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2011/05/10

Lesestoff Im Mai: Allure...


"Die Franzosen haben niemals die anglo-amerikanische Überzeugung geteilt, derzufolge Modisches das Gegenteil des Ernsthaften darstellt." Dieses Zitat steht eigentlich in keinem direkten Zusammenhang mit Diana Vreeland, Susann Sontag schrieb diesen Satz in einem Essay über Roland Barthes. Nichstdestotrotz bringt es den Stil von Diana Vreeland auf den Punkt und fasst die große Persönlichkeit dieser Modeikone treffend zusammen.
Vreeland wurde im Paris den Fin de Siecle geboren und ein Leben lang sollte sie von der Opulenz dieser Zeit und dem Lebensgefühl dieser Stadt beeinflusst sein. Auch wenn sie für amerikanischer Instanzen in Sachen Mode tätig, hatte sie immer eine sehr französische Sicht. Die Eleganz der Demimondaines, jener legendären Kurtisanen, beflügelten ihre Phantasie. In ihrer Biografie kommt sie immer wieder darauf zurück und nimmt einen mit auf diese Reise in die Vergangenheit. Ich habe das Buch förmlich verschlugen und konnte mich ohne weiteres in ihre Weltsicht hineinfinden.
Den Ausspruch "Der Wahn hat eine Herrlichkeit, die nur der Verrückte versteht." schreibt Vreeland zwar Goethe zu, aber es trifft irgendwie auch auf sie selbst zu. Ich will nicht sagen, dass sie verrückt war, nur dass sie eine überbordende Fantasie hatte und damit alle um sie herum beflügelte. Sie nahm die Mode ernst, und damit meine ich nicht die schnelllebigen Trends die heute so leichtfertig als Mode bezeichnet werden. Für Vreeland war Paris die Mode, die neuen, leuchtenden Farben eines Paul Poiret, die schrägen Schnitte einer Madame Vionnet und später die Entwürfe eines Christobal Balenciaga. Sie kehrte immer wieder in die Stadt zurück, selbst wenn sie durchaus die Neuerungen amerikanischer Mode erkannte.
Für sie war es das Größte von Coco Chanel persönlich bei Anproben bedient zu werden, auch wenn diese in ihren Schilderungen eher einem Martyrium gleichkamen. Ihr Urteil über Chanel ist wenig schmeichelhaft, und trotzdem hat es einen positiven Kern: "Coco war kein freundlicher Mensch – sie war ein monstre sacré. Aber zumindest für mich war sie die interessanteste Person, der ich je begegnet bin."



"Ein witziger Mensch kann nur eine begrenzte Dauer witzig sein, aber ein geistreicher Mensch kann die anderen Gäste den ganzen Abend in seinen Bann schlagen." Nichts war Vreeland wichtiger als interessante Menschen um sich zu haben, wahrscheinlich deshalb waren eben jene Halbweltdamen wie die Demimondaines oder La Mistinquette (Bild 3) so faszinierend. Und sie beobachtete ihre Umwelt. Bei der Krönung von Queen Mary 1910/11 war Vreeland gerade in London, die Elefanten der Maharadschas und die vielen kostbaren Kleider und Edelsteine waren genau nach dem Geschmack des kleinen Mädchens. Die Hüte der Königin faszinierten sie, auch wenn ihr Vater wenig von den von Tecks, Queen Mary's Familie, hielt und dies auch kundtat. Snobismus, jene sehr englische Wesensart, war Vreeland ebenfalls nicht fremd.


Auf dem Buchrücken wird Vreeland's autobiografischer Roman als Mischung aus Roland Barthes und Baron Münchhausen bezeichnet, nicht zu unrecht. Man weiß nicht genau was erfunden oder wahr ist, oder welche Geschichten etwas zurecht gebogen wurden. Streichelte sie wirklich Josephine Baker's Geparden unwissentlich im dunklen Kino oder war das nur eine kleine erfundene Anekdote? Und wenn schon, es gibt der Geschichte eine zusätzliche Farbe. Ganz frei nach Karl Lagerfeld: Man muss nur lange genug leben um alle zu überleben, die wissen könnten wie es vielleicht wirklich war. Er benutzt diesen Ausspruch meist in Bezug auf Coco Chanel, aber auch manchmal in Bezug auf sich selbst. Und natürlich würde es nicht weniger auf Diana Vreeland passen. Die Verbindung zu Barthes besteht wohl am ehesten in der Sprache, die Sprache der Mode verstand wohl niemand besser als sie.
Sicherlich der Wahrheit entsprechen die Schilderungen über ihre Arbeit bei Vogue und später für das Costume Institute des Metropolitain Museum. Und gerade in Bezug auf Vogue ist sie recht wortkarg. Sie rechnet nicht ab mit den Machern bei Condé Nast. Sie wurde entlassen, weil sie nicht mehr in die Zeit passte. Obwohl sie immer ihrer Zeit voraus war. In den 60-er Jahren war sie mit Andy Warhol befreundet, wie sie es vorher mit Chritian Bérard war. Sie umgab sich mit Leuten die etwas zu erzählen hatten und formulierte treffend: "Wichtig im Leben ist einzig und allein, dass sich die Inspiration ständig erneuert."


