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2011/10/29

Der Dandy Als Tagungsthema: Tag 1...


Gleich vorweg: Alles was uns Modemagazine als Dandy verkaufen wollen, also jene Anzüge, die sich von normalen Bürooutfits nur durch einen besser sitzenden Schnitt, eine Blume am Revers und das Einstecktuch in Brusttasche unterscheiden, hat mit dem was einen Dandy ausmacht, rein gar nichts zu tun. Aber dazu später mehr. Zuerst soll es natürlich grundsätzlich um die heutige Tagung zum Thema 'Das Leben als Kunstwerk – Der Dandy...' gehen. 
Fürst Hermann von Pückler-Muskau, Stefan George, Theodor Herzl und Francesco von Mendelsohn waren nur vier Dandy-Figuren um die es heute bei den Vorträgen ging. An ihren Biografien wurde jeweils ein Dandytypus definiert, der unterschiedlicher nicht hätte sein können. Da haben wir einerseits die Exzentriker Pückler-Muskau und von Mendelsohn; ersterer fuhr mit einem von vier Hirschen gezogenen Gespann durch Berlin und der andere, einer geschichtsträchtigen und intellektuell bedeutenden Berliner Bankiersfamilie entstammend, erregte nicht weniger Aufsehen mit einem weißen Sportwagen. Per Definition sind beide wohl keine wirklichen Dandy's. Sicherlich haben sie einen erlesenen Geschmack, doch sind sie wenig zurückhaltend und erregten Aufsehen. Herzl und George entsprachen einem anderen Typus. Beide verfeinerten ihren Look und ihren Habitus um die Menschen mitzureißen und zu verführen. Doch waren Herzl und George wirklich Dandy's?
Was macht also den Dandy aus? Ein wahrer Dandy zeichnet sich vor allem durch eine raffinierte und zurückhaltende Eleganz aus. Sein Stil ist so verfeinert, so reduziert, dass er sich der Schnelllebigkeit der Mode entzieht. Das höchste Ideal eines Dandy's ist die Vollkommenheit und gleichzeitig die Unauffälligkeit, was verglichen mit dem heutigen Bild des Dandy's paradox klingen mag. Und auch eigentlich im Gegensatz dazu steht, dass der Dandy danach strebt gesehen zu werden. Es geht ihm darum bewundert zu werden, als Mittelpunkt der Gesellschaft anerkannt zu werden, ohne dieser wirklich anzugehören. 
Überhaupt geht es dem Dandy darum in Opposition zur Gesellschaft zu treten, sei es in seinen Taten oder Worten oder seinem Verhalten. Die frühen Dandy's zeichneten sich nicht wie man annehmen könnte durch Exzentrik aus, sondern durch einen besonderen Konservativismus und vollkommene Selbstbeherrschung. In einer Zeit der Dekadenz und der romantischen Gefühlsbetontheit kultivierte besonders George Brummell einen Stil, der als oberflächlich und blasiert bezeichnet werden kann. Das eigene Begehren galt es hinter einer Maske der Gleichgültigkeit zu verstecken, was gleichzeitig das Begehren anderer anstachelte. 
Charles Baudelaire schrieb in einem Essay über den Dandy: "Er muss leben und schlafen vor einem Spiegel." Was nichts anderes bedeutet als das ein Dandy in jeder Lebenslage die Kontrolle über sich, sein Handeln und seine Worte haben muss. Auch Baudelaire war ein Dandy, und gleichzeitig ein genauer Betrachter seiner Umgebung und des Dandysmus. Für ihn ist der Dandymus nicht weniger als das letzte Aufleuchten des Heroismus im Zeitalter der Dekadenz.

2011/10/30

Der Dandy Als Tagungsthema: Tag 2...


