2012/09/02

Die Neue Mode...


..., oder zumindest was man bei der GQ-Redaktion dafür hält, wird nun wieder in der GQ-Style zelebriert. Zweimal im Jahr erscheint diese und heute habe ich mir meine Ausgabe geholt. Ich habe mich dann damit in die Sonne gesetzt und war nicht wenig vorfreudig auf das, was Chefredakteur José Redondo-Vega und sein Team diesmal anbieten würden.
Über das Cover habe ich mich schon ausgelassen. Adrien Brody ist etwas zu glatt gebügelt geraten und vielleicht ist dies schon eine Vorschau auf das Innere des Heftes. 'Kleider machen Leute...', damit beginnt der Brief des Chefredakteurs an seine Leser. Gottfried Kellers Novelle muss immer dann herhalten, wenn es im den schönen Schein der Mode geht und sie dazu instrumentalisiert wird um das Gegenüber zu blenden. Redondo-Vega läutet mit den geborgten Wörtern ein Heft ein, das sich ganz im Keller'schen Sinne der Blendung der 'Mode' unterworfen hat. 
Doch eigentlich muss es anders formuliert werden, schließlich ist die Mode selbst gar nicht das Problem dieser insgesamt 360 Seiten. Zum ersten Mal in der über zehnjährigen Geschichte des Heftes schaffen es die Artikel und die Modestrecken nicht mich einzufangen und mir das Gefühl zu vermitteln etwas spannendes, informatives, in die Zukauft weisendes vor mir liegen zu haben. Stattdessen werde ich auf ziemlich rüde Art und Weise daran erinnert, dass Mode ein Geschäft ist und wer am meisten zahlt wird auch ordentlich gefeiert. 
Prada war wohl ziemlich spendabel, oder warum sonst finden sich in einer Strecke mit Klamotten für den kommenden Winter schon die ersten  Looks für den Sommer 2013? Oder sind die Sachen die jetzt gerade erst in den Läden eintreffen schon so langweilig, so übergesehen, dass man das Neue noch schneller in den Heften unterbringen muss, um gegenüber der Onlinekonkurrenz nicht den Kürzeren zu ziehen? Nein, auf die langweilige Print vs. Online Debatte will ich nun wirklich nicht eingehen, das ist doch alles schon tausendmal gesagt und durchgekaut bis zum erbrechen. 
Ich würde mir mehr Diversität wünschen, eine breitere Spanne an dargestellter Mode. Es gibt doch mehr als Prada, Jil Sander und Co.. Warum also tauchen spannende unbekanntere Marken eben nicht auf, während zum x-ten Mal einem Giorgio Armani das Wort erteilt bekommt? Irgendwie muss es doch da mehr gehen!?


Doch natürlich gibt es auch ein paar gute Gründe warum es sich trotzdem lohnt das Heft zu kaufen. Meine Sammlung wäre unvollständig ohne Heft 22 und die von Tobias Frericks gestylten Strecken sind auch wieder sehr gelungen. Ausserdem mag ich die Artikel von Claudius Seidel gerne...