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2014/07/10

Neue Opulenzen Am Modehimmel...

Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass sich die großen Modehäuser bei der Ideenfindung für die im Herbst zu tragende Haute abgesprochen haben. Aber Louis XV. ist allgegenwärtig. Rokoko ist ein großes Thema, die Details reichen von subtilen Andeutungen bis hin zu wirklich Augescheinlichem, und trotzdem gelingt es allen Häusern diesen eigentlichen Inbegriff des Camp-Geschmacks so zu präsentieren, das es nicht nach Modeausstellung oder gar Karneval aussieht. 
Raf Simons, mittlerweile so fest mit dem Haus verwachsen, dass man sich an die Zeit vor ihm nur schwer zu erinnern vermag, geht das Thema am konsequentesten an und zeigt neben Kleidern, die gepolsterten Hüften daherkommen und Pelzen, die selbst Katharina die Große hätten noch beeindrucken können, wunderschöne, an Justaucorps und 'Habit à la française' angelehnte Jacken. Fragil gestickte Blüten und Ranken zieren die Kanten dieser Jacken, und natürlich schließen sie auch die extrabreiten Ärmelaufschläge. Doch von noch größerer Kunstfertigkeit zeugt die Art des Schnittes, der die Schöße nach hinten 'wegfliegen' lässt. Gerade in Kombination mit den schlichten, leicht ausgestellten Hosen bekommen die Looks eine Modernität weit jenseits von Madame de Pompadour.
Was aber auch in der Kollektion zu beeindrucken vermag sind die teils bodenlangen, mit romantischen weiten versehenen Mäntel in der einen Gruppe und die mit den großen Krägen in der anderen. Hier wird dann doch noch einmal die Pre-Simons-Ära in Erinnerung gerufen, 1997 zeigte John Galliano ähnliches, allerdings theatralisch überspitzer. 
Doch, wie schon erwähnt, Dior ist nicht das einzige Haus mit Spuren von Rokoko. Elie Saab zum Beispiel ist ja an sich schon kein Meister der Schlichtheit, allein die unzähligen Perlen und Blüten sprechen eine barocke Sprache. Ein Abendkleid mit Watteau-Falte gab es aber auch, und das war nicht nur deswegen ein Highlight der Kollektion. Ebenfalls von Opulenz zeugt Lagerfelds madonnenhaftes Brautkleid, welches aber eber gotisch als barock ist. 

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2014/03/10

Louis Vuitton - Alles Neu...


Die Zeit der Romantik bei Louis Vuitton ist vorbei, es gibt keine Fontänen mit Federkopfpützen mehr und keine einfahrenden Traumzüge. Stattdessen einen neuen Retro-Realismus, der manchmal sogar zum Bekleidungspragmatismus wird. Nicolas Ghesquière hat sein erschaffenes Balenciaga verlassen (müssen) und befreit nun Louis Vuitton von den Erinnerungen, die uns Marc Jacobs immer wieder als DNA zu verkaufen versuchte. 
Aber das gute an Vuitton ist, dass dieses Label in Bezug auf Bekleidung gar keine Geschichte besitzt und jeder Designer aufs neue ein weißes Blatt beschreiben darf. Jede Aussage ist richtig, Wahrheit ist der Moment. Keiner verstand das übrigens besser als Jacobs selbst, nur so waren Exzesse möglich, die eine perfekte PR-Maske waren, hinter der sich dann Taschenklassiker mit Markenlogo verkaufen liessen. 
Nicola Ghesquière gehört zu den Lieblingen der Branche und sein Ausscheiden gehörte zu den großen Modedramen, schließlich hat er den Frauen Balenciaga gegeben und gleich noch ein Taschendesign, das noch immer ein Verkaufsschlager ist, auch wenn schon lange keine It-Bag mehr. Doch er hatte auch immer mit einem Erbe arbeiten müssen, dass nicht gerade einfach zu übergehen war. LV bietet ihm nun die Möglichkeit Kleider zu machen, die seiner Vision von Mode entsprechen, ohne noch dazu in das Raster der Marken-DNA passen zu müssen. 


