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2025/04/21

Must See: IKEA mit dem IKEA Insider...


Ich war mit dem IKEA Liveshopping Experten Michael Haas im Store Wallau und wir haben die neue Stockholm Kollektion mal für euch unter die Lupe genommen.

Hier könnt ihr euch das ganze Video anschauen: IKEA 

2025/03/20

Matter&Shape - Design Salon 2025 / Paris


Zum zweiten Mal fand in die Matter&Shape statt, ich war zum zweiten Mal dabei. Praktisch, liegt auch parallel zu Fashion Week ist dazu noch an die Messe Premiere Class angegliedert.
Wie es mir beim diesjährigen Salon gefallen hat, seht ihr hier

2014/11/27

Sammelfieber...

Seit 1908 fertigt Royal Copenhagen jedes Jahr eine Weihnachtsteller an, das diesjährige Hans Christian Andersen-Motiv wurde gestaltet von Sven Vestergaard. Unverändert seit dem ersten erschienen Teller 'Maria mit Kind' ist die Größe und die Randgestaltung, das innere Motivspektrum reicht hingegen von den durch die Wüste reitenden drei Königen (1972) bis hin zu nationalem Kulturgut der Dänen, wie eben Hans Christian Andersen. Es werden Schlösser, Kirchen und die Kutsche der Königin (1992) dargestellt, genauso wie Tiere im Winterwald. 
Meinen ersten Teller fand ich im Sommer auf einem Flohmarkt bei Wiesbaden. Und ich hätte am selben Tag noch weiter kaufen können, wenn mich teils recht große Preisunterschiede abgehalten hätten. Zwischen 5 und 20 Euro kosteten die Stücke je nach Stand und Wissensstand des Verkäufers. Man findet aber selten ganz alte Stücke. Anscheinend wurden die Teller erst in den Wirtschaftswunderjahren in Deutschland groß bekannt, da ich bislang selten welche gefunden habe die vor den 1960-er Jahren datiert waren.
Mein frühester Teller ist der von 1972, der jüngste von 1982. Wirklich günstig kann man sie bei Ebay finden, da werden sie schon für einen Euro angeboten und meist ist man auch der einzige Bieter. Ein  Weihnachtstisch lässt sich mit den Teller sehr schon individualisien, nämlich in dem man unterschiedliche Motive zum Beispiel als Dessert- oder Brotteller eindeckt und vielleicht sogar noch jedem Gast ein Motiv oder sein Geburtsjahr zuordnet. 
Mich hat, das ist unschwer zu erkennen, das Fieber etwas gepackt. Vor allem aber finde ich die Teller wunderschön, vor allem die von Kai Lange gestalteten. Sie sind etwas schemenhafter als die neuen Stücke. 
Vielleicht weckt der Text ja auch weitere Sammelleidenschaften oder ist eine Idee für ein besonderes Weihnachtsgeschenk...

2014/04/18

Rearranged...


Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer – ganz klassische Aufteillung, die sich allein schon durch die Anordnung der Räume in der Wohnung ergeben hat – hatten wir noch bis letzte Woche. Doch alte Strukturen müssen manchmal aufgebrochen werden um etwas entstehen zu lassen, das eigentlich vielmehr dem selbst entspricht. Wir haben umgeräumt und vieles neu arrangiert. 
Die größte Veränderung hat dabei unser Wohnzimmer durchgemacht, es wurde quasi wegrationalisiert und ist einem Schlafzimmer gewichen, das vielmehr ein neuer Lebenraum ist als nur ein Ort zum schlafen. 
Lichtdurchflutet ist das Zimmer, luftig und viel Raum bietend. An den Wänden hängen die Sachen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben und das draußen wird selbst zum sich immer veränderden Bild. Eben nichts gegenüber zu haben, keine in die Fenster schauenden Nachbarn, macht auch Vorhänge überflüssig, was allerdings auch bedeutet, dass die Morgensonne den Raum erfüllt und einen zum Frühaufsteher macht. 
Das neu entstandene Zimmer, also der ehemalige Schlafraum, wurde zu einer Mischung aus Kleider- und Gästezimmer. Und selbst der ebenfalls dort hin verbannte Fernseher hat einen Platz gefunden. Es ist gelungen den Raum so zu gestalten, dass er eben keine lieblose Abstellkammer ist und trotzdem viel Platz für ungeliebtes bietet.
Noch ist nicht alles fertig, aber es ist ja eh alles im Fluss...





2014/01/29

Zwischen Orient Und Okzident - Autoban...


