2011/02/18

Parodie In Der Mode: Jeremy Scott Vs. Prada...


Ist Parodie in der Mode möglich? Kann eine Kollektion eine andere parodieren, überhöhen oder ad absurdum führen?
Ich stelle mir diese Fragen, wenn ich mir die aktuelle Kollektion von Jeremy Scott anschaue, jene die ganz unverholen Prada zitiert und durch die Plüschfüchse eben auch parodiert. Scott selbst führt an, dass er gegen die Überhöhung und Anbetung von Mode ist. Wobei er wahrscheinlich eher gegen die Überhöhung von Marken zu wettern versucht. Und zumindest hat er insofern recht, dass Marken immer wichtiger werden und Prada durchaus ganz vorne mit dabei ist, während das Gezeigte oft in den Hintergrund gerät. Nur ist aber vorallem Prada Kreativität im Erschaffen von Trends nicht abzusprechen. Die Kollektionen gehören zu den meist diskutierten und relevantesten in jeder Saison. Hier ist also die zugedachte Rolle durchaus gerechtfertigt und das Podest auf dem Marke positioniert ist recht standfest.
Aber nochmals zur Ausgangsfrage: Ist Parodie in der Mode möglich? Ich persönlich glaube, dass Mode und Marken durch Kunst parodiert werden können. Die Prada-Toilette von Tom Sachs ist nur ein Beispiel wie das meisterlich gelingen kann. Was aber Scott nun macht funktioniert meiner Meinung nach nicht, weil seine ironische Anspielung die Genialität der Ursprungsidee nur noch mehr untermauert. Und gleichzeitig aber seine eigene Kreativität hemmt, er seine eigene Lächerlichkeit vorführt.


Kommentare:

  1. Lieber René, mit Deinen Gedanken hast Du die Stecknadel auf den Kopf getroffen.

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  2. guter gedanke! ich persönlich würde jedoch die grenze zwischen kunst und mode nicht so eng ziehen, insofern muss ein ironischer seitenhieb oder eine parodie möglich sein.

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  3. Die Frage bei Mode wäre, verkauft sich die Ironie mit? Ist eine Frau, die dieses Scott-Kleid auf der Straße trägt oder eine, die eine Pelzstola nicht um die Schultern sondern in der Hand trägt schon ironisch? Ich denke nein. Also funktioniert die Parodie nur in der Präsentation.

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