"Von allen Ländern, die ich kenne, wäre es bei Russland – wenn es meine Heimat wäre – am grausamsten, nicht dorthin zurückkehren zu können." Diana Vreeland war eine Cosmopolitin, deren einzige Heimat die Mode war. Schilderungen von Städten und Orten gehen einher mit dem Stil der Menschen dort. Sie schreibt über Russland, aber noch öfter über Budapest. "Vergessen sie nicht, das war eine Stadt, in der niemand Geld hatte – aber alle waren verliebt, alle waren gepflegt gekleidet, alle trugen die elegantesten Schuhe... In Budapest gab es die besten Schuh- und Stiefelmacher der Welt, wirklich die allerbesten, und deshalb waren die Füße aller Frauen hinreißend beschuht, wie die Füße einer Balletttänzerin."


'Allure' von Diana Vreeland ist Mode- und Zeitgeschichte, aber auch eine phantastische Reise zurück ins vergangene Jahrhundert. Die großen Persönlichkeit der Mode und des Stils werden lebending, greifbar. Man kann das Buch in wenigen Stunden lesen, im Sommer und in der Sonne. Und wenn man dann dazu neigt sich in tropische Gärten in Nordafrika oder in die Salons von Coco Chanel zu träumen, holt einen Vreeland wieder zurück. Das Zitat das genauso gut den Abschluß dieses Posts bilden könnte, steht weiter oben schon einmal...

Diana Vreeland 'Allure', ca. 22 € bei SchirmerMosel

Bilder von hier, hier, hier, hier und hier

2013/08/31

Neu Am Kiosk: Harper's Bazaar...


Belanglos, mehr fällt mir gar nicht ein zu diesem Heft, das ich schon nach dem ersten Mal durchblättern  ins Regal verbannen könnte. Laut Margit J. Mayer soll eine moderne Frau angesprochen werden, die eigentlich die ganzen Modefloskeln satt hat und mehr Relevanz in der Berichterstattung erwartet als es bisherige Magazine bieten. Doch selbst vor Diana Vreeland's legendärer Ratgeberseite 'Why don't you...?' macht die Redaktion nicht halt und banalisiert sie dermassen, dass es der Vreeland wohl die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Aber was haben wir anderes erwartet!?

Bildquelle Harper's Bazaar

2013/01/16

Neu Am Kiosk: Vogue...


Ja, normalerweise ist das Erscheinen einer neuen Ausgabe der Vogue nicht unbedingt einen Post wert. Die kommt jeden Monat um den 15. herum, man kann sie sich auch gut anschauen, aber es ist nun auch kein Magazin, dass mich total vom Hocker haut. Diesmal allerdings ist das etwas anders, denn dem Heft wurde ein Quäntchen Modegeschichte beigelegt: 'Diana Vreeland – The Eye Has To Travel' als DVD.
Seit ich 'Allure' gelesen haben, das war im vergangenen Jahr, bin ich begeistert vom Esprit und Witz dieser Modeikone. Diana Vreeland hat den Beruf der Moderedakteurin nachhaltig geprägt, in dem sie die Hefte (zwischen 1937 und 1963 Harper's Bazaar und zwischen 1963 und 1971 die amerikanische Vogue) in Wolkenschlösser verwandelt hat, die ihre Leserin in Traumwelten entführte und aus dem stumpfen Alltag des Hausfrauendaseins. Der Titel der Dokumentation kommt also nicht von ungefähr. 


Ich weiß also was ich heute Abend schauen werde. Und bin mir auch sicher, dass ich nicht allein auf dem Sofa sitzen werde. Vorgeschmack gibt es hier den Trailer zum Film. Viel Spass!


Bilder via Vogue

2009/03/05

Ikonen...

“I don’t know what people think of me, if they think of me at all.” sarah jessica parker

eine ikone stellt eine andere dar – sjp als diana vreeland für haarpers bazaar

2011/06/02

Monsieur Boldini, Ein Italiener in Paris...