Einen der sicherlich schönsten Buchläden Deutschlands gibt es in Köln, bei Walter König findet man die beste und umfangreichste Auswahl an Mode-, Kunst- und Designbüchern. Kein Wunder also, dass ich genau dort auf den bei Gestalten erschienenen Band über das in Istanbul gegründete und beheimatete Architektur- und Designbüro Autoban entdeckte. 
2003 gründeten Seyhan Özdemir und Sefer Çaglar zusammen Autoban (Der Name steht für Geschwindigkeit und verbindet das türkische Wort Otoban mit Kraftwerks Hit von 1974. Auch das Markensignet zeugt von dieser Verbindung.) und stehen seitdem für modernes Design, das spielend europäische und osmanische Einflüsse zu verbinden versteht und zurecht mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet wurde. Bauhaus, Eames, Art Deco und Skandinavisches stehen der Formenvielfalt des Orients mit seinen Mustern, Strukturen und Materialien gegenüber. 
Doch was zuerst wie ein Wiederspruch erscheinen mag, fügt sich harmonisch zusammen und lässt warme Interieurs entstehen. Es ist nicht verwunderlich die Ideen der Designer vor allem in öffentlichen Raum wieder zu finden. Hotels, Bars und Restaurants wurden in der Vergangenheit ebenso gestaltet, wie Loungebereiche von Fluggesellschaften und die Geschäfte von Modeunternehmen. Osmanische Ornamente werden dabei für die Gestaltung der Wände verwendet während die Möblierung im Bereich des klassisch modernen Design anzusiedeln ist. 
Für ihre Interieurs verwenden Özdemir und Çaglan sowohl Stücke anderer Designer, wie auch aus ihrer eigenen Kollektion, die vom portugiesischen Hersteller De La Espada produziert wird. Die Schönheit und die haptische Sinnlichkeit des Designs und der verwendeten Materialien begeisterte mich bereits 2011, da habe ich Autoban zum ersten Mal entdeckt. 

Opera Palas © by Autoban
Wenn ich schon weder eine Lampe oder ein Möbelstück von Autoban besitze, so kann ich zumindest in ihren Designs und Interieurs schwelgen. Das Buch von Gestalten liefert einen ganz wunderbaren Einblick in die Welt von Autoban, liefert aber gleichzeitig noch viel mehr wissenswertes über eine lange Designtradition an deren Ende eben Autoban steht. 
Orient und Okzident beeinflussten sich über die letzten Jahrhunderte hinweg und vor allem das 18. und 19. Jahrhundert schwelgten geradezu in einer Fülle gegenseitiger Einflüsse. Europäische Herrscher verfielen einer Orientmanie, die unter anderem in der türkischen Kammer im Dresdner Schloss sehen kann und osmanische Sultane statteten ihre Paläste mit Möbeln des Rokoko aus. Auch der Zauber und das Mysterium das von den geheimen Abenteuern im Harem des Sultans ausging, war ein beliebtes Sujet in der Kunst. Für die Monografie wurde das Thema in einem Essay aufgearbeitet und macht das Buch auch was die Texte betrifft spannend. 

Möbeldesigns von Autoban
Natürlich ist auch die Gestaltung des Buches wichtig und diesbezüglich wurde ganze Arbeit geleistet. Inhaltlich gliedert sich der Band in einen Textteil am Anfang, Bildern von Interieurs im Mittelteil und Pläne und Skizzen, sowie ein Überblick über das Produktportfolio, am Ende. Das unterschiedliche Arten von Papier für die verschiedenen 'Kapitel' verwendet wurden, macht die Qualität auch noch spürbar. 

2014/01/19

IMM - Internationale Möbelmesse Köln...


Sonne über Köln, nichts anders war zu erwarten, da machte es Spass einen kleinen Spaziergang zu machen und statt die Bahn zu nehmen zu Fuss zur Messe zu laufen. Vorbei am Vorhängeschlossmassaker auf der Hohenzollernbrücke ging es auf die andere Rheinseite zur Messe und glücklicherweise waren nur wenige 'Frühaufsteher' unter den Messebesuchern, so dass es anfangs sogar noch nett und übersichtlich zuging in den Hallen. Das änderte sich später, da hatte ich meine kleine Ständeliste aber schon abgearbeitet und fast wieder auf dem Heimweg.


