2011/06/08

Based In Berlin...


Gestern wurde die Based in Berlin eröffnet, eine 'Leistungsschau' junger, in Berlin lebender Künstler. Ich war bei der Pressekonferenz und anschließend habe ich mir den 1/5 Teil der Ausstellung im Atelierhaus am Monbijoupark angeschaut. Meine persönlichen Eindrücke kommen später, hier erstmal ein paar Bilder teilweise mit Beschreibungen.

Die fünf jungen Kuratoren der Schau (Scott Cameron Weaver, Magdalena Magiera, Jacob Schillinger, Fredi Fischli und Angelique Campens) stehen eingekeilt von Klaus Wowereit und Udo Kittelmann, rechts danaben Klaus Biesenbach, Hans Ulrich Obrist und leider von einer Kamera verdeckt Christine Macel.

Asat Koriat 'The Brave'


Rocco Berger 'Oil Painting'

Yorgos Sapountzis

Kajsa Dahlberg

Fiete Stolte

Köken Ergun

Autocenter



2011/06/07

Apartamento...


Endlich! Endlich habe ich heute die neue Ausgabe der Apartamento in meinem bevorzugten Zeitschriftenladen gefunden. Ich habe lange darauf gewartet, und fast die Hoffnung aufgegeben, wollte aber auch nicht extra nach Mitte fahren und sie in einem dieser 'hippen Läden' mit den cool-mürrischen Verkäuferinnen besorgen müssen. Hätte es aber im Notfall gemacht...



Nun wollte ich eigentlich gleich einen Überblick über den Inhalt bringen, leider habe ich es nicht geschafft das ganze Heft durchzuarbeiten. Die Fotostrecke von Jürgen Teller ist aber sicherlich eines der Highlights im Magazin. Und natürlich das Zeigen der Memphis Designs. Zum einen ganz direkt durch die Fotos der Designer und ihrer Entwürfe. Aber auch Subtiler in der Ziegelsteinskulptur, die an das berühmte Regal erinnern.

Venedig Sehen...


Ein 'Goldener Löwe' für Christoph Schlingensief, das war wohl eine kleine Sensation an Canale Grande. Die Presse ist geteilter Meinung über die posthume Ehre des Konzeptkünstlers und Regiseurs, bei Monopol kann man sich das ganze Spektrum der Pressestimmen durchlesen. Am besten fährt man selbst nach Venedig und macht sich ein Bild von der ihm zu Ehren errichteten Kapelle.
Ja, es wäre schon eine Reise wert. Die Länderpavillons, die Schau in den Arsenalen und dann vielen zu Galerien umfunktionierten Palazzi machen die Stadt zu einer riesigen Schau zeitgenössischer Kunst. Egal ob man lieber einen ausgestellten Pornostar, vollbusig und quicklebendig, im italienischen Pavillon anschauen möchte oder das 'Big Bamboo' der Künstler Mike und Doug Starn erklimmen will, für alle dürfte was dabei sein. Selbst Markenfetischisten dürfen sich über einen neuen Place-to-be freuen, die Fondazione Prada hat es nun auch nach Venedig verschlagen und man tut es den Pinnault's gleich. Mit Kunst lässt sich die Mode mit Inhalten füllen, oder so ähnlich...


Vielleicht hat sich das auch Wolfgang Joop gedacht und zeigt barocke, marmorne Engelköpfe vor seinen schwülstigen Spitzendecken. Ob das wirklich notwendig ist, sei mal dahingestellt. Inhaltlich könnte die Arbeit durchaus auch Teil der von Bice Curiger kuratierten Ausstellung 'ILLUMInations' sein. (Ein Interview mit Frau Curiger gibt es hier.) Das Sichtbare und das Unsichtbare werden einander gegenübergestellt, aber hoffentlich etwas subtiler und einfallsreicher als Joop's schwarze und weiße Engel.