Mir kam neulich eine Geschichte wieder in den Sinn, die ich im vergangenen Herbst zwar gelesen haben, ihr aber nicht weiter Beachtung schenkte. Jedenfalls ist der Inhalt folgender: in Südfrankreich stirbt eine Dame im Alter von 91 Jahren. Beim durchschauen des Nachlasses fällt auf, dass seit den 1940 Jahren in regelmässigen Abständen Miete für ein Pariser Appartement bezahlt wurde, von dem aber zum einen keiner wußte, dass sie es besitzt, und das sie selbst seit ihrer 'Flucht' vor den herannahenden Nazis nicht mehr betreten hatte. Vorsorglich wurden Kunsthistoriker damit betraut sich der Sache anzunehmen, was sie vorfanden war im wahrsten Sinne des Wortes ein Dornröschenschloss. Die Belle Epoque und ihre Pracht lag umhüllt von einer dünnen Staubschicht vor ihnen ausgebreitet und auch Dornröschen war anwesend.
Olivier Choppin-Janvry, einer der Kunsthistoriker, kam die Rolle des wachküssenden Prinzen zu. Ich kann mir gut vorstellen wie ihm der Atem stockte, als er ein bis dahin unbekanntes Portrait entdeckte das sich als unbekanntes Werk des Italieners Giovani Boldini enpuppte.


1898 malte er das Bild der jungen Schauspielerin und 'Demimondaine' Marthe de Florian. Sie war einer jener Schönheiten, über die ich bereits in meinem Artikel über Diana Vreeland geschrieben habe. Man könnte sie als Kokotte abtun, also als hochbezahlte Geliebte reicher Adliger und Industrieller. Aber sie und ihre Mitstreiterinnen prägten auch das Bild einer Epoche. Sie wurden von Künstlern in Bildern verewigt und prägten die Mode nachhaltig.
Der Aufstieg des Engländers Charles Frederic Worth zum ersten Couturier der Geschichte wäre kaum möglich gewesen ohne diese Kundinnen. Es ist gut vorstellbar, das de Florian eines seiner Modelle trug als sie Boldini Modell saß. Im Bestand des Costume Institute des Metropolitain Museum in New York finden sich mehrere Modelle, die den Stil der Zeit widerspiegeln. Das rosa Seidenkleid mit den goldenen Stickereien ist ein wunderschönes Beispiel für die Kunst von Worth und die Mode der Zeit. Es entstand zur selben Zeit wie das Portrait.



Die Kombination aus Worth'scher Mode und Boldini's pastoser Malerei wirkt auch Jahrzehnte nach dem Ende jener Epoche noch inspirierend. Einer der immer wieder gerne daraus zitierte war John Galliano. Die Couture Kollektion waren beinhalteten Anleihen daraus, sei es in seinen ersten beiden Kollektionen 1997 oder aber 2005, wie oben im Bild.


Boldini's Kunst lag in seinem Talent die Wesenzüge der Portraitierten ganau einzufangen, sie aber gleichzeitig noch überspitzt darzustellen. Seine Damen waren überirdisch schön, grazille Wesen die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Die Herren blickten etwas entrückt in die Welt, nicht jedoch ohne eine Strenge Eleganz.
Als Maler wurde er von den Kollegen bewundert, mit Degas war er sogar befreundet. An Prominenz wurde er aber von den Impressionisten überholt. Die Bohème eines Renoir und Monets Art Licht einzufangen richteteten sich in die Moderne, Bodini zeigte die Bourgeoisie. Er war mehr von den Schönheiten seiner Zeit fasziniert, malte die berühmte Marchesa Luisa Casati genauso wie die Herzogin von Marlborough. Und eben auch seine Muse Marthe de Florian, deren Zuneigung er sich aber mit dem französische Premierminister Georges Clemenceau hat teilen müssen.


Lawrence Alexander Brown oder Count Robert de Montesquiou, Schriftsteller und Kunstmaler, dienen als Stilvorbilder, wenn es darum geht sich Eleganz und Stil zum Vorbild zu nehmen. De Montesquiou war übrigens der Biograf der Grafin Castiglione, einer italienischen Schönheit die nicht nur das Herz von Napoleon III. für sich gewinnen konnte, ihre schönen Beine und Füsse den vielleicht ersten Fussfetischfotgrafien zur Verfügung stellte und eigentlich auch Worth behilflich sein sollte, die Kaiserin Eugénie als Kundin zu gewinnen. Kein sonderlich schlauer Schachzug bei einem Hofball überstrahlte die Mätresse die Kaiserin und diese blieb ihren Schneidern weiterhin. Erst der Fürstin Pauline Metternich, Gattin des östereichischen Gesandten und kaum weniger elegant als die Eugénie gelang das. Der Preis war ein Ballkleid aus 80m Seidentüll.
Gleichzeitig war de Montesquiu selbst Vorbild für Romanfiguren, für den Jean Floressans Des Esseintes in Joris-Karl Huysmans' "À rebours" und für den Baron des Charlus in Marcel Proust's "À la recherche du temps perdu", besser gesagt aus der Teil "Un amour de Swann". Gelesen habe ich keines der beiden Werke, nur die Schlöndorff Verfilmung mit Jeremy Irons als Charles Swann habe ich gesehen. Alain Delon spielte darin den Baron des Charlus.