Die IMM war meine erste große Möbelmesse, abgesehen von der Qubique 2011 war ich noch auf keiner bislang. Halle 3 war nicht nur erste die Anlaufstelle, sondern dort versammelten sich auch die für mich spannendsten Aussteller. Bocci, Vitra, Muuto, Gubi und viele andere sind dort versammelt und zeigen ihre Sortimente, die fast ausschließlich aus Highlights zu bestehen scheinen. Die Displays waren schön gestaltet und inspirierent, nicht schwer, wenn vom Wandhaken bis zur Sitzgruppe alles angeboten wird. Oder doch?
Ich war nicht vorbereitet, hatte auch keinen Hallenplan, treibenlassen und schauen war die Devise. Unterwegs entdeckte ich die Fliesen von Patricia Urquiola für Mutina und konnte mich nicht entscheiden, wie ich ich diese nun finde. Schön auf jeden Fall, praktisch nicht immer. Auch die Halle mit den jungen und angehenden Designer war ein Erlebnis und ist spannend, was davon den Weg in die Kollektionen führender Hersteller findet. 


In einer anderen Halle fanden sich all die Hersteller, die großformatig in den guten und besseren Wohnraumzeitschriften immer im ersten Drittel werben und auch in den Editorials viel vertreten sind. Doch die riesigen Sofalandschaften, Schranksysteme und Esskonstellationen wirkten kühl bis unfreundlich, undekoriert und dadurch auch weniger ansprechend, was das Gewicht der Möbel vervielfachte. Während ich von Minotti, Ligne Roset und der Standgestaltung weiterer Hersteller mehr als enttäuscht war, blieb einzig von COR ein positiver Eindruck hängen. 
Schlimmer waren nur die Alpträume bei Bretz und ledernen Fernsehsesselungetüme einiger deutscher Hersteller. Es ging dann nochmals zurück zu e15, wo eine kleine, in einem Sideboard versteckte Hausbar mein Herz erwärmte, und das nicht nur weil der richtige Gin darin stand. 

Ray & Charles Eames bei Vitra
Jan Kath
COR
e15

2013/12/19

Zuhause Bei Nick Wooster...


Grau ist vorherrschend in Nick Woosters Wohnung. Der modische Alleskönner, der nicht zuletzt wegen seiner Style's den Weg über Streetstyleblogs auf den internationalen Radar schaffte, wohnt ziemlich unfarbig. Aber das war irgendwie nicht anders zu erwarten. Die Wohnung ist wie ein Anzug von Thom Brown, zwar gefällig und doch raffiniert mit versteckten Details. Vor allem aber ist sie kleiner als erwartet, das haben Wohnungen mit Menschen gemein...

Highsnobiety zeigt alle Bilder

2013/09/01

Tom Dixon, Überdesigner...


Man kann aktuell kaum eine Zeitschrift aufschlagen, in der man nicht irgendwas von Tom Dixon findet. In Interiormagazinen findet sich das ganze Oeuvre seines Schaffens sowieso und wenn schon keine Möbel angeboten werden, so haben viele Einrichtungsgeschäfte zumindest seine Teelichthalterchen im Angebot. Selbst in der GQ Style taucht er auf, weil es jetzt auch in Mode macht und zusammen mit Adidas eine kleine Kollektion designt hat. 


Viele seiner Objekte sind Referenzen auf Vorangegangenes, sei es aus der Designgeschichte oder der Kunst. Der 'Spin Table Candelabra' könnte genauso gut von Alexander Calder stammen und der 'Fan Chair' eine Arbeit der Shaker sein; anderes wirkt orientalisch oder passt gut zu den noch immer modernen Midcentury-Klassikern. 

2013/08/21

Allraum...


Nein, ein Allraum im eigentlichen Sinne ist unsere Esszimmer/Lesezimmer/Arbeitszimmer eigentlich nicht. Zumindest nicht im Sinne skandinavischer Wohnraumkonzepte, bei denen sich um eine Art Hauptraum die einzelnen Zimmer gruppieren und der als zentraler Treffpunkt fungiert. Unseren Flur könnte man spielend in selbiges umwandeln, doch warum im Flur sitzen wenn es doch schönere Zimmer in der Wohnung gibt!?
Seit gestern hat nun das Zimmer, das sich seit unserem Einzug vor gut 9 Monaten immer mehr zu meinem Lieblingsraum entwickelte, und eben irgendwie ein Allraum ist, auch ein Sofa und ist noch ein Stück gemütlicher geworden. Auch wenn es für unsere Verhältnisse und gegen unseren Geschmack ziemlich voll gestopft ist, hat es eine unheimlich gute Aura und lässt einen die Zeit vergessen. 


2013/07/08

Setz Dich Doch...