Nur hin und wieder gibt es da ein paar signifikante Designs die unterzubringen sind. Aber dafür gibt es ja auch noch die Accessoires. Und Ghesquière macht nicht den Fehler seiner Vorgänger eine Debütkollektion ohne Taschen zu zeigen. Er ein paar neue Modelle ins Spiel gebracht, ein altes modifiziert und und natürlich gibt es auch das klassische LV-Markensignet. Den Fehler den Marc Jacobs bei seinem Einstieg gemacht hat, nämlich bei einer Taschenmarke keine einzige Tasche in der Show zu haben, hat Ghesquière nicht gemacht. Im Gegenteil. 
Die Klamotte ist dafür recht stark von den 1960-ern inspiriert, von den späten natürlich. So kann man auch bei einem Traditionshaus ein bisschen Revolution unterbringen. Der Designer nutzt auch die technischen Möglichkeiten der Ateliers, die ihm nun ganz ungeahnte Perspektiven eröffnen als es bei Balenciaga der Fall gewesen sein dürfte. Insgesamt ist die Kollektion so angelegt, dass sie sich gut verkaufen lassen sollte und Ghesquière Kunden von Balenciaga nun bei Vuitton zu befriedigen vermag. 
Erfreulich waren auch ein paar alte Gesichter, die Show liefen. Da war unter anderem Freja Beha Erichsen, die man etwas über hatte und die dann irgendwie für gut zwei Jahre von der Modebildfläche verschwunden war. Und es lief mal wieder Maddie Rizer, die schon Ende der 90-er zu meinen Lieblingsmodels gehörte. 

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2014/02/21

Prada X Fassbinder...


Definitiv ein Film den man sich anschauen muss um die Mode von Prada für den kommenden Herbst zu verstehen ist 'Die bitteren Tränen der Petra von Kant' von Rainer Werner Fassbinder. Und wenn man schon einmal dabei ist, kann man sich auch gleich all seine anderen Frauenfiguren mit anschauen. Maria Braun oder Veronika Voss bieten ganz klar auch Stoff für den oder anderen Look, und für feuchte Träume gibt's Querelle. 
Doch wenn man mal all die künstlerische Intention der Kollektion weglässt und rein die Klamotte betrachtet ist es gar nicht nicht mehr so einfach sich diese Looks an der normalen Frau vorzustellen. Ist aber auch gar nicht nötig, für die sind all die transparenten Kleider mit den Fellkanten und Lederpaspeln eh nicht gemacht. 
Ach ja, um auf den Boden kommt ganz à la Beuys grauer Filz!


2014/01/20

Teurer Scheiß...


Man muss gar nicht bis zum Herbst warten um so richtig Saint Laurent zu sein, es reicht sich im nächstbesten Secondhand Laden ein Jacket zu kaufen, oder nen Trachtenjanker, was in einer möglichst nicht passenden Größe leicht zu finden sein wird. 
Geht es in Hedi Slimane's Männerkollektionen immer nur darum das zu zeigen, was die Anfangzwanzigjährigen eh schon tragen und es den Anfangdreißigjährigen bis Ende Vierzigjährigen unverhältnismässig teuer anzubieten, damit diese sich nochmals so richtig jung und hip fühlen? Anscheinend!


2014/01/16

Nichts Dabei Für Mich Bei Dries Van Noten...


Und zum ersten Mal seit langem muss ich sagen, dass mir wirklich nichts gefällt von dem, was Dries van Noten heute in Paris gezeigt hat. Ich mag die fluffigen Schals nicht, nicht die Farben und nicht die technoiden Materialien. Das ist manchmal so und oft auch nur der erste Eindruck, das was dann in die Läden kommt, sieht oft eh ganz anders aus...


