seine Bildern Fotografen. Davis Lachapelle, Mert Alas und Marcus Piggott, Mario Testino manchmal und viele andere zitieren immer wieder die Bourdins Stil, für dessen Bilder auch leuchtende Farben kennzeichnend waren. Madonna hat sich sogar vor Gericht mit dem Erben von Guy Bourdin auseinandersetzen müssen, ihr Video zu Hollywood war wohl eher kopiert. 

Erschienen bei Steidl

2013/03/05

Jim Naughton 'Conflict And Costume'...


Zu den wohl dunkelsten Momenten des 20. Jahrhunderts gehörte die Niederschlagung des Herero-Aufstandes durch die deutschen Kolonialherren 1904. Geschätzt um die 80.000 Menschen verloren damals ihr Leben, fast das gesamte Volk der Herero wurde ausgelöscht. Bis heute versucht die deutsche Bundesregierung ein direktes Schuldbekenntnis zu vermeiden um eventuell entstehende Entschädigungszahlungen zu vermeiden. Immerhin wurden wurden zumindest von der Berliner Charité die Schädel, die damals zu Forschungszwecken nach Berlin gebracht wurden, zurückgegeben um sie standesgemäss beizusetzen. 
Die Nachfahren der verbliebenen Herero leben heute als Hirten in Namibia, Angola und Botswana. Besonders bemerkenswert ist ihre Kleidung, die noch immer ihre Geschichte erkennen lässt. Während die langen Kleider der Frauen an die viktorianische Epoche erinnert, zeigt die männliche Tracht Anleihen an Uniformen der Kolonialbesatzung. Herausragend sind aber vor allem die Hüte der Frauen, die sich mit ihrer Hörnerform tatsächlich auf die Tradition als Hirten bezieht. 
In London zeigt nun der Fotograf Jim Naughton die Pracht dieser Kostüme und auch den Stolz der Menschen die sie tragen. 

Mehr Infos hier

2012/11/27

Downton Girls...


Bereits im August zierten Michelle Dockery (Mary), Laura Carmichael (Edith) und Jessica Brown Findlay (Sybil) das Cover des Love Magasin, jede von ihnen bekam einen Titel. Das zog damals allerdings an mir vorüber, erst heute entdeckte ich bei Facebook die Bilder. 


Zwei habe ich für das Blog ausgewählt, beide zeigen meine Lieblingsfigur in der Serie. Doch auch der Rest der Strecke ist sehenswert, den gibt es hier.

2012/11/20

Naomi Harris - Mit Greenpeace In Die Arktis...


Naomi Harris kann man getrost als Abenteuerin bezeichnen. Die Bilder der Fotografin zeigen nicht nur ein Amerika, wie man es in seinen kühnsten Träumen nicht erwarten würde sondern lassen auch die ungeheuere Neugier erkennen, mit der sich Naomi Harris durch die Welt fotografiert. Das Engagement von Greenpeace ist nun so etwas wie ein wahr gewordener Traum. Sie hatte die Möglichkeit mit dem Schiff 'Arctic Sunrise' in die Arktis zu fahren und die Crew beim Müll sammeln zu begleiten. 
Doch es ging gar nicht in erster Linie um eine Dokumentation der Arbeit der Aktivisten, sondern vor allem wurde Naomi Harris engagiert um die Mitglieder der internationalen Crew zu portraitieren. Die Fotos die dabei entstanden sind eben nicht nur rein dokumentarisch, sondern wirklich auch schön. 



Alle Bilder hier, ein Interview mit Naomi Harris folgt in den nächsten Tagen

2012/10/28

Geschlossene Gesellschaft - Die Berlinische Galerie Zeigt DDR Fotografie...