Es leider weniger einfach Sessel zu sammeln als Vasen. Letztere sind nicht nur bezahlbarer, man kann sie auch einfach mal in den Schrank stellen, wenn man sich daran satt gesehen hat. Einen Sessel, wie auch alle anderen größeren Möbelstücke kauft man mit mehr bedacht, weil man schließlich mit ihnen leben will. Keine Frage, die Möbel von Jens Risom versprechen nicht nur ewige Liebe, sie halten sie auch. 
1941 wanderte der gebürtige Däne Jens Risom nach Amerika aus und etablierte seine in nur wenigen Jahren, so das seine Firma Jens Risom Inc. zu einem der größten Möbelhersteller der USA anwuchs. Dänisches Design hielt Einzug in amerikanische Eigenheime und passt perfekt zu den Wohnvisionen von Lautner, Koenig, Neutra und Co. 
Heute ist das nicht anders, Chair U430 und seinen armlosen Bruder U430 würde ich gerne ein Zuhause in unserem Wiesbadener Heim geben. Perfekt würde er sich in die 50-er Jahre Architektur einpassen und uns abends freudig mit den Worten begrüßen: "Setz Dich doch."

2013/07/07

Flohmarktfunde: Keramik Der Wirtschaftswunderjahre...


Recht früh haben wir uns heute morgen zur zwischen Wiesbaden und Mainz gelegenen Äppelallee aufgemacht um den einmal im Monat dort stattfindenden Flohmarkt einen Besuch abzustatten. Nicht ohne Ziel zugegebenermassen. Nach einem Artikel in der aktuellen A&W über Fat Lava Keramik (industrielle Keramik der Nachkriegszeit mit dem Label W-Germany und einer typischen, teils aufgebrochenen Lasur) habe ich beschlossen, dass ich mir solche Stücke auch bei uns Zuhause vorstellen kann. 
Tatsächlich sind wir fündig geworden, haben aus einem recht großen Angebot sieben Stücke für unsere Wohnung zusammengesucht. Typisch ist vor allem die schwarzweiße Vase von Scheurich, die anderen Stücke haben teilweise zwar auch Marken sind aber nicht wirklich Herstellern zuzuordnen. Das teuerste Stück haben wir für 12 Euro bekommen, alle anderen Stücke lagen unter zehn. In wie weit es die Stücke wert sind sei aussen vor gelassen, der dekorative Aspekt stand an erster Stelle und entschied über den Kauf.

2013/05/31

Gold Coast Mansions - Sommerhäuser der Gatsby Ära...


Long Islands Gold Coats war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein beschauliches Fleckchen Erde mit langen Stränden und Blick auf den Long Island Sund. Von Manhattan aus war es Dank einer günstigen Eisenbahnverbindung nur ein Katzensprung, kein Wunder also das es zur bevorzugten Gegend für die nicht allzu kleinen Sommerhäuser der Vanderbilt's, Woolworth's, Morgan's und vieler anderer Familien avancierte. Und als F. Scott Fitzgerald in den 1920-er Jahren 'The Great Gatsby' schrieb fand er genau da den Stoff für seinen großen Roman. 
Vorbild für Gatsby's riesige Villa war das von Alva Belmont in Sands Point erbaute Beacon Tower's. Das steht mittlerweile nicht mehr, war aber mit seiner fast an ein Dornröschenschloß erinnernden Silhouette perfekt um dem 'neureichen' Gatsby zu beherbergen. Die umtriebige Bauherrin war in erster Ehe mit William Kissam Vamderbilt verheiratet und bekam nach der Scheidung 1895 um die zehn Millionen Dollar und ein paar Immobilien zugesprochen.
Nicht nur eine Vorliebe für das Bauen hatte die spätere Mrs. Belmont, auch Partys und Bälle waren eine ihrer Leidenschaften. 1.000 Gäste konnte sie problemlos bewirten, doch vor allem war ihr Ziel in die Riege 'Four Hundred' aufzusteigen, zu welchen die angesehensten und reichsten Familien der Ostküste gehörten. Durch einen geschickten Schachzug schaffte es Alva Vanderbilt Caroline Astor, die Anführerin der 'Four Hundred'-Gang, zu einem Maskenball in neues New Yorker Domizil zu bewegen und sicherte damit den Vanderbilts Teil der New Yorker Upper Class zu sein.
Bereits während in ihrer ersten Ehe hatte Alva ein reges Interesse an Architektur und war massgeblich am Bau des New Yorker Stadthauses im Stil der französischen Renaissance beteiligt. Auch Beacon Towers orientiert sich an diesem Baustil und nahm sich das Hotel de Ville in Normandy zum Vorbild.