Mäntel, Mäntel, Mäntel...


Fakt ist, dass es selten so eine Fülle wunderschöner und überaus gut geschnittener Mäntel in den unterschiedlichsten Kollektionen zu sehen gab. Es scheint als wäre eine geheime Schlacht unter den Designer ausgebrochen, in der das einzige Ziel zu sein scheint, den schönsten Mantel des kommenden Winters zu entwerfen. Und dabei haben wir bisher nur die Mailänder Kollektionen zu sehen bekommen, die Pariser stehen noch fast vollständig aus. 
Bisheriger Favorit ist ein camelfarbener Macintosh bei Valentino, dessen ganze Raffinesse erst in der Rückansicht deutlich wird. Den allein hätte ich schon sehr gerne, ganz zu schweigen von den vielen anderen bei Valentino. Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli schaffen für die Damen unbeschreibliche Meisterwerke, romantisch verträumte und melancholisch schöne Kleider, wie gemacht  für preraffaelitische Göttinnen, bei den Jungs hingegen sind sie ziemlich auf dem Boden und liefern das ab, was Mann wirklich auch tragen will. 
Aber die beiden sind nicht die einzigen, die über ein solches Wissen verfügen. Paul Surridge hat bei Z Zegna, dem kleinen Bruder vom großen und nun durch Stefano Pilati so glanzvoll geführten Ermenegildo Zegna, wieder gezeigt was er so drauf hat. Die beiden Marken harmonieren zwar perfekt, haben aber eine deutlich andere Aussage. Z Zegna ist jünger, lässiger und in den Schnitten verspielter. Die Materialien sind edel und zeugen von dem, was den Kern des Zegna-Imperiums auszumachen vermag. Bei den Wollmänteln wird das Volumen der Schnitte noch verstärkt durch die dicken Stoffe. 
Klassischer, schmaler geschnitten sind die Mäntel bei Gucci, der von Lieblingsmodel Clement Chabernaud getragene dunkelblaue Zweireiher mit breitem, aufsteigendem Revers ist ein Musterbeispiel für Zeitlosigkeit. In die pudertönige Farbigkeit der Kollektion reiht er sich perfekt ein und bildet einen klassischen Kontrapunkt zu  all den anderen wunderschönen Mänteln. Ich bin gespannt was noch kommen mag...

Z Zegna
Gucci
Bildquelle: Style.com

2014/01/11

Ein Traum Von Mode - Ermenegildo Zegna...


Wenn die Italiener Mode machen, denn fangen sie bei den Stoffen an und schauen was sich daraus machen lässt. Es geht nicht darum einen Stil zu prägen, die Grenzen der Männermode sind längst ausgelotet und alles was diese zu überschreiten versucht, wirkt nur lächerlich. Es geht darum den Körper einzuhüllen mit Kleidern, die ein Universum in sich bergen, aber im Moment des Anziehens dann auch schon vergessen sind. Komplexitäten sind kein Kaufargument, Perfektion und Qualität hingegen schon. Mode soll den Körper bedecken und nur wenn sie schlecht ist, bemerkt man sie während des Tragens. 
Stefano Pilati's Entwürfe für Ermenegildo Zegna werden untermalt von sphärischen Raumklägen, von Stadtsymphonien und Sterngeräuschen. Es sind technische Meisterwerke, die ein Höchstmass an stofflichen Innovationen in sich bergen und am Ende doch nur Jacken, Mäntel oder Hosen sind. Sie müssen auch gar nichts anderes sein, weder mittelalterliche Ritter (Dolce&Gabbana) noch Discoschwule in Lederchaps (Versace) passen in heutige Stadtlandschaften. Staubgraue Wollmäntel lassen uns die richtigen Wege finden, auch ohne das ihre Kreuzungen sich auf Seidenfoulards um unsere Schultern schmiegen (Burberry Prorsum). 
Zegna ist Stoff und Pilati ist in der Lage aus diesem Dinge zu machen, die nicht nur einen Winter lang relevant sind und doch eine Saison später mit neuen Gefährten den Platz im Schrank teilen müssen. Es einfach das Spiel der Mode ist. Doch sie werden gute Gesellschaft zugeführt bekommen, weil ein Zegna-Kunde nichts schlechtes an seinem Körper mehr ertragen kann, somit also auch nicht in seinem Schrank. Der Mann wird verdorben im besten Sinne des Wortes. 

