2012/01/28

Neu Am Kiosk: Interview...


Ja, lange haben wir gewartet und nun ist sie endlich da, die deutsche Ausgabe von Andy Warhol's Kultmagazin Interview. Seit Tagen, eher Wochen und Monaten, hat die deutsche Medienlandschaft auf nichts anderes gewartet und allein das Impressum liest sich wie das Who is Who der deutsche Magazinaristokratie. Angefangen bei Bernd Runge und Anja Schwing, die beide für Condé Nast tätig waren; genauso wie Klaus Stockhausen, der bei Interview für die Mode zuständig ist. Dann haben wir Jörg Harlan Rohleder und Adriano Sack, sie teilen sich die Position des Executive Editors. Und zum Schluss ist da noch ein anderer Joerg, nämlich Joerg Koch. Mit 032c hat er in den letzten Jahren die Qualitätsstandards im Printbereich nach oben geschraubt und ist damit die beste Wahl für den Posten des Editor in Chief. 
Während bei Facebook gestern Abend zu lesen war, dass an manchen Bahnhofs- und Flughafenzeitungsläden das Magazin nicht zu bekommen war, habe ich bei Rewe in Moabit mehr Glück gehabt. Da lag ein sehr ambitionierter Stapel, wobei die Zielgruppe da wohl seltener vorbeikommen dürfte. Aber hoffen wir mal das Beste! Zuhause habe ich mich dann mit dem Heft aufs Sofa gesetzt und reingelesen, nicht ohne vorher Lana del Rey nochmals tief in die Augen zu schauen und kurz die gut platzierte Hummel zu bemerken. Wenn beim Aufspritzen was schief geht, kann man mit nem Insekt ausgleichen. 
Ich habe mal durchgeblättert, aber nicht wirklich Muse gefunden den 264 Seiten die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Zeitschriften lesen passt gut zu einem Sonntag, morgen also der zweite Anlauf!

Nachtrag: Die Lobeshymnen überschlagen sich und viele drehen durch vor lauter Verzückung. Haben die vielleicht ein anderes Magazin am Kiosk vorgefunden? Oder wollen einfach ganz viele gerne Teil dieser papiergewordenen Verlautbarung sein und schauen vielleicht deshalb lieber einfach nicht ganz so genau hin? Ich jedenfalls bin etwas enttäuscht von diesem Blatt, sehe darin nichts revolutionäres. Allein das Format nervt, vom billig fluddeligen Papier ganz zu schweigen. Die Unterhaltung zwischen Kim Gordin und Chloe Sevigny war ja nett gemeint, als beide aber nach zwei vollgestopften Seiten blubbern immer noch nicht auf den Punkt kamen, hatte die Nase voll und nur noch kurz die Bilder angeschaut. Und wen interessiert eine Unterhaltung zwischen Vladimir Kaminer und Palina Rojinski? Oh man, das waren echt nicht nur verschwendete sechs Euro, sondern auch wertvolle Minuten Lebenszeit. Ich habe mir echt mehr davon versprochen!
Es gibt auch eine Website, auf der man 50 Leuten je drei Minuten lang beim Nichtstun zuschauen darf. Wer also nach dem blättern im Magazin noch nicht zutiefst gelangweilt ist, wird spätestens hier dann kapitulieren.

Kommentare:

  1. danke René für den Statement,die meisten meiner Bekannten haben sich überschlagen vor Begeisterung, ich habe das Magazin am Samstagmogen in einem Zeitschriftenladen im Gesundbrunnencenter gekauft und da passt es auch hin. Das Format stört mich nicht sehr, das mochte ich schon bei der amerikanischen Ausgabe, ich finde die Papierqualität schlimm, die Bilder u. Interviews nichtssagend, da muss einiges passieren um erfolgreich zu werden.
    Siegmar

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  2. Hallo lieber René, vielen Dank für Deinen Besuch auf meinem vernachlässigten - und wiederbelebten - Blog sowie Deinen ermunternden Kommentar!
    Sehr guter Beitrag zur deutschen Ausgabe von Interview. In meinem Umfeld ist das gleiche zu beobachten: Alle sind ganz aus dem Häuschen. Wenn man dann mal nachfragt warum eigentlich -> Fragezeichen. Ick kieke, staune, wundre mir.... Naja.
    Erwarte einen ähnlichen Verlauf wie bei der deutschen Vanity Fair.

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    1. ja, genau so. wie die vanity fair und früher die
      deutsche esquire und nach vielen vielen jahren
      auch die männer vogue.

      FRED*

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  3. Ja, es wurde halt ein künstlicher Hype erzeugt und anscheinend hat sich die ganze PR- und Marketingstrategie gelohnt.

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  4. dem vorsatz kurz untreu, war ich kurz wieder auf
    dem blog.

    wohl wahr! die "interview" ist nichts.
    habe auch den fehler gemacht, sie zu kaufen.
    langeweile von vorne bis hinten. auch die 40 warhol
    seiten sind eigentlich mehr als peinlich und zudem ziemlich
    dumm geschrieben.
    ich habe noch einige ausgaben aus den 80er und 90er
    jahren, die toppen das noch immer.
    man wollte wohl ein neues magazin machen und es
    mit einem "bewährten alten namen" launchen, damit
    man sich das einführen erspart. so einfach ist das wohl
    nicht.
    und warum sollte auf dem deutschen markt ein magazin
    existieren können, das in der orginalausgabe schon keinen
    mehr interessiert.
    interview war immer ein kultmagazin, jeder kannte es und
    wollte dabei sein und "warholluft schnuppern". mehr war es
    nie. gekauft hat es schon früher kaum jemand.

    da muss noch einiges getan werden, das stimmt, aber am besten
    tut man gar nichts mehr und schenkt sich und uns die zweite ausgabe
    und wirft es in die selbe hölle, in der hoffentlich auch dieses
    dumme und peinliche magazin "HORST" schon schmachtet.
    beide daumen runter für beide magazine!


    FRED*

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