2011/09/20

Traumjob...


Manchmal durchstreift man diese Jobangebotsseiten und glaubt doch tatsächlich eine dieser Perlen vor sich zu haben, die es nur äusserst selten zu finden gibt. Letzte Woche war dem so. Und man, klang das toll: Ein noch recht neuer Online-Shop sucht einen Designer Scout, der natürlich nicht nur kommunikativ und gut vernetzt ist, sondern auch zielorientiert und sich mit Fashion auskennt. Das  dann auch in Englisch geschrieben, klingt ja besser und internationaler. 
Zum Jobprofil des Designer Scouts gehört es laut Anzeige neue Labels ausfindig zu machen und diese für den Shop zu gewinnen. Insgesamt hat man natürlich einen sehr hohen Anspruch, legt Wert auf Individualität und Qualität. Kennen wir, haben wir schon tausendmal gelesen. Die oben genannten Schlagworte habe ich ja verinnerlicht, die Bewerbung war also schnell geschrieben. Heute bekam ich dann folgende Antwort: 
Hello,
thank you for your CV and your application, we really liked it.
Now, we want to get to know, if you got the right understanding regarding the style of XXX.
We got a little challenge for you:
- Please name 3 labels from Europe (for applicants from the USA – 3 labels from the United States) which are suitable with XXX.
- What is characteristic for the labels?
- Why did you choose these 3 labels?
You just have to write a few words for each point so that we can get an impression of your work.
We are really looking forward to see your results.
Kind regards,
XXX and the Team of XXX.
Oh cool, die haben sich gemeldet, dachte ich im ersten Moment. Im zweiten dann war ich schon nicht mehr so begeistert, schließlich ist ja offensichtlich, dass man sich nicht mal die Mühe gemacht den Bewerber persönlich anzusprechen. Aber hey, in Berlin ist man da ja locker. 
Doch was mich richtig stört ist eigentlich um was in der Mail wirklich geht. In meinen Augen ist es Bauernfang, man ködert mit einem Job und freut sich insgeheim darüber, dass einem die Vorschläge für Labels ins Haus flattern und man Zeit und Geld für eigenes Research spart. Angenommen es haben sich 20 Leute beworben, was bei der recht spannend klingenden Anzeige durchaus der Fall sein könnte, und 15 antworten auf die Mail, hat man also 45 Vorschläge für neue Labels. Was davon brauchbar ist wird sich zeigen, aber allgemein schon ein guter Schnitt für wenig investierte Arbeit.
Ich glaube ja nicht, dass es sich um eine erstgemeinte Stellenausschreibung handelte. Das sieht man schon allein daran, dass dieser Job auf der eigenen Website nie angezeigt wurde. Da sucht man nur jemanden fürs Marketing, unzählige Praktikanten und einen Blogger. Stattdessen geht es nur darum das bisherige Portfolio von knapp 30 mehr oder minder spannenden Marken aufzustocken. 
Sind wir hier im RTL2 Nachmittagsprogramm? Übrigens, wer Lust hat und sich bewerben will, ich verschicke gerne die Links und den Kontakt per Email!

Kommentare:

  1. klar, das ist verarsche. mit tollen angeboten locken, sich nicht
    festlegen, die leute ausfragen, für sich arbeiten lassen und dann
    hört und sieht man nichts mehr.
    wenn es seriös wäre, wäre wenigstens ein satz gekommen, der
    dich persönlich angesprochen hätte, mit deinem namen und ein,
    zwei wort zu dir oder deiner CV.
    schmuh ist das, lass die finger davon!

    FRED*

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  2. Dass ich es auch nicht in Betracht ziehe, sieht man ja an dem Post. Aber ist schon echt der Hammer

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  3. Die haben sie nicht alle auf'm Christbaum. In einem persönlichen Gespräch ja, schriftlich nein.

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  4. das ist immer mehr und mehr der fall.
    so bekommen sie die ideen der leute und verkaufen
    sie später als eigene ideen.
    seit jahren ist es ja gängig, mädels als models anzuwerben,
    die dann für set-cards zahlen sollen. miese nummer.
    diese maschen ziehen sich mittlerweile durch alle branchen.
    die leute haben kein gewissen mehr!

    ein kritischer

    FRED*

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  5. Naja, eigentlich hätte man das Kind auch beim Namen nennen sollen. Denen gehört ordentlich an den Karren ge...t!

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  6. nenne es beim Namen, das sind beschissene Methoden.
    Siegmar

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