Gegen elf klingelte der Postmann und brachte die sehnlichst erwartete DVD-Bestellung. Nun suche ich die ja nicht nach Thema aus, sondern nach deren ästhetischen Wert. Drei Meisterwerke kann ich nun zu meiner Sammlung hinzufügen, das Erste wird nun hier vorgestellt.
1997 erschien 'Gattaca' in den Kinos. Das Erstlingswerk von Regiseur Andrew Niccol zeigt eine beklemmende Version der Zukunft, die in so mancherlei Hinsicht unserer heutigen Welt weniger fern ist, als man es sich gerne eingestehen mag. Niccol beschreibt anhand seiner Protagonisten, wie nah siegen und verlieren doch beieinander liegen. Und auch, dass einzig durch die Kraft des eigenen Willens alle Naturgesetzte, oder eben die genetischen Veranlagungen, ausser Kraft gesetzt werden können.
In 'Gattaca' unterscheidet man zwischen Valid und In-Valid. Die einen werden dazu geboren die Welt zu beherrschen, die anderen sind 'Untermenschen'. Zwangsläufig denkt man an die kruden Rassentheorien des Dritten Reiches, nur ist man bei 'Gattaca' schon so weit, dass man mittels Genforschung nichts mehr dem Zufall überlässt und so 'perfekte' Menschen heranzieht.
Der Hauptdarsteller, dessen Name Vincent Freeman auch gleich eine Beschreibung seiner Entstehung beinhaltet, ist ein natürlich gezeugtes Kind, mit allen Schwächen, die eben menschlich sind und nicht würdig den Namen seines Vaters zu tragen. Erst der zweite Sohn, künstlich gezeugt und unter vielen befruchteten Zellen auserwählt, bekommt den Namen Anton, wie sein Vater.
Vincent wird ständig vermittelt, dass es sich nicht lohnt Ziele zu haben und beweist am Ende doch, das er der Stärkere ist. Sein Gegenspieler im Film ist nicht nur die Gesellschaft mit all ihren Normen und falschen Idealen, sondern auch konkret sein Bruder. Ähnlichkeiten mit Kain und Abel sind naheliegend. Zweimal kommt es zu einem direkten Duell. Der der sich traut am weitesten ins Meer hinaus zu schwimmen gewinnt. Auf die Frage Antons wie Vincent gewinnen kann, wo er doch mit allerlei 'Unzulänglichkeiten' ausgestattet sei, antwortet er: "Ich habe mir nie etwas für den Rückweg aufgespart."
Zwei Weisheiten beinhaltet der Film in meinen Augen: Der Mensch hat nicht das Recht in die Entstehung von Leben einzugreifen und darum herum zu manipulieren. Und erst recht nicht, wenn es nur um die egoistischen Idealvorstellungen werdender Eltern geht. Die andere Weisheit ist, wenn sie auch etwas naiv klingen mag, dass der eigene Wille stärker ist als die äusseren Umstände.
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