2012/01/14

Milano Men HW-2012: Ermenegildo Zegna...


Die Kulisse versetzte die Gäste der Show von Ermenegildo Zegna in die Atmosphäre eines schweizer Chalets. Im Kamin brennt ein Feuer leise vor sich hin und durch große Panoramafenster sieht man die Flocken auf verschneite Wälder fallen, man hört den Wind pfeifen. Eine schöne Illusion die Zegna zaubert, es fehlte nur noch Richard Burton der Elizabeth Taylor einen weißen Nerz um die Schultern legt und die Vorstellung des 60-er Jahre Jetset-Gefühls wäre perfekt. 
Ermenegildo Zegna steht für italienische Männermode, die mehr auf Qualität und Understatement setzt und die modische Aussage in den Hintergrund treten lässt. Auch in dieser Kollektion wird klassische Menswear gezeigt, jedoch mit viel mehr Allure als in den Vorjahren. Es sind eigentlich nur die Details, die den Unterschied machen. Stickkrawatten werden zu Flanellhemden getragen, und beides passt sich harmonisch den klein gemusterten Anzügen an. Oder aufgesetzte Taschen, die einen dreiteiligen Anzug schon einmal etwas von der ihm eigentlich innewohnenden Strenge nehmen. 
Besonderes Augenmerk wurde auf die Jacken gelegt. Herausstechen tun vor allem die Modelle, die von den Details an den Trenchcoat erinnern, aber eben nur gerade so lang sind, dass die darunter getragenen Jackets verschwinden. Die Ärmel sind bequem weit und der Raclanschnitt lässt eine rund fließende Schulterlinie entstehen. Auch in Capeform sind diese wirklich gelungen, allerdings ist dies halt kein wirklich praktikables Kleidungsstück und im wahrem Leben dann mehr als unpraktisch.
Man sieht, dass der Designer selbst sein bestes Modell ist. Die Kombination aus grauer Wollstoffhose und kamelfarbenem Jacket, dazu blaues Hemd und dunkelbraune Krawatte, hätte ebenso Teil der Show sein können. Ermenegildo Zegna zeigt das, was die italienische Männermode ausmacht: Klassischen Schick, unangestrengt präsentiert und mit modernen Details versehen. Avantgarde will man gar nicht sein, das überlässt man den Pariser Kollegen. Hier geht es darum Männern Mode an den Leib zu schneidern, in denen sie sich wohl- und vor allem angezogen fühlen.



Bilder via Style.com

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