Ihr merkt, ich schweife ab. Aber ich finde das Thema interessant, die sich ergebenden Verflechtungen genauso, wie die unterschiedlichen Protagonisten. Sie alle prägen das Bild einer Epoche, in der wunderschöne Kurtisanen die Königinnen des Boulevards waren und mit ihrem erlesenen Geschmack die Mode prägten. Die Geschichte von der Wiederentdeckung des verschlossen Appartements läd genauso zum träumen ein, wie die Kleiderträume eines John Galliano oder die Opern eines Guiseppe Verdi. Dessen berühmtestes Portrait malte übrigens Giovani Boldini.


Bild von The Telegraph, Style.com und via Google

2011/12/12

Geschenkidee #12: The Vogue Online Archive...


Für die meisten von uns ist die amerikanische Vogue gleichbedeutend mit dem Namen Anna Wintour, seit 1988 hat sie diese Position inne. Die zweite Ikone des Magazins war Diana Vreeland (1963-1971), deren Stil stach durch besondere Extravaganz heraus und fiel dann irgendwann aus der Zeit. Am längsten hatte Edna Woolman Chase ihren Platz auf dem Modethron inne, sie war 37 Jahre lang Chefredakteurin des Blattes. Durch leuchtende und durch dunkle Zeiten hatte Woolman Chase das Magazin zu führen. Die 'goldenen Zwanziger' und der New Look beeinflussten das Heft genauso, wie die beiden Weltkriege. Unter ihrer Führung löste das erste Farbfoto die Illustration als Stilmittel für das Cover ab und viele der berühmtesten Fotografen starteten eine Weltkarierre durch Vogue. Vor allem machte sie aus einen New Yorker Societyblatt eines der erfolgreichsten Magazine der Welt.


In die Tiefen des Magazins einzutauchen und mal alle Ausgaben durchzuschauen ist ein Wunschtraum. Für die deutsche habe ich das tatsächlich mal gemacht, allerdings reicht deren Geschichte auch nur bis 1979 zurück und die Ausgaben hatten auch nie die Stärke von Telefonbüchern erreicht. (Mein Lieblingsheft ist das vom September 2001, es war der Farbe Schwarz gewidmet) 
Die Macher der amerikanischen Vogue wurden nun wieder ihrer Vorreiterrolle gerecht und haben das gesamte Archiv digitalisiert. 400.000 Magazinseiten umfasst es nun und ist auch komplett verschlagwortet. Und vor allem ist es zumindest insofern öffentlich zugänglich, dass man es gegen eine Gebühr nutzen kann. 

Preis: 1.500 $

Bilder und mehr Information hier

2014/01/15

Anna's Museum...


Manche Menschen, sagen wir mal jemand recht unbedeutendes wie Albert Einstein oder Thomas Mann, mussten erst sterben bevor eine Straße oder Plätzchen nach ihnen benannt wurden. Sofern es überhaupt jemals zu geschehen vermag. Bei Anna Wintour ging es ein klein wenig schneller – sie ist nicht nur am Leben, sondern auch ziemlich umtriebig – bereits im Mai, nach einer kleinen Renovierung und damit einhergehenden Modernisierung, wird ganz offiziell aus der ehemals als Costume Institute bezeichneten Modeabteilung des Metropolitan Museums das 'The Anna Wintour Costume Center' geworden sein. Glückwunsch Frau Wintour!
Eröffnet wird der alte Trakt mit neuem Namen mit einer Ausstellung, die das Werk von Charles James huldigt und damit nach Poiret und Schiaparelli einen weiteren großen Designer auf die Bildfläche zurückholt, der von der Modegeschichte und strahlenderen Namen überrollt wurde. Charles James war ein Meister des Trapierens und er schuf Kunstwerke, die selbst seinen Zeitgenossen Christian Dior an Könnerschaft übertrafen. Einzig sein fehlender Geschäftssinn wurde ihm zu Verhängnis, schließlich wollte die zahlenden Kundinnen ihre Kleider auch irgendwann einmal tragen und nicht oft über Jahre vertröstet werden. Teils verlangte er Kleider wieder zurück, nachdem sie für einen Abend ausgeführt werden haben dürfen um weiter daran zu arbeiten. Er starb verarmt, das hatte er mit Paul Poiret gemeinsam. 
Nun also wird sein Werk die erste Ausstellung im neubenannten Museumsteil sein und Anna Wintours Arbeit als Kuratorin, Beraterin und Mentorin fortsetzen. Aber es werden auch immer mehr die Spuren von Diana Vreeland verwischt, die Mode und deren museale Präsentation überhaupt erst auf den Radar der New Yorker Society gebracht hat, jenseits von den eigenen Kleidern natürlich. Hätte nicht eher ihr diese Ehre gebührt? 


