Posts mit dem Label Blogparade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Blogparade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2009/10/26

Welttracht...


bei meinem gestrigen flohmarktbummel stieß auf einen stand mit antiquarischen büchern, eine vielzahl davon mehr oder weniger über trachten.
nun hat sicherlich jeder erst mal ein bild im kopf, dieses zeigt die hinlänglich bekannten volkstümelnden kleidungsstücke aus heimatlich schlagerhaften fernsehformaten. oder aber, sofern der leser in ländlicher region aufgewachsen ist, das was man als volkstracht bezeichnet und heutzutage nur noch an hohen festtagen zum kirchgang getragen wird. was ich aber damit meine, reicht von japanischen holzschnitten mit figuren im kimono bis hin zu einer abhandlung über tartans, dem traditionellen karierten wollstoffen, deren bedeutung und verwendung.
beim durchschauen dieser bücher und beim betrachten der anderen flohmarktbesucher überlegte ich mir welche stellenwert die tracht in der heutigen zeit hat und was man allgemein als die tracht der neuzeit bezeichnen könnte.
es war nicht weiter schwierig diese auf den ersten blick zu sehen, zu erkennen das jeans das alle verbindende element unserer zeit ist. und ich bin sicherlich auch nicht der erste dem dies auffällt, aber wirklich darüber nachgedacht habe ich bisher auch nicht. vielleicht liegt es daran, dass sich dieses material, denn darüber definiert sich ja die gleichnamige hose, in unser alltägliches leben gebrannt hat und nicht mehr wegzudenken ist.


ein mannigfaltiges kleidungsstück das im gegensatz zu vorherigen volkstrachten länderübergreifend funktioniert und alle verbindet.
die farbe und die weithin sichtbare materialbeschaffenheit sind hauptmerkmal aller aus denim geschaffenen kleidungsstücke. immer wieder ist blau die vorherrschende farbe und auf grund der einseitigen färbetechnik, sind unzählige abstufungen möglich.
in den letzen jahren war vor allem abgenutzt aussehendes in mode, man gab den hosen keine zeit mehr selbst eine gewisse patina zu bekommen, sondern kaufte sie gleich mit. die arbeiterkluft entwickelte sich zur uniform vor allem derer, die selbst kaum körperlich tätig sind. als die jeans entstand sollte sie vor allem reißfest und unkaputtbar sein, am besten wohl generationen überleben. meine älteste habe ich im sommer 1998 gekauft, vormals war sie dunkelblau, mittlerweile ist sie sehr ausgewaschen und wurde auch schon mehrfach sehr mühevoll von links geflickt. zum weitervererben müsste sie noch hoffentlich einige jahre überstehen, aber wenn ich den jetzigen zustand betrachte, wird das kaum der fall sein. ich würde sie aber auch um keinen preis aus meinem schrank verbannen.
schaue ich sie mir heute an, finde ich den schnitt wieder ziemlich super, vor ein paar jahren habe ich sie nicht getragen. die hosenschnitte sind wohl das was am meisten dem zetgeist unterliegt oder wiederspiegelt. seit mehreren jahren werden wir von schmalen jungs mit storchenbeinen tyrannisiert, aber auch dieser trend wird einmal vergehen und durch den nächsten abgelöst. man sieht bereits wieder viele weitere formen, jedoch müssen sie zum knöcheln hin schmaler werden, wie die gute alte karotte es vormacht. und wie haben wir diese form vor jahren noch verflucht und als unmode bezeichnet!?


es gibt aber auch den typ mann der seit jahren der immer gleichen form treu bleibt und moden belächelt. 501, der klassiker in der form, und alle ähnlichen modelle anderen firmen können auch zur barbour-jacke getragen werden und sehen so viel erwachsener, aber nicht weniger modisch aus.
später, wenn alle modischen experimente durchgestanden sind, landen wir vielleicht automatisch da? aber solange noch mut und spass an der mode vorhanden sind, kommen erstmal alle noch nicht probierten modelle dran.