Denkt man an Fotografie aus der DDR kommen einen wahrscheinlich an erster Stelle Namen wie Sibylle Bergemann, Arno Fischer oder Roger Melis in den Sinn. Oft sind es Fotografen, die sich mit Modefotografie beschäftigten, denen in den letzten Jahren immer wieder Ausstellungen gewidmet wurden. Allein die in denen Arbeiten der 2010 verstobenen Sibylle Bergemann gezeigt wurden, sind kaum noch zu zählen. Doch neben dieser auftragsbezogenen Fotografie gab es auch eine Künstlerszene, die frei arbeitete. Die Berlinische Galerie zeigt mit 'Geschlossene Gesellschaft' die Bandbreite der professionellen Fotografie in der DDR.
Wenig überraschend ist dabei die Bandbreite, mit der sich dem Thema gewidmet wurde. Doch gleichzeitig war dies so gebündelt wohl auch eher selten zu sehen. Vor allem die dokumentarische Fotografie und das Ablichten der Lebensumstände sind bekannt. Bilder in schwarzweiß, die leere Straßen, rauchende Schonsteine und immer wieder Arbeiter zeigen (Helga Paris). Dem gegenüber stehen dann die, die in leuchtenden Farben eine DDR zeigen, wie sie das Politbüro am liebsten sah; Bilder von lachenden Menschen bei Sportfesten und FDJ-Treffen (Jens Rötzsch). Bilder die sich je nach Gusto uminterpretieren lassen, deren Systemkritik man betonen oder einfach ignorieren kann.
Was in der Ausstellung dann wirklich überrascht sind die künstlerischen Herangehensweisen, die frei von allen Konventionen die Fotografie als künstlerisches Medium nutzen. Florian Merkels leuchtende Farben lassen zuerst an die Siebdrucke von Andy Warhol denken und erstaunen, weil man diese Intensität kaum mit der DDR assoziiert, Jörg Knöfel's Labyrinth führt auf beengende und beängstigende Art und Weise dem Betrachter den Prozess des Tötens vor Augen.
Zusätzlich zur Ausstellung, die sicherlich nicht umsonst in den 'European Month of Photography' gelegt wurde, gibt es in zehn Galerien Ausstellungen von in der Berlinischen Galerie zeigten Fotografen. Und auch am S-Bahnhof Ostkreuz ist Fotografie zu sehen, die mehr oder weniger direkt in Zusammenhang mit der Ausstellung steht. Einige Fotografen aus der ehemaligen DDR gründeten nach der Wende die Agentur Ostkreuz, später dann kam noch eine Schule für Fotografie dazu. Die Bilder der Absolventen werden nun am Durchgang zur Sonntagstraße gezeigt.
Wer am heutigen Sonntag also noch nichts vorhat, ein Ausstellungsbesuch in der Berlinischen Galerie lohnt sich genauso, wie die Fahrt nach Friedrichshain.

2012/09/21

Dennis Hopper - The Lost Album...


Wer am Wochenende noch nichts vor hat und zufällig in Berlin lebt oder gerade hier zu Besuch ist, der sollte einen Abstecher in den Martin Gropius Bau machen. Dort sind seit gestern Fotografien von Dennis Hopper zu sehen. 
Die in der Mitte der 1960-er Jahre entstandenen Aufnahmen zeigen das Bild eines intellektuellen Amerika. Dennis Hopper war Teil eine illustren Clique, deren Mitglieder zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts zu zählen sind. Seine Bilder stellen aber auch Zeitgeschichte dar und nehmen den Betrachter gefangen. Nach Hopper's Tod 2010 wurden fünf Kisten wiederentdeckt, in deren Inneren mit Notizen versehene und für eine Ausstellung im Jahre 1969 zusammengestellte Fotos versammelt  waren. Zum ersten Mal werden sie nun in Europa gezeigt.

