2011/09/15

Galeria 1879 - Joop's Modevisionen Für Galeria Kaufhof...


Nach Weinhachtsbäumen und silbernen Valentinstagsherzen ist es nun endlich so weit, Wolfgang Joop macht nun auch eine Kollektion für Galeria Kaufhof. Unter dem Label Galeria 1879 wurde diese zum ersten Mal vorgestellt; im Kino International in Berlin, nicht in New York oder während einer anderen Fashion Week. 
"Ich kleide jetzt moderne, sympathische Menschen, keine Mutanten mehr.", konnte man in der BZ lesen. Na das dürfte all die sympathischen Menschen freuen, die 'Mutanten' allerdings weniger. Wenn meint er damit? Vielleicht all die Damen die ihm zu Füßen lagen und seine Kleider für Wunderkind kauften und liebten? Vor ein paar Jahren war es genau umgekehrt, da wollte er eben keine Kaufhauskundinnen mehr und machte stattdessen Mode, die zwar nur wenigen vorbehalten war, aber dafür einen künstlerischen Anspruch hatte. 
Nun ist Joop nicht gerade ein Meister, wenn es darum geht vor dem Reden noch schnell zu denken. Verbale Entgleisungen sind da an der Tagesordnung, mal gegen die Bundeskanzlerin im speziellen und mal gegen die Hamburgerin ganz allgemein. Und klar ging es auch schon mal gegen all jene, die er nun so modern und so sympathisch findet. Man könnte es als eine Fähnchen-in-den-Wind-hängen-Manier bezeichnen, aber leider ist Joop nicht so vorausschauend. Vielleicht eher sprunghaft, von High zu Low-Fashion innerhalb eines Jahres.
Aber nun geben wir diesen Klamotten eine Chance und werfen (zumindest virtuell) einen genaueren Blick darauf. Viel Strick wird da gezeigt, und auch einiges an Leder. Als urban und trendig wird alles beschrieben, und auch zeitlos. Manchmal kommt Joop's Stil durch, den den man schon bei Wunderkind hat sehen können. Das weiße Blusenkleid mit den Bisen ist ein altbekanntes Teil, das es so seit 2006 immer wieder in leicht abgewandelter Form gab. Auch die Art Cardigan, und wie er gegürtet wird, ist nicht neu. Insgesamt sind es aber die Sachen, die Frauen seit Jahren tragen und man zwischen 9,99 und 999,99 Euro von H&M bis Strenesse eh schon überall kaufen kann.
Bei den Männern sieht es nicht viel anders aus. Da wurde einfach Joop's eigener Style runtergeschraubt. Alles ist Massengeschmack ohne Ecken und Kanten, und es hängt eben seit Jahren genauso bei Esprit, s'Oliver und all den anderen vertikalen Bekleidungsanbietern. 
Die Teile hängen ab dem 20. September in den Galeria Kaufhof Filialen. Nachfolgend noch ein paar Impressionen.




Kommentare:

  1. schlimme Klamotten weil so alltäglich durchreichbar bei jeder Firma, nur eines war schlimmer Michalsky als " Mithc&CO )für Tchibo.
    Als " Wunderkind-Fan " finde ich es nur tragsisch.
    Siegmar

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  2. Ich denke das man sich darüber streiten kann ob es gut ist, eine Massen Kollektion zu machen oder nicht. Alle großen Designer die Ihre Kollektion bei H& M anboten, haben meiner Meinung nach mehr gegen Ihre Prinzipien verstoßen als W.Joop. Große Designer wie Armani, Dolce& Gabbana, Prada und viele andere bieten ihre zweit, dritt, und viert Kollektionen in Kaufhäusern an.
    H&M ist ein Unternehmen das in Indien, Venezuela und anderen Billiglohnländern fertigt. Nur damit man Mode zu Spottpreisen anbieten kann. Klar finde ich die Teile auch sehr gefällig und austauschbar. Mit dem Fähnchen im Wind hast Du jedoch vollkommen Recht. Ab und zu sollte er seine Schnauze halten.
    Jedoch ist das auch eine Tugend die bei Schauspielern, Politikern und eben Modedesignern an der Tagesordnung ist. Karl Lagerfeld ist ein alter geschwätziger Mann, W.Joop ist eine tuntige Quasselstrippe mit Intrigantem Charakter und Michalsky ist optisch und geistig unzumutbar. Seine Kollektion hängen wie Blei in den Läden und die Materialien sind eine Zumutung.

