2011/11/16

X Factor: Germany Vs. UK...


Wer gestern Abend die deutsche Staffel von X Factor geschaut hat, und ich gehe schon davon aus dass dies der ein oder andere tut, der wird an der Performance von Raffaela Wais auch mehr oder weniger hängengeblieben sein. Gab es jemals eine langweiligere Interpretation des Liedes 'Tainted Love'? Es wirkte wie ein schlechtes Schülermusical, bei dem das hübscheste Mädchen, sofern sie auch noch irgendwie singen kann, die Hauptrolle zugeschoben bekommt und dann eine müde Show mit etwas Sexiness aufpimpen soll. 
Bereits 1965 wurde der Song von Ed Cobb komponiert und geschrieben, richtig bekannt wurde es dann in den frühen 1980-ern in der Version von Soft Cell. Seitdem glaubt sich jeder an dem Song austoben zu müssen, was im Falle von Marylin Manson ziemlich gut gelang. Aber auch die Scorpions haben es versucht, schlimm. 
Kein Wunder also, dass sich auch Castingformate daran vergehen, wie eben gestern Abend Das Bo's Schützling Raffaela Wais. Zugegeben, sie ist die hübscheste Kandidatin der Show und kann auch gar nicht schlecht singen, aber sie ist auch auf eine langweilige Art und Weise brav. 
Das genaue Gegenteil ist wohl Misha Bryan, ihrer Kollegin von der Insel. Vor drei Wochen sang sie auch 'Tanted Love', und das unheimlich gut und mit viel Charakter. Sie schafft es jedem Lied eine ganz eigene Note zu geben, es auf besondere und eigene Art zu interpretieren. Selbst Songs die man schon tausendmal gehört hat und die meist im Original am besten klingen, erscheinen frisch und modern. 


Wenn man sich Misha B anschaut, aber auch die anderen KandidatenInnen, wird klar, woran es in Deutschland fehlt: Nicht an Talenten mangelt es, sondern an guten Leuten in den Jury's. Während man in UK darauf setzt zumindest ein paar wirklich Fachleute in der Jury, nämlich Leute die zumindest einmal international wirklich erfolgreich waren und wissen wie man mainstreamtauglichen Pop macht, haben wir bei X Factor Sarah Connor und Das Bo. Und auch Till Brönner ist eben niemand, dem man da wirklich hinsetzen sollte und der da glaubhaft wirkt. Wie sollen die entscheiden was wirklich funktioniert?
Während man sich bei X Factor UK durchaus fast jeden Kandidaten und jede Kandidatin als Gewinner vorstellen kann, fliegen bei uns die Guten fast zu Anfang raus und es bleiben nur komische Gestalten, die man dann gerade mal noch im ZDF Fernsehgarten zu Gesicht bekommt. Oder gibt es wirklich jemanden der sich vorstellen kann, dass sich dieses komische Popopernpaar ernsthaft in die Charts singt?

Kommentare:

  1. Toller Artikel..hat mir Spaß gemacht ihn zu lesen, da du vieles genau auf den Punkt bringst!
    Weiter so :)
    x

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  2. es liegt in der Tat an der Jury der wirkliche Kompetenz fehlt. Sarah Connor u. das Bo seit Jahren ohne Erfolg, erstere fällt nur noch im " Boulevard " auf. Till Brönner den ich gut finde ist einfach Fehl am Platz, leider. So kann das nicht werden. Ich habe X Factor 2 mal gesehen, im Vergleich zu Supertalent schon hohe Niveau, ich habe mich dazu entschlossen überhaupt keine Castingsshow od. Doku-Soaps mir ansehen. Die Zeit ist mir zu Schade.
    Siegmar

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  3. So der Artikel ist wirklich gut ich sehe das einiger Maßen genauso.
    Ich meine wenn mann so eine große show von England nach Deutschland holt dann sollte mann auch mit halten können den eine sarah conner die schon lange keinen hit mehr hatte oder das Bo wann hat man das Letzte mal von ihm gehört.
    Und ich finde auch das man Till Brönner nicht wirklich in diese Jury rolle stecken sollte .
    Ich finde in dieser Jury sollten Stars sitzen die auch wirklich erfolgreich in Deutschland oder auch weltbekannt sind setzten sollte.

    Und auch das Konzept finde ich nicht gut ich finde es sollte genauso wie in England und in Amerika gemacht werden es sollte 4 Katergorien geben einmal die Mädchen von 16 -25 dann einmal die Jungen von 16 -25 dann die gruppen und dann die über 25. Jährigen.
    Ich schaue selber immer die ausgabe der Engländer deswegen weiß ich wie das dort läuft.

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