2011/06/22

Sag' Zum Abschied Leise Servus...


Vorgestern schon lag die neue AD im Briefkasten, doch erst gestern habe ich sie mir als Bettlektüre mit ins Schlafzimmer genommen. Das Lesen des Magazin folgt immer einem ähnlichen Ritual, und es spielt keine Rolle ob der Leseort das Bett oder der Küchentisch ist. Zuerst blättere ich immer im hinteren Teil die Seite auf, wo die kleinen Bildchen von Veranstaltungen zu sehen sind, danach folgt 'Brief' von Margit J. Mayer, bei dem ich mich in der Tat immer angesprochen fühle.
Ähnlich verhielt es sich auch am gestrigen Abend, nur war ich schon bei der Beschreibung des Events leicht panisch. Die AD verlässt Berlin und geht zurück nach München. Naja, schick im Sinne der AD ist Berlin nicht. Aber was stand da von 'neuer Chefredakteur'? Ich suchte dann also panisch den Brief von Frau Mayer und aus der Vermutung wurde Gewissheit – dies soll also die letzte AD unter der Ägide von Margit J. Mayer sein.
Ich lese das Magazin seit Jahren und komme immer wieder zu dem Schluss, dass es nichts besseres gibt. Auch wenn die Welt darin nur einem Traum vom Wohnen entspricht und ich mich am Ende eher in der Apartomento'schen Realität ansiedeln würde, prägte das Magazin ästhetische Vorstellungen. Zum Beispiel hasse ich an den meisten Wohnungen, dass immer alles nach dem riesigen Fernseher ausgerichtet zu sein scheint. In der AD-Welt gibt es davon keine. Und auch Mülleimer, Wäschekörbe und DSL-Router kommen da nicht vor. Es ist eine Welt des Schönen und Margit J. Mayer ist in meinen Augen zumindest bis gestern die Hohepriesterin gewesen.
Nun kann ich aber allzu gut verstehen, dass sich Personen und auch Magazine weiterentwickeln müssen um relevant zu bleiben. Der AD wünsche ich weiterhin jemanden der so gut auf sie aufpasst und für Frau Mayer alles Gute.

Vielen Dank, liebe Frau Mayer, für viele wundervolle Gedanken-Reisen, die ich dank Ihnen unternehmen durfte!

Nachtrag: Frau Mayer wird vom 01. September an die Ressorts Lifestyle und Travel beim TASCHEN Verlag von Berlin aus leiten. Sie wird quasi die Nachfolgerin von Angelika Taschen, die ja nun einen eigenen ebenfalls in Berlin ansässigen Verlag leitet.

Kommentare:

  1. mir ging es gestern genauso! ich habe das auch erst mal hinten gelesen und musste dann nach vorne blättern!
    ein bisschen traurig ist es schon, aber ich bin gespannt wohin die reise für AD geht.

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  2. boah, endlich ist diese spiessige mayer weg. das war nicht mehr
    auszuhalten mit der. spiessig und konservativ. das heft, vor
    jahren noch ganz gut (ein freund von mir hat da gearbeitet)
    wurde immer schlimmer. immer die gleichen leute mit den
    gleichen häusern und den gleichen dusslingen texten.

    es gibt eine alte vogue von 1989, wo sie ein interview mit
    "billy boy" führt, der eine recht coole sammlung an modeschmuck hatte und man fühlt da schon, wie konservativ und raktionär sie ist.
    ich habe mich immer gewundert, wie die so weit kommen konnte.

    ihre abschiedworte klingen gut, die wahrheit ist aber (wie
    ich aus internen kreisen weiss), dass man die mayer rausgehauen
    hat, weil das heft nicht mehr läuft.

    wenn man einmal "the world of interiors" gelesen hat, will
    man nie mehr eine AD in die hand nehmen.

    GO MAYER GO and never come BACK!

    FRED*

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  3. ... nichts für ungut herr fred, aber ich vermute, sie sind eher im deftigen verortet und von daher kann sich frau mayer mit ihrem feinen geschmack glücklich schätzen, wenn sie ihr magazin meiden und sie sich möglicherweise gewinnbringend mit dem obi magazin vergnügen. es grüßt ein mayer-leser aus frankfurt

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  4. Ich liebte das sie Konservativ wirkte und bestimmt auch ein Stück war.
    Die Definition von Stil ist "Entscheidung".. und Stil hatte sie.
    Immer die gleichen ... waren es nicht. Ich weiss das es eine Berliner Wohnung gab die öfter drin war. Das hat mich auch gestört , da diese Wohnung für verschiedene Architekten herhalten musste. Jedoch gleich davon zu sprechen das "immer die gleichen " drin wären, halte ich für gut übertrieben. Die AD ist in den Jahren immer besser geworden und bot das was andere Magazine nicht boten. Ich finde es traurig das sie die AD verlässt, weiss jedoch das wir noch einiges von ihr sehen und hören können.
    Ich werde nun das Foto auf dem ich mit Ihr im Gespräch bin, in Ehren halten. Auf Wiedersehen Frau Mayer. Ich ziehe zum Abschied meinen Hut. Mit freundlichstem Gruß
    K.Stubbe

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  5. lieber mayer-leser aus frankfurt,

    das obi-magazin hat mir wirklich schon einiges
    gewinnbringend geholfen, denn zu obi gehen
    meine assistenten, wenn sie arbeiten von mir bauen,
    die sie, als feinsinnig geschulter mensch, sicher schon
    in den frankfurter museen bewundert haben, ohne
    zu wissen, dass sie von einem barbaren wie mir
    entworfen worden sind.
    und mit dem ganzen schönen geld kaufe ich mir
    dann die möbel, von denen sie in der AD lesen.

    also, mein lieber, nichts für ungut!

    FRED*

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  6. Vielen Dank für die Kommentare, aber die gegenseitigen Angiftungen sind wenig produktiv!

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  7. genau, rene hat recht.
    das ist hier kein forum für battles!
    ich war zu stürmisch. sorry.

    FRED*

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  8. Fred hat Recht. Ich lese die AD seit mindestens zehn Jahren, und, obwohl schon immer konservativ, ist sie einfach nur noch schlechter geworden.

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