Am Ende der Ausstellung findet sich Monica Bonvicini's 'Treppe zum Himmel'. Über silbrig glänzende Stufen kann der Besucher dem Licht entgegen gehen – Um auf seiner Suche durch die Illuminationen der Kunstwelt Erleuchtung zu erlangen oder aber von der Bilderflut geblendet zu werden. Venedig wäre eine Reise wert, je mehr Berichte ich lese und Bilder ich anschauen, desto mehr Lust habe ich hinzufahren.
Doch stattdessen werde ich mich heute in das Kunstgetümmel vor meiner Haustür stürzen. Heute wird die ' Based in Berlin' eröffnet und ich bin sehr gespannt auf das, was sich mir bieten wird.

Bilder von Monopol und Vogue

2011/06/06

Blau Zu Blau...


Vorgestern Abend waren wir nochmals Grillen im Volkspark Friedrichshain. Unter anderem war ein jungen Mann dabei, dessen Look mir sehr gefiel. Zu einer taubenblauen Chino trug er ein zart hellblaues Hemd ohne Kragen.
Ich hatte nun keine Kamera dabei um das Outfit festzuhalten, stattdessen habe ich mich in den weiten des WWW auf die Suche gemacht. Eine wirklich gleiche Kombination fand ich nicht, aber der Look im Headerbild ist nicht weniger schlecht. Und dann habe ich in verschiedenen Onlineshops nach ähnlichen Teilen gesucht und zwei Looks zusammengestellt, die je um die 100 € und gerade bei dem aktuellen Temperaturen einen einen kühlen Kopf bewahren lassen.
Wichtig ist nur eins, nie mit schwarzen Schuhen tragen!





Hemden von Zara
Hosen von Asos

Bild von GQ.com

2011/06/05

Bilder Die Geschichten Erzählen...


"Das Fotografieren war für mich ein Freibrief, überallhin zu gehen, wohin ich wollte, und alles zu tun, was ich wollte.", schrieb Diane Arbus über ihre Arbeit.
Zum ersten Mal wirklich wahrgenommen habe ich die Fotografien, deren Bilder teilweise harte Realitäten widerspiegeln, in einer kleinen Verkaufsausstellung vor wenigen Jahren in Berlin. Nicht weniger die Sujets beeindruckten mich damals, eher die Tatsache, dass ein Originalabzug des Bildes mit den Zwillingen 1 Million Euro auf dem Preisschild stehen hatte.
Zwischenzeitlich habe mich immer wieder mit ihren Bildern beschäftigt, allerdings eher oberflächlich. Ihr richtig zu verstehen lerne ich gerade durch die Texte von Susann Sontag. In ihrem Band 'Über Fotografie' ist der Fotografin ein Kapitel gewidmet. Und Sontag schafft es das Thema ihrer Bilder in einem Satz auf den Punkt zu bringen: "Zu entdecken (mittels des Fotografierens), dass das Leben 'tatsächlich ein Melodrama' ist, verstehen zu lernen, dass die Kamera eine Angriffswaffe ist, bedeutet auch, sich bewußt zu machen, dass es Opfer geben muss." Und gleichzeitig kommt sie zu dem Schluß: "Dass Arbus Selbstmord beging, scheint eine Gewähr dafür zu sein, das ihr Fotografisches Werk ehrlich, nicht voyeuristisch, mitfühlend, nicht kühl distanziert ist. Ihr Selbstmord scheint den Fotos eine noch unheimlichere Wirkung zu verleihen, als ob sie ein Beweis dafür wären, dass sie für Arbus eine Gefährdung darstellten."

Ach...


Am vergangenen Donnerstag hat Thomas seine Wohnung zum Fotostudio umgebaut und wir haben statt vatertagsmässig Bier zu trinken Bilder gemacht. Heute werde ich mich dann dransetzen und meinen Lebenslauf aktualisieren, alle Zeugnisse zu einem schicken Paket schnüren und mal schauen, was es so an interessanten Sachen auf mich wartet.

2011/06/04

Respect Gaymes 2011...


Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark fanden heute Mittag, beziehungsweise finden immer noch, die Respect Gaymes statt. Neben zahlreichen anderen Sportarten stand vor allem im Mittelpunkt des Interesses.
Ich habe mich dort hin verlaufen, weil Freunde von Freunden an dem Turnier teilnahmen. Zwar beinhaltet der Name Gay, aber vor stand das Respect im Vordergrund. Türken spielten gegen Schwule, Kosovaren gegen die SPD...