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  3. stimmt eigentlich genau, die großen Namen sind noch profitgieriger. Ich kann mich erinnern Calvin Klein bei Wollworth auf dem Mühltisch gesehen zu haben.
    Siegmar

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  4. Ok, hier vermischen sich aber zwei Sachen. Die meisten Firmen vergeben Lizenzen für bestimmte Produkte, da ist klar, dass der Massenmerkt bedient werden soll. Die Düfte haben meist genauso wenig mit den Firmen zu tun, wie die Unterhosen oder die Brillen. Vielleicht schaut noch mal jemand übers Design, das wars dann aber schon. Leute wie Klein, Armani oder Prada wissen auch, dass jeder Mensch potenziell Kunde ist und behalten dann ihre Gedanken über Massenmarkt und die damit einhergehenden Kunden für sich.
    Joop hingegen schießt alle Zeit lang mal gegen den Massenmarkt und mal gegen die Premiumkunden. Jede Aktion geht damit einher, dass er irgendwelchen Blödsinn redet. Bei Wunderkind wollte er nie wieder Mainstream sein, weil man bei JOOP! seine Visionen nicht verstanden hat und sein Talent unterdrückt wurde. Nun will er Mode für 'sympathische Menschen' machen, was auch nur wieder aus einer Enttäuschung resultiert. Nämlich, dass Wunderkind nie wirklich Relevanz bekommen bekommen hat. Kann sich noch jemand an seine Worte vom Januar erinnern? Da wollte er noch exklusiver werden, als es Wunderkind ohnehin schon war.
    Warum hat er das Potenzial der Marke nicht ausgebaut, Düfte und Accessoires für einen breiteren Markt gemacht und damit seine Modeträume finanziert? Die Kundinnen lechtzten nach dem Zeug und mit Kleinteilen hätte man auch sie Chefsekretärin und die Modebloggerin erreicht, ohne gleich ins Billigextrem Kaufhof gehen zu müssen.

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  5. was Joop betrifft stimmt es natürlich. letztendlich geht es auch bei ihm um Geld
    Siegmar

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  6. Wenn man Geld braucht macht man auch alles...

    Ich finde es immer wieder wunderlich das alle denken nur billig Labels lassen in Asien fertigen. Schaut ihr euch eigentlich mal Etiketten an? Ich war in China in einer Fabrik da wurden neben s.Oliver und Diesel auch Moncler Jacken gefertigt und das ist nur ein Beispiel. Auch die Klamotten des in diesem Blog immer viel gelobten COS kommen aus China.

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  7. Das denkt hier ganz klar keiner. Natürlich ist klar, wo und unter welchen Umständen die Kleidungstücke gefertigt werden. Was die Kleidung betrifft, ging es nur um die Beliebigkeit des Designs.
    Was ich aber kritisiere, und was auch im Text rauskommt, ist wie WJ seine Meinung immer wieder nach Belieben ändert. Einmal lehnt er den Massenmarkt konsequent ab, und im nächsten Moment ist das für ihn das Nonplusultra.

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  8. Hab mir gestern Joops 1879-Kollektion im Kaufhof angeschaut. Materialien nun ja, eben halte nichts großartig besonderes (Polyacryl usw.). Vielmehr störte mich die Auswahl der Farben für die paar Kleidungsstücke (mehr als in der Werbung war dort auch nicht weiter zu finden). Nicht jeder kann schwere kalte Farben tragen.

    Noch kurz zu den Billig Labels die in Asien fertigen lassen. High Fashion: Dries van Noten lässt auch mal in der Türkei produzieren oder GF Ferré in China. Ja auch hier wird manchmal möglichst billig hergestellt aber teuer verkauft. Eben maximale Gewinnspanne. Nicht alles aus dem High Fashion Bereich ist eben "made in italy".

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  9. O.K., die Farben einer Kollektion richten sich meist nach Trendanalysen oder aber auch nach den Verkaufszahlen bei Häusern wie Kaufhof. Die haben festgestellt, dass sie X% mehr Grau- und Brauntöne verkaufen, also wird die Eigenmarke (was anderes ist die Kollektion ja nicht) angepasst. Da wird nach Verkaufsstrategien designt, nicht nach künstlerischen Visionen. Und am Ende ist dann halt auch nicht für jeden was dabei, der Großteil der Käufer ist aber schon ganz gut abgedeckt.

    Nun nochmal zur Qualität: Es wird im Text nicht die Qualität der Kleidung kritisiert, auch nicht die Herstellungsmethoden oder -länder. Dass es sich nicht um Made in Italy handelt ist klar. Aber es ist auch keine Pret-à-Porter was gezeigt wird, sondern Streetwear. Ich kritisiere, wie wandelbar die Einstellung eine WJ ist. In Interviews vor drei Jahren hat er noch geschworen sich nie wieder verramschen zu wollen. Bei Wunderkind wurden nur selten Größen wie 40 und 42 angefertigt, weil er keine 'fetten' Kundinnen in seine Sachen hat sehen wollen. Da gab es nur Visionen und alles was die Marke weitergebracht hätte, wurde zu Gunsten dieser geopfert. Und nun macht er genau das Gegenteil.

    Dries van Noten ist übrigens kein gutes Beispiel, weil er zu einen sehr transparent arbeitet und als einer der wenigen noch vollkommen frei ist, also zu 100% der Herr im Hause ist. Er hat eigene Werkstätten in Indien, und vielleicht auch in der Türkei. Es einer der wenigen wirkt er aber glaubhaft darin, wenn er versichert, dass er weiß wie und unter welchen Umständen seine Sachen hergestellt werden.
    An billigster Massenware ist ja nicht verwerflich, dass sie schlecht gemacht ist oder aus schrecklichen Materialien besteht. Schlimm ist wie Menschen dafür ausgebeutet werden, nur dass wir bei H&M ein Shirt für unter 5 € kaufen können.

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