Mein Fazit: Ich hatte eine schreckliche Nacht, ich glaube gestern Abend meinen Schlüssel verloren zu haben, schlief dann bei Freunden und war dann heute morgen schon früh auf den Beinen um nochmals zu suchen. Ich hatte ihn im Sportstudio verloren, da wurde er dann glücklicherweise auch gefunden und ich war sehr erleichtert ohne die Hilfe eines Schlüsseldienstes doch noch in ein entspanntes Wochenende starten zu können. Ich habe mich dann erstmal in die Badewanne gelegt, bin dann entspannt frühstücken gegangen und habe mir als krönenden Abschluss meines Morgenprogramms die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau angeschaut.
Morgens kurz vor elf war es da noch angenehm ruhig. Die meisten anderen Besucher wollten die Olympia-Ausstellung sehen, somit war es noch angenehm ruhig in den Räumen im zweiten Obergeschoss. Die kleinformatigen, auf Karton aufgezogenen Bilder sind so gehängt wie sie von Hopper selbst konzipiert waren, der Betrachter hat einen roten Faden, dem er folgen kann. Dennis Hopper zeigt in der Tat eine Vielschichtigkeit in der amerikanischen Gesellschaft, die von berühmten Künstlern wie Robert Rauschenberg und Jasper Johns über die Hells Angels bis hin zu Wanderpredigern und Freiheitskämpfern wie Martin Luther King Jr. reicht. In den 7 Jahren, Hopper fotografierte tatsächlich nur in den Jahren zwischen 1961 und 1967 und sagt selbst, dass er das Fotografieren mit dem Beginn der Arbeit an Easy Rider aufgegeben hat, entstanden schaffte er es eine Epoche zu portraitieren und deren unterschiedliche Auffassungen darzustellen.
Man kann seine Fotografien auch tatsächlich als Vorstufe für seine Arbeit als Regisseur sehen und Easy Rider ist nur der logische Schluss dieser Arbeit. Kein Wunder also, dass auch am Schluss der Ausstellung dieser Film gezeigt wird. Ich habe ihn noch nie gesehen, doch nach dem Betrachten der Bilder hatte ich die Muse dazu und konnte Parallelen erkennen. Die Freiheit, die die von Dennis Hopper und Peter Fonda dargestellten Charaktere leben steht im Gegensatz zum Leben der Menschen, die ihnen auf ihrer Reise durch Amerika begegnen.
Die Ausstellung ist natürlich eine Fotografieausstellung, es geht um die Bilder und um den Künstler. Nun war Dennis Hopper aber kein Inszenierer, und schon gar kein Technikfanatiker. Beides sieht man den Bilder machmal an und man wünscht sich, dass hier und da viellicht tatsächlich noch etwas an der Belichtung oder am Blickwinkel gefeilt werden hätte können. Aber am Ende zählt, was die Bilder ausdrücken. Und das ist so einiges! Hopper hat einfach fotografiert was er gesehen hat und wir dürfen nun ein Stück Zeitgeschichte durch seine Augen wieder aufleben lassen.

2012/09/02

Boys Of Summer...


Es ist an der Zeit ein bisschen wehmütig zu werden, der Sommer neigt sich dem Ende zu und es wird nicht nur schon wieder ziemlich früh dunkel, sondern auch die Temperaturen lassen nach. Die Tage am Pool, sofern man das Glück hatte Zeit an einem solchen verbringen zu dürfen sind damit zumindest in hiesigen Gefilden auch vorbei.
Doch wollen wir nicht traurig sein und lassen uns stattdessen noch einmal die Genüsse des Sommers auf der Zunge zergehen. Matthias Vriens McGrath lässt uns eintauchen in die Poolwelten von David Hockney unter der glitzernden Sonne Kaliforniens. Seine Strecke für Numéro Homme führt uns noch einmal vor Augen, was man am Sommer vermissen wird. 



Alle Bilder bei The Style Examiner

2012/08/18

Zeitlos Schön - Modefotografie Bei C/O...


Das in den Archiven von Condé Nast nicht nur wahre Schätze zu finden sind, sondern auch und vor allem all die Bilder die die Modefotografie der vergangenen hundert Jahre prägten, steht ausser Frage. Ebenso, dass eine Schau mit Bildern von großen Meistern wie Erwin Blumenfeld und Georg Hoyningen-Huene, und aktuellen Stars wie Bruce Weber und Mario Testino, Massen anzieht. Den ersten Versuch in die C/O Galerie zu kommen gaben wir nach ein paar Minuten auf. Anderthalb Stunden später kamen wir immerhin schon besser rein, voll war es aber immer noch. 
Eröffnungen bei C/O ziehen immer Scharen von Menschen an, Berliner wie Auswärtige. Um sich das Gezeigte nochmals in Ruhe anzuschauen und es beurteilen zu können, dafür muss man ein zweites Mal wiederkommen. 





2012/07/09

Big Time - Männer Vogue X Murkudis...


Wenn man etwas präsentieren möchte, dass irgendwas mit zu tun hat packt man es am besten zwischen all die anderen Veranstaltungen während der Fashion. Und wenn man dann noch Andreas Murkidis heißt, kann man sich sicher sein auch ein paar Gäste vor der Tür stehen zu haben. Am Donnerstag war genau das der Fall, da wurde 'Big Time – The Legendary Style of Männer Vogue' vor- und ausgestellt. Neben Angelika Blechschmidt und Angelika Taschen, liessen sich auch Tillmann Prüfer (Zeit Magazin) und Kai Margrander (Glamour) das Event nicht entgehen. Dazu mixte dann Charles Schumann noch Cocktails und brachte ein bisschen Münchner Chic an die Potsdamer Straße.