Während es ja am Freitag hauptsächlich um Biografien von Dandy's, sowie deren Rezeption ging, spielten heute die Identitäten eine entscheidende Rolle. Fast zum Schluß kam dann auch die Sprache auf einen unserer liebsten Verstörer, David Kurt Karl Roth. Dandysmus ist bei ihm programmatisches Konzept, das sagt ja schon der Name. Ob er wirklich ein Dandy ist oder nur diese Rolle recht gut spielt, dazu später mehr. 
Der Saal war weit weniger voll als gestern, vielleicht noch 30 Leute haben sich eingefunden. Glücklicherweise war der nette Herr wieder da, der heute zum zweiten Mal Gaddafi in die Runde warf, als es darum ging zeitgenössische Dandy's zu benennen. Nun ist aber Herr Gaddaffi seit gut einer Woche tot, was in schon wieder zu einer historischen Figur macht, und ganz allgemein hatte eh keiner Lust auf diese These einzugehen. 
Insgesamt tat man sich schwer damit aktuelle Dandy's zu benennen. Und wenn dann doch das ein oder andere Beispiel fiel, fand sich meist auch jemand im Saal der diese Meinung überhaupt nicht teilte. Ein vorweggenommenes Fazit könnte lauten: der Dandy ist ein literarisches und intellektuelles Konstrukt, dass wie massgeschneidert auf die Figur George Brummell ist. Alle späteren Dandy's hatten zwar die Züge und Eigenschaften eines solchen, waren es aber nie zu 100%. Eine Generalisierung der Figur des Dandy ist somit nicht möglich, auch wenn Dr. Günter Erbe dem wohl widersprechen würde.
Egal welches Thema der Vortrag hatte, alle Redner kamen entweder auf Brummell oder auf Charles Baudelaire zurück. Meist recht schnell auf beide. Der eine hat sich selbst zu dieser Figur stilisiert und gilt deshalb als Urvater aller Dandy's, der andere schuf den intellektuellen Kontext und lebte sich bestmöglich in diese Rolle ein, ohne aber selbst den Vorstellungen des Dandy's vollständig genügen zu können. Wie Gregor Schuhen so treffend formulierte ist der Dandy ein soziokulturelle Konstruktion aus Texten und Textilien.
Gleichzeitig ist er eine Figur, auf der Männlichkeit verhandelt wird. Der Dandy gilt als unmännlich, weil er sich stark über sein äusseres definiert und dem 'unnatürlich' viel Zeit einräumt. Doch gleichzeitig ist er ein "Ideal hegemonialer Männlichkeit in Zeiten der Krise." Doch weder das eine noch das andere ist vollkommen zutreffend. Je nach Biografie ist der Dandy moralische Instanz oder hedonistischer Genießer. Maskarade und Inszenierung stehen Eloquenz und Eleganz gegenüber.

2011/10/28

Der Dandy Als Tagungsthema...


Der Dandy ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. George Brummell war wohl der Urvater des Dandyismus. Nun widmet sich eine zwei Tage andauernde Tagung/Vortragsreihe der Gesellschaft für Geistesgeschichte (Moses Mendelsohn Zentrum) dem Thema 'Das Leben als Kunstwerk' – Der Dandy als Kulturhistorisches Phänomen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. 
Gestern Abend fand in der Hörsalruine der Charité die Eröffnungsveranstaltung statt. Häppchen und Sekt gab es da, aber interessanter war der Vortrag von Prof. Dr. Günther Erbe. Es war eine gelungene Einstimmung in das Thema und auch eine spannende Vorwegnahme nachfolgender Vorträge. 
Über Inhalte und Erkenntnisse werde ich dann morgen berichten, bzw. wird es eine Zusammenfassung des ersten Tages geben. Eines aber vorweg: dass was sich heute gemeinhin als Dandy bezeichnet, hat wenig bis gar nichts damit zu tun...

2011/11/24

Robert De Montesquiou...


Feinde zu haben, entspreche seinem Naturell, erklärte James McNeill Whistler freimütig und beeindruckte damit Robert de Montesquiou nachhaltig. Ein Dandy dient dem nächsten als Vorbild, de Montesquiou ahmte Whistler nach und später imitierte Marcel Proust die Manierismen Robert de Montequiou's. Schauen wir uns also diesen jungen Mann, der ein Nachfahre des berühmten Musketiers D'Artagnan war und dessen Spielplatz das Paris des Fin de Siecle war, mal näher an.
Allgemein war de Montesquiou ein beliebtes Sujet für Maler und Dichter, natürlich mahlte ihn auch Whistler. Groß und schlank steht er da; er fixiert den Betrachter und scheint doch auf Distanz zu gehen. Er trägt einen formidablen schwarzen Anzug, dazu ein gestärktes Hemd mit hohem Kragen und  einen Stock, der in seiner Fragilität wohl kaum zum aufstützen dienen wird. Aber Stöcke waren ja eh nur Accessoires. Lässig über dem Arm geschlungen hat er seinen Mantel aus Chinchilla, zumindest wird dieses pastellene Etwas als solcher gedeutet. Es fällt nicht schwer den von ihm ausgehenden Zauber nachzuvollziehen, auch wenn wir ihn vielleicht nicht mehr unbedingt erliegen würden. Oder doch?
Wieder ist es das Wort Dandy, dass sich hier sofort reinschummelt. Nicht zuletzt kommt es aber überhaupt erst durch die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema zu der Begegnung mit Robert de Montesquiou. Gesehen hat man den jungen Mann hier schon einmal, denn auch Giovanni Boldini hat ihn gemalt, ebenfalls in einer ganz speziellen und distanzierten Haltung, doch eingegangen bin ich nicht auf ihn. 
Ein Sträußchen Parmaveilchen trug de Montesquiou nicht im Halsausschnitt, auch wenn er das Vorbild für Jean Des Esseintes ist, der Hauptfigur in Joris-Karl Huysmans Roman 'Gegen den Strich'. Doch auch wenn er sich eher an die Brummell'schen Grundsätze der Eleganz hält, ist er nicht weniger exzentrisch als die Figur im Roman. Seine Krawatten und auch die Socken stellte er in Vitrinen zur Schau, und auf dem Boden zog eine Schildkröte mit vergoldetem Panzer ihre Kreise. Seine Kleider waren ausgewählt und er passte sie der jeweiligen Stimmung an. Er zeigte sich im pfirsichfarbenen Gehrock oder wählte Mauve, weil es zur Musik von Carl Maria von Weber passte. "Ich möchte, dass sich die Bewunderung für mich bis zum physischen Verlangen steigert.", sagte er über sich selbst. Und die Herzogin Clermont-Tonnere erinnerte sich: "Seine bewundernswert behandschuhten Hände vollführten die schönsten Bewegungen...". Sie schreibt dann auch noch über seine "kleinen schwarzen Zähne", aber das lassen wir mal unkommentiert.
Doch eigentlich wollte Robert de Montesquiou auf einem ganz anderen Feld Anerkennung bekommen. Er war Schriftsteller und veröffentlichte Gedichtbände, doch wirklicher Erfolg wollte sich nicht einstellen. Mehr Anerkennung bekam er für Essaybände über die Kunst seiner Zeit, de Montesquiou war ein scharfsinniger Beobachter und analysierte die Werke seiner Zeitgenossen treffend. Sein Problem war vielleicht die Herkunft, er war zu wenig Boheme und zu viel aristokratischer Dandy.

