2012/09/03

No White After Labor Day...


Wir übernehmen ja fast alles von den Amerikanern. Wir mögen kein Fasching mehr, sondern verkleiden uns lieber zu Halloween. Und neuerdings gibt es schon die ersten Anzeichen dafür, dass sich Thanksgiving einzuschleichen beginnt. Warum markieren wir nicht auch die Sommersaison, lassen sie mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai beginnen und enden mit dem Labor Day am ersten Montag im September?
Jenseits des Atlantiks ist der Labor Day ein Tag zum feiern, für Feuerwerk und Parties. Diese Tradition geht zurück auf die 1880-er Jahr, als zum ersten Mal dieser arbeitsfreie Feiertag eingeführt wurde. Gleichzeitig markiert dieses Datum ganz offiziell das Ende der Ferienzeit und den Start in die Herbstsaison. 
Modisch bedeutet der Labor Day mehr oder weniger inoffiziell das Ende von Weiß und Searsucker. Zum letzten Mal trägt Mann und Frau sommerliches Weiß, zumindest rein theoretisch. Auch diese Tradition ist über hundert Jahre alt und wurde von den oberen Schichten zuerst eingeführt, dann aber auch schnell von der Mittelklasse übernommen. Die reichen Ostküstenbewohner mit Sommerhäusern in den Hamptons kehrten nach New York zurück, um dort den Winter zu verbringen. Die weiße und helle Ferienbekleidung wurde ebenfalls abgelegt und gegen solidere in gedeckten Farben getauscht. (Die Legende, dass in schneereichen Gebieten Weiß nach dem Labor Day verboten war um Unfälle zu vermeiden oder Unfallopfer im Schnee leichter ausmachen zu können, finde ich ein wenig an den Haaren herbeigezogen.)


Ganz offiziell ist diese Regel aber auch eine Aufforderung die alte Mode hinter sich zu lassen und sich den neuen Sachen, die nun in den Läden hängen hinzugeben. Mode ist Wandel und was ist besser geeignet für eine Veränderung als ein offizielles Datum, dass mit der Aufforderung zur Veränderung einhergeht!?
Tweed, Flanell und Kaschmir, aber auch Cord, sind die typischen Herbstmaterialien, die nun leichte Baumwolle und Leinen ablösen. Statt satten Farben treten nun wieder die gedeckten Töne in den Vordergrund, Weiß geht nur noch in Form eines unter dem Pullover hervorblitzenden T-Shirts oder Hemdkragens. Und ganz schick in diesem Herbst als weißer Rolli unterm Hemd, wie es uns Prada vorgemacht hat. 
Ich werde nun meinen Kleiderschrank ein wenig umschichten, manches nach hinten packen und anderes hervorholen. Besonders freue ich mich auf Cordhosen und meinen heißgeliebten Kaschmirpullover. Happy Labor Day!


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