mein eigener kleiderschrank bietet so einiges, nicht nur oben erwähntes teil. ich besitze rund 50 hosen und gut 1/3 davon sind jeans. sie variieren von eng bis sehr weit mit bundfalten und kommen alle mal an die reihe, je nach laune. kaum ein waschtag an dem nicht auch jeans mit dabei sind, vor allem lieblinge müssen immer griffbereit sein.
momentan fühle ich mich am wohlsten in zwar schmalen, aber keinesfalls engen modellen. ich kann nicht nachvollziehen wie es bei anderen funktioniert, jeans ohne gürtel zu tragen. bei mir rutschen alle zwangsläufig nach ein paar stunden, was aber nicht an der größe liegen kann. schlecht ist das auch wieder nicht, gürtel rein und ein bisschen auf halb acht ist schon mein ding.
ich habe jeans noch nie abgeschworen, obwohl ich nun auch nicht finde dass sie sich anfühlen wie jogginghosen und unheimlich bequem jede lebenslage mitmachen.


die jeans ist unsere welttracht und unsere uniform. das kleidungsstück, dass wir trotz unstillbarer indivifualitätswünsche überstreifen und so zum teil der masse werden.
gerade habe ich den begriff bei google eingegeben und genau 90.600.000 einträge dazu erhalten. neunzig millionen, und durch diesen beitrag ist es noch einer mehr. der post ist teil der von two for fashion initiierten blogparade über den blauen stoff aus dem unsere kleiderträume sind. sinds überhaupt träume oder die öde realität?

bilder von the sartorialist(3&4) und cheap monday(2)

2009/03/13

Weddinggay...

ende der blogparade und der theoretischen abhandlungen über hochzeiten, und dabei wird mich dieses thema niemals treffen. sollte ich dennoch mal selbst heiraten wollen, dann wie auf dem bild. bei den beiden outfits fällts mir sogar schwer mich zu entscheiden ;-)

p.s.: vergesst doch einfach den anstrengenden hochzeitskram und geht einkaufen!

2009/03/12

Weddingday (3/3)...

sofern die trauung vor 16:oo stattfindet sind lange kleider bei den damen deplatziert, ebenso wie tuxedo oder schwarzer anzug bei den herren.
aber 16:00 uhr 
man kann ja dafür sorgen selbst gut zur eigenen hochzeit auszusehen, aber man kann relativ schlecht bestimmen wie die gäste gekleidet sein sollen. eigentlich ist das aber ganz einfach, man schreibts einfach mal ganz detailiert auf die einladung und macht auch schon im vorfeld klar, wie sich das brautpaar alles vorstellt. 
in meiner kellnerzeit hatte ich ein paarmal den spass bei hochzeiten servieren zu dürfen und nicht ist komischer als wenn eine gesellschaft schon zum mittagessen im langen kleid erscheint. das hauptsächliche problem ist, dass man den gästen ja auch keine möglichkeit zum umziehen gibt. und das ist besonders wichtig, wenn man morgens schon die trauung ansetzt und dann nur noch ein essen das nächste jagt.

zur blogparade

2009/03/11

Weddingday (2/3)...

traumhochzeiten werden in film und fernsehen gerne bis zum ende durchgekaut und mit allen erdenklichen klischees bepackt. passt das aber noch wirklich in unsere zeit und unser aller hektisches leben? fünf minuten weltflucht und ein paar schöne fotos, danach gehts zurück und alles weiter gehabt. warum passt man die hochzeit nicht dem leben an und gestaltet sie so, dass sie auch wirklich ein teil der lebens der heiratenden ist?
ich habe mich ja schon gestern zum weglassen der blumen geäußert. heute lassen wir mal einfach die ganzen tanten und onkels und schlimmen anderen verwandten weg. ich kann mir gut vorstellen dass dies für viele schlecht vorstellbar ist, aber es geht vor allem darum verpflichtungen aufzuheben. man sollte sich eine liste machen und alle zur familie gehörenden auflisten, danach dann dahinter vermerken wann man mit wem zum letzten mal kontakt hatte. alle bei denen einem dies nicht mehr einfällt können also auch der hochzeit fernbleiben. der nächste schritt ist ein abwägen zwischen mögen und nicht mögen. wer danach noch übrig ist ist auch herzlich willkommen zum wichtigsten tag im leben der brautleute.
die nächste sache um die man sich kümmern muss ist wie man die omas und opas zwar teilhaben lässt, aber dann auch zu einer vernünftigen zeit los wird. es ist gewissermassen ein nach hause schicken der verpflichtungen und der schuldgefühle. das brautpaar möchte ja eigentlich selbst gerne feiern und ist doch die ganze zeit nur damit beschäftigt allen alles recht zu machen und alle einzubinden. übrigens kommen meist auch verwandte auf die ganzen blöden spielchen die keiner braucht (ich weiß wovon ich rede, meine eigene mutter ist eine kandidatin dafür).
das resultat des ganzen ist einfach dass man mehr raum für freunde hat und sich vielleicht sicher sein kann dass es eine harmonische feier wird. 
wie könnte nun der perfekte tag für das paar aussehen? 