Hier gibt es die ganze Kollektion zu sehen, das Bild oben stammt von Style.com

2014/01/10

Schöner An Frauen - J.W.Anderson...


Eine Frau, die einen der Looks von J.W.Anderson tragen würde, fände ich fraglos ganz wundervoll. Wie gemacht scheinen die dekonstruierten Anzügen und die raffinierten Strickteile für einen Frauenkörper...



Via Style.com

2014/01/09

Mäntel, Mäntel, Mäntel - Burberry Prorsum...


Burberry Prorsum ist die erste wichtige Show, die das vorauszunehmen vermag, was wir in den nächsten drei Wochen zu sehen bekommen und was im kommenden Herbst tragen werden. Und einige Häuser werden auch in letzter Minute noch ihre bereits bestehenden Kollektionen umstellen, schließlich zählt Christopher Bailey zu den Anführern der Modebande.
Was es gestern zu sehen gab war nun nicht die Neuerfindung des Rades, schon gar keine Erleuchtung, aber eine schöne und runde Kollektion, die so eben auch ein Verkaufserfolg sein wird. Allein das man traut kaum mehr einen schlichten, dunkelblauen Übergangsmantel unter 2.000 € zeugt von enormen Selbstbewusstsein und grenzt teils an Unverschämtheit. Von den für Kaschmirmäntel aufgerufen Preisen sprechen wir lieber gar nicht erst.  
In der ersten Reihe saßen neben Castingshowmoderatoren die üblichen schönen und vor allem ganz jungen, mit denen sich der Designer gerne schmückt. Sie dürften auch nicht wenig angetan sein von den über Netzhemden getragenen Schmuckstücken und den um die Schultern geschlungenen Schals und Seidentüchern. 

2014/01/03

Gucci To Go...


In die Pre-Fall Kollektion von Gucci haben sich auch zwei Looks für den Mann von morgen mit eingeschlichen. Doch ganz ehrlich, das kann man so auch schon heute tragen und muss nicht erst bis zum Sommer warten. 
Aktuell leuchten von allen Seiten wieder große, rote SALE-Schilder der geneigten Kundschaft entgegen. Es ist die beste Zeit nach den Basics Ausschau zu halten, die eh nie aus der Mode kommen und genauso noch in Jahren aktuell sein werden. Um den Gucci-Look recht kostengünstig zu adaptieren und zu interpretieren reichte ein kleiner Klick zur Website von COS, da findet man alles was manch braucht...

Blazer 95 statt 190 €
Pullover 39 statt 79 €
Hemd 41 statt 59 €
Hose 44 statt 89 €

2013/12/17

Pre-Fall 2014: Michael Kors...


Für seine Pre-Fall Kollektion hat sich Michael Kors genauso bei beim Philo'schen Céline wie beim Slimane'schen Saint Laurent und Simons'schen Dior bedient, alles abgemildert auf den amerikanischen Luxuskaufhauskundinnengeschmack und genau deshalb schon jetzt ein Kassenschlager. Und auch ich kam nicht an der Kollektion vorbei, zeigt sie doch Frauen, die ich genau so am liebsten angezogen sehen wollen würde. 
Es ist ein Preppy Style der ohne die platten Zitate auskommt, sondern ausschließlich auf wunderbare Farbzusammenstellungen, Lagen und Volumen setzt. Einzig die Materialien müssen erstklassig sein, sonst ist das alles für den A...



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