2010/07/03

Blogkritik: Dandy Diary...


Es gibt ja bekanntlich Models, Topmodels und Supermodels. Spätestens seit der letzten Front Row Schlacht und dem 27-sten Aufguß es hochdotierten Bloggerpanel's mit ein bisschen Redefreiheit für die Hohepriesterinnen des Onlinehomeschreibertums wissen wir, dass sich diese Kategorien auch für Blogger anwenden lassen.
Nun haben wir die Top's in Deutschland nur ansatzweise gestreift, von Super ganz zu schweigen, und manche schaffen es sich auch gleich selbst wieder in die Niederungen aus Champagnerseligkeit und Hollywoodtrivialität zu katapultieren. Aber immerhin gibt es auch kleine recht hell aufblitzende Lichter. Eines davon ist der momentan wirklich immer mehr gen Top strebende David Kurt Karl Roth. Mit seinem Blog Dandy Diary ist er momentan allerorts sichtbar und der Liebling derer die das Phänomen Blog noch immer nicht ganz ausgelutscht haben.
Dandy Diary startete als 'Schaut was ich heute verrückt Gebasteltes trage'-Tagebuch und hat sich mittlerweile gen Modekritik entwickelt. Anfangs war es ein netter kleiner Welpe dem man schon mal verziehen hat, wenn er wieder in die Ecken kackte. In den vergangegen Monaten ist daraus aber ein ziemlich kleffendes Untier geworden, das auch schon mal wegen ner Tasche zum 'Mörder' wird.
Roth's Blog ist das Gegenteil von apricotfarbenem Kleinmädchengeseier. Manchmal aber in seiner Selbstverliebtheit auch nicht einfach zu verdauen. Der subtil im Hintergrund auftauchende Eifelturm wenn er sich weniger subtil mit einer Champangnerflasche pseudopenetrieren lässt, spiegelt dann eben nicht nur die Kritik an der Werbeprostitution anderer Blogger wieder, sondern hat auch was von einem Emporkömmling, der nun zeigen möchte wo er ist. Er führt seine eigene Kritik ad absurdum.
'It's me, It's me, YEAH', so betitelt Roth eines seiner Bilder. Es zeigt ihn als Gast bei einer Fashion Show vergangene Woche in Paris. Und obwohl er wahrscheinlich ironisch klingen möchte, ist es eher ein ferrarirotes 'Ätsch, ich habs geschafft'. Die kritische Sichtweise bleibt allerdings irgendwo hängen, vielleicht hat die auch einfach nicht mehr mit in den Koffer gepasst.
Es ist nur ein schmaler Grad zwischen mutigem Freigeist und 'phillipinischer Schwuchtel' (Roth über Bryan Boy). Es ist spannend zu sehen wo seine Reise hingeht.

Bildquelle

2012/07/28

Dandy'eske Allure...


Schon mal in einem Stoffbunch von Scabal geblättert? Nicht nur, dass es sich sehr gut anfühlt, man bekommt vor allem auch Lust sich einen oder mehrere dieser Stoffe auszuwählen und daraus die neue Lieblingsgarderobe anfertigen zu lassen. 
Doch man kann auch ohne einen gutem Schneider zur Hand zu haben die Stoffe tragen, schließlich gibt es auch eine Ready-to-Wear Kollektion von Scabal. Die Bilder mit den Looks für den kommenden Herbst sind vielversprechend. Eleganz steht an oberster Stelle aber auch ein bisschen Allure wurde mit in die Stoffe eingewoben und gibt ihnen eine Hauch Dandy.



2010/08/05

Fine And Dandy...


