2012/07/27

Sozialperversion...


Vor gut drei Wochen entdeckte ich die Werbung für einen Frisörsalon gleich bei mir um die Ecke. Verrückt, ein Männerhaarschnitt kostet da gerade einmal soviel, wie zwei Einzelfahrten mit der BVG oder ein Gin Tonic in einer mittelmässigen Bar. 
Gestern habe ich mich über die Dumpinglöhne bei Zalando aufgefregt, aber das toppt das noch um Längen. Mal angenommen eine Frisörin schafft es zwei Herren in der Stunde zu bedienen, mehr ist kaum möglich, dann hat sie noch nicht einmal nen Zehner in der Kasse. Was bleibt wohl übrig, wenn man davon mal all die Fixkosten abzieht? Was haben die Angestellten da bitte am Ende auf dem Lohnzettel stehen? Klar wird wohl immer davon ausgegangen, dass der ein oder andere Euro in der Kittelschürzentasche landet und die Friseurinnen immer mit Taschengeld nach Hause gehen, doch fair ist es trotzdem nicht eine Dienstleistung zu einem solchen Dumpingpreis anzubieten. 
Ich habe mein Haarproblem noch immer nicht gelöst, doch ich weiß zumindest schon mal ganz klar wo ich mir nicht die Haare schneiden lassen werde. Ich zahle lieber bei meinem Stammfriseur um die 30 Euro und habe dann kein schlechtes Gewissen, weil ich jemanden ausgebeutet habe. 

Kommentare:

  1. übrigens, noch so eine baustelle, wo dumpinghonorare zum alltag gehören: der freie journalismus ;-)

    AntwortenLöschen
  2. ja, aber da gehts doch im ruhm und ehre. man muss schließlich stolz sein für verlag xy schreiben zu dürfen. wo kämem wir hin, wenn alle immer geld wollen würden!?

    AntwortenLöschen