2013/06/20

Macht Mal Was Neues...


London Men, Pitti Uomo, dann Mailand, Paris, ein bisschen Couture und zum Schluss dann noch die ganzen Messen und Fashion Weeks in der zweiten Reihe, nach drei Monaten Ruhe geht der Zirkus von vorne los. Mit dabei natürlich auch die ganzen Streetstylefotografen, die sich die Finger wund knipsen und sofern sie ihre Bildchen gewinnbringend haben verkaufen können, auch nach dreimonatiger Durststrecke wieder den Kontostand aufstocken. 
Tommy Ton ist natürlich (wieder) für style.com unterwegs, aber noch niemals war ich so desinteressiert wie im Moment mir die Sachen anzuschauen. Seine Perspektiven waren frisch vor drei oder vier Jahren. Während The Sartorialist die Motive zum Stillstand brachte und in Szene setzte, zeigte sich Tommy Ton als Meister des scheinbar aus der Hüfte geschossenen Bildes. Einem Paparazzi nicht unähnlich fror er einen Moment ein und nutzte die Bewegung und den Fluss um ein Bild zu kreieren. Das machen aber mittlerweile so ziemlich alle und man kann kaum noch eine Handschrift erkennen. Alles ist gleich, alles ist gleich langweilig.
Keine Ausnahme bildet dabei die Mode, um diese auf den Bildern theoretisch zumindest gehen soll. Man kann höchstens noch an den Accessoires ablesen wann das Bild entstanden ist, die neuesten It-Bags in den neuen Trendfarben sind die Jahreszahlen unter den fehlenden Signaturen. Valentino mit Nieten ist eindeutig 2013, eine Luggage von Céline weist Richtung 2011 und die Balenciaga mit den großen Nieten ist schon lange passé. Der Rest der Kleidung ist international favorisierter Einheitsbrei, der manchmal durch ein bisschen extravaganten Vintagekram an Charakter gewinnt. Im großen und ganzen ist es aber ein wenig zurückhaltender Schrei nach Aufmerksamkeit, was man da vor und hinter Zelten oder eben total geheimen Off-Locations durch die Kamera hindurch auf den Bildschirm geliefert bekommt. 
Statt eine Pause zwischen den Schauen zu machen und Reste zu verwerten, würde ich mir wünschen wieder mehr Straße zu sehen. Echte Kleidung an echten Menschen ist schon bei August Sander interessant gewesen und zeigt noch am besten Unterschiede auf, die erst den Reiz an den Menschen ausmachen. Siems Luckwaldt hat recht, wenn er für mehr Bottrop plädiert. 

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