2012/11/25

Martin Honert Im Hamburger Bahnhof...


Ich kannte die 'Riesen', und die 'Mutprobe'. Aber wie das oft so ist, man sieht eine spannende Arbeit und kann sich trotzdem nicht merken wer der Künstler ist. Nach dem heutigen Besuch im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart, werde ich den Künstler Martin Honert wohl nun so schnell nicht mehr vergessen. 29 Arbeiten des Künstlers werden in der großen Halle gezeigt und beeindrucken nicht allein durch ihre subtile Naivität, sondern auch durch die ihre große Präsenz. 
Die Arbeiten Honerts spiegeln dessen eigenes Leben, vor allem aber seine Kindheitserinnerung wieder. Kinderfilme, wie 'Das fliegende Klassenzimmer' oder Erinnerungen an die Schulzeit werden da lebensgroß und manchmal fast unheimlich nachmodelliert. Das Internatszimmer in dem Honert gibt es zusehen, von innen heraus leuchten Bett und Kleiderschrank, und auch der ehemalige Englischlehrer steht in der ehemaligen Bahnhofshalle rum. Die Riesen sind auch da, genauso wie der von der Leiter springe Junge. 
Es war mein letztes wirkliches Wochenende in Berlin als Berliner; kommende Woche bin ich im Vogtland und schon in der Woche drauf geht der Umzug vonstatten. Wehmut ist da gar nicht dabei, ich freue mich sehr auf Wiesbaden, trotzdem wollte ich auch noch einmal in den Hamburger Bahnhof solange ich noch in Berlin wohne. Martin Honerts Plastiken waren eine gelungene Abschiedsvorstellungen. 
Wir hatten Glück mit der Urzeit. Um die Mittagszeit war es noch recht leer, so dass man nicht nur die Kunst hat genießen können, sondern auch den Raum in dem sie gezeigt wird. Nach halb zwei sah es dann schon anders aus, da reichte die Schlange bis vor die Eingangstür. Aber es lohnt sich wirklich, auch wenn man dafür ein bisschen anstehen sollte. 


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