Die Goldküste zwischen Manhattan und Hemstead Harpor
Es war allgemein sehr beliebt wild durch die unterschiedlichen Stile hindurch zu bauen oder gar ganze Schlösser aus Europa zu importieren und sie Stein für Stein an der Goldküste wieder aufzubauen. Größer und schöner bauen als die Nachbarn war der Motor der die Bauwut zwischen 1900 und 1920 antrieb, jedes Haus sollte mehr Luxus bieten und eben auch eine exquisitere Ausstattung. Gotische Bibliotheken, Barocke Empfangshallen, Salons im Stil des Rokoko und antike Schwimmbäder wurden zu eklektischen Kompositionen zusammengefügt, die nach heutigem Geschmack einfach wie ein krudes Wirrwarr erscheinen. 
Liest man Beschreibungen über die Ausstattung diese Häuser wundert es einen irgendwann eher, wenn eines mal nicht über eine Tennishalle, einen vier Meter hohen Kaminaufsatz oder ein Esszimmer mit Platz für 200 Personen verfügte. Und eine eigens eingebaute Orgel mit 74 Registern gehörte eh zum guten Ton. Und dennoch verfügten manche Häuser über ein Quäntchen mehr an Extravaganz. Pembroke zum Beispiel hatte nicht nur Ausmasse wie die Titanic, sondern verfügte auch über einen Pool der in einen Wintergarten mit Wassenfall und tropischen Pflanzen eingebettet war und an dessen Decke ein lichtspendender Globus von Tiffany hing und Gertrude Vanderbilt Whitney hatte ein eigenes Atelierhaus um ihren künstlerischen Ambitionen nachgehen zu können. 
In erster Linie dienten die Paläste mit illustren Namen wie 'Winfield', 'Broad Hollow' oder 'Meudon' der Repräsentation und als Kulisse für illustre Party's und Sommerfeste. Ganze Heerscharen von Gärtnern sorgten dafür, dass nicht nur die Rasen und Hecken immer fein gestutzt wurden, sondern auch das die Räume der Häuser täglich mit frischen Blumen bestückt wurden, das Silber wurde in begehbaren Tresorkammern  verwahrt und durfte nur vom Chefbutler persönlich geputzt werden und natürlich waren auch Handwerker angestellt, die sich permanent um den perfekten Zustand des Hauses kümmerten. Die Häuser hatten nicht selten mehr als hundert Zimmer, zuzüglich Gäste-, Pool- und Teehäuser die sich auf den Anwesen verteilten, es gab als immer genug zu tun um die Pracht zu erhalten und die Gäste bei den zahlreichen Festen zu beeindrucken. Selbst während der Prohibition zwischen 1919 und 1933 floss der Alkohol in strömen.

Old Westbury Gardens 
Der schwarze Freitag 1929 führte auch zum Ende des goldenen Zeitalters an der Goldküste. Die Zeit der Partys war vorbei und sofern nicht alles Geld verloren war zogen sich die Besitzer der Anwesen in doch eher kleinere Häuser zurück. Stück für Stück verfielen viele, wurden geplündert oder durch Vandalismus beschädigt. Nur noch wenige Gebäude zeugen von der einstigen Pracht, wie zum Beispiel 'Old Westbury Gardens'. Der Londoner Architekt George Crawley baute das Haus 1906 für John S. Phipps und seine Frau. Ehemals angefüllt mit Möbeln im georgianischen Stil und Werken von Raeburn, Reynolds, Gainsborough und Singer Sargent ist das Haus und der es umgebende Park heute ein Museum und auch eine beliebte Kulisse für Film und Fernsehen. Auch bei Luhrmanns Gatsby-Verfilmung diente es als Vorlage für das Haus von Daisy und Tim Buchanan, wenngleich Luhrmann eine Replik in Australien errichten lies.
Weniger Glück hatte indessen das ehemals prächtige Anwesen von W.C.Bird oder 'Viking's Cove', welches einst Schauplatz illustrer Parties war und nach mehreren tragischen Begebenheiten mehr und mehr dem Verfall preisgegeben wurde. Auch dem einst prächtigen 'Winfield' kann ein solches Schicksal bevorstehen, wenn nicht mehr zum Schutz des Hauses getan wird. 1916 errichtete F.C.Woolworth das Gebäude auf den Grundmauern seiner kurz zuvor abgebrannten Villa und allein das Treppenhaus im Foyer kostete zu dieser Zeit 2 Millionen Dollar. Woolworth selbst hatte ein Faible für Napoleon und stattete sein Schlafzimmer im Stil des französischen Empire aus, dazu gab es Räume im chinesischen Stil, natürlich auch ein gotisches Arbeitszimmer und Gästezimmer, von denen jedes einer anderen Epoche gewidmet wurde und an dessen Tür der Gast auch gleich lesen konnte in welchem Stil er zu nächtigen hatte.
Doch auch einen Geist soll Woolworths Schloss beherbergen, den seiner Tochter Edna. Aus unerfüllter Liebe nahm sich diese im Plaza Hotel das Leben und eine Legende besagt, dass in dieser Nacht ein Blitz das Wappen der Familie über dem Kamin in der Halle an genau der Stelle sprengte, wo sich das Relief von Edna befindet. Edna Woolworth Hutton war auch die Mutter von Barbara Hutton, die mit sieben Jahren ein Vermögen erbte und selbst eine tragische Biografie vorweisen konnte. 

