2011/06/05

Bilder Die Geschichten Erzählen...


"Das Fotografieren war für mich ein Freibrief, überallhin zu gehen, wohin ich wollte, und alles zu tun, was ich wollte.", schrieb Diane Arbus über ihre Arbeit.
Zum ersten Mal wirklich wahrgenommen habe ich die Fotografien, deren Bilder teilweise harte Realitäten widerspiegeln, in einer kleinen Verkaufsausstellung vor wenigen Jahren in Berlin. Nicht weniger die Sujets beeindruckten mich damals, eher die Tatsache, dass ein Originalabzug des Bildes mit den Zwillingen 1 Million Euro auf dem Preisschild stehen hatte.
Zwischenzeitlich habe mich immer wieder mit ihren Bildern beschäftigt, allerdings eher oberflächlich. Ihr richtig zu verstehen lerne ich gerade durch die Texte von Susann Sontag. In ihrem Band 'Über Fotografie' ist der Fotografin ein Kapitel gewidmet. Und Sontag schafft es das Thema ihrer Bilder in einem Satz auf den Punkt zu bringen: "Zu entdecken (mittels des Fotografierens), dass das Leben 'tatsächlich ein Melodrama' ist, verstehen zu lernen, dass die Kamera eine Angriffswaffe ist, bedeutet auch, sich bewußt zu machen, dass es Opfer geben muss." Und gleichzeitig kommt sie zu dem Schluß: "Dass Arbus Selbstmord beging, scheint eine Gewähr dafür zu sein, das ihr Fotografisches Werk ehrlich, nicht voyeuristisch, mitfühlend, nicht kühl distanziert ist. Ihr Selbstmord scheint den Fotos eine noch unheimlichere Wirkung zu verleihen, als ob sie ein Beweis dafür wären, dass sie für Arbus eine Gefährdung darstellten."

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