Mehr Bilder dann hier

Société Zeigt Sean Raspet...


Sich überlagernde Botschaften, auf Werbebanner gedruckte Bildfragmente. Sean Raspet's raumgreifende Installation zeigt wie sich Inhalte durch Überlagerungen ihrer Botschaft berauben und gleichzeitig durch Verdichtung mit neuen Inhalten gefüllt werden.
Bei Société ist die Arbeiten noch bis zum 02. Juli zu sehen.










Mehr Infos hier

2011/06/03

Very Nice...


Uniforms for the Dedicated ist ein weiteres skandinavisches Label. Das allein gilt zwar vielfach als Erfolgsgarant, ist aber letztendlich uninteressant, wenn die Klamotte nicht stimmt. Diesbezüglich gibt es hier nichts zu meckern, alles dürfte sofort meinen Kleiderschrank füllen.




2011/06/02

Patenonkeltag...


Eigentlich ist ja heute Vatertag, könnte man aber auch zum Patenonkeltag umbenennen. Flora war mal wieder in der Stadt und am Nachmittag waren wir mit Freunden und Bekannten im Volkspark Friedrichshain.
Bevor wir übrigens in die Sonne konnten, stand heute Fotos machen auf dem Programm. Die Resultate zeige ich zu gegebener Zeit.

Monsieur Boldini, Ein Italiener in Paris...


Mir kam neulich eine Geschichte wieder in den Sinn, die ich im vergangenen Herbst zwar gelesen haben, ihr aber nicht weiter Beachtung schenkte. Jedenfalls ist der Inhalt folgender: in Südfrankreich stirbt eine Dame im Alter von 91 Jahren. Beim durchschauen des Nachlasses fällt auf, dass seit den 1940 Jahren in regelmässigen Abständen Miete für ein Pariser Appartement bezahlt wurde, von dem aber zum einen keiner wußte, dass sie es besitzt, und das sie selbst seit ihrer 'Flucht' vor den herannahenden Nazis nicht mehr betreten hatte. Vorsorglich wurden Kunsthistoriker damit betraut sich der Sache anzunehmen, was sie vorfanden war im wahrsten Sinne des Wortes ein Dornröschenschloss. Die Belle Epoque und ihre Pracht lag umhüllt von einer dünnen Staubschicht vor ihnen ausgebreitet und auch Dornröschen war anwesend.
Olivier Choppin-Janvry, einer der Kunsthistoriker, kam die Rolle des wachküssenden Prinzen zu. Ich kann mir gut vorstellen wie ihm der Atem stockte, als er ein bis dahin unbekanntes Portrait entdeckte das sich als unbekanntes Werk des Italieners Giovani Boldini enpuppte.


1898 malte er das Bild der jungen Schauspielerin und 'Demimondaine' Marthe de Florian. Sie war einer jener Schönheiten, über die ich bereits in meinem Artikel über Diana Vreeland geschrieben habe. Man könnte sie als Kokotte abtun, also als hochbezahlte Geliebte reicher Adliger und Industrieller. Aber sie und ihre Mitstreiterinnen prägten auch das Bild einer Epoche. Sie wurden von Künstlern in Bildern verewigt und prägten die Mode nachhaltig.
Der Aufstieg des Engländers Charles Frederic Worth zum ersten Couturier der Geschichte wäre kaum möglich gewesen ohne diese Kundinnen. Es ist gut vorstellbar, das de Florian eines seiner Modelle trug als sie Boldini Modell saß. Im Bestand des Costume Institute des Metropolitain Museum in New York finden sich mehrere Modelle, die den Stil der Zeit widerspiegeln. Das rosa Seidenkleid mit den goldenen Stickereien ist ein wunderschönes Beispiel für die Kunst von Worth und die Mode der Zeit. Es entstand zur selben Zeit wie das Portrait.



Die Kombination aus Worth'scher Mode und Boldini's pastoser Malerei wirkt auch Jahrzehnte nach dem Ende jener Epoche noch inspirierend. Einer der immer wieder gerne daraus zitierte war John Galliano. Die Couture Kollektion waren beinhalteten Anleihen daraus, sei es in seinen ersten beiden Kollektionen 1997 oder aber 2005, wie oben im Bild.


