2011/08/16

Die September-Issue Der AD...


Mal abgesehen davon, dass das erste was mir an der neuen AD ins Auge sprang, eine Phillip Plein Anzeige war, macht das neue Heft doch einen sehr guten Eindruck. Das Cover springt einem entgegen, leuchtet wenig zurückhaltend und ist vielleicht genau deshalb das Richtige, um eine neue Ära für das Magazin einzuleiten.
Bisherige Ausgaben zeichneten sich durch ihre eleganten Cover aus. Da wurden Vasen auf hübschen Beistelltischen vor Seidentapeten trapiert, doch kaum einer lebt wirklich so. In den Artikeln wurde alles gerne als eklektisch bezeichnet, was stilistisch nicht in die gleiche Epoche gehörte, aber doch wunderbar zu einer Einheit verschmolz.
Nun, noch immer scheint es in den gezeigten Wohnungen weder Steckdosen, noch Kabel zu geben. Und bewohnt sieht es auch nicht aus. Aber irgendwie ist man doch schon ein bisschen mehr dran an den Bewohnern der Wohnungen. Die bekleben, gespritzten und getapeten Zimmer von Sylvia Heisel und Scott Taylor sind dabei genauso unkonventionell, wie der 'Oma-Schick' von Jack Pierson.
Herausragend ist ein Artikel über die steinerne Riesen zum Gedenken an vergangene Schlachten im früheren Jugoslawien. Jan Kempenaers' Fotografien fangen diese Zeugnisse nicht nur ein, sondern transportieren auch ein beklemmendes Gefühl, das durch ihre abstrakte und in keinem greifbaren Verhältnis zur Umgebung stehenden Wirkung vermittelt wird. Einzige Beanstandung ist, dass die Bilder durch die ganzseitige Präsentation in der Mitte zerschnitten werden. Was dann besonders bei denen stört, deren zentrales Element so kaum noch sichtbar ist.

Ein Wechsel in der Führungsetage bringt immer eine Veränderung mit sich. Nun ist diese bisher nur zu erahnen, aber sicherlich schon hier und da sichtbar. Früher oder später glaube ich, dass Oliver Jahn das Heft modernisieren wird. Die manchmal anstrengenden Mayer'sche Rüschigkeit wird durch einen männlicheren Blick vielleicht aufgebrochen werden und bekommt ein paar mehr Ecken und Kanten. Und vielleicht sieht man dann auch hin und wieder Ansätze modernen Leben, wie Steckdosen oder Kabel...

Bild von Oliver Jahn von hier

Kommentare:

  1. ... und irgendwann hat er das bisher besondere auf schöner wohnen nivau gesenkt und man sieht wohnungen, in denen sich jeder heimisch fühlt ... kinderzimmer mit hochbett z.B. ... welch grauen ... schade, schade der weggang von fr. mayer

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  2. Das gilt es über die nächsten Wochen hinweg zu beobachten, die erste Ausgabe ist sehr vielversprechend.

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  3. Aber genau deswegen hat man doch die AD immer gekauft: um eben keine Steckdosen, Kabel und W-Lan-Router sehen zu müssen. Wenn man Wohnungen sehen möchte, in denen wirklich gelebt wird, dann geht man auf die "The Selby" Homepage.

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