2012/08/24

Obsessed With...


'The White Briefs' – Eigentlich sagt der Name schon alles. Unterhosen gibt es da, meist in weiß. Doch nun kollaboriert die schwedisch stämmige Firma mit Nickelson Wooster und herausgekommen ist eine kleine Serie von Unterwäsche mit Camouflagedruck. Das gefällt mir natürlich sehr, bin ich doch seit ein paar Wochen ein bisschen angefixt von diesem Muster.
Mein aktuelles Lieblings-T-Shirt, so etwas hatte ich übrigens schon sehr lange nicht mehr, ist von Carhartt und ich habe es von meinem Freund geschenkt bekommen. Ihm war es zu groß, für mich ist es perfekt. Vielleicht trägt auch dieser Umstand dazu bei, dass ich ganz schon vernarrt in das Ding bin und kaum erwarten kann es wieder zu tragen, aber ich mag auch einfach den Print sehr gerne. 
Und dabei hatte ich noch nie ein besonderes Faible für Militaria und Kriegsspiele. Schon als Kind fand ich gegenseitiges abknallen spielen ziemlich abwegig. Doch wie so oft werden Kleidungsstücke aus dem Militärbereich gerade von eher pazifistisch veranlagten Menschen adaptiert und in der Bedeutung umgemünzt. Man nehme nur den Parka, der auch aus der Armee kommt und dann gerne von Friedensaktivisten getragen wurde. Oder aber Doc Martens, deren Erfinder immerhin Arzt bei der Wehrmacht war. 
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts tarnte sich die Arme nicht. Man trug kräftiges Blau, sattes Grün oder sogar Rot und konnte immer schnell ausmachen wer Freund und wer Feind war. Dann, während des ersten Weltkrieges wurde 'Feldgrau' eingeführt und noch teilweise im zweiten WK getragen. Gleichzeitig entwickelten sich erste Tarnmuster, der vor allem Ausrüstungsgegenstände unsichtbar machen sollten, so ein Panzer versteckt sich eben nicht so einfach mal. Erste Bekleidungsteile wurden Ende der 1930-er Jahre eingeführt. 
Was heute zumeist getragen wird ist nicht das Platanenmuster der Nazis, welches 1935 von Prof. Schick erfunden wurde, sondern amerikanische Versionen. Die Mode orientiert sich da an Strukturen, die mittlerweile schon wieder dank neuer digitaler Techniken vollkommen überholt sind. In wie weit das Muster überhaupt noch mit Bedeutung belegt ist oder einfach nur schön sein kann, muss also jeder für sich entscheiden.

T-Shirt von Carhartt (Via Carhartt)
Schuhe von Mark McNairy mit abstrahierten Camouflage-Einsätzen (Via Soto Berlin
Headerbild via The White Briefs

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