Winfield
Das marmorne Treppenhaus in Winfield
Vor allem die Legenden und Mythen sind es die den Reiz an den Menschen und ihren Häusern in einer wilden Ära ausmachen. F. Scott Fitzgeralds 'The Great Gatsby' schildert diese Zeit in reichen Bildern, gibt aber wahrscheinlich nur einen kleinen Einblick dessen wieder, was es wirklich zu erleben gab. Die ganze Pracht ist aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Wie spannend muss es doch gewesen sein diese Zeit miterlebt zu haben oder zumindest die Möglichkeit gehabt zu haben Häuser noch besichtigen zu können, die mittlerweile abgerissen sind.
Monica Randall hatte Glück, schon als Kind durchstreifte sie die Anwesen und konnte auf verlassenen Dachböden Kisten mit vergilbten Vorhängen und Koffer mit durchtanzten Schuhen entdecken, die von schnellen Aufbrüchen ohne Rückkehr zeugen. Sie nimmt uns im von ihr herausgegebenen Bildband mit auf Spurensuche. 


2013/05/21

Marni Zum Sitzen...


Auf der Mailänder Möbelmesse präsentierte sich auch Marni, ein Label das eigentlich auf Mode spezialisiert ist und deren Produkten immer etwas artifizielles inne wohnt. Die in leuchtenden Farben bespannten Sitzmöbel erinnern an die Leichtigkeit Italiens in den frühen 1960-er Jahren, an Gio Ponti und Gelati. Vor allem aber unterstützt Consuelo Castiglioni aber mit den Möbeln unter anderem ein Hilfsprojekt welchen kolumbianischen Ex-Häftlingen die Möglichkeit bietet sich wieder in den Arbeitsalltag einzugliedern und eben nicht wieder kriminell werden zu müssen um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 



Mehr über Marni Anticamera 

2013/05/05

Flohmarktfund: Die Rote Olivetti Valentine...


In Berlin fand ich Flohmärkte immer sehr anstrengend, zum einen sind diese da immer heillos überlaufen und zum anderen ist alles viel zu teuer, sofern man überhaupt was findet. Nach dem uns heute morgen die Sonne viel zu früh aus dem Bett holte machten wir uns auf zu Flohmarkt, der einmal im Monat zwischen Wiesbaden und Mainz stattfindet und gegenüber dem der Mauerparkflohmarkt ziemlich überschaubar aussieht. 
Drei Dinge hatten wir auf der Einkaufsliste stehen, einen Sessel für das Esszimmer, eine Tischleuchte fürs Wohnzimmer und Champagnerkelche. Letztere haben wir sogar gefunden und dazu noch ein Set aus verschiedenfarbigen Glastellern mit passender Schale aus den 1950-ern, Lampen und Sessel gab es zwar auch zuhauf, aber entweder überzeugten sie nicht wirklich oder aber sie waren schon verkauft. Beim nächsten Mal müssen wir wohl etwas früher aufstehen, also noch früher.
Was aber wirklich mein Interesse geweckt hat und was ich nur aus reiner Vernunft nicht gekauft habe war die rote Reiseschreibmaschine 'Valentine' von Olivetti. Ganz unscheinbar lag sie da in ihrem Kunststoffkoffer, trotzdem löste sie eine mittelschwere Schnappatmung bei mir aus. 150 Euro, nach unten war noch Spielraum, wollte der Händler für das Stück. Die originale Bedienungsanleitung lag noch bei und insgesamt war die Schreibmaschine in gutem Zustand. Einzig die Gummis zum verschließen waren brüchig. 


1969 entwarf Ettore Sottsass, der 1980/81 als Gründer der Designgruppe Memphis Designgeschichte schreiben sollte, für den italienischen Schreibmaschinenhersteller Olivetti eine leichte und transportable Maschine, die sich nicht nur ihres Gewichtes von anderen Modellen unterschied, sondern die auch ihres Designs wegen Einzug in Museen fand. 
Ich bin sehr gespannt ob ich mich ärgern werde sie mir nicht gekauft zu haben, ob es mir vielleicht ähnlich geht wie mit der 'Super Lamp' von Martine Bedine...

