2011/04/14

Zwischen Landschaften Und Kraftwerken...


Während unsereins nur für den Schulabschluss paukte, waren die Mitglieder der Band "MIT" bereits abends in Londons Nachtclubs unterwegs. Das war vor sieben Jahren. Seitdem haben sie das erste Album veröffentlicht und tourten durch China, Japan und Indien. Doch trotz (oder wegen) der Erfolge in Fernost sind die drei Jungs in Deutschland immer noch nicht richtig bekannt und wir versinken im Einheitssound à la Timbaland und David Guetta.
Nun steht das zweite Album, Nanonotes, in den Regalen, was eine feine Weiterentwicklung der ersten Scheibe ist. Hier schaffen die drei Jungs das Kunststück sich klar auf die Elektronik der Siebziger zu beziehen, ohne beim Hörer befremdliche Reaktionen auszulösen, wie heute beispielsweise die ersten Stücke von Kraftwerk. Doch ganz ohne die sakrosankten Überväter aus Düsseldorf ging es dann doch nicht, denn das Ex- Mitglied Emil Schult stand, neben Simian Mobile Disco Mitglied Jas Shaw, im Studio, respektive als Texter, zur Seite.
Entsprechend sind die Vocals auch recht minimalistisch gehalten und erscheinen plötzlich aus dem Nichts, um wenig später wieder im Hintergrund zu verschwinden. Zusätzlich bildet der "Vintage- Moog" den Kit, der Ausflüge Richtung Krautrock, synkopiertes Schlagzeug und technoide Popmusik zu verbinden versteht.
Inspiriert werden die Drei nach eigenen Angaben von Landschaften und Wolkenkratzern, die Anfangs- und Endpunkte für einen Spannungsbogen bilden. Die Landschaft für den perfekten Song ist dann ein grafisches Gebilde, eine Struktur, die in ein Klanggerüst übertragen und für die Mitglieder der Band als ein Gefühl wahrgenommen wird.
Es sind die Schatten der Vergangenheit, die MIT als Basis nimmt, um darauf eine zeitgemässe und trotz der Elektronik nicht kalte Popmusik entstehen zu lassen, die es auf jeden Fall wert ist, angehört zu werden.



Nachtrag: Versehentlich veröffentlichte ich gestern ein falsches Bild. Die dargestellte Band war nicht MIT, sondern 1000Robota. Dies wurde nun geändert und oben sind nun tatsächlich MIT zu sehen.

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