Just in diesem Moment nehme ich auf einem Friseurstuhl platz und lasse mir an den Haaren rumschneiden. Nein, ich habe lange gehadert und kam zu der Entscheidung, dass das was da auf meinem Kopf ist irgendwie komisch aussieht. Am Montag habe ich mich schon auf die Suche nach einem Frisör gemacht, fündig geworden bin ich nicht. Mein Stammfrisör hatte zu, und zu einem dieser 10€ Läden wollte ich nicht. Ich glaube an das Handwerk, und für diesen Preis ist es eher Ausbeutung.
Ich wollte schon immer mal zu Fine and Dandy und das ist nun also die Gelegenheit. Ich werde berichten wie es war.

2015/10/29

Wolken...

Ich habe einiges gelesen in den vergangenen Wochen, zwar nicht ganz das gesteckte Pensum, aber doch immerhin so manches. Die Biografie von Hermann von Pückler-Muskau habe ich runtergelesen und mir kam die vor vier Jahren hier ausgiebig beschriebene Dandy-Tagung wieder in den Sinn. Pückler war Tagungsthema, nicht nur seiner von Hirschen durch Berlin gezogenen Kutsche wegen. In jedem Dandy steckt auch ein Renaissance-Man, ein Freigeist mit Weitsicht und Neugier, der als Rolemodel wohl auch heute noch nicht ausgedient hat und genau das Gegenteil von Pegidademonstrant wie auch Pseudogutmensch ist. Es beeindruckte mich diesem Reisenden durchs Leben zu folgen, obwohl Heinz Orff etwas spannender schreiben hätte können. 
Dann begleitete ich Stefan Zweig und Joseph Roth nach Ostende, wo beide sich im Sommer 1936 als Exilanten trafen und auf unterschiedliche Art und Weise die Geschehnisse in Deutschland werteten. Ein Zurück gab es am Ende für beide nicht, weder für den großbürgerlich geprägten Wiener Zweig noch den aus dem Osten des habsburgischen Reiches stammenden Roth. Da gerade Roth mit seinen melancholischen Büchern zu meinen Lieblingsschriftstellern gehört, war dies Buch Pflicht. Den Briefwechsel der beiden Schriftsteller werde ich mich wohl auch noch widmen, bislang verstaubt das Buch im Regal. 
Und dann gab es da noch Goethe und Casper David Friedrich und deren Betrachtung der Anatomie der Wolken. Eva Gesine Bauer, die fürs Leichte das Pseudonym Lea Singer verwendet beschreibt wie beide zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Welten leben, wie meinungsbeherschend Goethe war und wie der Freigeist Friedrich, der Wolken malen konnte wie kein anderer, dagegen steuerte. 
Glücklicherweise habe ich eine Buchhändlerin, die einen guten Riecher für das hat was mir gefällt.  
Sachbücher stehen auch neue im Regal. Zum Beispiel habe ich einen Titel gefunden, der Fashion Victims wörtlich nimmt und beschreibt wie gerade im 19. Jahrhundert Mode auch eine Falle sein konnte. Krinolinen vertragen sich nicht mit offenen Kaminfeuern, Arsen färbt zwar wunderbar Stoffe grün, führt aber auch zu Verätzungen und Isadora Duncan ist sogar Namensgeberin für einen Genickbruch, der durch sich in Radspeichen verfangende Schals herbeigeführt wird... Frauen und Kleider passt damit gut zusammen. 

2014/08/28

Bücher Im Juli Und August...

Zugegeben, vier Bücher in zwei Monaten ist ein bisschen mager. Doch langsam werden die Tage wieder kürzer und das Fernsehprogramm ist anhaltend schlecht, somit gibt es wieder Zeit und Muse um sich dem gedruckten hinzugeben. 
Harry Graf Kessler und Boni de Castellane sind Figuren, die das Geistesleben ihrer Zeit mitbestimmt haben. Es sind zwei faszinierende Männer, die nach aussen als Dandy erscheinen, aber um einiges vielschichtiger sind, als es dem gemeinen Dandy zugeschrieben wird. Während de Castellane Paris zu seiner Bühne gemacht, war Graf Kessler ein Weltbürger mit Lebensmittelpunkten in Berlin und Weimar. Von hier aus bestimmte er das Geistesleben im Kaiserreich mit, bildete Netzwerke und unterstützte jene, die für den neuen Geist des neuen Jahrhunderts standen. Gleichzeitig hatte er immer wieder gegen Kleingeistigkeit und Vorbehalte anzukämpfen, nicht zuletzt in Form des deutschen Kaiser. De Castellanes Kampf galt vor allem den sich immer wieder einstellenden finanziellen Nöten, die durch einen nicht gerade bescheidenen Lebenstil bedingt wurde. 'Wie ich Amerika entdeckte' handelt auch davon, wie De Castellane den Glanz alten französischen Adels in die neureiche Ostküstensociety Amerikas brachte und gleichzeitig seinen eigenen Geldnöten durch eine geschickte Heirat zumindest zeitweise eine Ende machte.
Hätten die beiden Herren ein wenig später gelebt, Margret Dünser hätte ihren sicher auch ein Kapitel in ihrem Buch Jet Set gewidmet. Stattdessen sind es SchauspielerInnen, Politiker und die Superreichen, denen sie einen Besuch abstattete. Amüsant sind die Anekdoten zu lesen, besser als jedes Klatschmagazin. 
Der einzige Roman in diesem Monat war Grenzgang von Stephan Thome. Im letzten Jahr gab es auch die Verfilmung in der ARD zu sehen, mit Lars Eidinger und Claudia Michelsen. Der Film war toll, das Buch leider nicht durchgängig. Irgendwie hätte Thome ein wenig früher aufhören können...
Für den September ist der erste Titel bestellt und ein anderer lacht mich vom vorgestern erst neu geordeten Bücherregal an.