2013/04/27

La Chaise X Lachaise...


Ray Eames wird selten als für sich allein stehende Designerin und Visionärin betrachtet, vielmehr wird ihr Name immer im Zusammenhang mit dem ihren Mannes Charles genannt. Und tatsächlich entstanden die meisten Arbeiten des Ehepaares Eames gemeinsam, bzw. ist es schwierig festzustellen wer wieviel Einfluss beim entwerfen und entwickeln der Objekte hatte. Er war der Konstrukteur, sie die ästhetische Instanz.
Zumindest jedoch bei La Chaise ist mittlerweile klar, dass er auf eine Idee von Ray zurückgeht. Inspiration dazu lieferte eine Plastik von Gaston Lachaise, die sich problemlos in das wolkenartige Sitzgebilde hineinbasteln lassen würde. 
Auch wenn bereits der Prototyp von La Chaise im MoMA gezeigt wurde, produziert und damit für eine breitere Masse zugänglich wurde er erst ab 1980. An Modernität hatte er nicht verloren, ganz im Gegenteil. La Chaise ist Yuppie-Chic und Understatement in einem, ist vielleicht sowas wie der Patrick Bateman der Möbelwelt. 
Es ist ein schizophrenes Möbelstück, das Sinnlichkeit und Arroganz verbindet. Es ist weniger leicht konsumierbar als andere Eames Möbel, passt nicht sich nicht an und integriert sich trotzdem in vorhandene Situationen. Selbst Brandy konnte Ende der 1990-er darin dahinschmachten...


2013/04/26

Höfische Pracht - Wandspiegel Von Hoppenhaupt Für Zuhause...


Unter Lot-Nr. 1445 bietet das Auktionshaus Schloss Ahlden zwei ganz besondere Schätze zum Kauf an, nämlich zwei Wandspiegel des berühmten Rokoko Bildhauers und Innenraumgestalters Johann Friedrich Hoppenhaupt dem Älteren. Reich geschmückt mit dem typischen Rocaille, mit Blütenranken und Drachen sind es prachtvolle Exenplare, die die Kunst Hoppenhaupts und den Geschmack der Zeit um 1750 widerspiegeln. 
Johann Friedrich Hoppenhaupt hat massgeblich das preußische Rokoko mitgeprägt. Zusammen mit seinem Bruder Johann Christian war er am Hofe Friedrich des Großen tätig und gestaltete Raumensembles, die noch immer die Besucher von Sanssouci und anderen Schlössern faszinieren. Das aus Lindenholz geschnitzte und vergoldete Spiegelpaar ist ein exquisites Beispiel seiner Kunst und wird vom Auktionshaus mit 48.000 Euro taxiert. Dass die beiden Stücke gerne ein neues Zuhause bei mir finden dürften steht wohl ausser Frage, dass sie unerschwinglich für mich sind leider auch.

2013/04/13

Draußen Statt Drinnen...


Um mein Marmeladenbrot schon auf dem Balkon zu essen, war es heute leider noch etwas zu kalt. Aber nicht nur die in den nächsten Tagen bevorstehenden Temperaturen sind vielversprechend, auch unser Balkon (zumindest der, der an Küche und Esszimmer angrenzt) hat sich gestern innerhalb von ein paar Stunden in ein lauschiges Plätzchen zum rumliegen und Zeit vertrödeln entwickelt. 
Eher eine Art Loggia schließt an die zurückgesetzte Küche an, mit zwei Zugängen und einem großen Fenster. Das Draußen und das Drinnen lassen sich ideal zusammenfügen und lassen die Loggia zu einem zusätzlichen Raum werden, der Dank vollständiger Überdachung auch bei Regen noch zu nutzen ist. 
Anfänglich bin ich immer davon ausgegangen, dass dort eher ein Essbereich seinen Platz finden würde.  Doch nun ist es ganz anders geworden, und viel schöner. Fast vier Quadratmeter Liegefläche mit vielen Kissen und genug Platz. Hinzu kommt der Ausblick auf zwei riesige Kiefern, in denen ständig die Eichhörnchen rumturnen. 
Wer nun auch einen Balkon, oder auch ne ganze Wohnung, haben möchte, die ganz anders ist als erwartet, nämlich viel toller, der kann sich gerne melden. Ich kenne da jemanden, der diesbezüglich ganz fabelhafte Ideen hat! 

2013/04/02

All White...


