2013/10/28

Sonnig, Kaum Wolken - München...


Unschlagbar ist an der zentralen Lage die Wiesbaden ja fraglos hat, dass man innerhalb weniger Stunden in Köln, Hamburg und eben auch München ist. Trotzdem haben wir uns den Sommer über zu selten wegbewegt. Und hätte wir uns nicht München als Ziel des Wochenendtrips auserkoren, im rennen waren London und noch ein paar andere Städte gleichermassen, wäre mir nicht eine liebe Bekannte nach Jahren des Nichtsehens zufällig über den Weg gelaufen und hat damit die Reise noch bereichert. Ansonsten gab es allem voran herrliches Wetter, dass uns die Zeit vergessen lies und München in schönstes Licht tauchte. 



Residenz, Ägyptisches Museum, Museum Brandhorst, drei Pinakotheken, Haus der Kunst, ein paar Galerien und zum Schluss noch Nymphenburg haben wir abgegrast und konnten viele Eindrücke mit nach Hause nehmen. Das Gezeigte kennt man, fraglos ist es von Rang, nur verstehen die Münchner ein bisschen besser zu inszenieren. Und wenn der Platz nicht ausreicht wird eben gebaut und, wie die Warhols im Brandhorst-Bau, gleich auf ganzen Etagen präsentiert. Auch wenn sich meine Begeisterung bei ägyptischer Kunst in Grenzen zu halten vermag, allein der Eingang zum tiefer gelegten Museumsgeschoss beeindruckt und lässt den Menschen kleiner werden. Unweigerlich findet eine erste Auseinandersetzung mit dem statt, was einem Parcours gleich präsentiert wird. Der Besucher kann vieles entdecken, und seien es nur die neuesten Gadgets und Möglichkeiten die Museen im 21. Jahrhundert zur Verfügung stehen. 





Wer sagt Print sei tot, der wird im Haus der Kunst aktuell eines besseren belehrt werden. 'Paper Weight' feiert die Schönheit und die Macht unabhängiger Magazine und führt vor Augen warum es sich lohnt zum Kiosk zu gehen und Papier mit nach Hause zu tragen. Die Ausstellung war keine Überraschung und schon gar keine Erleuchtung, schließlich stapeln sich Monat für Monat die neuen Ausgaben auf dem heimischen Esstisch und wandern manchmal fast ungelesen ins Regal, aber sie zeigt warum es den Macher von 032c, Fantastic Man, etc. geht, um die Liebe zum Gedruckten. 
Papier ist übrigens auch das Medium von Simon Schubert, der gerade bei Galerie Thomas Modern seine Faltarbeiten zeigt. Und bei Galerie Schöttle wurde am Samstag eine Ausstellung mit Arbeiten von Jeff Wall und Andreas Gursky eröffnet – ebenfalls Papier, zumindest theoretisch.



Frühstücken bei Dallmayr, dann ein bisschen bummeln und kultiviert die Zeit totschlagen, so liesse sich jeder Tag aushalten. Später dann ein Aperitif bei Schumann's am Odeonsplatz, wobei das Gesehen werden wollen der einen die schauenden Anderen durchaus zu unterhalten vermag. Und abends findet man abseits der Touristenpfade auch noch einen Brauereikeller mit bayrischen Schmankerln der zumindest nicht auf den ersten Blick ein Abfertigungsschalter für Kurzreisende ist. Doch genauso wie das Essen nicht zu kurz gekommen ist, blieb auch genügend Zeit um sich der Konsumlust hinzugeben bzw. gegen diese anzukämpfen. München bietet mehr als jede andere deutsche Stadt, der recht neue Louis Vuitton Store auf der Maximilianstraße ist ein kaum zu übersehendes Zeichen dafür. Und auch andere Marken siedeln sich eher an der Isar an als an der Spree. Von der schieren Existenz des Missoni-Ladens war ich genauso begeistert, wie vom etwas versteckt liegenden und Wünsche weckenden Geschäft von Maison Martin Margiela.


München macht es einem leicht, man kann nicht anders als diese Stadt zu lieben. Glücklicherweise vergisst der Mensch schnell und fügt sich in den Alltag, die Münchensehnsucht kann man so bisweilen überdecken. Doch kommt schon der Wunsch auf an der Isar heimisch zu werden...

1 Kommentar:

  1. Ich habe 2 Jahre in München gewohnt und konnte mich nie wirklich mit der Stadt anfreunden. Angenehm war allerdings die Nähe zu Italien und besonders zum Gardasee.Siegmar

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