2009/11/08

The Winner Is...


vor kurzem listete ich meine favorisierten blogs auf, stylespion rief dazu auf. nun, es gab da keinen der platz eins meiner rangliste belegte. damals nicht...
ich habe aber nun einen gewinner. ein blog, der alle anderen an kreativität und stil schlägt, der aussergewöhnlich und immer wieder erfrischende ideen transportiert. und letztendlich auch mut zeigt, einfach ideenreich den mainstream anprangert. der gewinner ist... (einmal trommelwirbel bitte)...


ich empfehle den besuch auf david's seite allen, die nicht die üblichen lobpreisungen semi-guter marken mögen und die einen eigenen standpunkt mehr schätzen als nachplappern von immer gleichem.
ich kann gut nachvollziehen wie schwierig es ist, in der virtuellen welt wirklich herausragend zu sein, übt sich mein eigener blog ja auch nur in mittelmässigkeit und wird nur manchmal meinen ansprüchen gerecht. nichtsdestotrotz, mit einem blog wie dandy diary als ansporn, versuche ich mein bestes zu geben und weiterhin meine idee von moden und stil zu transportieren.

(ich habe mir erlaubt, das bild leicht zu bearbeiten, es für hier kompatibel gemacht.)

2009/09/15

New York Men FS-2010: Thom Browne....

man kann sich darüber streiten was eine kollektion bewirken soll, soll sie voran bringen und neue möglichkeiten eröffnen oder soll sie nach ganz wirtschaftlichen kriterien funktionieren, also möglichst den markt ansprechen und gut verkaufbar sein?
viele blogs feiern vor allem die avantgarde, heben das neue und möglichst wenig kommerzielle in den himmel, während alles was nur den anschein von verkäuflichkeit erweckt verurteilt wird. ich liebe mode, aber weiß aus erfahrung auch wie wichtig es ist die sachen am ende an den kunden zu bringen. tausend zeitungen können lobeshymnen verfassen, aber trotzdem kann die ware am ende hängenbleiben. thom browne kämpft auch regelmässig damit, sind seine kolletionen doch nicht unbedingt immer renner.
schaut man aber mal genau hin, ist der großteil ohne weiteres tragbar und vor allem kann man sich in den tolle details verlieren. jeder knopf und jeder riegel sind perfekt angebracht, und die paspelierungen sind eh ein traum!




hier aber auch zwei beispiele an denen sichtbar wie, dass mr. browne manchmal auch übers ziel hinausschießt. die durchsichtige hose (in der version dandy diary konsequenter umgesetzt. wenn dann bitte richtig!) ist nicht nur wenig tragbar, sondern macht auch im kontext der kollektion keinen sinn.
und die jacke mit u-boot-ausschnitt über dem hemd mit neckholderkragen ist einfach mal blödsinnig.

bilder via men.style.com

2010/09/07

Wollen...


Das Halstuch habe ich Fine and Dandy Shop entdeckt und nun fällt mir Schuppen von den Augen was mir zum Tagesglück fehlte: eben ein solches blau kariertes Halstuch.

2011/07/18

Transmission 1 - Podiumsdiskussion...


Der spannendste Part am vergangenen Wochenende war die gestrige Podiumsdiskussion im BCC, die Jo-Ann Furniss mit Paul Morley und dem sehr sympathischen Tim Blanks führte. Das Motto war 'Show and Tell: Pop Culture', die Drei diskutierten über Musik, Mode und die Wirkung der Medien.
Die über allem ragende Frage war, ob es heute noch wirklich Popkultur gibt. Oder noch klarer ausgedrückt: Kann Popkultur, insbesondere Jugendkultur, heute noch reifen, wenn die Massenmedien augenblicklich diese neuen Tendenzen aufsaugen und verwerten?
Zu einem Ergebnis kamen die Drei nicht, aber das war natürlich auch nicht das Ziel. Wichtiger war, was man aus dem Gespräch mitnehmen kann, nämlich das etwas abstraktes wie Avantgarde heute zwar schwerer reifen, aber nichtsdestotrotz entstehen kann. Und nicht alles was sich als Avantgarde bezeichnet auch welche ist.
Im Publikum saßen Raf Simons und der Grafikerdesigner Peter Saville. Beide zählen auf ihre Art zur Avantgarde, und sind doch gleichzeitig Teil des Mainstream geworden.




