2011/04/20

Mit Der Kunst...


Es gibt so ein paar KünstlerInnen mit denen ich so ziemlich gar nichts anfangen kann, Frida Kahlo zum Beispiel und die Herren Klimt und Van Gogh. Keith Haring gehört auch dazu. Seine Werke, irgendwo zwischen Höhlenmalerei und Graffiti liegend, haben diesen typischen Kunstlehrerinnen Schick. Sie sind vor allem einfach nachzumalen und die Kinder sind, mal abgesehen von den Penisen in einigen Werken, immer angehalten dies auch zu tun. Toll!
Nun hängen seit kurzem eine paar seiner Arbeiten im Hamburger Bahnhof und im vorbeigehen fand ich sie gar nicht so uninteressant. Während wir auf uns allein gestellt an den Bilder vorbeiliefen, saß eine Rentnergruppe auf Klapphockern vor dem Bild unten und ließ sich die Kunst nahebringen. Doch nicht nur das, es war wirklich fast wie im Kunstunterricht. Es wurde nicht einfach nur erklärt, sondern die Betrachter sprachen über das was sie da sehen. Ich war fast etwas neidisch, hätte mich selbst gerne dazugesetzt. Und vielleicht hätte das meine Sicht auf Keith Haring tatsächlich verändert!?


Kommentare:

  1. mit Frida Kahlo kann ich auch nichts anfangen, ist mir alles zu schmerzerfüllt. van Gogh muss Du zu lassen, stell Dich mal vor eine Arbeit von ihm und lass Dich nur durch die Farbintesität beeindrucken. Haring ist für mich ein Strassen- , Graffiti- Künstler tatsächlich sehr überbewertet, wenn man heute die Preise für seine Arbeiten sieht. Siegmar

    AntwortenLöschen
  2. das ist leider kram. haring wird heute als streetart gewertet. was natürlich so nicht ganz richtig ist. klar hat er street gemacht, aber es war damals eine zeit, die eng verknüpft war mit anderen künstlerischen medien. vielmehr als heute. es war mode,
    kunst, fotografie, musik und alles in einem. leute wie madonna,
    grace jones, prince, the b52s, vivienne westwood, stephen sprouse,
    marc jacobs, all diese leute wären heute nicht, was sie sind, ohne
    keith haring. sie haben sich gegenseitig beeinflusst.
    man muss das zeitlich sehen. nur die bilder anschauen, reicht nicht.
    die bilder sind mehr oder weniger ein extrakt einer zeit.
    darin liegt der eigentliche wert harings. schau dir mal die fotos
    an aus der zeit, haring mit anderen und schau mal, was diese gruppe
    von 20 bis 50 leuten damals gemacht hat. da stehen wir heute arm
    da dagegen. was die gemacht haben, reicht weit bis in unserere zeit
    hinein ohne dass es die meisten wissen.

    als LV vor jahren mit sprouse gearbeitet hat, was ein grosser erfolg
    war, ging dies direkt auf haring zurück, die anfang der 80er jahre
    zusammen an einer kollektion gearbeitet haben. viele dieser dinge
    haben ihren anfang in dieser zeit.

    nur ein paar bilder anschauen, die langweilige leute in langeweilige
    museen gehängt haben, ist zu kurz gedacht. hier bitte mehr tiefgang.

    ähnliches gilt für frau kahlo. einfach nur die leidenssache betrachten
    ist zu wenig man muss hinter das bild schauen, den historischen
    aspekt betrachten, die kleidung, wie sieht sie aus, wie hat sie gelebt, dann ist das eine ganz spannende frau mit einem hohen ästhetischen empfinden. auch in der wahl ihrer einrichtung und kleidung. hut ab vor diesen leuten!

    also, jungs, scheuklappen ablegen und mal raus aus dem gelangweilten 2011 und rein auf eine historische entdeckungsreise
    (und das auch in dem langweiligen und trostlosen berlin!).

    AntwortenLöschen
  3. Aber 'mit nur ein paar bilder anschauen' fängt die Auseinandersetzung mit Kunst an. Und am Anfang steht das Werk, der Kontext kommt erst bei der nachträglichen Recherche. Wenn also ein Künstler nicht durch sein Werk überzeugen kann, verleitet er auch nicht dazu sich tiefergehend damit zu beschäftigen.
    Wobei im Fall von Haring ja eine Auseinandersetzung stattfindet, auch in diesem Moment gerade.

    Ich finde übrigens die unterschwellige Berlin-Kritik auch langweilig. Zum einen weil sie nicht gerechtfertigt ist und zum anderen, weil hier Berlin nicht lobend in den Himmel gehoben wird. Es ist aber nun mal mein Lebensumfeld, also ist klar, dass viele Themen einen Bezug zur Stadt haben.

    AntwortenLöschen
  4. das haring werk besticht enorm. es ist natürlich blöd, es, wie im
    foto oben, auf eine streifenwand zu hängen. das problem ist,
    dass haring in den letzten jahren sehr banalisiert und sein werk
    extrem verkitscht wurde. haring ist jemand, den es wieder zu
    entdecken gilt. er war zwischen 20 und 30, als er sein werk gemacht
    hat. also ein junger kerl mit einer enormen energie.
    empfehlen kann ich die biographie, die anfang der 90er jahre,
    kurz nach seinem aids-tod erschienen ist und die wahnsinnig eindrucksvoll ist.
    auch ein mega-werk der letzten jahre aus dem heyne-verlag ist
    sehr gut und gibt mit viel fotomaterial einen guten einblick in
    das werk, seine entstehung und das umfeld.

    AntwortenLöschen