2012/02/25

Raf Simons Letzte Show Für Jil Sander...


Noch bevor die Models wieder im Backstage-Bereich verschwunden waren, stand Anna Wintour (siehe Bild) bereits klatschend auf und zollte so Raf Simons Tribut. Suzie Menkes zog nach, und dann auch alle anderen Zuschauer auf, um den Designer und letzte Kollektion für Jil Sander zu beklatschen. 
Ich saß vor dem Livestream und war gebannt von der Schönheit der Kollektion. Die Looks, das Dekor und die Musik waren perfekt aufeinander abgestimmt und verursachten stellenweise Gänsehaut. Raf Simons, der wohl ziemlich als letzter erfuhr, dass dies seine letzte Show sein würde, hat noch einmal gezeigt, wie richtig er eigentlich bei Jil Sander war. Nun bin ich noch mehr der Meinung, dass die Rückkehr von Frau Sander eine Fehlentscheidung war. Sie wird daran nicht anknüpfen können. 
Die gesamte Kollektion besticht durch eine Eleganz, wie sie selten so konsequent in einer Kollektion umgesetzt und gezeigt wird. In der Sommerkollektion gab es schon eine kleine Vorschau darauf, dass sich gerade die Kleider wieder in Richtung New Look bewegen könnten. Und richtig, viele Modelle aus weiten Tellerröcken und Bustier wurden gezeigt. Darüber trugen die Models die wahrscheinlich schönsten Mäntel der Saison. In einer Art Double-Face-Technik stehen Oberstoff und Futter in farblichem Kontrast. Das Highlight ist ein Modell aus zartrosa Wollstoff mit einem vanillegelbem Futter. Doris Day und Jackie Kennedy kamen mir sofort in den Sinn. Insgesamt orientierte sich die Farbpalette an den auf Säulen ruhenden Blumenarrangements. Der Vanitasgedanke, also das Vergehen und gleichzeitige entstehen von Neuem war sichtbar. 
Auch wenn wir uns von Raf Simons als Designer bei Jil Sander verabschieden müssen, werden wir sicherlich bald wieder von ihm hören. Welches Haus würde sich ein solches Talent entgehen lassen können!?







Alle Bilder sind Screenshots

Kommentare:

  1. kam die show nicht fast wie eine generalprobe für dior rüber?

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  2. seit tagen scheint es kein anderes thema mehr zu geben.
    raf simons. eine abstrakte figur.
    alle meine freunde reden darüber, die blogs sind voll.
    es nervt mich. ist es denn wirklich interessant, wie ein
    grossverdiener von einem riesenlabel zum nächten
    wechselt?
    nein, es ist nicht interessant. ich finde es traurig.
    ich ziehe meinen hut vor jedem kleinen designer, der
    ohne ein millionenbudget und einem riesen werbetat,
    ohne 100 assistenten und tollen stadtvillen irgendwo
    an seiner kollektion arbeitet und froh, ist, wenn 30
    leute die show sehen werden.

    ich finde es eigentlich schade, dass (fashion) blogs,
    die freie instrumente sind, mehr und mehr dazu werden
    ins immergleiche horn zu stossen. personalien der
    grossen firmen zu zelebrieren.
    firmen für die wir nichts weiter sind, als laufende
    kreditkarten.

    anna wintour hat die möglichkeit, mit ihrer plattform
    leute zu fördern, sie weiterzubringen. blogs und
    alternative magazine haben die möglichkeit innerhalb
    ihrer arbeit ebenso leute aufzubauen, zu fördern,
    sie zu unterstützen und voran zu bringen.

    dass raf simons nach vorne kommt, dasfür sorgt eine
    riesen pr-abteilung, ein webebudget und 1000 dinge
    mehr. das müssen wir nicht mehr tun.
    wenn wir im life-stream die show verfolgen, dann heisst
    es, dass sie uns nicht in ihrer welt wollen. wenn sie es
    wolen würden, hätten wir eine einladungskarte bekommen.
    warum also diese leute unterstützen.
    wir geben denen viele lorbeeren. aber geben die uns morgen
    einen job, wenn wir dort anrufen?

    also, rene, ich würde mich freuen, wenn du abstand nehmen
    würdest von dem, was jeder blog schreibt und wieder, wie
    es schon mal war, mehr in die tiefe gehen würdest. in berlin
    gibt es sicher viel viel mehr zu entdecken und zu fördern,
    als herrn simons.
    gib denen eine stimme, die noch keine haben. dazu hast du
    die möglichkeit.
    unterstütze nicht die, die dir nicht mal einen job geben würden!

    ein besinnlicher und nachdenklicher,

    FRED*

    (das weltglück liegt nicht bei jil sander und nicht bei dior)

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    1. Lieber Fred,
      ich kann deine Gedanken nachvollziehen und du hast in vielem auch recht. Aber es ist natürlich auch so, dass es eben ein Teil des Systems Mode ist und deshalb hier erscheint. Dieser Blog war noch nie einer, der von dem internationalen Geschehen unbeeindruckt war. Mich interessieren diese Themen und deshalb tauchen sie hier auf. Ich gebe dir auch vollkommen recht, wenn du schreibst, dass es ein einseitiges Interesse ist. Nein ich habe weder eine Einladung zu Jil Sander noch zu anderen Labels. Ich bin froh über den Livestream, ohne hätte es nur Bilder und Meinungen gegeben, ich hätte mir aber nicht ansatzweise eine eigene bilden können.
      Der Blog ist zwangsläufig immer wieder Veränderungen unterlegen und die Themenscherpunkte verschieben sich von Zeit zu Zeit. Mal ist es kommerzieller und mal sind es mehr Berichte, die sich um die Geschichte der Mode drehen. Alles hätte Platz und wenn ich 27 Arme hätte, würde ich noch mehr schreiben und für eine größere Vielfalt sorgen.
      Ich mache den Blog aber auch einfach aus einem persönlichen Interesse heraus, ohne Befindlichkeiten beachten zu müssen. Und spannend ist auch zu sehen, dass die Posts die viel Zeit und Liebe beinhalten kaum zur Notiz genommen werden. Du kritisierst hier ja das Prinzip der Blogs, und hast auch vollkommen recht. Ich will mich aber auch nicht für Inhalte rechtfertigen müssen, einfach weil das hier mein Spielplatz ist. Und nein, das Weltglück liegt tatsächlich nicht bei Jil Sander oder Dior. Ich hoffe aber auch tatsächlich vermitteln zu können, dass mein Leben nicht nur aus Highfashionlabels besteht, auch wenn ich hier weder Partybilder noch Bilder meiner Freunde poste und stattdessen über Mode schreibe.

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