Boldini's Kunst lag in seinem Talent die Wesenzüge der Portraitierten ganau einzufangen, sie aber gleichzeitig noch überspitzt darzustellen. Seine Damen waren überirdisch schön, grazille Wesen die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Die Herren blickten etwas entrückt in die Welt, nicht jedoch ohne eine Strenge Eleganz.
Als Maler wurde er von den Kollegen bewundert, mit Degas war er sogar befreundet. An Prominenz wurde er aber von den Impressionisten überholt. Die Bohème eines Renoir und Monets Art Licht einzufangen richteteten sich in die Moderne, Bodini zeigte die Bourgeoisie. Er war mehr von den Schönheiten seiner Zeit fasziniert, malte die berühmte Marchesa Luisa Casati genauso wie die Herzogin von Marlborough. Und eben auch seine Muse Marthe de Florian, deren Zuneigung er sich aber mit dem französische Premierminister Georges Clemenceau hat teilen müssen.


Lawrence Alexander Brown oder Count Robert de Montesquiou, Schriftsteller und Kunstmaler, dienen als Stilvorbilder, wenn es darum geht sich Eleganz und Stil zum Vorbild zu nehmen. De Montesquiou war übrigens der Biograf der Grafin Castiglione, einer italienischen Schönheit die nicht nur das Herz von Napoleon III. für sich gewinnen konnte, ihre schönen Beine und Füsse den vielleicht ersten Fussfetischfotgrafien zur Verfügung stellte und eigentlich auch Worth behilflich sein sollte, die Kaiserin Eugénie als Kundin zu gewinnen. Kein sonderlich schlauer Schachzug bei einem Hofball überstrahlte die Mätresse die Kaiserin und diese blieb ihren Schneidern weiterhin. Erst der Fürstin Pauline Metternich, Gattin des östereichischen Gesandten und kaum weniger elegant als die Eugénie gelang das. Der Preis war ein Ballkleid aus 80m Seidentüll.
Gleichzeitig war de Montesquiu selbst Vorbild für Romanfiguren, für den Jean Floressans Des Esseintes in Joris-Karl Huysmans' "À rebours" und für den Baron des Charlus in Marcel Proust's "À la recherche du temps perdu", besser gesagt aus der Teil "Un amour de Swann". Gelesen habe ich keines der beiden Werke, nur die Schlöndorff Verfilmung mit Jeremy Irons als Charles Swann habe ich gesehen. Alain Delon spielte darin den Baron des Charlus.


Ihr merkt, ich schweife ab. Aber ich finde das Thema interessant, die sich ergebenden Verflechtungen genauso, wie die unterschiedlichen Protagonisten. Sie alle prägen das Bild einer Epoche, in der wunderschöne Kurtisanen die Königinnen des Boulevards waren und mit ihrem erlesenen Geschmack die Mode prägten. Die Geschichte von der Wiederentdeckung des verschlossen Appartements läd genauso zum träumen ein, wie die Kleiderträume eines John Galliano oder die Opern eines Guiseppe Verdi. Dessen berühmtestes Portrait malte übrigens Giovani Boldini.


Bild von The Telegraph, Style.com und via Google

2011/06/01

In Klausur Gehen...


Momentan gibt es keinen schöneren Gedanken als den, den Sommer irgendwo ganz abgeschieden von der Zivilisation zu verbringen und meinen Gedanken nachzuhängen. Nur ein paar gute Bücher und das Notebook dabei zu haben (aber ohne Internetverbindung), dazu Stfte und Papier. Einfach sehen was wird, wenn nichts dabei rauskommt, wäre das dann auch nicht tragisch.
Ein idealer Ort dabei kam mir gerade zwischen die Finger, bzw. eine ideale Architektur. Das Haus liegt in Woodside / California, ist umgeben von Wiesen und Bäumen und sogar ein Fluss schlängelt sich daran vorbei. Da würde ich gerne den August verbringen!




Via Architizer