Fazit: Ich war an drei Abenden im BCC und habe durchaus positive Eindrücke mitnehmen können. Die Organisation war gelungen, die ausgestellten Objekte teilweise auch, und es gab kostenlose Getränke ohne Ende.
Nur inhaltlich war dieses Festival der Avantgarde etwas schwach. Eine Zusammenstellung an Lieblingsfilmen* und die Auftritte von Lieblingsbands* hätte gut und gerne durch Vorträge oder weitere Diskussionsrunden ergänzt werden können. Man hatte auch die Möglichkeit den beiden Lifebloggern Dandy Gum und Hapsical zu folgen. Aber auch die beiden haben scheinbar nicht viel gefunden, worüber sie hätten schreiben können oder wollen.
Im Großen und Ganzen war das Event der Versuch einer grundsoliden, aber kaum avantgardistischen Automarke etwas intellektuellen Geist einzuhauchen. Für mich hat es nicht wirklich funktioniert, weil eben ein Produkt nicht dadurch avantgardistisch wird, wenn andere vermeintlich avantgardistische Dinge darum gruppiert werden. Nett und sehenswert war es aber trotzdem.


* Raf Simons' Lieblingsfilme und -bands

2011/12/14

Kleine Anmerkungen, Und Ein Paar Lästereien...

  • Ich danke VOX für die heutige Pressemitteilung und finde toll, dass nun ein weiterer 'Stardesigner' seinen Weg ins Nachmittagsprogramm gefunden hat. In den 1990-er gab es manchmal Harald Glööckler und hin und wieder Alfredo Pauly im Fernsehen, ab 2005 kam dann Michael Michalsky und im letzten Jahr versuchte sich mal Philipp Plein. Nun freuen wir uns auf Guido Marie Kretschmer, der als 'Geschmackspolizei' engagiert wurde. Die Fernsehmacher scheinen dessen Kreationen bislang nicht gesehen zu haben, sonst hätten sie erkannt, dass Herr Kretschmer selbst auf der Fandungsliste steht!
  • Und auch für das 'internationale' Topmodel Eva Padberg hat VOX eine Nische gefunden, die soll Models suchen. Da aber bin ich noch nicht so sicher, ob das nicht doch eine ganz nette Sendung werden könnte. Schließlich ist da Karolina Kurkova mit im Boot und von deren Internationalität reicht auch über die deutschen Grenzen hinaus.
  • Unser geschätzter Kollege, der Herr Dandy, mokiert sich über als Adventskalender getarnte Verschenkaktionen, Kuchenbildern und die Angeberei mit Fashion-Show-Einladungen. Dem ist nichts hinzuzufügen, es wird zustimmend genickt!
  • Beim Schweden hängt seit heute eine weitere komische Kollektion, die mit einiger PR einhergeht. Allgemein legen die sich ja ganz gut ins Zeug, nur die Qualität wird wohl immer die selbe bleiben...
  • Der Spiegel, ich glaube es war der von letzter Woche, widmete sich mal den Thema Pelz. Doch ging es mal nicht um die übliche Diskussion, sondern um gesundheitliche Aspekte. Unter die Lupe genommen wurden Pelze und Teile mit Fellbesatz, die auf chemische Giftstoffe hin untersucht wurden. Ja, da kriegt man dann nicht nur Marderhunde, die als Waschbär deklariert sind, sondern auch gleich noch einen ganzen Chemiebaukasten gratis mit dazu. 

2011/11/19

Sein Haus, Sein Auto, Sein Pferd...


Ich bin ein großer Fan von James Andrew. Wenn es so etwas wie einen immer perfekt gekleideten Gentleman gibt, ich verzichte hier sehr bewußt auf die Bezeichnung Dandy, dann ist er es. Definitiv sogar! 
Von Zeit zu Zeit durchstreife ich seinen Blog und erfreue mich an den Posts. Kaum anderswo wird ein so edler und durchdachter Stil gepflegt, ist jedes Fädchen so durchdacht wie bei ihm. Selbst welches Parfum er zum jeweiligen Outfit auswählt wird dokumentiert und macht den Look noch greifbarer. 


James Andrew's kultiviert einen Stil, wie man ihn aus den besten Playboyzeiten kennt; Gunther Sachs kommt einem da sofort in den Sinn. Er liebt Jackets und trägt oft Krawatten, dazu nicht selten farbige Hemden. Ein bisschen scheint es, als sei Gucci nur für ihn erfunden worden. Selbst die lila-türkisfarbene Lederjacke wirkt an ihm selbstverständlich, was an wenigen anderen Männern der Fall sein dürfte. 