2011/05/10

Chanel Cruise 2011...


Meine Erwartungen an die Cruise Kollektion von Chanel wurden mehr als erfüllt. Auch wenn sicherlich viele die Kleider und Ensembles als zu klassisch und langweilig abtun, trifft Lagerfeld damit den richtigen Nerv bei mir.
Coco Chanels Biografie als einflussreiche Modemacherin beginnt damit, dass sie inspiriert von Männermode sportliche Looks entwarf und diese erfolgreich in ihren Boutiquen ind Biaritz und Deauville verkaufte. Das Kleine Schwarze, die langen weißen Kleider und das berühmte Kostüm kam viel später. Lagerfeld knüpf jede Saison an diese Mode an, selbst wenn er wie im letzten Jahr den Look von St. Tropez wiederaufleben lässt.
Leichte Sommerkleider, jugendliche Tennisshorts zu Pullovern mit kleinen Kragen und natürlich Badeanzüge, mehr braucht eine 'Ferien'-Kollektion nicht.





Im Gegensatz zur Couture oder zur Métiers d'Art Kollektion war die Cruise immer weniger reich an Details, oder aber sie waren versteckter. Lagerfeld schwelgt diesmal aber im Luxus. Chanel's Sternschnuppen-Collier hat er in eine Stickerei umgesetzt und schmückt damit kaum sichtbar ein Armloch. Die dafür verwendeten Steinen sollen alle echt sein.





Cap d'Antibes und das Hotel Eden Roc bildeten die Kulisse für diese modische Extravaganz. Lagerfeld und das Haus Chanel gehören zu den wenigen Labels, die noch ein Aura des Luxus verströmen einfach durch die Art der Selbstinszenierung. Und da ich auch noch ganz bei Diana Vreeland und ihrer Biografie bin, habe ich passend zu Antibes ein paar Zeilen von ihr: "Wir gingen... jeden Abend früh zu Bett und hörten die Leute heimgehen – alle sangen 'La vie en rose'... wir lagen in unserem Hotelbett und lauschten... alles war 'La vie en rose'. Die Luft ist dort so still. Musik schwingt in ihr mit."
Würde Lagerfeld nicht auch für Fernsehsender und Eismarken werben und nicht immer Gossip-Girls und drittklassige Moderatorinnen vor die Kamera zerren, würde Chanel für mich noch mehr strahlen.

Bilder von Chanel und von Style.com

2010/08/14

Nan Kempner...


"There are no chic women in America. The one exeption is Nan Kempner."
Diana Vreeland


Vielleicht hat ja mal jemand von euch 'Bergdorf Blondes' gelesen. Wenn nicht, dann ist das auch nicht weiter schlimm, man verpasst nicht wirklich was. Es geht nur im Kleider und darum, dass man Haare nach spätestens 13 Tag nachblondieren sollte, weil sonst der Ansatz sichtbar wird. Und natürlich geht es um den fabelhaften Lifestyle der New Yorker Upper Class Girls.
Eine Grande Dame dieser Lebensweise war Nan Kempner und als sie im Sommer 2005 starb, ging wohl auch eine Ära zu Ende. (Zumindest gibt es keine so stilvollen, sonntäglichen Spaghetti-Dinner mehr in Up-Town Manhattan.)
Nan Kempner hat angeblich keine Modenschau von Yves Saint Laurent verpasst, ihr zimmergroßer Kleiderschrank war vollgestopft mit Couture und es gab wohl keinen Tag in ihrem Leben, an den sie nicht perfekt angezogen war. Egal ob mit gebrochenem Fuss oder in ihren letzten Lebensjahren mit Beatmungsmaschine, es gab keine Entschuldigung sich gehen zu lassen.
Die neuen Socialite's, Olivia Palermo und co., nehmen sich ein gutes Beispiel an ihr und halten die Fahne des Stils hoch.


Bildquelle: hier, hier und hier