10:00uhr – irgendwie aufstehen und gemütlich frühstücken.
11:00uhr – rein ins schicke kleine kleid fürs standesamt(oben von giambattista valli). auf dem weg dorthin trifft man sich mit den trauzeugen und geht sich noch schnell bisschen mut antrinken.
13:00uhr – man gibt sich das ja-wort und macht die sache vor dem gesetz fest. danach trifft man sich im kleinen kreis mit eltern und trauzeugen zu einem kleinen mittagessen. 
15:00uhr – zuhause wartet schon jemand dem man vertraut und der sich der haare annimmt. dann wird das make-up gemacht und rein ins lange kleid für die kirche (er ermenegildo zegna, sie salvatore ferragamo).
16:30uhr – alle verwandten und freunde finden sich in der kirche ein 
17:00uhr – das brautpaar kommt gemeinsam, der ganze 'vater übergibt braut'-zirkus wird weggelassen, darauf kommts auch nicht mehr an. trauung.
18:30uhr – kleiner empfang mit viel champagner und gratulationen und geschenken
19:30uhr – lockeres, aber gesetztes, dinner 
22:30uhr – verabschiedung derer die ins bett müssen und sollten und weiter in eine bar wo bekannte und kollegen und entfernte freunde warten, also alle die nicht unbedingt zum dinner geladen waren, aber dennoch teilhaben sollen.... feiern und saufen und einfach spass haben.

2009/03/10

Weddingday (1/3)...

letzte woche habe eine mail bekommen welche mich über ein zusammenspielen verschiedener blogs informierte. eine woche lang bearbeiten alle das gleiche thema.... hochzeit!
gar nicht mal so einfach den schließlich habe ich dieses thema komplett für mich ausgeschlossen. wenn ich es so bedenke finde ich das meiste was damit in zusammenhang steht eher anstrengend, für den einen tag wird mal märchen gespielt und die beiden die am meisten spass haben sollten, sind eigentlich nur gestreßt und haben nichts vom eigenen großen tag. mein eigentlich einziger tipp: das brautpaar setzt sich einen abend lang hin und mach eine wunschliste die dann jemanden übergeben wird. der (im besten fall ein weddingplaner) hat die arschkarte und das brautpaar eine entspannte zeit. 
ich habe mir erstmal überlegt wie die unkonventionellste hochzeit aussehen könnte. nach dem ich als aufmerksamer beobachter schon so einiges gewöhnt bin, stellt das wirklich nicht gerade eine leichte aufgabe dar. alle möchten in ihren denkweisen wahnsinnig urban und avantgardistisch sein, bei der hochzeitsplanung und der klamotte wird dann ohne zu überlegen althergebrachtes zitiert. ein akzeptables kleid geht bei einem preis von ungefähr 1000€ los und dann hat man einen tülltraum mit vielen steinen und kram.... warum nicht das geld in design investieren?
das zweite utensil auf das meiner meinung nach zu verzichten ist, ist der brautstrauß. blumen dekoration wird als unentbehrlich erachtet, aber wozu dient er? ich habe mich mal bei wikipedia schlau gemacht und kam zu folgenden erkenntnissen: er existiert seit der renaissance und sollte als eine art duftstrauß gerüche überdecken – damals war das sicherlich ziemlich praktisch, doch in den letzten 100 jahren hat sich auf diesem gebiet einiges getan. dann sollte er eigentlich aus myrte bestehen. diese ist eine symbol für fruchtbarkeit, aber auch für reinheit und jungfräulichkeit – kann also auch getrost weggelassen werden, die jungfräulichkeit der meisten bräute ist fraglich. und nur um ihn am ende hinter sich zu werfen und fangen zu lassen...