Zum Wochenende empfehle ich einen kleinen Streifzug durch seinen Blog und hoffe ihr findet genauso viel Inspiration wie ich auf den Seiten!

Bilder von Gabriel Everett für What ist James Wearing

2012/09/04

Boni De Castellane...


Wenn das eigene Geld nicht ausreicht um einem exklusiven Lebensstil zu föhnen, muss man sich eben reich verheiraten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es weniger verpönt als heute nach einer guten Partie Ausschau zu halten, vor allem wenn es für beide Seiten einen Gewinn darstellte. Anna Gould war mehr als eine gute Partie. Auf die Tochter eines amerikanischen Stahlmagnaten mit einer Mitgift von geschätzten 15 Millionen Dollar hatten sicherlich mehrere junge Herren ein Auge geworfen, vor den Altar führte sie jedoch Boni de Castellane. 
Boni hieß eigentlich Paul Ernest Boniface de Castellane und entstammte einer Familie, die zu den edelsten Frankreichs gehörte und Titel wie Marschall von Frankreich trug. Seine Ur-Großmutter war Dorothée de Courland, die in Friedrichfelde geboren wurde; Boni hatte auch ein bisschen deutsches Blut in seinen Adern. Fraglos waren die de Castellanes reich, doch auch wieder nicht so sehr um Bonis exklusiven Lebensstil ohne weiteres bezahlen zu können. "Meine Eltern besaßen ein recht hübsches Vermögen. Sie waren jedoch nicht im vollen Besitz ihrer Einkünfte, da meine Großeltern noch lebten. Das hinderte sie aber nicht, ihren Kindern gegenüber generös zu sein. Was sie mir gaben, entsprach jedoch nicht meinen Ausgaben. Das Geld ist mir immer zwischen den Fingern zerronnen. Ich weiß nicht, wie es kam, daß ich immer welches hatte, aber nie welches behielt."
Nach einer kurzen Laufbahn bei Militär reiste er durch Europa und landete in Schoß der Familie Gould, die sich freute ihre Tochter Anna nun mit einem echten französischen Adelstitel schmücken zu können. Doch schnell merkte die Familie, dass der junge französische Edelmann wohl auch das hart erarbeitete Vermögen seiner jungen Frau unter die Leute bringen wird. "Es gibt kein Vermögen, das bei meiner Passion für Pferde, Wagen, Häuser, Paläste, Schlösser und Antiquitäten nicht zerronnen wäre." Das Geld zerrann Boni zwischen den Fingern, auch wenn er es keinesfalls sinnlos unter die Leute brachte. Er kaufte Kunst ein, baute seiner jungen Frau ein nettes Haus, dass unter anderem ein Theater für 600 Personen beherbergte und lud zu Festen ein, von denen man heute nicht zu träumen wagen würde. Allein dreihunderttausend Franc verschlang ein Ball zur Feier des 21. Geburtstags seiner Frau. Boni wollte seine Umwelt erfreuen, mit schillernden Festen genauso wie durch ausgezeichnete Manieren und Esprit.


Für Ersteres ging bald das Geld aus, doch bis an sein Lebensende blieb er ein Dandy im besten Sinne des Wortes. Seine Frau hatte schnell die Nase voll von den Eskapaden ihres Mannes, bestärkt durch ihre amerikanischen Brüder und deren Liebe zum Geld reichte sie 1906 die Scheidung ein. Diese wurde auch vollzogen, doch gewöhnt an das französische Savoir-Vivre heiratete sie schon zwei Jahre später erneut. Der Prince de Sagan war nicht nur der Cousin ihres Ex-Mannes, sondern auch wohlhabender und mit einem noch klingenderen Namen ausgestattet. Boni hingegen blieb ein Berg von Schulden, er zog wieder bei seinen Eltern ein und musste sich einen Job suchen. 
Sein guter Geschmack und sein Kennerschaft brachte ihn zum Kunsthandel, seine exzellenter Ruf führte ihm Kunden zu. Staatsmänner und Monarchen empfing der Marquis de Castellane genauso, wie Milliardäre und Künstler. Liane de Pougy, eine jener Halbweltdamen des Fin de Siecle schrieb: "Es gibt keine schändliche Armut mehr, seitdem Boni de Castellane zu den Kunsthändlern gehört." (Anderswo endet selbiges Zitat mit "... mit dem Autobus fährt." Stimmen wird wohl eher die erste Variante, obwohl Boni tatsächlich problemlos vom eigenen Gespann auf den Bus umsteigen konnte, ohne dabei nur einen Funken Eleganz zu verlieren.) Während es im 18. Jahrhundert, selbst noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts undenkbar gewesen wäre weiterhin zur Gesellschaft zu gehören, wenn die finanziellen Mittel erschöpft waren, stellte es in der Dritten Republik keinen Dünkel mehr dar. Er schaffte es seine Schulden zu tilgen und wieder auf die Beine zu kommen, allerdings weniger ausschweifend als zuvor. 
Mitte der 1920-er Jahre verfasste er seine Memoiren und beschrieb in zwei Bänden 'Wie ich Amerika entdeckte' und 'Wie ich als armer Mann Paris entdeckte'. Ironie und Witz paarten sich mit aristokratischem Dünkel, seine Weltsicht ist die eines Grandseigneurs und Dandys. Nicht zu unrecht kam er zu dem Schluss: "Die Belle Époque, das bin ich".