Unsere Wohnung hier ist weit davon entfernt ein steriler Kasten nur in Weißtönen gehalten zu sein. Eher ist es eine ziemlich eklektische Mischung aus allem was uns so gefällt. Doch hier und da kann ein bisschen cleaner Chic nicht schaden, zum Beispiel in Bezug auf die Bettwäsche. Da kommt eigentlich für uns beide wenig anderes in Frage als weißes Leinen. 
Vergangenen Woche aber fanden wir ein weiteres weißes Möbel, dass in bälde unsere Wohnung tatsächlich sehr nützlich vervollständigen wird, das Schuhregal 'Platzwart' von Alexander Schmied für Magazin. Endlich verschwinden dann die gestapelten Kisten und ich kann endlich meine Schuhe wieder sehen ohne lange danach suchen zu müssen. 
Ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, dass auch noch ein paar andere Objekten ihren Weg zu uns finden könnten, schließlich gibt es da zwei oder drei geheime Favoriten, die ich mir gut Zuhause vorstellen kann. 

Leinenbettwäsche via H&M Home
Schuhregal Platzwart via Magazin
Lampe Mayday von Konstantin Grcic via Magazin
Chair One von Konstantin Grcic via Connox
Vanitas Dose mit Deckel von Versace via Rosenthal

2013/03/23

Vanitas - Rosenthal X Versace...


Die Versace-Kollektion von Rosenthal war in den letzten Jahren nicht gerade ein Inbegriff schlichter Eleganz, eher das Gegenteil war der Fall. Viel Gold und barockes Dekor, dazu noch das über allem prangende Medusenhaupt, liessen einem nicht selten die Nackenhaare zu Berge stehen und sofort die Flucht ergreifen sobald man diese Teile erblickte. 
Natürlich kann man all das immer noch kaufen, ein Zeichen dafür, dass es noch Liebhaber zu geben scheint. Aber es gibt jetzt auch Produkte in der Linie, die durchaus Begehrlichkeiten zu wecken vermögen. Mit Vanitas wurde eine Serie geschaffen, die das Design der gleichnamigen Taschenlinie in Porzellan überträgt. 
Neben Tellern, die ganz in Ordnung sind, aber nicht wirklich umhauen, stechen vorallem zwei kleine Deckelvasen heraus. All Paar gestellt sind es wunderschöne Objekte weit jenseits von Kitsch und Plunder. Fast einen Monaten arbeiten die Modelleure von Rosenthal an einem dieser Stücke, arbeiten das reliefartige Dekor von Hand heraus. Mit 199 bzw. 249 Euro sind es quasi kleine Kunstwerke zum Schnäppchenpreis. 


2013/03/22

Auf Und Davon...


Zu den immer wiederkehrenden Leitthemen der deutschen AD gehört Italien. Nicht nur in der Mode schaut man gerne nach, was jenseits der Alpen passiert, auch bei Möbeln und Interiordesign ist man dort ganz vorn mit dabei. Die Designs von Gio Ponti gehören zum besten, was das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat und ganz allgemein scheint die Italiensehnsucht, die nach Goethe spätestens in den Wirtschaftswunderjahren zu germanischen Aufläufen in den Sommermonaten führten, noch immer nicht wirklich abgeklungen zu sein. 
Aktuell liegt eine Ausgabe am Kiosk, die uns nicht nur Giorgio Armanis Yacht vorstellt, sondern auch in ein ausgebautes Dachgeschoß am Canal Grande, ein Stadthaus in Genua und eine Villa am Comer See entführt. Klein kann die AD natürlich nicht, alles an diesen Domizilen strahlt Luxus und einen leichten Hang zur Größe aus. Die Reiseaccessoires, die um heiße Fahrgestelle herum drapiert wurden, zeigen dann auch gleich auf, dass man seine alten abgewetzten Reisekoffer stillvoll zu ersetzten hat, bevor man sich als Gast ins Land der luxuriösen Eleganz begeben darf. 
Nun kann man nur davon träumen eine der vorgestellten Wohnungen mal betreten zu dürfen, geschweige dem eine Nacht dort zu verbringen. Aber Italien wäre nicht Italien, wenn es dort nicht auch die ein oder andere Ferienunterkunft gäbe. Das Paco Dei Principi in Sorrent mit seinem von Ponti gestalteten Interior ist wahrscheinlich vielen ein Begriff, aber es gibt auch kleine feine Domizile, in denen man gut ein bisschen länger verweilen kann. Eines davon, mit gerade einmal zwei Zimmern ausgestattet, befindet sich auf Capri...

Bildquelle und Informationen hier