2012/12/25

Kino: Anna Karenina...


Elf Verfilmungen gibt es von Tolstoi's Roman 'Anna Karenina'; die Garbo spielte die Rolle und auch Vivien Leigh und Sophie Marceau. Doch tatsächlich habe ich bis auf die aktuell im Kino zu sehende Version von Joe Wright noch keinen gesehen. Fehlt mir nun der Vergleich? Ist der neue Film besser als all die anderen? Oder schlechter? Vielleicht ist es aber auch ein Glück eben mal nicht vergleichen zu müssen und etwas ganz eigenständig betrachten zu können.
Das Leben im ausgehenden 19. Jahrhundert fand auf einer Bühne statt, seine Leidenschaften pflegte man allerdings von dieser Bühne fern zu halten und sie unter dem Deckmantel der Sittsamkeit zu verbergen.  Kein Wunder also das Wright seinen Film gleich von Anfang in einem Theater inszenierte und die Protagonisten von Szenenbild zu Szenenbild, von Aufzug zu Aufzug taumeln lässt. Anfangs ist das anstrengend, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an die ungewöhnliche Szenerie. Man beginnt sie sogar zu vermissen, wenn Wright dieses Stilmittel im Verlauf des Film immer seltener einsetzt.
Die Art und Weise wie der Film konzipiert ist, bedingt natürlich ein ausserordentliches Szenenbild und setzt viel Fantasie voraus. Ohne Frage waren wahre Könner am Werk und haben einen gewaltigen Bilderrausch geschaffen. Monet diente mit seinen Heuhaufen als Vorlage, aber die romantischsten Fantasien von schneeverwehten Zügen und russischen Fürstinnen eingehüllt in teuren Pelzen. Nur die Kostüme, die Keira Knightley als Anna Karenina an den Leib geschneidert wurden, enttäuschen durchweg.

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