2009/04/01

2011/05/30

Vichy Karo's...


James Andrew, eine meiner persönlichen Modeikonen und ein wahrer Dandy, trägt ganz wunderbare Slipper, bezogen mit einem weiß-blauen Vichy Karo. Wie sich auf der Website von Hadleigh's herausstellt passen diese auch zu allem, vom Sportblazer über das Dinnerjacket bis zum Smokking. Die nachfolgenden Bilder aus dem Lookbook verdeutlichen dies auf wunderbare Weise.




2013/03/25

Salafisten, Neonazis, Modeblogger...


Bei Spiegel TV kriegt jeder seine warhol'schen fünf Minuten, das konnten auch gestern Abend wieder die geschätzten dreizehn Zuschauern feststellen, als sie nach Ice Age irgendwas die Fernbedienung nicht mehr aus der Sofaritze zu fischen vermochten und so zwangsläufig auch weiterhin mit RTL konfrontiert wurden. Zwischen Bonner Salafisten und Güstrower Neonazibrühe fanden auch noch ein paar der bedeutendsten deutschen Modeblogger der Nation ein Plätzchen. 
Anna Frost (Fashionpuppe und Agenturchefin!!!) durfte zeigen, wie toll es sich in H&M posieren lässt und Kathrin Bierling (Modepilot) wurde bei Etro und Tod's hinter die Kulissen, aber auch in die Frontrow begleitet. Doch wie nah am Puls der Zeit der Beitrag wirklich war, konnte man bei den Herren von Dandy Diary sehen, da würde nämlich der inzwischen schon reichlich angestaubte 'Fashionporn' aus der Kramkisten geholt und als super schick und voll neu präsentiert. 
Das ziemlich krude Sendekonzept von Spiegel TV, lässt also immer Platz für Überraschungen. Und am Ende weiß man dann wieder warum man sonntags (und auch sonst immer) lieber nicht RTL schaut. Vor allem aber ist nicht immer klar, was ein Beitrag eigentlich ausdrücken will. Die Modeblogger waren ein unwichtiges Thema, mehr inhaltsloser Pausenfüller, aber beim Salafisten-Beitrag verwischte das Redaktionsteam irgendwie die Grenzen zwischen objektiver Berichterstattung mit Stimmungsmache und Übereinenkammschererei. Genauso wie nun wahrscheinlich alle Zuschauer denken, dass ganz Güstrow mit brauner Soße übergossen ist. Oder haben die Redakteure in dem Fall sogar recht?


2014/01/28

Schön Unpraktisch...


Der milde Winter hat einen ganz großen Vorteil, es ist warm genug sich den Mantel lässig über die Schultern zu legen statt ihn wärmend um sich schlingen zu müssen. Was nach Dandy aussieht und schon allein der nonchalanten Wirkung wegen nur von den Italienern erfunden worden sein kann, Visconti lässt grüßen, geht nirgendwo besser als in Mailand und Florenz. Und genau da konnte man die beiden Herren im Bild auch ausmachen, bei der Pitti Imagine Uomo in Florenz.
Doch es waren gar nicht die Herren, die diesen Look seit geraumer Zeit wieder auferstehen haben lassen, sondern ein paar findige Damen, die von Saison zu Saison aufs neue Heerscharen von Streetstylefotografen zu begeistern wissen. Die Damen Chefredakteurinnen, dann die Riege russischer It-Lady's, bei denen man eigentlich auch nur halb weiß wofür sie gerade ihre fünfzehn Minuten Aufmerksamkeit abbekommen und ein paar Asiatinnen machten vor, was dann für Fashion Weeks in Berlin, Stockholm und anderswo von Bloggerinnen und modisch versierten Damen adaptiert wird. Hier ein ganz aktuelles Beispiel. Das war nicht der erste Trend, der eigentlich gar keiner ist, und bestimmt auch nicht der Letzte. 
Noch einmal zurück ins Heimische, und somit in die eigene Lebenswelt. Das perfekte Accessoire für den Look, also den weich fallenden Mantel, habe ich im Schrank und auch das Wetter ist entsprechend, trotzdem stellte sich nach einem kurzen Selbstversuch heraus, dass es wahnsinnig praktisch ist, einfach doch die Arme durch die Ärmel zu stecken – Nonchalance hin oder her. Und an den meisten Tagen trage ich eh ganz unprätentiös meinen dunkelblauen Carhartt-Parka.

Bildquelle: Streetfsn